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BIRKE | LEYKAM | PANASENKO
Bewitched Revelations

„Bewitched Revelations“ heißt das neue Ambient/Sound Sculptures-Werk des Trios um Martin Birke, Roman Leykam und Daniel Panasenko. Der würdige Nachfolger des Vorgängers „Act On Impulse“ (2002) überrascht den Hörer mit ungewöhnlichen Sounds und improvisiert fließenden Klangstrukturen. inMusic unterhielt sich mit ROMAN LEYKAM (u.a. guitar synths).

 

Vielleicht könntest du zu Anfang etwas zur Entstehungsgeschichte von „Bewitched Revelations“ erzählen. Die 13 Soundscapes sind zwischen 1999-2004 in den 3 Studios der einzelnen Bandmitglieder entstanden?

Gleich nach unserem ersten gemeinsamen Release „Act on Impulse“ 2002 fassten wir den Entschluss, auf jeden Fall weiterhin unsere musikalischen Ideen auszutauschen – zumal wir hier eine gemeinsame künstlerische Plattform kreiert haben, auf der unseres Erachtens einfach „alles“ möglich ist. Natürlich haben wir alle Drei den gemeinsamen Hang zur Instrumentalmusik bzw. zur Improvisation oder vereinfacht ausgedrückt: das musikalisch zuzulassen, wonach einem gerade ist bzw. man sich fühlt. Fast immer ist es so, dass einer von uns einen Part vorgibt und die anderen den Track dann vervollständigen. Bei Bewitched Revelations gaben diesmal bis auf zwei Stücke Martin und Dan die Songgerüste vor – ich selbst hatte dann das Glück, diese dann „gefühlsmäßig und spontan“ mit Inserts und Weiterbearbeitungen bereichern zu dürfen. Die meisten der 13 Soundscapes entstanden zwischen 2002 und 2004.

Habt ihr eure musikalischen Ideen und Soundspuren via Internet ausgetauscht oder bist du auch nach Amerika zu Martin und Daniel?

Hier haben wir noch „altmodisch“ gearbeitet: Die einzelnen Ideen / Rough Tracks  haben wir auf CD’R vorproduziert und dann jeweils zwischen USA und Deuutschland hin und her gesandt. Leider lässt die groĂźe Entfernung nicht zu häufig persönliche Treffen zwischen uns zu – letztmals besuchte uns Daniel 2004 in MĂĽnchen – nichtsdestotrotz stehen wir via e-mail in ständigem Kontakt. NatĂĽrlich kennen wir uns „alle“ auch schon einige Zeit lang, nicht zuletzt aufgrund der verschiedensten musikalischen Projekte auf dem FRANK MARK ARTS-Label (Sandbox Trio, Casualty Park, Leykam/Mark).

Soweit ich das richtig verstanden habe, sind die meisten Tracks auf der Scheibe improvisativer Natur, also aus der Magie des Augenblicks entstanden?

Richtig, die Scheibe ist fast komplett improvisiert, was zuweilen eine Reproduktion bzw. Live-Umsetzung schwierig werden lässt. Jedoch liegen den Improvisationen oft gewisse Grundmuster vor, die dann „in etwa“ wieder umgesetzt werden können. Aber auch genau hier liegt der Reiz unserer Musik: Sie wird niemals gleich klingen bzw. für uns langweilig. Martin und Dan haben bei Bewitched Revelations die meisten Rough Tracks zusammen im Studio vorproduziert. Je nach meiner inneren Stimmung habe ich dann versucht, mich auf die entsprechenden Vorgaben „einzulassen“. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich die Stücke dann auch in „einem Guss“ endbearbeitet. In meinem Heimstudio bin ich in der Lage, mit meinen Gitarren bzw. Gitarren-Synthesizer so gut wie jeden Klang zu erzeugen – mit Vorliebe natürlich eigenkreierte Sounds. Am liebsten mache ich dies alleine bzw. in Ausnahmefällen zusammen mit Frank Mark ( =Mitinhaber unseres gemeinsamen Labels www.frank-mark-arts.com – Frank ist auf diesem Album auf drei Stücken als musikalischer Gast vertreten).

Das Tolle an eurer CD ist zweifellos, dass eure ambiente Musik bei jedem Hörer andere Gefühlsassoziationen hervorruft bzw. ein jeweils anderer „Film“ im Kopf abläuft. Habt ihr diesbezüglich schon mal Reaktionen bekommen, ist für eine Band sicherlich eine ganz spannende Angelegenheit!

In der Tat gibt es sehr unterschiedliche Reaktionen: Einige Hörer können und wollen sich nicht mit derartiger Musik  auseinandersetzen – anscheinend zu anstrengend bzw der „Zugang“ zu dieser Art Musik bleibt Ihnen verwehrt – viele andere Interessenten anspruchsvoller Ambient-Musik stellen jedoch gerade die Vielfalt der Klänge bzw. das Unvorhersehbare und Subtile unserer Musik in den Vordergrund. Immer wieder hören wir, dass vor allem „unter dem Kopfhörer“ sich erst die ganze Welt dieser Musik dem Hörer erschlieĂźt. Das sehe ich ĂĽbrigens auch so. Viele bewusst eingearbeitete „Feinheiten“ in den einzelnen StĂĽcken kommen so erst zu ihrer ganzen Entfaltung. Desöfteren haben Fans unserer Musik auch „empfohlen“: TĂĽren verschlieĂźen, Raum abdunkeln bzw. in der Nacht hören bzw. sich bewusst mal eine Stunde „Zeit nehmen“, um sich auf sich selbst in Verbindung mit der Musik einzulassen.

Ist an eine Live-Umsetzung von „Bewitched Revelations“ gedacht bzw. habt ihr drei eure Musik auch schon vor Publikum gespielt?

„Bewitched Revelations“ stellt ein Studioprojekt dar, an eine Live-Umsetzung ist derzeit nicht gedacht, auch wegen unserer räumlichen Trennung. FĂĽr die Zukunft hegen wir schon die Hoffnung, dass wir auch live performen können, gerade wegen der gewissen Nichtplanbarkeit der Dinge, die dann musikalisch passieren wĂĽrden. Unsere letzte kleine Club-Tour  datiert schon aus dem Jahr 98.

Hast du selbst spezielle LieblingsstĂĽcke auf der CD?

Schwierige Frage – mir selbst erscheint die CD in sich sehr geschlossen und homogen. Natürlich gefällt sie mir selbst sehr gut bzw. ist das Werk ein würdiger Nachfolger von „Act on Impulse“. „Remain Patient“ hat mich von Anfang an vielleicht einen Tick mehr fasziniert...

Welche Musik hörst du privat am liebsten?

Interessante Instrumentalmusik bedeutet mir auch privat sehr viel, zumal man sich eben darauf einlassen muss. Je nach GefĂĽhlslage zeigt einem derartige Musik auch immer wieder neue Seiten ĂĽber sich selbst.  Die letzten Scheiben von Eivind Aarset, David Sylvian/Nine Horses bzw.Harold Budd fand ich aus diesem Genre sehr gut. NatĂĽrlich mag ich auch andere Sachen: z.B. gute Singer/Songwriter wie Lloyd Cole oder John Mellencamp – oder einfach nur „gute“ Rock/Popmusik wie z.B. The Church, Steve Stevens, Vivid oder auch U2. Wichtig erscheint mir jeweils vor allem der Aspekt, dass die entsprechenden Musiker / Bands auch ihre Instrumente beherrschen bzw. ihre Songs selbst komponieren – reine Interpreten liegen mir eher weniger.

Welche Projekte stehen bei euch Dreien demnächst an?

Martin und Daniel sind beide auch Mitglieder der Band „Genre Peak“ (www.genrepeak.net) und arbeiten derzeit an Ihrem ersten Full-Length-Album, das voraussichtlich diesen Sommer erscheinen wird. Ein sehr interessantes Projekt mit Martins unverwechselbarer Stimme – geht ein wenig in Richtung Depeche Mode, Recoil mit leichtem New Wave-Touch.  Die Band tourte schon sehr fleiĂźig und erfolgreich in den USA, vor allem in der San Francisco Bay Area. - Dan wirkte vor kurzem weiterhin bei dem Erst-Release von Peter James „Footnotes To Fairytales“ (www.peterjamesmusic.com)  mit: eine kleine, feine Singer/Songwriter-Platte mit virtuosem Gitarrenspiel. - Ich selbst arbeite derzeit auch wieder an neuen Tracks. Höchstwahrscheinlich wird dies meine erste „reine“ reguläre Solo-CD. Nicht zu vergessen natĂĽrlich auch ein Nachfolgewerk von „Bewitched Revelations“: Kaum hatte ich die Veröffentlichung dieses Werkes Martin und Dan „bestätigt“, fragten die schon wieder, wann wir mit einem neuen Album starten wollen! Desweiteren wĂĽrde es mich auch sehr freuen und reizen, zusammen mit meiner Frau Karin eine gemeinsame CD zu kreieren. Sie ist selbst Diplom-Musiklehrerin fĂĽr Violine und Klavier . Daraus ergibt sich mit Sicherheit ein sehr interessantes Spannungsfeld zwischen Klassik und „meiner“ Musik – mal abwarten! 

Hast du abschlieĂźend noch eine Botschaft an unsere Leser?

Generell wĂĽrde mich freuen, wenn sich mehr Menschen intensiver mit Musik beschäftigen wĂĽrden und diese nicht nur als Hintergrundberieselung bzw. als reinen Konsumartikel begreifen. Sicher, Musik soll nicht nur purer Ernst sein, sondern auch SpaĂź machen und vor allem GefĂĽhl vermitteln und freisetzen – aber gerade dies vermisse ich in der heutigen populären Musik immer mehr. Eigene Kreativität wird nicht zuletzt durch das Heranwagen und Ausprobieren von neuen Dingen gefördert. Deshalb wĂĽrde ich gerade auch unserer Musikrichtung mehr Aufmerksamkeit wĂĽnschen. Zuletzt natĂĽrlich auch ein recht herzliches Dankeschön an Rainer von inMusic/ inHard: Mit seinem unabhängigen Magazin bietet er immer wieder auch mal weniger populären Musikern/Bands eine ideale Plattform und so dem interessierten Leser die Möglichkeit, auch mal wirklich „neue“ Musik kennenzulernen.

Rainer Guérich
CD: Bewitched Revelations (Frank Mark Arts)

 Vertrieb/Bezug der CD ĂĽber:

 www.cdbaby.com , www.amazon.com
 
www.frank-mark-arts.com


 

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