inMusic | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail

Home | inMusic - da ist Musik drin!

BLEIBENDE SCHAEDEN
Hossa mein kleines Leben

Die BLEIBENDEN SCHAEDEN machen warmherzigen, proletarischen und sehr melancholischen Retropop. Ihre aussagekrĂ€ftigen deutschen Texte lassen genĂŒgend Interpretationsspielraum und harmonieren prĂ€chtig mit reduzierter SoundĂ€sthetik und wuchtigen Klangphasen. inMusic unterhielt sich mit SĂ€nger und Gitarrist Dietmar Schmeil ĂŒber die aktuelle CD „Hossa mein kleines Leben“.

 

inMusic: Was kannst du mir ĂŒber die bisherige Bandgeschichte der Bleibenden Schaeden erzĂ€hlen? Du hast mit Gerd schon bei der Agitpunkband „Gesocks“ in den 80iger Jahren zusammengespielt?

Dietmar: Die Schaeden grĂŒndeten sich als Band 1998 anlĂ€sslich einer Studioaufnahme fĂŒr den Soundtrack zu H.A Schults Hotel Europa an der A 59. Der Name entstand  Anfang der 90iger, als Gerd und ich noch bei Gesocks spielten. Wir hatten dort mal eine Phase,  wo wir bei uns selbst im Vorprogramm auftraten und unsere eigenen Lieder coverten, die wir spĂ€ter im Programm dann nochmal spielten. Wir bestritten unser eigenes Vorprogramm unter dem Namen Bleibende Schaeden.Mit Gesocks haben wir ein Album „LIEB MICH IM DRECK“ (Dino/Magnif 1991) veröffentlicht. Mit der darauf enthaltenen Coverversion von Alexandras „ZIGEUNERJUNGE“ hatten wir einen kleinen Hit in den WDR Charts.

inMusic: Was kannst du mir ĂŒber die eigentlichen Aufnahmen an „Hossa mein kleines Leben“ erzĂ€hlen? Ihr habt mit eurem „Low Budget“-Equipment einen reduzierten, wohlklingenden und Ă€ußerst abwechslungsreichen Sound kreiert!

Dietmar: Wir haben uns ganz bewusst dafĂŒr entschieden, mit minimalistischer Herangehensweise an die Produktion zu gehen, um einen eigenen Sound entwickeln zu können,der den Charme von Billiginstrumenten einfĂ€ngt, ohne die Produktion als solche billig klingen zu lassen. Als wir mit dieser Idee zu Jens gingen, in dessen Studio Hossa auch entstand, war die Vorstellung vom Sound noch sehr vage, aber mit dem ersten Track, den wir aufnahmen („Song ohne Hook“) war uns klar, dass das so funktioniert, wie es unserer Vorstellung entsprach.

inMusic: Wie lange habt ihr insgesamt an der Platte gearbeitet, gab es irgendwelche Probleme?

Dietmar: Über ein Jahr, was aber auch mit daran lag, dass Jens rund ums Jahr musikalisch ausgelastet ist und wir nur sporadisch mal am StĂŒck aufnehmen  konnten.

inMusic: Als Gitarrist und SĂ€nger bist du auch fĂŒr die Texte verantwortlich, wodurch lĂ€sst du dich inspirieren?

Dietmar: Durch andere KĂŒnstler, Filme und Dinge, die ich wahrnehme, wenn ich mich auf bestimmte Situationen einlasse, die mir fremd sind. Generell kann ich nur unter Druck kreativ arbeiten, das heißt im letzten Moment, und dann rund um die Uhr.

inMusic: Du bist ein großer Ton, Steine, Scherben-Fan. Siehst du Parallelen zu eurer Band?

Dietmar: Die Scherben hatten ja unterschiedliche Phasen. Als Gerd und ich mit Gesocks anfingen, wollten wir noch radikaler klingen als die Scherben auf ihren ersten beiden Platten. TatsĂ€chlich haben wir aber weniger die Leute agitiert, sondern waren vielmehr die agressivste Band der 4. Liga, eine lokale Sensation fĂŒr 2 bis 3 Jahre. Heute denke ich, dass das schwarze Album der Scherben mich doch sehr beeinflusst hat. Solche Songs werden heute nicht mehr komponiert, solche Texte nicht mehr geschrieben. Heute ist der Rock in Deutschland zu sehr intellektualisiert, er ist zu einer Spielwiese fĂŒr Germanisten verkommen.

inMusic: Meine LieblingsstĂŒcke auf der Scheibe sind „Unter Strom“ und „Mein Stern“ mit tollem Trompetensound. Hast du auch spezielle Favoriten auf der CD?

Dietmar: Meine Favoriten auf dem Album sind „Song ohne Hook“, „Elenore’s Haus“ und „Mein Stern“. Bei der Trompete auf „Mein Stern“ handelt es sich ĂŒbrigens um eine Kindertrompete , die wir ein bisschen Richtung Miles Davis schrauben konnten.

inMusic: Wie wĂŒrdest du euren Sound selbst beschreiben?

Dietmar: Als warmherzigen, proletarischen und sehr melancholischen Retropop.

inMusic: Was steht bei euch noch in nÀchster Zukunft (Tour o.À.) an?

Dietmar: Wir planen eine Tour im Herbst/ Winter 2005 mit großer Bandbesetzung, damit wir unsere LivequalitĂ€ten auch ĂŒberzeugend auf die BĂŒhne bringen können.

inMusic: Warum sollte ich unbedingt eure Website www.theschaeden.de besuchen?

Dietmar: Weil unsere Platte hier am gĂŒnstigsten angeboten und mit Sicherheit auch ausgeliefert wird, woanders soll es schon zu EngpĂ€ssen gekommen sein... Zudem ist sie - denke ich zumindest - sehr ansprechend gestaltet. Außerdem kann man auf unserer Website auch Alte Schlampen Shirts und kleine schwarze Tangas mit „Hossa“ Aufschrift erwerben.

inMusic: Hast du noch eine Botschaft an unsere Leser?

Dietmar: Wenn ein paar alte SĂ€cke wie wir noch in die Saiten dreschen und Alben aufnehmen können, die in keine Schublade passen und zwangslĂ€ufig polarisieren, so kann man davon ausgehen, dass es außerhalb vom Mainstream und Indiemainstream auch weiterhin spannend bleibt.

Rainer Guérich
CD: Hossa mein kleines Leben (Capitol East Road/CodeXPress)
www.theschaeden.de

 

 inMusic | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail
© 2004 inMusic - alle Rechte vorbehalten!