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THE BUSTERS Unkonventioneller Ska: Evolution Pop
„Evolution Pop“ haben THE BUSTERS ihre neue Scheibe betitelt, die sich von konventioneller Ska-Musik erfreulich weit entfernt. inMusic hatte die Gelegenheit sich mit Schlagzeuger STEFAN BREUER über den neuen Evolutions-Sprung
zu unterhalten...
inMusic: Eure neue CD „Evolution Pop“ ist eine sehr abwechslungsreiche
Scheibe geworden, die sich mitunter sehr weit vom Ska entfernt, was nicht negativ zu verstehen ist...
Stefan Breuer: Die Alternative wäre, dass wir uns 18 Jahre nicht davon entfernt
hätten. Man würde uns dann wahrscheinlich heute vorhalten, dass wir uns nicht vom Ska befreit hätten. Diese Entwicklung hat sich bei uns eigentlich schon mit der „Dead
Or Alive“-CD angedeutet. Es liegt wahrscheinlich daran, dass jedes Bandmitglied von den Busters noch in anderen Bands spielt und so mit den verschiedensten
Stilbereichen in BerĂĽhrung kommt. Da bleibt permanenter neuer Input einfach nicht aus...
inMusic: Wenn ich richtig gezählt habe, seid ihr derzeit zu zwölft in der Band?
Stefan Breuer: Ja, wieder. Wir waren die ganze Zeit ĂĽber zu elft, haben aber seit
2002 mit Ron Marsman einen zweiten Sänger dabei. Hardy (Trompete) und ich kannten Ron aus einer anderen gemeinsamen Band und konnten ihn dazu überreden bei den Busters einzusteigen.
inMusic: Ich denke, die Entscheidung für einen zweiten Sänger fiel wohl auch
deshalb, um euren Sound vom Gesang her vielfältiger zu gestalten?
Stefan Breuer: Auf jeden Fall, jeder Sänger hat natürlich ein ganz bestimmtes
Stimmtimbre. AuĂźerdem sind Richie (Tabor) und Ron ganz unterschiedliche Typen, inbesondere was ihre Performance betrifft. Solche Antipole hatten wir frĂĽher bei den
Busters auch schon mit Klaus Huber und Markus Sprengler. Das ist live und im Studio immer eine ganz lustige Sache.
inMusic: Kann man eigentlich sagen, bei welcher Art von Musik der Gesang von Richie bzw. Ron gut passt?
Stefan Breuer: Das ist schwierig zu sagen, da Richie in der Vergangenheit immer
einen verdammt guten Job gemacht hat. Das Ding ist, dass du beim Ausprobieren mit 2 Sängern eher merkst, wofür jemand ein besserer Gesangstyp ist oder welche
Nummer wem besser gefällt. Wir hätten durchaus alle Songs auf „Evolution Pop“ mit Richie aufnehmen können. Das hätte dann zwar bei dem einen oder anderen Stück
anders geklungen, aber nicht unbedingt schlechter. Das Gleiche gilt natĂĽrlich auch fĂĽr Ron.
inMusic: Kann das fĂĽr eure Liveauftritte bedeuten, dass Ron und Richie vielleicht mal den einen oder anderen Part wechseln?
Stefan Breuer (lacht): Das kann natĂĽrlich aus Versehen schon mal passieren. Wir
denken da auch gar nicht in so kategorischen Bahnen. Abwechslung ist bei uns insbesondere auf der BĂĽhne Trumpf. Wir lieben jede Art von Ăśberraschungen, ob sie
nun gewollt oder rein zufälliger Natur sind...
inMusic: Sind die Songs - wie im PR-Info angegeben - ĂĽber einen Zeitraum von 2 Jahren entstanden?
Stefan Breuer: Es stimmt, dass wir uns seit dem letzten Album 2 Jahre Zeit gelassen
haben. Die einzelnen Songs sind aber während unterschiedlicher Zeiträume entstanden. Manche Titel waren Schnellschüsse, andere brauchten etwas mehr Zeit.
inMusic: Herrscht bei 12 unterschiedlichen Charakteren in einer Band nicht groĂźer Diskussionsbedarf vor, was manchmal auch etwas dauert?
Stefan Breuer: Nein, bei uns wird nicht diskutiert (lacht). Jeder von uns hat schon ein
sehr gutes GespĂĽr dafĂĽr, wo der Mainstream in unserer Band liegt. bzw. wo die Belastbarkeitsgrenzen fĂĽr gewisse Extreme erreicht sind. Dennoch ist alles etwas
elastischer geworden. Solch’ extreme Nummern wie „Whiskey Til I Drop“ und „Boogie Nights“ wären auf anderen Busters-Alben nicht passiert.
inMusic: Auf den beiden von dir angesprochenen Nummern findet sich der absolut coole Gastgesang von Chuck Waggon. Wo habt ihr den denn
ausgegraben?
Stefan Breuer: Chuck Waggon Jr. ist ein alter, abgesoffener US-Country-Typ aus den
50er und 60er Jahren. Wir haben ihn fĂĽr unsere Platte quasi freigekauft. Er hockte drĂĽben in den Staaten, weil er keine Asche hat und jede Menge Alimente an seine
Ex-Frauen, Steuerschulden usw. zahlen muss. Tja, und dann ist Chuck rübergeflogen und hat in Stuttgart bei zwei Kumpels von uns gewohnt. „Whiskey Til I Drop“ ist
eigentlich eine ironische Nummer, die auf das Schicksal von Chuck anspricht. Das Problem während der Aufnahmen hier in Deutschland war aber, dass der Mann
überhaupt nicht organisiert ist. GEMA und so’n Zeug kannst du bei ihm völlig vergessen. Als er die Nummer im Studio einsingen sollte, war er so besoffen, dass er
zu gar nichts mehr zu gebrauchen war. Wir haben das Stück im Nachhinein so aufgebaut, wie es jetzt auf der Scheibe zu hören ist, also völlig country-untypisch, aber
schweinegeil, ziemlich rau und Tom Waits-like. (lacht) Als Chuck das Ergebnis dann nüchtern gehört hat, hat er sich vollkommen davon distanziert und will damit auch gar nichts mehr zu tun haben...
Rainer Guérich CD: Evolution Pop (Ska Revolution Rec./Soulfood) www.thebusters.com
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