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DEAD GUITARS
Nur die toten Fische schwimmen mit dem Strom

Mit „Airplanes“ haben DEAD GUITARS ein großartiges DebĂŒtalbum eingespielt. Über den atmosphĂ€rischen Gitarrenparts seiner neuen Band findet der ehemalige The Convent-SĂ€nger CARLO VAN PUTTEN ein ideales BetĂ€tigungsfeld. inMusic hatte die Gelegenheit, mit Carlo ĂŒber die wohltuend trendfreie Musik der Dead Guitars zu sprechen...

 

inMusic: Kannst du mir bitte zu Anfang etwas ĂŒber eure bisherige Bandgeschichte erzĂ€hlen. Seit wann gibt es die Dead Guitars und wie habt ihr euch getroffen?

Carlo: Peter Brough und ich trafen uns, nachdem ich von einem Freund von Peter gehört hatte, dass er meinen Gesang sehr schĂ€tzte. Peter mochte The Convent, aber vor allem White Rose Transmission, wo ich ebenfalls fĂŒr den Gesang zustĂ€ndig war. Ich fĂŒr meinen Teil mochte 12 Drummers Drumming, wo Peter Gitarre spielte. Da lag es ziemlich nahe, mal etwas zusammen zu machen. Vier Wochen spĂ€ter hatten wir 12 neue Songstrukturen auf Tape und 4 Songs im Studio aufgenommen. Als spĂ€ter Ralf Aussem (Gitarre, Loops & Mellotron) dazukam, waren wir das perfekte Trio. Wir schrieben die Songs nur zu dritt und beschlossen, fĂŒr das Live-Touren unsere Rhythmusgruppe dazuzuholen.

inMusic: Kannst du mir etwas ĂŒber die Studioarbeiten zu eurer DebĂŒt-CD „Airplanes“ erzĂ€hlen? Welche Erinnerungen hast du daran?

Carlo: Letztendlich sind Ralf, Peter und ich der Kern der Band, aber auch Kurt Schmidt (bass) und Peter Körfer (drums) haben dazu beigetragen, dass dieses Werk seine unglaubliche Vielseitigkeit bekam. Die eigentliche Studioarbeit war sehr relaxed. Wir haben uns sehr viel Zeit gelassen und standen nicht unter dem Leistungsdruck der Company. Zum GlĂŒck haben wir ein Label, das voll und ganz hinter uns steht und unsere KreativitĂ€t in keiner Weise einschrĂ€nkt. Das ganze Umfeld ist ideal: Touragentur, Plattenlabel, Publisher und die Promotionfirma arbeiten Hand in Hand mit uns, so etwas habe ich bislang noch nicht erlebt. Die Erinnerung bleibt an eine wunderschöne Zeit voller Ideen und Inspiration.

inMusic: Die einzelnen Songs verfĂŒgen ĂŒber eine sehr emotionale AtmosphĂ€re, die ihr auch aufnahmetechnisch sehr gut eingefangen habt. Habt ihr fĂŒr manch‘ flirrende Sounds vielleicht auch alte VerstĂ€rker oder RöhrengerĂ€te zum Einsatz gebracht?

Carlo: Ralf und Peter arbeiten viel mit altem Equipment. Es ist ebenso zeitlos wie subtil, mit alten AufnahmegerÀten neue Musik zu gestalten. Das hat schon ein ganz eigenes Flair!

inMusic: Wie entsteht ein Dead Guitars-Song? Vielleicht kannst du mir die Herangehensweise an einem Beispiel erklÀren?

Carlo: Als Songtexter inspirieren mich alle Dinge, die mich bewegen. Ich habe soviel erlebt, dass es eigentlich fĂŒr 2 Leben reichen wĂŒrde. Ich fĂŒhle mich oft wie Vincent van Gogh, dessen Briefe ich gelesen habe. Mir geht es oft wie ihm. Ich sehe Dinge, male sie auf und schreibe etwas dazu. Eigentlich denke ich oft, wen interessiert das schon, was du aufschreibst? Aber vielleicht ist das, was ich schreibe, nicht fĂŒr das hier und jetzt, sondern fĂŒr spĂ€ter. Ich spĂŒre einen inneren Zwang, bestimmte Momente in Worte festzuhalten, nur so kann ich sie verarbeiten. Mit Vorliebe schreibe ich Texte, die jeder auf seine eigene Weise interpretieren kann. Meine Songs sind lebensbejahend, handeln aber auch von Themen wie Tod und Abschied nehmen. Ich sage mir selbst oft: „ Steh auf, sei stark und mach weiter! Trau dich einfach, mal abzuheben. Nur die toten Fische schwimmen mit den Strom...“

inMusic: Hast du bestimmte Songs auf der Platte, die du besonders magst?

Carlo: Wir haben unsere Lieblingssongs auf der CD aufgenommen. WĂ€hrend der 4 Jahre Arbeit an dem Album haben wir Songs fĂŒr mindestens eine Doppel-CD zusammengetragen. Doch dann haben wir angefangen, ganz kritisch auszusuchen. Die Songs, die auf „Airplanes“ zu hören sind, sind definitiv unsere Lieblingssongs.

inMusic: Ich könnte mir vorstellen, dass ihr live on stage noch hÀrter seid. Liege ich richtig?

Carlo: Absolut richtig! Live sind wir um ein vieles intensiver und damit fĂŒr einige auch hĂ€rter. Auf der BĂŒhne wollen wir die Kraft der Songs in ganzer StĂ€rke auf das Publikum ĂŒbertragen. Letztendlich hat man als Hörer doch nur live das einmalige Erlebnis, etwas Unvorbereitetes zu erleben. Die Konzerte von Dead Guitars sind authentisch, pur und ohne Overdubs, die direkte Energie!

inMusic: Welche Musik hörst du eigentlich privat?

Carlo: Ich besitze 2700 Vinylplatten und nochmal die gleiche Anzahl CD‘s. Es gibt keine richtigen Vorbilder, aber Bands die mich geformt und geprĂ€gt haben. Als Dead Guitars wollen wir nicht wie irgendwer klingen, sondern unsere Vergangenheit und jahrelange Erfahrung dazu gebrauchen, etwas Zeitloses zu schaffen. Eine Musik, die man vor 20 Jahren hĂ€tte hören können und die auch noch in 20 Jahren ertrĂ€glich ist. Das macht man halt ohne Effekte, pur und ehrlich. Wir werden momentan durch die Presse mit Bands wie Talk Talk, The Cure, Coldplay und Radiohead verglichen. Das sind Vergleiche, mit denen wir alle echt leben können, und darauf sind wir natĂŒrlich auch stolz. Aber wer genauer hinhört, findet noch vielmehr in unserer Musik, auch Unvergleichbares, hört einfach genau hin ...

inMusic: Welche AktivitÀten stehen mit den Dead Guitars demnÀchst an ?

Carlo: Wir werden noch oft live zu sehen sein, natĂŒrlich sind auch weitere Aufnahmen geplant. Doch dafĂŒr werden wir uns wie gewohnt ausgiebig Zeit lassen und uns von keinem Trend beeinflussen lassen. Die Gitarren sind tot? Es leben die Gitarren!!!

Rainer Guérich

CD: Airplanes (Echozone/SPV)
www.deadguitars.com

 

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