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EAT NO FISH Gedankliche Reflektionen eine musikalischen Neuanfangs
EAT NO FISH sind auf ihrem dritten Album „Make It
Home“ nach einer 5jährigen Wegstrecke endlich musikalisch zu Hause angekommen. inMusic unterhielt sich mit Sängerin MARIA über die großartige neue
Scheibe und den hörbaren, künstlerischen Selbstfindungsprozess der letzten Jahre...
inMusic: Die Songs auf eurer neuen Scheibe klingen trotz eingängiger Melodik sehr rockig...
Maria: Unser zweites Album „Insane“ (2001) war sogar noch ein bisschen härter, aber
bei weitem nicht so abwechslungsreich und dynamisch wie „Make It Home“. Trotz aller Härte haben die Songs auf „Insane“ aber nicht so gedrückt, wie dies bei unserem neuen Material der Fall ist.
inMusic: 2001 war in eurer Bandgeschichte ja auch ein sehr einschneidendes Jahr!
Maria: Das stimmt. 2001 ist ziemlich viel passiert. Wir wollten damals im Herbst auf
Tour gehen, und dann ist unser Gitarrist Lars kurz davor ausgestiegen. Wir haben dann mit einem Freund zusammen ersatzweise die Tour gespielt und uns
anschließend für einen rigorosen Neustart entschieden. Jan wurde unser neuer Gitarrist und zog dafür von seiner alten Heimatstadt Saarbrücken nach Hamburg. Wir
trennten uns von unserem alten Label Virgin und unserem Management, weil uns klar war, dass es so nicht weitergehen konnte. Bei „Artist Station Records“ haben wir jetzt
unser neues Zuhause gefunden. Bei dem neu gegründeten Label von Frank Bornemann trifft man als Künstler alle Entscheidungen in Eigenverantwortung, was ein
enormer Vorteil ist. Promotion, Vertrieb usw. arbeiten bei Artist Station Records zunächst auf reiner Recoupment-Basis, d.h. sie werden an den Verkaufserlösen
unserer Platte beteiligt, aber erst dann, wenn sich das Album entsprechend verkauft. Zunächst sind aber alle nur deshalb mit an Bord, weil sie Lust darauf haben und an uns als Band glauben...
inMusic: Wie lange habt ihr an dem neuen Album denn gearbeitet?
Maria: Mit unserem neuen Gitarristen Jan haben wir schon Ende 2001 damit
begonnen, neue Songs zu schreiben. Wir haben dann lange Zeit in Hamburg gelebt und die verschiedensten Musikrichtungen durchtaucht, bis wir schließlich doch wieder
beim Rock’n’Roll gelandet sind. Die 11 Songs auf „Make It Home“ sind in verschiedenen Etappen aufgenommen worden. Wir haben uns für jede Etappe etwa
4-5 Tage getroffen und dann weitergemacht. Diese Vorgehensweise hatte für uns als Band natürlich entscheidende Vorteile. Wir konnten sehr entspannt zusammen
arbeiten und hatten auch immer wieder den nötigen zeitlichen Abstand, um beurteilen zu können, ob ein Song nun wirklich cool ist oder nicht. Wenn du alles in einem Rutsch
einspielst, besteht schon die Gefahr, dass du dich in eine falsche Richtung verrennst.
inMusic: Die Songs sind also quasi über die Jahre gereift, wie eine gute Flasche Wein?
Maria: Definitiv!
inMusic: Gab’s denn auch Stücke, die sich im Laufe der Jahre verändert
haben, bei denen ihr vielleicht sogar verschiedene Versionen eingespielt habt?
Maria: Oh ja, da gibt’s einige. Beispielsweise das ganz ruhige, atmosphärische und
lange „One More Second“ hat sich am Anfang musikalisch ganz anders angefühlt. In verschiedenen Aufnahmesessions hat sich die Nummer erst ganz allmählich in diese
Richtung entwickelt, wobei es diverse Interpretationen dieses Stücks gibt.
inMusic: Gab es denn auch Songs, die dem Auswahl-Raster für die neue Platte nicht standgehalten haben?
Maria: Ja klar, das ist bei uns genauso wie bei jeder anderen Band. Da gibt es
natürlich immer wieder mal Stücke, die es nicht schaffen oder vielleicht nicht zu der Homogenität einer CD passen. Bei uns waren das so um die 4-5 Kompositionen.
Wichtig war uns vor allem aber, die Zeit nach dem Ausstieg von Lars und unserem Neuanfang gedanklich zu reflektieren, weshalb die Scheibe auch sinnigerweise
„Make It Home“ („es nach Hause schaffen“) heißt. Die Titel auf der CD beschreiben unseren musikalischen Weg von 2001 bis heute: 5 Jahre Geschichte einer Band,
textlich wie musikalisch. Deshalb liegt mir wahrscheinlich auch das Titelstück „Make It Home“, das übrigens erst ganz am Schluss der Sessions entstanden ist, so am
Herzen. Da geht es darum, den Weg zu seinem Inneren zu finden, trotz aller Hektik und möglicher, verschiedener Richtungen, gewissermaßen als Reflektion der erlebten
Zeit. Es gibt in deinem Leben so viele verschiedene Ereignisse, die dich vielleicht verwirren. Letzten Endes kannst du aber nur auf dein Herz hören, um herauszufinden,
was für dich als Mensch oder Band wirklich gut ist...
Rainer Guérich CD: Make It Home (Artist Station Records/Soulfood)
www.eatnofish.de www.myspace.com/eatnofish
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