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E-CRAFT
Status

Mit der Doppel-CD „Status“ legen die EBM-Heroen von E-CRAFT eine eindrucksvolle Bestandsaufnahme ihres bisherigen Schaffens vor. inMusic sprach mit Guido Henning ...

 

inMusic: Gab es für den Release einen besonderen Anlass, vielleicht euer 10 jähriges Bandbestehen?

Henning: Da sich E-Craft in den vergangenen Jahren recht vielseitig entwickelt hat (speziell die letzten vier Jahre), war es für uns abzusehen, einen Release zu machen, der dem gerecht wird. So war es für uns nur eine logische Schlussfolgerung, die letzte Dekade unseres Bestehens auf der „STATUS“ Revue passieren zu lassen. Vom Old-School EBM unserer Anfangsjahre bis zum typischen Techno-, aber auch Noise-Track von heute, ist alles dabei.

inMusic: Seid ihr noch eine Oldschool EBM-Band?

Henning: Ich finde nicht, dass wir eine Old-School-Band sind. Im Sinne von altem Ende-80-er/Anfang-90-er Electro. Nach unserem letzten Album Dos-Unit von 2002 folgte das Remix-Album „UNIT 371“, auf dem wir schon bewiesen haben, uns nicht nur auf dieses EBM-Electro-Geballer zu konzentrieren. Vielmehr brachten wir auf jener CD auch unsere Vorliebe zur Noise-Music zum Ausdruck, der wir sehr angetan sind. Aber selbstverständlich haben wir uns dem harten Electro verschrieben und werden das in Zukunft beibehalten. Der typische E-Craft-Sound, also unsere „Jagdsequenzen“ mit den stumpf-trockenen Drums, werden dabei auch nicht verloren gehen. Und - das ist richtig: Diese Art von Musik ist sehr energiegeladen, die Texte wirken aggressiver, gerade in deutscher Form. Ich kann zu 145 bpm brutaler Beats nun mal keine heile Welt suggerieren.

inMusic: Was kannst du mir über die Auswahl des Tracklistings erzählen?

Henning: Es war wichtig für uns, einen Abriss der vergangenen Jahre zu erzeugen. Die Weiterentwicklungen können krasser nicht entgegengesetzt werden. Wir hatten immer das Glück (oder die Lernfähigkeit) uns mit jeder VÖ zu steigern. Irgendwann kamen wir an den Punkt, wo wir selbst nicht glauben konnten, dass wir mal diesen oder jenen Titel wirklich released haben. Einige der alten Sachen würden wir heute auch nicht mehr so veröffentlichen wollen. Wir waren eben sehr jung bei den ersten Veröffentlichungen, auch naiver. So ist man halt gewesen, mit 18 jungen Jahren. Da hat man sich noch zu ernst genommen.

inMusic: Vielleicht kannst du mir mal etwas über eure Live-Qualitäten erzählen, zumal auf der CD einige Live-Tracks (u.a. aus den USA) vertreten sind?

Henning: Natürlich ist E-Craft on stage immer ein energiegeladenes Feuerwerk. Gerade live können wir unsere Explosivität direkt dem Publikum rüberbringen. Ich glaube, nach knapp 300 Shows weiß man, wie das geht. Und Amiland ist auch ganz nett. Wir machten dort ja bereits zwei dicke Touren, die zwar sehr erfolgreich waren, aber auch sehr anstrengend. Dennoch wirst du reichlich entlohnt durch das positive Feedback der Leute. Die Menschen dort sind nicht so depressiv drauf, feiern auf den Events richtig ab. Ich habe so den objektiven Eindruck gewonnen, dass dort mehr geht als hier. Gerade als DJ hatte ich clubseitig sehr viel Spass gehabt. Dennoch ist die DJ-Setlist sehr europäisch. Für September 2005 ist bereits die nächste US-Tour anberaumt, um das kommende Album in den Staaten zu powern, welches über Metropolis-Records released wird. Exklusiv dazu wird es dann auch eine Tour-E.P. geben. Leider nicht für den deutschen Markt.

inMusic: Welche Mucke hörst du privat?

Henning: Das ist völlig unterschiedlich. Von Billy Idol bis Delirium. Hauptsache es ist keine „Pampe fĂĽr die Disse“. Beim Autofahren sollte es aber schon ordentlich ballern. Da bevorzuge ich eher Metal. Selbst die Songs fĂĽr ein Kinder-Musical unseres städtischen Theaters finden wir ganz „töfte“.  Hahaha...

inMusic: Wie wĂĽrdet ihr das derzeitige Standing von EBM in Deutschland beurteilen?

Henning: Absolut im Aufschwung! Gerade die wieder auferstandenen Old-School-Parties sind ja voll im Trend. Ich denke da hauptsächlich an den Raum Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Da geht echt die Post ab! Dennoch erfreut sich die Fangemeinde des EBM leider nur einer relativ kleinen Anhängerschar. Es ist halt eine reine Sub-Kultur und wird es immer bleiben.

inMusic: Anfang nächsten Jahres soll euer neues Studioalbum kommen. Könnt ihr mir darüber schon etwas erzählen?

Henning: Hauptsächlich haben wir unsere Arbeitsweise geändert. Auf dem „STATUS“-Track „Global Killer“ ist bereits ein echtes Schlagzeug eingespielt worden. Wir wollten mal etwas Homogenes dabei haben, jenseits der Sequenzer und Midi-Maschinen. Im Gegensatz dazu ist „Gerichtet“ wieder eine harte Clubnummer. Wir denken, das ist ein guter Fingerzeig auf das kommende Werk. NatĂĽrlich haben wir noch eine Menge zu tun. Wir wollen diesmal eher untypische Sachen fĂĽr uns ausprobieren. Zum Beispiel wird auf einem der neuen Album-Tracks ein echter Steinway-FlĂĽgel zu hören sein. Auch werden wir vielleicht unsere alten Gitarren auspacken, die wir das letzte Mal 1997  auf dem „Forge The Steel“-Album benutzt haben.

Rainer Guérich
CD: Status (Electric Blue Rec./Soulfood)

www.e-craft.de

 

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