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GRAZIA & JAY
Ein Traumduo interpretiert Welthits auf Italienisch

Eine absolut geniale Idee: GRAZIA & JAY, das neue Traumpaar italienischsprachiger Popmusik, interpretiert auf seiner CD „Adesso“ weltbekannte Hits der 80er und 90er Jahre auf Italienisch und im orchestralen Klangoutfit. Alles Wichtige ĂŒber das neue Album erfuhr inMusic im Interview...

 

inMusic: Könnt ihr mir bitte zu Anfang etwas darĂŒber erzĂ€hlen, wie ihr beide euch im Jahre 2004 getroffen habt?

Jay: 2004 brauchte ich fĂŒr einen Gig meiner Band eine SĂ€ngerin und Grazia wurde mir von einem gemeinsamen Freund wĂ€rmstens empfohlen. FlĂŒchtig kannten wir uns bereits, aber ich hatte keine Ahnung, welch riesiges Talent in ihr steckt. Ab da war sie dann als Mensch und mit ihrer tollen Stimme fĂŒr uns unverzichtbar.

Grazia: Bis 2010 bestand unser Band-Repertoire ausschließlich aus internationalen Songs der Pop- und Soulecke von den 70ern bis heute. Ab 2010 machten wir die ersten Auftritte als Grazia & Jay.

inMusic: Wann kam euch die konzeptionelle Idee zu eurem neuen Album „Adesso“ (dt. „Jetzt“), auf dem ihr eure Lieblingssongs der 80er und 90er Jahre in italienischer Sprache und in sinnlich orchestralem Rahmen interpretiert habt?

Jay: FĂŒr unsere Auftritte haben wir ja eine Irrsinns-Auswahl an Playbacks, zu denen wir dann live singen. Grazia hat sich irgendwann einmal den Spaß erlaubt, beim Soundcheck zu diversen Songs nicht die Originaltexte in Englisch etc. zu singen, sondern spontan kreierte italienische Worte darĂŒber zu packen, was ihr als Italienerin natĂŒrlich nicht schwer fĂ€llt. Meine spontane Reaktion (nachdem ich herzlich ablachen musste) war: Das ist ja mal richtig geil! Ohne Grazias als Gag gedachte Aktion wĂ€ren wir wohl nicht auf diese Idee gekommen.

Grazia: Wir waren zu diesem Zeitpunkt ja schon ein Paar und verbrachten daher außerhalb der Konzerte natĂŒrlich viel Zeit miteinander. Jay ließ diese Idee keine Ruhe mehr und wir fingen an, ein Konzept zu erstellen. Hierbei entstand auch die Idee, die von uns ausgesuchten Songs in ein orchestral-modernes Gewand zu stecken. Dadurch wĂŒrden sich die Songs nicht nur sprachlich, sondern zum Großteil auch soundtechnisch von den Originalversionen unterscheiden. Italienisch plus Orchester passt halt immer toll zusammen.

inMusic: Ist euch die Songauswahl schwer gefallen oder habt ihr euch relativ schnell auf die 10 Coverversionen, die auf der CD zu hören sind, einigen können?

Jay: In der Tat war das gar nicht so einfach, da es ja aus den Dekaden, die wir auswahltechnisch beachteten, unzĂ€hlige „Welttitel“ gibt, die wir hĂ€tten aussuchen können. Entscheidend war aber letztendlich, ob die italienische Sprache so zum Original passt, dass der Charme des Songs und der damit verbundene Textfluss erhalten bleibt.

Grazia: Na ja, jeder hatte natĂŒrlich so seine eigenen Lieblingssongs und es dauerte schon viele Wochen, bis wir die gemeinsame Schnittmenge gefunden hatten. Anfangs waren es etwa 50, dann 30, dann 20 und irgendwann die nun produzierten 10 Titel.

inMusic: Was könnt ihr mir denn ĂŒber die Entstehung des Albums erzĂ€hlen? Ich denke, dass die Vorarbeit doch recht aufwĂ€ndig war: angefangen vom Okay-Einholen der jeweiligen KĂŒnstler ĂŒber Umschreiben der Texte und dem musikalischen Ausarbeiten der Arrangements. Gab es da Schwierigkeiten bzw. Songs, die nicht auf die CD konnten und nach welcher Vorlaufzeit seit ihr dann ins Studio?

Jay: Das war wirklich viel komplizierter als man denkt. Eine Freigabe vom Verlag bekommt man grundsĂ€tzlich nur, wenn die fertige Produktion vorliegt. Wir sind also voll ins Risiko gegangen, denn unsere Orchester-Idee hat den ganzen Spaß sehr teuer werden lassen. FĂŒr uns war aber klar: Ganz oder gar nicht bzw. No risk no fun! Das hĂ€tte aber auch schief gehen können, da wir von der Genehmigung der Verlage abhĂ€ngig waren.

Grazia: Ja, diese Genehmigungen waren das Wichtigste. Einige Verlage sind bis heute noch zu keiner Entscheidung gekommen... Das hat die Auswahl natĂŒrlich auch beeinflusst, weil wir irgendwann sagen mussten: Dann halt nicht... Es gab aber auch eine konkrete Absage, die wir dann erst gar nicht so richtig nachvollziehen konnten: Bei „Nessun Dorma“ gingen wir davon aus, dass es ein s.g. „Traditional“ ist (so die Bezeichnung fĂŒr Titel, deren Urheber vor mehr als 75 Jahren gestorben sind) und dass wir daher keine Bearbeitungsgenehmigung brauchen. Schade, denn fĂŒr die Produktion dieses Songs haben wir uns besonders ins Zeug gelegt.

Jay: Wir wussten halt nicht, dass der Textdichter in den 50ern verstorben ist. FĂŒr Puccinis Todesdatum wĂ€re es ja kein Problem gewesen. Wieder was dazu gelernt (lacht).

inMusic: Welche Erinnerungen habt ihr an die eigentlichen Studioarbeiten, bei denen ihr auch von einer Vielzahl von Musikern unterstĂŒtzt wurdet?

Grazia: Insgesamt war es natĂŒrlich ein tolles Erlebnis, unser „Baby“ auf den Weg zu bringen. Ohne das große Know How unseres Produzenten Andreas Linse wĂ€re es aber nicht gegangen. Entgegen vielen anderen Produktionen konnten wir die Aufnahmen nicht an einem StĂŒck durchziehen, sondern nur an den freien Tagen zwischen unseren Auftritten ins Studio gehen. So gab es also immer wieder intensive GesprĂ€che mit Andreas zur Vorbereitung der Arrangements der nĂ€chsten Songs. Aber da konnten wir uns immer darauf verlassen, dass alles passt, wenn wir wieder in sein Studio kommen.

Jay: Dieser stĂ€ndige Wechsel zwischen BĂŒhne und Studio hat unsere Stimmen schon arg strapaziert. Besonders im Studio mussten wir ja immer 100%ig fit sein, da die Aufnahmen ja dann „fĂŒr ewig“ so sind wie sie sind. Irgendwann hat sich das alles eingespielt. Von den Aufnahmen mit den Musikern haben wir leider nichts mitbekommen, da wir da ja selbst immer auf der BĂŒhne standen. Dadurch konnte Andreas aber in Ruhe mit ihnen arbeiten und sich dann voll auf unsere Gesangsaufnahmen konzentrieren, wenn wir an der Reihe waren. Mit Mehrspurtechnik geht das heutzutage ja alles stressfrei.

inMusic: Wird eure CD auch in Italien veröffentlicht?

Jay: Das hoffen wir natĂŒrlich. Mit GrĂŒndung unseres eigenen Labels „PiĂč Forte“ haben wir uns ja zur Selbstvermarktung des Albums entschieden, also eine „Independent“ Struktur geschaffen. Unser Vertriebspartner „Collectors Mine“ kĂŒmmert sich aktuell um die HĂ€ndler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es gibt aber auch schon Anfragen u.a. aus Kanada, Australien und Argentinien. Gut Ding will ja Weile haben und wir sind sicher, dass unser Album in absehbarer Zeit auch in den italienischen LĂ€den stehen wird.

Rainer Guérich
CD: Adesso (PiĂč Forte/Collectors Mine)

www.grazia-jay.de
 

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