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KEVIN PABST
Ich möchte die Menschen mit meiner Musik berĂŒhren

Mit seinen gerade mal 17 Jahren zĂ€hlt KEVIN PABST bereits zu den grĂ¶ĂŸten Talenten unter den deutschen Trompetensolisten. AnlĂ€sslich seines DebĂŒtalbums „Kevins Melody“ unterhielt sich inMusic mit dem jungen KĂŒnstler...

 

Kevin, wie bist du denn zum Trompetenspiel gekommen?

Ausgelöst wurde mein Interesse an diesem Instrument sicher dadurch, dass es in unserer Familie viele Verwandte gibt, die Trompete spielen und ich als kleiner Bub bei den Familienfeiern immer leuchtende Augen bekam, als meine Onkels und Cousins dem Instrument tolle Töne entlockt haben. An meinem sechsten Geburtstag bekam ich dann meine erste Plastiktrompete, mit der ich meine Eltern und meine Schwester wohl ziemlich genervt habe. Die "Tröte" wurde dann irgendwann kurzerhand gegen eine Blockflöte getauscht, mit der ich mich aber selbst nach 1,5 Jahren Unterricht nicht so recht anfreunden konnte. Mein Vater, der selbst Schlagzeug spielt, respektierte meinen Wunsch und meine Entscheidung. So begann ich mit knapp neun Jahren meine Ausbildung an meinem Lieblingsinstrument. Meine ersten TV-Erfahrungen sammelte ich bereits mit 13 Jahren, und mit 14 ging es dann ab auf die BĂŒhne. Infos hierzu gibt’s auf meiner Homepage www.kevin-pabst.de. Besonders freute ich mich, als ich 2006 zum Musikmentor durch den Bund Deutscher BlasmusikverbĂ€nde ernannt wurde.

Was kannst du mir ĂŒber die Zusammenarbeit mit Produzent Walter Geiger erzĂ€hlen, der fĂŒr die Produktion maßgeblich verantwortlich war und dir u.a. mit „Kevins Melody“ und „Gipsy King“ auch einige Kompositionen auf den Leib geschrieben hat?

Als mein Vater mir erzĂ€hlte, dass Walter Geiger mit ihm ĂŒber mich gesprochen hat und er interessiert wĂ€re, mit mir zu arbeiten, sagte mit das zunĂ€chst gar nichts. Die AufklĂ€rung, mit wem ich es aber hier zu tun bekommen sollte, ließ nicht lange auf sich warten. Ein Griff in den Plattenschrank und mein Vater spielte mir ein paar Titel vor, die aus Walter Geigers Feder stammen: "La Pastorella", "Sag Dankeschön mit roten Rosen", "Die kleine Bergkirche (Ave Maria)" und, und, und... Als ich dann noch erfuhr, mit welchen großen KĂŒnstlern Walter Geiger gearbeitet hat, fĂŒhlte ich mich plötzlich einen Kopf grĂ¶ĂŸer, obwohl ich eh’ schon 1,90 Meter bin. Walter hatte mich ja live erlebt, als ich mit Gaby Albrecht im Dezember 2007 als Gast bei ihrer großen Weihnachtstournee dabei war und er sich hierbei wohl von meinen FĂ€higkeiten ĂŒberzeugt hat. NatĂŒrlich gab es mit ihm intensive GesprĂ€che bevor wir ins Studio gingen. Den ersten "Ritterschlag" von ihm erhielt ich, als es hieß, dass neben neuen Kompositionen, die er fĂŒr mich maßschneidern wollte, auch "La Pastorella" aufgenommen werden soll. Nicht nur, dass dieser Titel mit 25 Millionen Einheiten der meistverkaufte deutsche Einzeltitel ist, er erfordert Mut, besonders fĂŒr einen jungen Instrumentalisten. Ich war ja erst 16 Jahre, als wir ihn aufnahmen, und Walter war sichtlich gerĂŒhrt, als wir das fertige Ergebnis hatten. So reihe ich mich plötzlich in die Liste großer Namen ein, die den Titel vor mir gesungen oder gespielt haben: Vico Torriani, Ivan Rebroff, Nini Rosso, Walter Scholz und unzĂ€hlige mehr. Und ich, Kevin Pabst, bin nun derjenige, der die neueste Version veröffentlicht, wow! - Zur Arbeit mit Walter Geiger kann ich nur sagen, dass mir nichts Besseres passieren konnte. Eine absolut perfekte Mixtur aus Knowhow und Menschlichkeit. Er fĂŒhrte mich mit sicherer Hand durch die Aufnahmen, behielt die Ruhe, wenn etwas auf Anhieb noch nicht so klappte und verstand es, meine Motivation hoch zu halten, ohne den "großen Zampano" zu mimen. Ich denke, dass das Ergebnis auf meinem Album musikalisch das widerspiegelt, was ich an Vertrauen und Zutrauen hatte. Die bisher sicher effektivste Lektion, die ich als Musiker erhielt. Wir sind inzwischen Freunde geworden.

Welche Erinnerungen hast du an die eigentliche Studioarbeit?

NatĂŒrlich hatte ich weiche Knie, als ich das erste Mal in die MĂŒnchner Downtown Studios kam. Eine der renommiertesten deutschen ProduktionsstĂ€tten und ein Blick auf die Wand mit Erinnerungsfotos an die KĂŒnstler, die hier aufnahmen, signalisierte unmittelbar, dass ich auch von der technischen Seite her bestens aufgehoben bin. So stand ich also vor dem Mikrofon in dem Aufnahmeraum, in dem KĂŒnstler wie Udo Lindenberg, Hildegard Knef, Senta Berger, Mario Adorf, Claudia Koreck, die Bananafishbones und unzĂ€hlige mehr ihr Bestes gaben. Neben dem ganzen produktionstechnischen Miteinander gab es aber auch einen sehr spaßigen sportlichen Zweikampf: Ich bin ja bekennender FC Freiburg-Fan im Gegensatz zum Toningenieur und Studio-Mitbesitzer Jochen Scheffter, der ĂŒberzeugter AnhĂ€nger der MĂŒnchner Löwen ist. An einem unserer Aufnahme-Wochenende spielte der FC gegen die Sechziger und gewann... Welch ein GlĂŒck fĂŒr uns alle, dass Jochen das Ergebnis erst nach der Session erfuhr!

Beim Anhören der Scheibe ist mir ihre stilistische Vielseitigkeit aufgefallen, die weit ĂŒber den Tellerrand volkstĂŒmlicher Instrumentalmusik hinausblickt. Da gibt es auch jede Menge moderner Grooves zu hören. Hast du mit deinem jungen Alter von 17 Jahren vielleicht speziell darauf geachtet, dass auch die zeitgemĂ€ĂŸen musikalischen EinflĂŒsse nicht zu kurz kommen?

Das ist natĂŒrlich das Ergebnis meiner VorgesprĂ€che mit Walter Geiger, der selbst nach jahrzehntelanger erfolgreicher Arbeit als Komponist und Produzent nicht mĂŒde wird, neue Wege zu gehen. Dazu gehört sicher auch das sich Auseinandersetzen mit aktuellen Trends und Sounds. Daher war es klar, dass wir neben Neuaufnahmen von besagten bekannten und erfolgreichen Titeln uns auch neuem Material widmen wollten. Die Trompete hat ja nicht nur im Jazz und der Blasmusik ihren festen Platz, sondern ist auch in der Popmusik, besonders in den Bereichen Lounge und Chill Out eine etablierte Klangfarbe als Soloinstrument. Daher liegt es auf der Hand, dass ich auf meinem DebĂŒtalbum, passend zu meinem Alter und meinem jugendlichen Aussehen etwas machen wollte, was auch ein jĂŒngeres Publikum jenseits des volkstĂŒmlichen Bereiches anspricht. Offenbar haben wir dieses Ziel erreicht. Ich bin erstaunt, wie viele Zuschriften ich auch von jungen Leuten bekomme, die sich an meiner CD erfreuen. Sieht aber auch so aus, dass ich in Deutschland momentan der Einzige in diesem Alter bin, der sich aufmacht, mit der Trompete die Fans zu erobern. Ich finde die musikalische Mischung auf dem Album jedenfalls sehr gelungen.

Zur Auflockerung der CD tragen auch die vokalen Chor/Gesangseinlagen bei, die auf einigen Nummern anzutreffen sind. Vielleicht kannst du mir etwas ĂŒber die beteiligten SĂ€nger/innen erzĂ€hlen?

Nun, was kann es Schöneres geben, als dass an einem harten Studiotag ein paar hĂŒbsche Damen zur Aufnahme kommen... Spaß beiseite, auch diese Entscheidung gehört zu unserem Konzept der Vielseitigkeit. Zum einen lockern Gesangspassagen den Gesamtsound ĂŒber die Strecke von 14 Titeln etwas auf. Zum anderen bieten sich Titel wie "Gipsy King" oder "Dance, Dance, Dance" geradezu an, im Refrain durch Gesang verstĂ€rkt zu werden.

Hast du auf der CD bestimmte LieblingsstĂŒcke?

Jeder Titel ist auf seine Art toll . Da ich aber viele davon natĂŒrlich auch bei meinen Konzerten spiele, spĂŒre ich, was aus dem Repertoire besonders gut beim Publikum ankommt: "La Pastorella" ist klar, das kennt ja nun wirklich jeder. "Melodie der Meere" ist ein Titel mit, meiner Meinung nach, großem Beliebtheitspotential. Er landete als Neuvorstellung auf Anhieb auf einer sehr guten Position der Hitparade eines großen Radiosenders. Bei "Die letzte Rose" habe ich Gelegenheit, meine große Liebe zum FlĂŒgelhorn zu demonstrieren und bei "Doswidanja", dem letzten Titel des Albums und gleichzeitig auch bei meinen Konzerten, passiert es schon mal, dass einige Zuhörer feuchte Augen bekommen. Und das ist eigentlich der Kernpunkt fĂŒr mich. Ich möchte die Menschen mit meiner Musik berĂŒhren, Emotionen auslösen. Das freut mich viel mehr, als wenn es heißt: "Deine Musik gefĂ€llt mir". FĂŒr mich ist Musik nĂ€mlich die seelischste aller Kunstformen.

Was steht bei dir in nÀchster Zukunft an?

Ziemlich viel, Konzerte, PR-Aktionen zu meinem Album, Senderreisen zu diversen Radiostationen, TV-Aufzeichnungen. Nebenbei darf ich nicht vergessen, krĂ€ftig fĂŒrs Abi zu bĂŒffeln, da ich ja in die 12. Klasse gehe. Wir sind aber auch schon mittendrin in der Produktion des nĂ€chsten Albums, das im Herbst 2009 erscheinen soll...

Rainer Guérich
CD: Kevins Melody (DownTown Records/neo/Sony BMG)

 

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