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KOPFHÖRER Zwischen den Stühlen
KOPFHÖRER veröffentlichen ihr neues Album „Zwischen den
Stühlen“. InMusic unterhielt sich mit ANDRÉ...
inMusic: Wie kam‘s zum originellen Intro eures Albums mit Badesalz? Kennt ihr die Jungs?
ANDRÉ: Da wir alle schon seit frühester Jugend große Badesalz-Fans sind, hat Pete
sich schließlich ein Herz gefasst und einfach mal direkt bei ihnen nachgefragt, ob sie vielleicht Lust auf eine kleine Zusammenarbeit haben. Zu unserer großen Freude
haben die Beiden auch ohne jedes Zögern eingewilligt, und innerhalb von wenigen Tagen hatten wir schon unser absolutes Traum-Intro im Rechner.
inMusic: Was könnt ihr mir über die Studioarbeit erzählen? Wie lange habt ihr an den Tracks gearbeitet, gab es irgendwelche Probleme?
ANDRÉ: Die Instrumentals von Kopfhörer komponiere und produziere ich seit jeher
zunächst in meinem Studio in Mainz, weshalb wir eigentlich grundsätzlich keinem festen zeitlichen Rahmen bzgl. der Studiozeit unterworfen sind. 2004 haben wir den
ersten Song des Albums geschrieben, und erschienen ist es ja 2006, daraus lässt sich also messerscharf schließen, dass wir insgesamt immerhin 2 Jahre an „Zwischen den Stühlen“ gearbeitet haben.
inMusic: Warum habt ihr die CD „Zwischen den Stühlen“ betitelt? Vielleicht könnt ihr mir das mit euren Worten bitte erklären.
ANDRÉ: Naja, der Titel verweist in erster Linie darauf, dass wir uns im momentanen
Rap/HipHop-Kosmos insbesondere inhaltlich eher als Exoten bzw. als ein Randphänomen wahrnehmen. Eingefleischte HipHop- und Rap-Fans können mit
unseren Texten und der Musik oft weniger anfangen als Menschen ohne spezifischen HipHop/Rap-Szene-Background. Oder andersrum ausgedrückt ist es eben so, dass
wir sehr häufig von eben diesen weniger Rap-affinen Menschen zu hören bekommen, dass Sie unsere Musik richtig feiern können, obwohl sie ansonsten mit Rapmusik
eher wenig am Hut haben. Nichts desto trotz machen wir andererseits ja natürlich schon irgendwie Rap-Musik, und dieses musikalische Korsett schreckt
möglicherweise wiederum auch den Einen oder Anderen ab, dem die Musik oder die Texte vielleicht sogar gefallen könnten, der aber auf diese Rap-Schublade
grundsätzlich und kategorisch keinen Bock hat. Daher sitzen wir eben ein wenig zwischen den Stühlen, aber an und für sich sitzt es sich auch ganz bequem da, zumal
wir ja letztlich sowieso keine Wahl haben und eben einfach die Musik machen, die aus unserem Inneren kommt... Oh, letzteres war jetzt natürlich arg pathetisch...
inMusic: Musikalisch arbeitet ihr hörbar mit echtem Instrumentarium
(Akustikgitarren, fette Synthies) im Gegensatz zu anderen Acts, die mehr auf Scratches und Tonkonserve setzen. Was sind die Gründe hierfür?
ANDRÉ: Das mit den Akustikgitarren liegt natürlich daran, dass ich schon seit meiner
Jugend Gitarre spiele und viele Songs eben einfach zunächst mal an der Gitarre entstehen, zumindest im Grundriss. Möglicherweise liegt es auch daran, dass ich
einen ziemlich breit gefächerten Musikgeschmack habe und es mir von Country, Songwriter-, Indie- und Alternativegeschichten über elektronische Musik bis hin zu
Rapmusik einfach bestimmte Interpreten und Songs aus den unterschiedlichsten Genres angetan haben. Und dieses Spektrum beeinhaltet zwangsläufig natürlich auch
einen großen Anteil „echter“ bzw. handgemachter Musik, wobei ich diese Einteilung an sich gar nicht so sinnvoll finde. Ich denke aber, dass ich schon weiß, was du
meinst: Auf „Zwischen den Stühlen“ habe ich keine Samples aus anderen Songs benutzt, wie es im klassischen Rap-Bereich ansonsten ja durchaus üblich ist. Dies lag
zum einen schlichtweg daran, dass ich keine Lust hatte, irgendwelche Samples zu „clearen“. Ich muss allerdings auch mal dem häufig anzutreffenden Vorurteil
entgegentreten, dass Sampling grundsätzlich eine vergleichsweise unkreative Sache sei. Es gibt eine Menge Musikschaffender da draußen, die die benutzten Samples
äußerst kreativ durch den Wolf drehen, zerhacken oder sonstwie modifizieren und das Sample so in einen völlig neuen musikalischen Kontext setzen.
Rainer Guérich CD: Zwischen den Stühlen (Al Dente/Alive) www.kopf-hoerer.de
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