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LEVEL 42
Bass zu spielen ist eine unglaubliche Sache...

Es gibt sie also doch noch, die Beständigkeit im Musikgeschäft. MARK KING ist der lebende Beweis dafür. 11 Jahre nach dem Split von LEVEL 42 hat er die Band wieder reaktiviert, um uns mit „Retroglide“ auf einen wundervoll entspannten Fusion-Trip mitzunehmen. Tolle Vocallines, beherzter Bassdaumen und ein vortreffliches Gespür für pulsierende Klangbilder natürlich inbegriffen. Aber dafür steht der Level 42 Mastermind ja schon seit Anfang der 80iger Jahre...

 

inMusic: Wie hat sich dieser typische Level 42-Sound damals eigentlich entwickelt?

Mark King: Das war eigentlich ein ganz natĂĽrlicher Prozess. Schon als ich meine musikalische Karriere startete - ich fing ĂĽbrigens als Schlagzeuger an - war ich permanent auf der Suche nach dem perfekten Groove. (lacht) Der Rhythmus scheint mir im Blut zu liegen. Als ich mein erstes Schlagzeug bekam, trommelte ich wie besessen. Ich konnte mich nach Herzenslust abreagieren, stellte aber nach geraumer Zeit fest, dass mir ein Schlagzeug nur beschränkte musikalische Ausdrucksformen erlaubte. Zumindest fĂĽr meine Verhältnisse, denn ich war auf diesem Instrument nicht wirklich gut. Und als dann 1980 das Projekt Level 42 konkrete Formen annahm, fand ich fĂĽr die Band einen verdammt talentierten Drummer, dem ich allerdings nicht im Ansatz das Wasser reichen konnte. Gute Bassisten waren leider nicht so leicht zu finden, und so ĂĽbernahm ich diesen Part. Es war Liebe auf den ersten Blick: Bass zu spielen, ist eine unglaubliche Sache. Dieses Instrument eröffnet dir funky Horizonte, und davon mache ich immer noch reichlich Gebrauch. Sämtliche musikalische Ideen, die dir im Kopf herum schwirren, bekommen eine rhythmische Basis und entwickeln so ihr ungemein dynamisches  Eigenleben. Deshalb sind unsere Nummern mit all ihrem Groove ja auch so ungemein tanzbar und voller Energie. Ich stehe auch privat auf Musik, die voller Drive ist, insbesondere natĂĽrlich auch „schwarze“ Musik: Soul, Funk. Jazz, R’n’B -  that’s it!

inMusic: Dann verstehe ich aber nicht, warum du Level 42 im Jahre 1995 aufgelöst hast. Sind dir damals die Ideen ausgegangen oder was waren die Gründe?

Mark King: Keineswegs, ich musste mir damals wegen familiärer Angelegenheiten einfach eine Auszeit nehmen. Es gibt einfach Dinge im Leben, die manchmal wichtiger sind, da musst du Prioritäten setzen. Ich bin damals Vater geworden und wollte mir ganz bewusst Zeit fĂĽr die Kinder nehmen.  Wenn du im Tourbus unterwegs bist, ist dies schlecht möglich. Die Familie kommt bei mir an erster Stelle. Und da ich finanziell auf solider Basis stehe, konnte ich mich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte! Tja, und nun sind meine Kinder in einer Lebensphase angelangt, wo sie lieber mit ihren Freunden rumhängen, was dem Vater auch wieder die Möglichkeit gibt, seinen musikalischen Obzessionen nachzuhängen (lacht). Im Laufe der Zeit hatte ich nebenbei eine Menge musikalischer Ideen in der Schublade gesammelt, die nun zu einem GroĂźteil auf „Retroglide“ ihren Niederschlag gefunden haben. Ich liebe diese Scheibe wie mein eigenes Kind, weil sie musikalisch einen BrĂĽckenschlag von der FrĂĽhphase von Level 42 bis in die Gegenwart macht. Es ist wohl die entspannteste und beste Level 42 Scheibe, die wir je aufgenommen haben. Ich habe die Songs mit meiner Band im Studio eingespielt ohne mich an irgendwelche momentan angesagten Trends oder Hypes anbiedern zu wollen. Wichtig war uns vor allem, dass die neuen StĂĽcke sehr viel Herzblut, Groove und unwiderstehliche Melodieläufe beinhalten. Hör’ dir dazu beispielsweise den Opener „Dive Into The Sun“ oder „Sleep Talking“ an. Das sind StĂĽcke, die nach vorne marschieren und einfach gute Laune machen. Obwohl es auf „Retroglide“ natĂĽrlich auch einige melancholische Nummern wie „Rooted“ gibt, was man so von uns vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte. Vielleicht hat das auch etwas mit dem Alter zu tun. Ich bin jetzt 48 Jahre alt und dabei wird man vielleicht dann doch etwas nachdenklicher. Aber keine Angst, das Bass-Spielen hält mich jung. Von Level 42 wird man in Zukunft bestimmt noch einiges hören, lass dich ĂĽberraschen...

Rainer Guérich
CD: Retroglide (M14 Music/Universal Music)

www.level42.com
 

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