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ORNAH-MENTAL
Krampffrei durch ein wonniges GefĂĽhl

Bei ORNAH-MENTAL, dem Projekt des Multiinstrumentalisten DIRK SCHLĂ–MER (u.a. DAS ZEICHEN, EX-TON STEINE SCHERBEN) verbinden sich elektronische Elemente, dubbige Passagen, Trance und Naturinstrumente (u.a. Djembe, Darabouka, Sitar) zu einem hypnotischen Soundfloor, bei dem auch das improvisative Element nicht zu kurz kommt.

 

inMusic: Die Ornah-Mental Debüt-CD „A To Z“ hast du 2001 praktisch noch im Alleingang eingespielt. Auf „Testimony“ hast du nun personelle Unterstützung durch Carsten Agthe (Daraboukas, Djembe, Congas, Cymbals) und weitere Musiker bekommen. Wie kam es dazu?

Dirk Schlömer: Das hat sich dadurch ergeben, dass Carsten auch bei anderen Projekten von mir involviert ist, insbesondere bei DAS ZEICHEN. Wir haben eine Reihe von Live-Konzerten gegeben und dann war es logisch, unsere Zusammenarbeit auch auf Ornah-Mental auszudehnen.

inMusic: Die 3-jährige Pause zwischen den beiden Ornah-Mental-CDs erklärt sich wohl durch deine zahlreichen anderen musikalischen Aktivitäten mit DAS ZEICHEN und NEUES GLAS AUS ALTEN SCHERBEN (eine Band, die sich dem musikalischen Erbe von TON, STEINE, SCHERBEN gewidmet hat)?

Dirk Schlömer: Ja, natĂĽrlich, ich hab’ mit diesen Projekten rund 200 Auftritte in 3 Jahren absolviert. In der Zwischenzeit habe ich dann nebenbei auch noch mein ganzes Aufnahme-System gewechselt. Ich hab’ bis vor einiger Zeit noch vorsintflutlich mit Atari-Computern und Bandmaschine gearbeitet. Mittlerweile mache ich diese Tätigkeit ĂĽber MAC (Apple Computer) und entsprechende Software, insbesondere „Magic Logic“. Das ist praktisch ein komplettes Studio, mit dem du Audiospuren aufnehmen, aber auch  Synthesizer und Sampler antriggern kannst. NatĂĽrlich kannst du das auch intern im Programm machen. WofĂĽr man frĂĽher ganze Schränke hinter sich stehen hatte, braucht man heute nur noch einen Rechner. Man kann damit geile Sounds wie beispielsweise eine Hammondorgel oder einen alten Moog-Synthesizer täuschend echt nachahmen - die digitale Ebene macht’s möglich... Und dann habe ich jede freie Minute, die ich hatte, dazu genutzt, um mit diesem Equipment an der neuen Ornah-Mental-CD zu arbeiten...

inMusic: Hört sich an, als würde in Ornah-Mental noch mehr Herzblut von dir als bei deinen anderen Projekten stecken?

Dirk Schlömer: Kann man so sagen, auf jeden Fall therapiert mich die Musik von Ornah-Mental am meisten. Die Beschäftigung mit diesem Projekt ist praktisch mein Freizeitprogramm. Da bin ich ganz frei und schöpfe richtig Kraft daraus.

inMusic: Gelungen ist auf der neuen CD vor allem  auch die Verbindung zwischen Elektronik, Loops, Gitarre und anderen instrumentalen Beigaben!

Dirk Schlömer: Ich denke, dass das eine meiner Stärken ist: die Faszination fĂĽr Elektronik, Loops und Trance-Elemente,  aber auch die Fähigkeit, einen ganzen Instrumentenpark wirklich von Hand spielen zu können. Das unterscheidet Ornah-Mental von vielen anderen Downbeat-Projekten...

inMusic: Eure dubbigen Passagen erinnern mich mitunter an die glorreichen KASTRIERTEN PHILOSOPHEN!

Dirk Schlömer: Ja, in den 90er Jahren gab es in der Dub-Szene eine Menge guter Gruppen, die neue Wege gingen, u.a. auch die Asian Dub Foundation.

inMusic: Wenn ich Zahnarzt oder Therapeut wäre, würde ich die Musik eurer CD einsetzen, um die Nervosität von meinen Patienten abzusenken, sie gewissermaßen in ein wonniges und wohliges Gefühl zu bringen...

Dirk Schlömer: Ein interessanter Aspekt, ein Entspannungszustand, ein Laidback-Gefühl wird in unseren Songs auf jeden Fall transportiert. Krampffrei durch Ornah-Mental, das ist gut und spricht einen riesigen Markt an! Natürlich ist unsere Musik aber nicht nur zum Entspannen und Relaxen gut geeignet, sondern wirkt auch beim konzentrierten Hördurchlauf. Das ist das Gute bei Ornah-Mental: Unsere Musik dient nicht nur der Funktion, sondern kann einen auch richtig gefangennehmen und begeistern. Auf diesen Balanceakt lege ich großen Wert.

inMusic: Stammen die Vokalpassagen auf den StĂĽcken von dir?

Dirk Schlömer: Ja, teilweise hab’ ich sie selbst gesungen, aber es finden sich auch Stimmsamples aus anderen Kontexten auf der CD.

inMusic: Kannst du mir dafĂĽr vielleicht ein Beispiel geben?

Dirk Schlömer: Was ganz Kurioses ist beispielsweise ein Sample, das auf „Babylon Playground“, dem zweiten Stück der CD, zu finden ist. Das stammt von einer Platte namens „God Speak You Black Emperor“, einer amerikanischen Kultband. Noch erwähnenswerter ist das Zitat aus dem indischen Mahabarata (ein hinduistisches Buch, das über 5.000 Jahre alt ist), das am Ende von „Redemption Dub“ auftaucht. Dieses gesprochene Sample stammt aus einer Produktion, die auf Peter Gabriel’s „Real World“-Label erschien und verfilmt wurde ...

Rainer Guérich
CD: Testimony (Quixote Music/ZYX)

www.ornah-mental.de

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