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SANDY SCOFIELD
Indianische Tradition trifft zeitgenössische Musik

Die kanadische Metis-Indianerin SANDY SCOFIELD verbindet auf ihrer aktuellen CD „Nitsiwakun Ketwam“ ihre spirituellen Roots mit zeitgenössischer Musik. inMusic hatte die Gelegenheit zu einem Interview...

 

inMusic: Was kannst du mir über deine gerade abgeschlossene Tour durch Deutschland erzählen?

Sandy: Sie war zwar ausgesprochen kurz, aber wir hatten nichtsdestotrotz gute Shows. Viele Leute stellten uns Fragen ĂĽber die Herkunft und Geschichte unseres Indianerstammes, aber auch uns interessierte es sehr, etwas ĂĽber die Tradition und Geschichte der Deutschen zu erfahren. Alles in allem haben wir das Essen, die Leute und das Leben in diesem Lande sehr genossen.

inMusic: In Deutschland erscheint gerade auch deine CD „Nitsiwakun Ketwam“. Welche Erinnerungen hast du an die eigentlichen Studioaufnahmen?

Sandy: Es gab sehr viele magische Momente, während wir diese Platte aufnahmen. Ganz besonders als der alte Cree Indianer Winston Wuttunee seinen Gesang und die Hand Drums zu den Songs „Mishiminj“ und „Tapweh“ beisteuerte. Er war ein ganz wichtiger Bestandteil der Aufnahmesessions, auch in Bezug der SongĂĽbersetzungen und Einhaltung der indigenen Traditionen. Ein weiterer Höhepunkt war Fiddle-Spieler Daniel Lapp. Er ist ein extrem talentierter Multiinstrumentalist. Es war sehr bewegend, ihn seine wunderbaren und doch so schnellen Parts spielen zu hören. In der kanadischen Musikszene ist Daniel sehr bekannt. Es war eine groĂźe Ehre fĂĽr mich, mit ihm spielen zu dĂĽrfen, genauso wie schon auf meiner vorherigen Platte...

inMusic: Kannst du mir etwas über deine Sound-Philosophie erzählen? Musikalisch erwartet den Hörer auf deiner CD ein sehr abwechslungsreicher Mix aus Pop, Country und traditioneller, indianischer Musik!

Sandy: Songwriting ist nichts anderes als Geschichten erzählen. Und diese Geschichten werden nicht nur bei den Indianern traditionell mündlich überliefert. Jede Kultur auf Mutter Erde hat im Laufe der Jahrhunderte Musik und eine gewisse Form des Geschichtenerzählens entwickelt. Ich für meinen Teil habe versucht, die Geschichten aus der indianischen Tradition für die Leute zugänglicher zu machen, indem ich musikalisch harmonische Instrumente wie Gitarre und Violine hinzugefügt habe.

inMusic: Um was geht es thematisch in den Songs?

Sandy: Die meisten StĂĽcke auf „Ketwam“ behandeln den „sozialen“ Aspekt in der Natur. Ich meine damit, es gibt Geschichten ĂĽber die indianische Kultur und/oder den Glauben. Die Songs sind nicht auf die Art und Weise geschrieben worden, wie dies bei der modernen, zeitgenössischen Musik normalerweise der Fall ist. Dort geht es meistens um das Liebesleben von Jemandem.  Wir haben nicht versucht, „schlaue“ Lyrics zu schreiben, sondern die Texte einfach in ihrer lyrischen Natur gelassen. Unsere Absicht war es einzig und alleine, Geschichten zu erzählen, die fĂĽr unsere Kulturen relevant waren und es noch immer sind.

inMusic: Kannst du mir bitte etwas über den Background von „Indian Orchard“ und „Song Of The Stars“, meinen Lieblingstracks auf dem Album, erzählen?

Sandy: Beide Songs gehen hauptsächlich auf das Konto von Lisa Sazama, meiner ehemaligen Sanges-Partnerin. Lisa ist eine Algonkin Indianerin und kommt aus dem Osten der Vereinigten Staaten. „Indian Orchard“ erzählt eine einfache Geschichte  in algonkinscher Sprache mit englischem Intro. Darin verarbeitet Lisa ihre Erinnerungen, die sie an die Obstplantage ihrer Familie hatte... „Song Of The Stars“ ist ursprĂĽnglich eine englische Version der algonkinschen Story des Buches „Algonkian, Lifestyle of the New England Indians“ von Bob Eaton. Lisa hat den Text mit freundlicher Erlaubnis von Mr. Eaton wieder  in die algonkinsche Sprache zurĂĽckĂĽbersetzt. Wir haben die Geschichte musikalisch in Szene gesetzt und dann aufgenommen. In der Nummer geht es um die Sterne und den Himmel, und was das Licht der Sterne fĂĽr den Geist bedeutet.

inMusic: Hast du denn auch selbst ein LieblingsstĂĽck auf dem Album?

Sandy: Wahrscheinlich ist dies „Tapweh“, ein alter traditioneller Cree Song, übrigens auch das einzige Stück auf der Platte, das wir komplett live aufgenommen haben.

inMusic: Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Sandy: Ich arbeite gerade an meinem vierten Album. Es wird zwar noch einige traditionelle Gesänge beinhalten, aber insgesamt noch deutlich zeitgenössischer klingen. Außerdem werden viele bekannte Künstler der kanadischen Musikszene darauf vertreten sein...

Rainer Guérich
CD: Nitsiwakun Ketwam (Varis One/Fenn Music)

www.sandyscofield.com
www.be1two.net
 

 

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