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THE SQUARE HIPPIES “Verzerrte Gitarren und Orgeln machen Spaß”
Ihren Bandnamen haben THE SQUARE HIPPIES nicht von ungefähr. Die Band, die auf musikalischer Ebene eine ungeheure Spielfreude entwickelt, baut in ihren Sound eine Menge
psychedelische Anleihen, Orgeln, Blues, Rock und flirrende Parts ein.
inMusic: Im PR-Info steht, dass ihr euch im Jahre 2004 als Unplugged-Cover-Band formiert habt. Welche Bands habt ihr denn gecovert
und wie kam's dann dazu, dass ihr euren Sound elektronisch verstärkt und eigene Kompositionen gespielt habt?
SQUARE HIPPIES: Wir haben Sachen von Supertramp, Manfred Mann's Earthband,
Jethro Tull, Lenny Kravitz, Pink Floyd, Radiohead, Foreigner etc. gecovert. Also nicht so die gängige Kost. Unplugged ist eine hübsche Herausforderung, um bekannte
Songs zum Klingen zu bringen. Aber verzerrte Gitarren und Orgeln machen auch SpaĂź. Und das Komponieren geschah einfach aus einem inneren Drang heraus.
inMusic: Könnt ihr mir etwas über die Studioarbeiten an eurer neuen CD erzählen?
SQUARE HIPPIES: Los ging's damit, dass Frank (guitars, voc., blues harp) eigene
Songs aufnehmen wollte und Thomas (keys, voc., guitars) meinte, dass wir diese doch auch gleich für die Band verwenden könnten. Die eigentlichen Aufnahmen
haben ewig gedauert, weil die Songs erst mit Drumcomputer und Keyboards ergänzt wurden, bevor ein Bandmitglied nach dem anderen sein echtes Instrument
draufgespielt hat. Zudem gibt’s bei uns in der Band auch einen gewissen Perfektionsdrang, was die Recordings auch nicht verkürzt hat. Beim nächsten Album
wollen wir aber ein bisschen hurtiger vorankommen, wobei dann jedes Lied vor der Aufnahme zumindest ein paar mal den Proberaum gesehen haben sollte...
inMusic: Die einzelnen Songs verfĂĽgen ĂĽber eine sehr vielschichtige
Atmosphäre, die ihr auch aufnahmetechnisch sehr gut eingefangen habt. Habt ihr für manch’ flirrende Sounds vielleicht auch alte Verstärker oder Röhrengeräte zum Einsatz gebracht?
SQUARE HIPPIES: Wir haben tatsächlich alles benutzt, was irgendwie greifbar war.
Forbi (bass, guitars, voc.) ist eher so der Vintage-Fan und hat für Gitarrenaufnahmen alte Marshall-Verstärker und Boxen angebracht, sogar einen Schaller-Combo und
jede Menge selbst gebaute Treter. Aber wir sind nicht so orthodox, als dass wir nicht auch Software-Amps und Tubeman mit Speakersimulation benutzt hätten. Bass ging
meistens direkt rein. Thomas hat die Orgeln auf einer original Hammond M3 mit 145er-Leslie eingespielt, Klavier war auch echt. Dazu gab’s dann noch ein paar
wenige Software- und Hardwaresynths. Schlagzeug war ein ganz normales Pearl Export mit wechselnden Becken...
inMusic: Sehr empfehlenswert ist eure „Querflötenfreie“ und sehr groovige
Coverversion von Jethro Tull's „Locomotive Breath“, die ihr als Bonustrack aufs Album gepackt habt. Wie kam's denn zu dieser Einspielung?
SQUARE HIPPIES: Das stammt noch aus unserer Coverband-Zeit. Eigeninterpretierte Covers haben ja durchaus den Reiz des Neuen. Der Groove war
natürlich Wolfgangs (Drummer) Idee. Ian Anderson himself hat die Veröffentlichung abgesegnet. Wir wollen auch weiterhin immer wieder mal Covers interpretieren und in
neuem Licht erscheinen lassen. So wie das z.B. Manfred Mann macht. Seine meisten Hits stammen ja ursprĂĽnglich aus der Feder von Bob Dylan, Bruce Springsteen, Sting
u.a. Aber unser Hauptfokus liegt schon auf selbst geschriebenen StĂĽcken...
inMusic: Wie kam es zu der Entscheidung, euer Vierer-Line-Up noch um eine zusätzliche Bassistin zu ergänzen?
SQUARE HIPPIES: Als wir nach langer Produktionsphase mit dem Ergebnis sehr
zufrieden waren, mussten wir beim Proben feststellen, dass jeder von uns nur vier GliedmaĂźen und einen Mund hat. Wir fĂĽhlten uns schlichtweg von uns selbst
überfordert (allgemeines Gelächter). Thomas spielte mit Bylle in einer Tanzband und hat sie in einer Spielpause (während einer Floßfahrt auf der Isar!) schüchtern gefragt,
ob sie denn Lust hätte, mitzumachen. Sie hat Gottseidank zugesagt, und seitdem können sich die Herren der Band in Bylles „Badewannenbass“ reinlegen und
wohlfühlen. Sie spielt so sicher und harmonisch, dass es nicht so auffällt, wenn der Rest der Band noch über Akkorderweiterungen grübelt...
inMusic: Ich könnte mir vorstellen, dass eure Songs live on stage vielleicht
noch mehr Jam-Atmosphäre entwickeln, ganz wie in den frühen 70iger Jahren?
SQUARE HIPPIES: Absolut richtig. Wir spielen extended Versions, bauen Jazz-Teile
ein und packen auch mal den Percussion-Koffer aus. Wir interagieren mit dem Publikum und machen auch mal lustige Ansagen. Alles wider den tierischen Ernst. Entertainment ist gefragt...
Rainer Guérich CD: The Square Hippies (Freibad Schallplatten/ New Music Dist.)
www.squarehippies.de
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