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VAST Liebe und Schmerz
Seine Band VAST nutzt Sänger und Songschreiber JON CROSBY in erster Linie dazu, um seinen Gefühlen musikalischen Ausdruck zu verleihen. Das ist auch bei dem hochklassigen
(dritten) Album „Nude“ so.
Jon Crosby: Auf unserem neuen Album geht es hauptsächlich um das Wechselspiel von Liebe, Schönheit und Schmerz. Unser erstes Album „Visual
Audio Sensory Theater“ (1998, die Anfangsbuchstaben ergaben gleichzeitig den Bandnamen VAST) war ein eher philosophisches Album über den Sinn des Lebens und deutlich von sakraler
Musik geprägt. Auf „Music For People“ (2000) ging es um Themen wie Freiheit, Flucht und Eitelkeit, die wir mit den Stilmitteln des Alternative Rock umzusetzen versuchten.
inMusic: Was kannst du mir über den Entstehungsprozess des Albums erzählen?
Jon Crosby: Die eigentlichen Songs habe ich in einer ziemlich abgelegenen Gegend
in der Wüste von New Mexiko geschrieben. Das hat etwa 6 Monate gedauert. Aus den insgesamt 30 Tracks haben wir dann die besten Stücke für die Platte ausgewählt.
inMusic: Was hat es denn mit „Nude“, dem Titel des Albums auf sich? Steht
der Name vielleicht dafür, dass du dich auf eine gewisse Art und Weise vor den Zuhörern entblößt?
Jon Crosby: Ja, das kann man schon sagen. Wenn ich Musik mache und Stücke
schreibe, versuche ich immer, dies mit aller Ehrlichkeit und ohne schützende Maske zu tun. Natürlich birgt der CD-Titel auch eine gewisse Doppeldeutigkeit in sich, wenn
man bedenkt, dass viele Leute das Internet dazu benutzen, um unbemerkt nacktes Fleisch zu betrachten. Eine traurige Entwicklung und ein Vereinsamungsprozess, der da stattfindet...
inMusic: Hast du bestimmte Lieblingssongs auf dem Album bzw. kannst du mir darüber etwas erzählen?
Jon Crosby: Ich mag den Opener „Turquoise“ sehr, da die Farbe „Türkis“ für die
Indianer Nordamerikas Klarheit, Ursprünglichkeit und Reinheit symbolisiert. Immer wenn sie sich unrein fühlten, malten sie sich mit dieser Farbe an, um sich besser zu
fühlen. Mir ging es genauso. Als ich noch in Los Angeles lebte, fühlte ich mich auch unrein, also zog ich in die Wüste und fand etwas, das reiner ist. Ich denke, dieses
Gefühl wird durch die Nummer sehr gut transportiert. Natürlich sind viele Stücke auf dem Album von sehr persönlicher Natur, beispielsweise „Winter In My Heart“ und „I
Need To Say Goodbye“, in denen es um gescheiterte Beziehungen geht.
Duklas Frisch CD: Nude (Insideout/SPV)
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