GENETIC DRUGS
Oriental Breakbeats

Nach den beiden Vorgängern “Asian” und “African Breakbeats” ist die neue Drum & Tribe Cyber Jam den “Oriental Breakbeats” gewidmet. inMusic unterhielt sich mit DJ GENETIC DRUGS.

 

inMusic: Elektronische Stilfusionen zwischen der arabischen und westlichen Musikkultur sind in letzter Zeit immer öfters zu hören!

Genetic Drugs: In der orientalischen Welt ist zumindest mal etwas am Entstehen, was in der afrikanischen Welt nur bedingt der Fall ist. Das heißt, es gibt zumindest schon mal Clubs und so etwas wie Orient House. Aber das ist jetzt nicht die Musik, die auf den “Oriental Breakbeats” drauf ist. Ich sehe diese Zusammenstellung eher als Ansatzpunkt für eine bestimmte Richtung. Ich will, dass die Leute mal über den Tellerrand hinausschauen. Hier in meiner Heimatstadt Berlin gibt es Techno, House und Drum’n’ Bass, und das war’s dann schon. Vielleicht noch ein bisschen Brazil. Manche Veranstalter versuchen dann noch Dinge wie Cuba, aber das ist meiner Meinung nach nicht so der Hit.

inMusic: Ich nehme mal an, dass die “Oriental Breakbeats” von der Trackauswahl wie die beiden Vorgänger “Asian” und “African Breakbeats” in unmittelbarem Zusammenhang mit Radio Multikulti entstanden sind, bei dem du ja auch Moderator bist?

Genetic Drugs: Klar, auf jeden Fall. Dort ist auch der Pool, wo die ganzen Platten eintreffen. Mein Kollege Tobias Maier und ich treffen die zielgerichtete Trackauswahl für das Programm bei Radio Multikulti am Samstag, was in dieser Form sonstwo nirgendwo in Berlin zu hören ist. Auch nicht bei Multikulti unter der Woche, weil Samstag schon der etwas flottere “Elektronik-Tag” ist, mit speziellen Sendungen für Global HipHop, türkische Musik, Reggae, Raga usw. Es gibt also immer etwas Neues am Samstag zu hören, wobei ich dann mit meinem Mix um 20.00 Uhr loslege. Ab diesem Punkt gehen auch keine weiteren Infos über den Äther. Dann ist der DJ gefragt, der für das Wochenende Laune macht. Und das mache ich sehr gerne...

inMusic: Musikalisch geht der Trip auf der “Oriental Breakbeats” in Richtung “Oriental Diaspora”, worauf das Intro “This Is Lakshmi” hinweist?

Genetic Drugs: Ja, genau, die einzelnen Tracks sind von den einzelnen Künstlern hier in Deutschland, Paris und England produziert worden. Leider sind wir noch nicht an diesem Punkt angelangt, wo man Drum ‘n’ Bass- und Elektronik-Stücke in Marokko oder in Syrien findet. Das wäre der Knaller, aber das gibt es leider nicht. Die Medien drängen da auch gar nicht hin, wobei die kleine Musikindustrie, die es dort vielleicht gibt, sich darauf beschränkt, das zu verkaufen, was eh’ schon gekauft wird. Das ist wie hier auch.

inMusic: Inwieweit hast du die einzelnen Tracks auf der CD gemixt?

Genetic Drugs: Ich hab’ sie in Handarbeit hauptsächlich gekürzt, was ich in meinen Radiosendungen aber auch mache. Sie sind auf Unterhaltungswert getrimmt, was mir hoffentlich keiner übel nimmt...

inMusic: Hast du denn schon Pläne für eine vierte “Drum & Tribe Cyber Jam”?

Genetic Drugs: Polynesian Breakbeats würde ich gerne rausbringen, aber da müsste ich dann alles selber machen. Die Sache wäre praktisch schon fertig...

Rainer Guérich
CD: Oriental Breakbeats (Blue Flame/Zomba)

 

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