THE FUNKY LOWLIVES
Zeitakustik und elektronische Frickelei

In der Vergangenheit sind THE FUNKY LOWLIVES vor allem durch ihre 12’’ Maxis auf Ascension Records und zahlreiche Remix-Arbeiten u.a. für Bazoo Bajou und Masters At Work aufgefallen. Nun holen die beiden Londoner DJs Jon K. Whitehouse und Gary Danks zum großen Schlag aus: Mit “Cartouche” veröffentlichen sie ihr langerwartetes Debütalbum, das den perfekten Laidback-Groove mit smoothen Vocalparts und wunderbarer Elektronika verbindet. Zusätzlich abgeschmeckt mit einer satten Prise ultracooler Funkyness.

 

Die Zusammenarbeit zwischen Jon K. Whitehouse und Gary Danks trägt schon seit einigen Jahren ihre Früchte. Kennengelernt haben sich die beiden Kreativ-Pole im Jahre 1998. Seitdem stecken sie die Köpfe zusammen und schmieden an ihrer ureigenen musikalischen Vision, die erstaunlicherweise ohne jedweden Sampler-Einsatz auskommt, aber trotzdem voller Ideenvielfalt steckt. Wer die Credits in den Booklets genauer liest, wird wissen, dass die Beiden eine Vielzahl von Tracks der unterschiedlichsten Künstler durch ihre Remix-Arbeit veredelt haben. So zählten im Laufe der letzten Jahre so illustre Namen wie Tony Allen, Sidestepper, Tim Hutton, Boozoo Bajou, Speeka und Jack Costanzo zu ihrer begeisterten Kundschaft. Aber auch “Brazilian Beat” von Masters At Work und “Honey” von Richard Dorfmeisters Tosca gingen auf das Konto des Workaholic-Gespanns. Natürlich haben The Funky Lowlives zwischendurch auch eine Reihe von Maxis auf Ascension Records veröffentlicht, die auf der vielbeachteten Compilation “Ascension presents: The Funky Lowlives” zusammengefasst wurden. Keine Frage: In der Musikszene genießt der Name The Funky Lowlives einen  verdammt guten Ruf!

Dass es mit der Veröffentlichung ihres ersten, richtigen Longplayers etwas länger gedauert hat, liegt zum einen daran, dass die Beiden - wie bereits gesagt - vielbeschäftigte Workaholics sind, zum anderen, dass sie zum Perfektionismus neigen. Und dies soll nun an dieser Stelle wirklich nicht falsch verstanden werden. Jon K. Whitehouse und Gary Danks, die als begnadete DJs schon die Dancefloors von San Francisco bis Wien zum Kochen gebracht haben, haben ihren Erstling “Cartouche” generalstabsmäßig geplant. Schließlich sind die Beiden auch klassisch ausgebildete Musiker, die genau wissen, wie man filigrane Arrangements mit Funky Feeling, Latin Flavour und subtilen Vocals in die Welt der Elektronika transportiert. Nichts wurde dem Zufall überlassen, weder Komposition & Vibe noch die gewählte Produktionsart. Die Aufnahmen entstanden vorwiegend in Jam-Sessions, die anschließend mit dem richtigen Studio-Know How ihr polymorphes Eigenleben bekamen.

Stilistische Vielfalt ist bei den 10 Tracks auf “Cartouche” Trumpf, obwohl die Handschrift der Funky Lowlives bei den organisch gestrickten Grooves und Electronic-Beats immer wieder durchschimmert. “Wir haben allerdings nie beabsichtigt, einen wirklichen Trademark-Sound zu produzieren”, erklären die Beiden. Zur Auflockerung der CD tragen auch die beiden kongenialen Studiogäste bei, die von Jon K. und Gary zu den Recordings eingeladen wurden. Sängerin Clare Szembek sorgt mit ihrer Stimme für die unschuldig-verträumten Momente, ganz im Gegensatz zu Percussionist & MC Nappy G, der einigen Tracks der CD mit seinen Spoken Words richtigen Street-Charakter verleiht. Man darf gespannt sein, wie The Funky Lowlives ihr musikalisches Hybrid aus Zeitakustik und elektronischer Frickelei bei ihren demnächst anstehenden Livekonzerten präsentieren werden.

Duklas Frisch
CD: Cartouche (Stereo Deluxe/SPV)

 

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