ONE BAR TOWN
Wir haben an Roughness deutlich zugelegt

Das deutsch-dänis che Quintett ONE BAR TOWN legt sein langerwartetes, zweites Album vor. Die Country-Eleme nte, die auf dem  Erstling noch deutlich zu spüren waren, wurden zugunsten einer punkigeren und roheren Ausrichtung zurückgefahren. Gitarrist STEFAN KLETEZKA erklärte inMusic, wie es zu dieser Entwicklung kam...

 

inMusic: Nach eurem Debüt “Power Of Principles” (2001) legt ihr nun euer zweites Album vor. Ihr wart zwischenzeitlich sehr viel auf Tour, was euch als Band sicherlich noch mehr zusammen geschweißt hat?

Stefan: Auf jeden Fall! Zwischen uns fünf herrscht ein blindes Spielverständnis, was in Sachen Kreativität schon sehr hilfreich ist.

inMusic: Dennoch hat laut den Linernotes nicht euer regulärer Drummer Jerk Christiansen im Studio getrommelt. War er krank?

Stefan: Nee, wir waren diesmal in Dänemark im Studio und ließen unsere Platte von dem wirklich phantastischen Produzenten/Tontechniker Tue Madsen aufnehmen. Und just zu diesem Zeitpunkt konnte unser Drummer Jerk sich nicht von seinem neuen Job (Bühnenmeister in Hamburg) loseisen. Wir konnten den Termin in Dänemark auch nicht verschieben, weil wir sonst Probleme mit unserer umfangreichen, ausgebuchten Tour bekommen hätten. Und da hing sehr viel dran, u.a. auch unser neuer Vertriebsdeal mit Sony. Tja, und so hat die Drums dann schließlich Thorsten Luck, ein guter alter Bekannter und hervorragender Schlagzeuger, eingespielt.

inMusic: Auf der CD fügt er sich jedenfalls sehr organisch in das bestehende Band-Ensemble ein!

Stefan: Ja, Thorsten hat seinen Studiojob absolut wunderbar gemacht, obwohl Jerk natürlich schon sehr traurig war, dass er in Dänemark nicht mit dabei sein konnte.

inMusic: Wie lange wart ihr denn in Dänemark im Studio?

Stefan: Insgesamt zwei Wochen. Für das eigentliche Aufnehmen und das Abmischen haben wir jeweils eine Woche benötigt.

inMusic: Gab es einen speziellen Input von Produzent Tue Madsen?

Stefan: Normalerweise produziert Tue Madsen Metal- und Hardcore-Scheiben, also vom Stil her etwas völlig anderes. Doch auch für unseren Rootsrock/Hillbilly ließ sich Tue problemlos begeistern. Wir schickten ihm unser erstes Album, das ihm sofort gefiel, und so kam es zu dieser Zusammenarbeit.  Ich denke, Tue hat im Studio dafür gesorgt, dass unsere Songs kompakter geworden sind...

inMusic: ... und vor allem auch deutlich rockiger gegenüber dem Erstlingswerk!

Stefan: Durchaus, aber ich denke, das ist auch eine Entwicklung, die wir als Band durchgemacht haben. Vor allem auch wegen unserem zweiten Gitarristen Andreas, der diesmal deutlich mehr in das Songwriting involviert war.

inMusic: Ist es vielleicht auch so, dass die etwas rockigere Note auf der CD eurem Live-Charakter näher kommt?

Stefan: Auf alle Fälle. Wir rocken mitunter auf der Bühne schon richtig los. Oder wie man  es auch noch nennen könnte: Der Country-Anteil, der früher bei uns deutlicher zu hören war, ist mittlerweile etwas punkiger geworden. Die leicht country-mäßigen Stücke, die wir jetzt spielen, sind eigentlich alle recht roh. So wie wir sie auch bei “Line Dance Punk Rock Lesbian” und “Hotel New Hampshire” auf unserer neuen CD aufgenommen haben. Wir fahren da mittlerweile schon eine ganz andere Schiene...

inMusic: Ihr seid ja praktisch permanent mit eurer Band unterwegs. Wird es trotzdem zu dieser Platte eine spezielle Tournee geben?

Stefan: Ja, im Herbst! Also nicht wie bei unserem ersten Album, das veröffentlicht wurde, als wir schon auf Tour waren. Wir sind in vielen Dingen sehr viel professioneller geworden, was du auch unbedingt sein musst, wenn du als Band bestehen willst.

inMusic: Werden dann unter diesen Auftritten auch akustische bzw. Unplugged-Konzerte von euch zu finden sein?

Stefan: Nein, die 12 Stücke auf “Say Me  A Rosary” geben das von ihrer Melodiestruktur auch gar nicht her. Wahrscheinlich werden wir aber im Winter diesen Jahres 6 vorwiegend akustische Stücke für eine spezielle Mini-CD aufnehmen und diese dann im nächsten Frühjahr mit einer entsprechenden Akustiktour supporten. Im Moment steht aber ganz klar die rockige Seite von uns im Vordergrund, die wir live und auf der CD unseren Fans vorstellen möchten...

Rainer Guérich
CD: Say Me A Rosary (Twah!/SMIS)

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