DIE SPRINGER
Mindestens 1 Zentimeter in der Luft

“Musik von Welt” nennt das Chiemgauer Trio DIE SPRINGER seine aktuelle CD. Der Titel ist tatsächlich nicht zu hoch gegriffen, denn die Band schafft das spielend, woran andere Gruppen kläglich scheitern: gute Laune zu verbreiten. inMusic sprach mit Schlagzeuger MARTIN FUCHS.

 

inMusic: Ihr habt euer Album in Eigenregie produziert?

Martin: Ja, wir haben zur Einspielung der CD unseren Proberaum kurzerhand zu einem Studio ausgebaut und nach bestem Wissen und Gewissen selber an den Songs gearbeitet. Im Nachhinein war das wohl die beste Entscheidung für uns, weil wir dadurch nicht nur die totale Kontrolle über die CD, sondern nebenbei auch noch eine Menge Spaß hatten.

inMusic: Ich hab’ auf eurer Internetseite www.diespringer.de gelesen, dass ihr euer Studio mehrmals vom Proberaum zum Studio und umgekehrt umgebaut habt?

Martin: Genau genommen waren das 2 Locations. Wir haben das Schlagzeug auch noch auf einer riesigen Holzbühne von 10x 10 Metern in einem riesigen Stadl von einem Bauernhof aufgenommen. Dort haben wir uns etwa einen Monat eingenistet. Durch das viele Holz war die Akustik natürlich für das Schlagzeug bestens geeignet. Und als wir dann die Drumspuren soweit fertig hatten, haben wir unseren Krempel gepackt und sind wieder in unseren Übungsraum zurück, also quasi in unser Studio A...

inMusic: Mit Platten in deutscher Sprache habe ich oftmals so meine Probleme. Entweder kommt der Gesang zu elegisch oder das Ganze driftet zu sehr in Richtung   deutscher Pop ab. Bei eurem Album war das anders, da hatte ich keinen negativen Beigeschmack...

Martin: Freut mich, mir geht’s genauso! Wie findest du denn unser Album? Ist es typisch deutsch, oder wie würdest du es einordnen? Was sind deine Empfindungen, als du uns zum ersten Mal gehört hast?

inMusic: Ich dachte beim ersten Hören, dass ihr eine Punkband seit. Doch als ich die Platte dann durchlaufen ließ, wurde mir ziemlich schnell klar, dass das nur eine Klangfarbe von euch ist. Stilmäßig ist zwischen Pop, Alternative, Punk, Rock und Reggae so ziemlich alles dabei.

Martin: Genau, das war auch unsere Absicht. Wir wollten uns ganz bewusst nicht durch irgendwelche Stilbereiche eingrenzen lassen. Es macht uns riesigen Spaß, zwischen Pop und Rock hin und her zu mutieren. Man muss als Band einfach für alle möglichen Einflüsse offen sein. Das haben Police und die Beatles schon vor einigen Jahrzehnten so gemacht.

inMusic: Vor allem bist du als Band auf keine Schublade festgelegt und erreichst damit ein ziemlich breitgefächertes Publikum!

Martin: Genau, das finde ich auch. Wir haben bisher rund 300 Auftritte gespielt und merken überall die positive Resonanz, die uns als Band entgegenkommt. Ich glaube, bisher haben wir es noch auf jedem Konzert geschafft, die Leute zu begeistern. Und genau das ist unser Ziel: Wir wollen mit den Leuten gemeinsam eine gute Zeit haben und hoffen, dass jeder Zuhörer mindestens einmal einen Zentimeter in der Luft ist. Daher kommt übrigens auch unser Bandname “Die Springer”... Wir freuen uns, wenn die Leute nach unserem Konzert mit einem Grinsen auf dem Gesicht nach Hause gehen.

inMusic: Wie seid ihr denn eigentlich auf den genialen Titel der CD, “Musik von Welt”, gekommen?

Martin: Dazu gibt’s eine schöne Geschichte. Wir veranstalten jedes Jahr ein großes Konzert mit ungefähr 1.000 Leuten. Für die Verpflegung der Crew sorgt meistens eine Metzgerei, die dann spezielle Sandwiches macht. Und ich bin dann nach der Veranstaltung dorthin  gefahren, um die Rechnung zu bezahlen. Die Chefin der Metzgerei, sie muss so um die 65 Jahre alt sein, hat mir dann die Rechnung in die Hand gedrückt, wo drauf stand: “Die Springer und dann in Klammern ‘Musik von Welt’. Dazu noch mein  Name und Adresse.” Als ich das sah, dachte ich nur: “Das ist der Titel unserer nächsten Platte, genialer geht’s nicht!

Rainer Guérich
CD: Musik von Welt (Amigo Records)

(c) inMusic 2000-2003 alle Rechte vorbehalten