LENNY MAC DOWELL: Launch Control

Auf der neuen CD von LENNY MAC DOWELL geht es um Flötensounds, Loungemusic, relaxte Grooves und ein wenig Formel 1.

inMusic: Ich erinnere mich noch sehr gut an deine Direktschnitte (Direct To Vinyl), die Anfang der 80er Jahre auf dem glorreichen Jeton-Label erschienen. Das ist jetzt mehr als 2 Jahrzehnte her. Wie siehst du die Entwicklung, die du bis zu deinem neuen Album “Launch Control” durchgemacht hast? Immerhin gab’ es damals ja noch keine Lounge-Music...

Lenny: Soweit liegt das musikalisch gar nicht auseinander. Das ist jetzt nicht der totale Umbruch. Meine Songs sind mittlerweile ein bisschen anders arrangiert und produziert, da man heute doch andere technische Möglichkeiten hat. Im Prinzip lebt die CD  aber - genau wie früher - von dem Zusammenspiel verschiedener Leute. Diesmal waren das in erster Linie der Keyboarder und Pianist Christoph Spendel und  die Gruppe Jazzamor, die die beiden Coverversionen “Ain’t No Sunshine” und “Summertime” auch gleich mitproduziert hat.

inMusic: Beeindruckend ist auch die audiophile Klangqualität, was schon immer ein Gütesiegel von Lenny Mac Dowell war. Was kannst du mir darüber erzählen?

Lenny: Wir haben die Aufnahme in einem kleinen Mini-Studio mit High Technik   gefahren und dabei vorwiegend Harddisk eingesetzt. Wir haben die CDs untereinander solange hin und her geschickt, bis jeder seinen Senf dazugegeben hatte. Abschließend hab’ ich das Ganze dann zusammengetragen und gemischt. Das ist mittlerweile natürlich eine unglaublich einfache und relaxte Angelegenheit geworden: Früher musste man in den Proberaum zum Üben, heutzutage hat jeder zuhause sein Equipment stehen, auf dem er kreativ arbeitet und seine Parts einspielt...

inMusic: Ich finde es auch gut, dass du dein Querflötenspiel auf der Platte immer songdienlich einsetzt und dadurch allen Beteiligten Raum zur Entfaltung lässt...

Lenny: Ja, ‘ne reine Fötenplatte würde die Leute auf Dauer auch nerven. Es ist schon prima, wenn auch noch Keyboards, Gesang und andere Dinge stattfinden. Das kommt international sehr gut an, wie die Reaktionen beweisen. Sony ist gerade dabei, einen Titel auf eine Kompilation zu koppeln, was einen als Künstler natürlich freut.

inMusic: Ich persönlich finde ja das knapp siebenminütige Titelstück “Launch Control” sehr stark. Ist für ‘ne Kompilation aber wohl zu lang?

Lenny: Die besten Reaktionen hat bisher das Remake von “Ain’t No Sunshine” erhalten. “Launch Control” wäre von der Länge wirklich zu lang. Auf diesem Stück gibt es halt mehr Platz für Improvisationen und Freiraum für musikalische Elemente. Man müsste das Stück in diesem Fall wohl kürzen...

inMusic: Ich finde es jedenfalls sehr schön, wenn ein Künstler einem Song auch mal genügend Zeit zur Entwicklung gibt und nicht alles gleich auf Chartlänge zurecht gestutzt wird!

Lenny: “Launch Control” ist ja auch eher eine relaxte Geschichte, die man am besten abends hört.

inMusic: “Launch Control” ist ein Begriff aus der Formel 1-Technik, der die Starthilfe meint. Auf dem Hiddentrack am Ende der CD sind auch diverse Formel 1 -Sounds zu hören. Bist du ein Rennsportfreak?

Lenny: Absolut. Ich kann mich für die Formel 1 total begeistern. Diese Vorliebe rührt noch von früher, als ich für das Radio Reportagen vom Hockenheim-Ring machte. Ich hab’ damals noch Alain Prost, Keke Rosberg, Martin Winkelhock und Nicki Lauda zu ihrer aktiven Zeit persönlich kennengelernt. Damals war das Renngeschehen noch nicht so abgegrenzt und der Medienrummel noch nicht so groß. Da konntest du dich noch in aller Ruhe mit den Rennfahrern auf den Bierbänken unterhalten...

Rainer Guérich
CD: Launch Control (Black Flame/Zomba)

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