MOCA
Jeder Song muss grooven wie die Hölle!

MOCA bieten auf ihrer aktuellen CD „Wroooooooooa m“ die ideale musikalische Mischung zum Entspannen, AbhĂ€ngen und Genießen. Ihr Sound ist irgendwo zwischen Electro, Lounge, Jazz und Bigbeat angesiedelt. inMusic unterhielt sich mit Moca-Mastermind Christian Becker.

 

inMusic: Vielleicht kannst du unseren Lesern zu Beginn etwas darĂŒber erzĂ€hlen, wie ihr als Band zusammengefunden habt?

Christian: Moca ist 1999 aus einer 11-köpfigen Funk/Soul/Jazz-Combo hervorgegangen. Wir hatten damals jenes Problem, dass in einem relativ kurzen Zeitraum viele Musiker aus privaten GrĂŒnden abgesprungen sind. Also standen Martin (guit.), Christoph (guit.), Peykan (drums, perc.) und ich plötzlich ziemlich allein da. Wir beschlossen dann auf einer Geburtstagsparty von Ralf (keys, perc.), keinen Ersatz fĂŒr die abgesprungenen Leute zu suchen, sondern neue musikalische Wege auszuprobieren. Ich hatte mir ein Jahr zuvor einen Sampler gekauft und schon die ersten Gehversuche im Electrobereich hinter mir. Ralf brachte auch einiges an Erfahrung aus elektronisch orientierten Bands mit - und ab ging die Post.

inMusic: Die Musik von Moca klingt sehr relaxed und wird sowohl mit elektronischem Equipment als auch mit richtigem Instrumentarium eingespielt. Kannst du mir bitte etwas ĂŒber die Entstehungsweise eurer Songs erzĂ€hlen. Es ist wohl oftmals so, dass du mit deinem Keyboard/Programmings einen Hook oder Beat vorgibst, zu dem dann die restliche Moca-Crew charmant ihre Zugaben beisteuert?

Christian: Ja, es passiert oft, dass gute Programmings, die aber nicht nur von mir kommen, die Basis fĂŒr einen Song darstellen, der dann erst durch das Jammen im Probenraum klare Formen bekommt. Es gibt aber auch zum Teil schon sehr konkrete Vorstellungen fĂŒr einzelne StĂŒcke, die dann von den anderen aber noch dringend auf Ihre Art gewĂŒrzt werden mĂŒssen. Was zuerst fĂŒr einen Song stehen muss, ist dabei absolut unterschiedlich. Manchmal beginnt es mit einem Groove, manchmal mit einem guten Bass, manchmal hat man aber auch zuallererst eine Melodie im Kopf...

inMusic: Seid ihr alle fleißige Mocca-Trinker oder woher rĂŒhrt der Bandname?

Christian: So ganz genau wissen wir das selber nicht. Ich glaube aber, dass ich irgendwann, als es um die unvermeidliche Namensgebung ging, mit „Moca“ angekommen bin. Dann war es auch nicht schwer, sich auf diesen Namen zu einigen. Zum einen, da sich Ralf, Peykan und Christoph bereits seit der Grundschule kennen, und Martin mein Bruder ist. Wir wissen alle ganz gut, wie der andere tickt. NatĂŒrlich sind die Assoziationen, die sich beim Klang des Namens MOCA ergeben, sehr soundverwandt: TĂ€sschen Kaffee trinken, Musik hören, entspannen, das Leben genießen, Spaß haben ...

inMusic: Ich hab' im Info gelesen, dass ihr oft und gerne in Clubs und auf Parties spielt, und dort einen funky Loungefloor in Szene setzt. Seid ihr denn auch noch in andere Bands/Projekte involviert?

Christian: Ich bin der einzige, der sich nebenher noch ein anderes Bandprojekt leistet. Ich spiele neben MOCA in einer 70’s Bluesrock-Kapelle namens CRY BABY. Ansonsten habe ich auch immer noch ein eigenes House/Bigbeat/Soul/Pop-Projekt im Hinterkopf, was aber aus ZeitgrĂŒnden im Moment hinten ansteht - MOCA hat absolute PrioritĂ€t.

inMusic: Was war dir als Produzent der Scheibe besonders wichtig? Auf was hast du bei der Studioeinspielung der einzelnen Songs besonders geachtet?

Christian: Wichtig ist, dass jeder Song eine eigene Note hat und sich von den anderen absetzt, ohne dass man dabei das Moca-Feeling verliert. Es ist mir besonders wichtig, dass der Sound der einzelnen Instrumente und auch der Gesamtsound lebendig und nicht zu rein und klinisch klingt. Ein bisschen „Schmutz“, z.B. RöhrengerĂ€usche eines laut aufgedrehten Gitarren-Amps, Bandechos oder diese unvergleichlichen alten Keyboards (Wurlitzer 200A, Rhodes MKII, Hammond) mit ihrem Knacksen, Rauschen und Pfeifen machen den Sound erst richtig wĂŒrzig. Ach ja, und natĂŒrlich muss jeder Song grooven wie die Hölle!

inMusic: Kannst du mir etwas ĂŒber die eigentlichen Studioaufnahmen erzĂ€hlen? Wie lange wart ihr im Studio?

Christian: Überhaupt nicht! Wir haben uns in den letzten Jahren unseren Proberaum zu einer Kombination aus Proberaum und Studio - eben das MocaLab - herangezĂŒchtet. Wir haben dadurch die Möglichkeit, hochwertige Aufnahmen in den eigenen 4 WĂ€nden zu realisieren, was den unschĂ€tzbaren Vorteil mit sich bringt, keinen Zeitdruck bei einer Produktion zu haben (gemietete Studiotage reichen nie!). Außerdem kann man dann mit dem Recording loslegen, wenn die gute Idee da ist, man muss nicht erst monatelang warten. Dazu kommt noch, dass wir von unserer Produktionsweise her von der eines klassischen Studios weit entfernt sind. HĂ€ufig ergeben sich erst wĂ€hrend oder nach den Aufnahmen neue Ideen. Die Songs werden umgekrempelt, neu eingespielt, oder ich finde in dem aufgenommenen Material tolle Samples, die sich an anderen Stellen (vielleicht sogar durch die Effekt-MĂŒhle gedreht) wunderbar einfĂŒgen. So kann es passieren, dass ein Song zwar am Ende immer noch dieselben Chords enthĂ€lt, der Rest aber beim besten Willen im Vergleich zur Erstversion nicht mehr wiederzuerkennen ist - oder andersrum!

inMusic: Hast du bestimmte Lieblingstracks auf der CD?

Christian: Gute Eltern haben alle Kinder gleich lieb!

inMusic: Wie wĂŒrdest du euren musikalischen Stil auf der CD beschreiben?

Christian: Tanzmusik, die Spaß macht, auch wenn man nicht tanzt. Es ist eben Moca. Andere packen uns in Schubladen wie Nu Jazz. Solche Kategorisierungen fallen mir aber immer schwer, weil sie sehr eng gefasst sind. Insgesamt machen wir irgendwas cremiges zwischen Funk/House/Jazz/Bigbeat/Soul und Electro - am besten reinhören und sich selber ‘ne Meinung bilden.

inMusic: Was sind eure PlĂ€ne fĂŒr die nahe Zukunft mit Moca?

Christian: Wir wollen viel live spielen. Das macht einfach großen Spaß. Nebenher sind wir schon dabei, das nĂ€chste Album vorzubereiten. Es gibt schon eine ganze Menge heißer Kandidaten fĂŒr die nĂ€chste Scheibe.

inMusic: Hast du noch eine Botschaft fĂŒr unsere Leser?

Christian: Auf jeden Fall mal bei www.moca.de vorbeischauen - da gibt’s Infos zur Platte, Gigs und mehr. Vielleicht sieht man sich ja mal beim Konzert!

Rainer Guérich
CD: Wroooooooooam (Black Flame/Zomba)

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