ONE BAR TOWN
Wir spielen auch schon mal ein akustisches Set

ONE BAR TOWN sind eine absolut eigenständige Band, die die dunkle Seite des Lebens wunderbar schön in eine ansprechende Mischung aus Rootsrock, Akustikset, 60’s Folk und Hillbilly verpackt. inMusic hakte bei Gitarrist Stefan Kletezka anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung des Erstlingswerkes “Power Of Principles” nach...

inMusic: Ihr seid momentan gerade unterwegs auf Tour, dabei ist euer Debütalbum “Power Of Principles” ja noch gar nicht veröffentlicht...

Stefan: Ja, das ging aus zeitlichen Gründen leider nicht anders. Wenn alles glatt gegangen wäre, hätte “Power Of Principles” auch 3 bis 4 Wochen vordem jetzigen Release-Termin in den Läden gestanden. Aber so was kriegt man halt nicht immer auf den Punkt genau hin. Zudem müssen wir unsere Konzerte immer mit einem gewissen Vorlauf planen, da wir in unserem geregelten Leben noch anderen Jobs nachgehen müssen. Und in Schleswig-Holstein (dort sind die Mitglieder bis auf Stefan beheimatet) sind derzeit Herbstferien, was ganz gut passte. Aber so können wir unsere neuen Songs dem Publikum schon vorab live vorstellen...

inMusic: Werdet ihr auf eurer Tour noch von einer anderen Band unterstützt?

Stefan (lacht): Nein, wir sind unser eigener Headliner, was nicht schlecht ist. Das bringt uns unserem derzeitigen Ziel, die Hörerschaft der mittelgroßen Clubs für unsere Musik zu gewinnen, schon deutlich näher. Ich hab’ früher in einem Country-Folk-Trio namens “The Hitchin’ Post” (veröffentlichten 3 Alben auf Glitterhouse Records) Gitarre gespielt, mit dem wir eine Vielzahl von namhaften Bands (u.a. die Walkabouts) supportet haben. Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, sich durch permanentes Touren neue Hörerkreise zu erschließen.

inMusic: Stilistisch liegen One Bar Town von der Musik der Walkabouts und anderen Glitterhouse-Bands nicht allzu weit entfernt...

Stefan: Das stimmt, wir klingen allerdings schon deutlich rockiger, was in dem unterschiedlichen musikalischen Background unserer Bandmitglieder begründet liegt. Unser Sänger Kent macht nebenbei noch Punk mit seiner anderen Band 99 Per Cent Bitch, und ich hab’ 10 Jahre eher überwiegend akustische Sachen gemacht, wobei meine Wurzeln ebenfalls in der Post-Punk-Ära liegen. Das kommt in unserer Musik jetzt alles zum Tragen. Im Großen und Ganzen ist unsere Musik amerikanischer Rootsrock mit allen möglichen Einflüssen. Die Bezeichnung Country-Rock, mit der ein Konzertveranstalter unsere Musik erst vor kurzem angekündigt hat, ist eher unpassend.

inMusic: Ich nehme an, dass eure Konzerte vom Sound her auch deutlich härter als das Album klingen...

Stefan: Wir teilen unser Konzert immer in zwei Sets. Der erste Part  ist bunt gemischt, dann folgen am Anfang des zweiten Teils 5 Stücke, die mit Banjo, Akustikgitarre, Waschbrett usw. rein akustisch gespielt werden. Und während der letzten 7 Stücke unseres Konzertes wird dann nur noch gerockt. Wir lieben dieses permanente Wechseln zwischen ruhigen und härteren Stücken. Gestern haben wir beispielsweise in einer ganz kleinen Kneipe ein reines Akustikset gespielt, weil wir unsere Amps dort erst gar nicht aufbauen wollten. Das war eine absolut relaxte Angelegenheit, die uns zwischendurch natürlich auch mal Spaß macht.

inMusic: Die vielgescholtene “Ochsentour” hat also auch ihre Vorteile...

Stefan: Ja, klar. Du hältst natürlich den direkten Kontakt zur Basis, wobei wir mittlerweile feststellen, dass die Clubs schon größer werden. Unsere Band gibt es ja auch erst seit 2 Jahren. Dafür, dass wir bisher noch keine Platte am Start hatten und uns alles nur durch ständiges Live-Spielen erarbeiten mussten, läuft es schon prima...

inMusic: Eure Songs handeln über alltägliche Dinge, das Leben in der Stadt, Tourstress... lediglich die Coverversion “Solitary Man” von Neil Diamond hat mich doch überrascht. Wie kam es denn dazu?

Stefan: Ich bin ein großer Neil Diamond-Fan. Neil hat Ende der 60er Jahre sehr viele Stücke geschrieben, die ich sehr gerne mag. Wir haben von ihm “Solitary Man” gecovert, weil es eine wunderbare Nummer ist, die nicht mehr allzu viele Leute kennen. Natürlich hätten wir auch einen Titel von Neil Young oder Tom Petty bearbeiten können, aber dazu hatten wir keine Lust. “Solitary Man” hat einfach wunderbar gepasst, und wir haben das Arrangement auch recht massiv bearbeitet...

Rainer Guérich
CD: Power Of Principles (Twah!/EFA)

 

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