TRICKY
Evolution Revolution Love

Mit seinem neuen Album “Blowback” ist TRICKY besonders zufrieden. Voller Stolz verkündet er: “I am no god! Bei dieser CD handelt es sich nicht um Demos wie bei den Vorgängern. Im Leben gibt es Ups and Downs. Diesmal war ich für das Album bereit. Ich wollte etwas zurückgeben, besonders den Menschen, die ich schon länger kenne...”

Die Herangehensweise an das neue Material war laut Tricky sehr diszipliniert: “Ich hab’ mir zu Anfang geschworen, mehr als einmal an den Tracks zu arbeiten. Und meine Freunde sollten mich, wenn ich faul und bequemlich werde, an diesen Vorsatz erinnern. Als ich dann kurz in Miami war, haben sie mich per Telefon ermahnt. Zurück in Los Angeles war dann alles wieder gut: ein Sound kam nach dem nächsten, so als würde ein Engel auf meinen Schultern sitzen.”

Einen Song auf “Blowback” singt Tricky mit Cindy Lauper. Er vergleicht sie mit Kate Bush und Billie Holliday: “Ich bin seit langem ein großer Fan von ihr. Egal, was sie singt, ihre Stimme klingt immer hervorragend, der reinste Soul.” Nur in einem Punkt ist Tricky frustriert: “Die Arbeit mit ihr war schwierig. Wir hätten besser ‘True Colors’  zusammen spielen sollen. Trotzdem bleibe ich bei meinem Urteil: Cindy’s Gesang ist erstklassig!”

Der Videodreh zur Singleauskopplung “Evolution, Revolution, Love” war das Härteste, was Tricky je gemacht hat: “Physisch hat mich das Ganze ziemlich mitgenommen. Wir drehten nachts bis morgens um fünf. Draußen war es saukalt. Und wir drei (Eddy, Hawk und ich) trugen nur Trägershirts und dünne Hosen. Die letzten Einstellungen waren echt hart!”

Das Besondere bei diesen Außenaufnahmen sind die Metamorphosen, welche die 3 Interpreten durchmachen. Das sieht so aus: Tricky verwandelt sich in Ed und aus Ed wird schließlich Hawk. Das geht natürlich nur mit Hilfe eines guten Maskenbildners. Tricky steht verdeckt hinter Ed und hält ihm die Hände vors Gesicht. Dann reißt er die Gesichtsimitation direkt in der Mitte entzwei. So entsteht Eddy usw. “Es war ein bisschen wie bei Star Trek”, erzählt Tricky. “Ed bekam sogar meine Tattoos an den Schultern und Oberarmen verpasst. Durch die Transformationen von Person zu Person wird der Begriff Evolution erst richtig sichtbar. - Selbst wenn das Album kein Verkaufsschlager wird, diese Single hat’s irgendwie gepackt. Sie wurde im Radio gespielt, z.B. bei Key Rock Radio. Das ist riesig!”

Am Verblüffendsten ist aber das Artwork zu “Blowback”. Hier sieht man Tricky den Zigaretten- oder Marihuana-Rauch einer schönen Farbigen inhalieren, fast wie eine Mund- zu Mundbeatmung auf Distanz. Tricky wehrt ab: “Das ist keine Drogensituation. Dieses Verhalten soll Barrieren niederreißen. Das kannst du aber nur verstehen, wenn du von jung auf die New Yorker Clubs besucht hast. Mit meiner neuen Platte ‘Blowback’ kommt man sich ganz einfach näher, aggressive Situationen entschärfen sich wie von selbst.”

Verena Sturm
CD: Blowback (Anti/Connected)

 

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