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DEZ./JANUAR 2010
Jazz & Weltmusik

 | inMusic - da ist Musik drin!

 

@@@@@@ ĂŒberragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mĂ€ĂŸig
@ schlecht

 

FROY AAGRE
Cycle Of Silence
Act Music/edel kultur
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Die Jazzszene ist um eine außergewöhnliche Saxophonistin reicher! Froy Aagre kommt aus dem norwegischen Oslo und steht ganz in der Tradition von GrĂ¶ĂŸen wie Jan Garbarek und Nils Petter Molvear. Zusammen mit ihren musikalischen  Mitstreitern Andeas Ulvo (piano), Audun Ellingsen (bass) und Freddy Wike (drums) zeigt die hĂŒbsche Sopransaxophonistin ein ausgeprĂ€gtes GespĂŒr fĂŒr lyrische Klanglinien und atmosphĂ€risch schwebende Klangskizzen. Norwegischer Jazz vom Feinsten mit meiner Reinhörempfehlung „Long Distance“.
Rainer Guérich

ADAM & SABINE
Girl Meets Guitar
Acoustic Music/Rough Trade
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Empfehlenswerte Einspielung von SĂ€ngerin Sabine KĂŒhlich (Shure Jazz Voice-Siegerin des 42-ten Montreux Festivals) und dem aus New York stammenden Gitarristen Adam Rafferty. Die Beiden zeigen auf ihrer gemeinsamen CD ein bemerkenswertes GespĂŒr fĂŒr jazzige Bearbeitungen bekannter Hits wie „Sweet Dreams“ von den Eurythmics, „Ain‘t No Sunshine“ von Bill Withers und „Sweetest Taboo“ von Sade. Tolle JazzsĂ€ngerin, toller Gitarrist!
Rainer Guérich

PETER AUTSCHBACH
Summer Breeze
Acoustic Music/Rough Trade
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Als SchĂŒler des großen Joe Pass gilt Peter Autschbach schon seit lĂ€ngerem als einer der profiliertesten deutschen Jazz-Gitarristen. Mit seiner vorliegenden Scheibe gibt er der Jahreszeit Sommer sein ganz persönliches Fairwell. FĂŒr den Musiker, Fachautor und Dozenten war seine DebĂŒtarbeit ein lange gehegter Traum. Dabei arbeitet der Saitenartist fast zur GĂ€nze mit Eigenkompositionen und instrumentalen Versionen. Nur hier und da lĂ€sst er sich von der außergewöhnlichen Laura Perilli stimmlich begleiten und kultiviert so eine charismatische Tonsprache zwischen Tradition und Moderne.
Frank Zöllner

LYDIE AUVRAY TRIO
Lydie Auvray Trio
Westpark Music
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Wer auf den Charme Pariser StraßencafĂ©s, den Montmartre und einsame SpaziergĂ€nge an der Seine steht, der wird sich bei der vorliegenden Scheibe spontan daran erinnert fĂŒhlen. Denn Lydie Auvray ist die ungekrönte Meisterin des Akkordeons. Zusammen mit Ecke Malz (Piano) und Markus Tiedemann (Gitarre) zaubert die KĂŒnstlerin genau diese Stimmung aus verrauchter BaratmosphĂ€re, Hinterhofkaschemme und französischem Flair in ihre Songs. Dabei gelingt es dem Trio, die verschiedensten Stilrichtungen von Folk, Jazz, Latin bis zu Chanson in ihren Sound zu verarbeiten. Doch aufgepasst, der doch recht dominante Akkordeon-Sound kann auf Dauer etwas eintönig daherkommen.
Simone Theobald

PETER BAUMGÄRTNER‘S EMOTIONS
Looked For
JazzSick Records/Rough Trade
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Ein Jazz-Album der etwas anderen Art prĂ€sentieren uns Drummer Peter BaumgĂ€rtner und seine Crew um Konstantin Wienstroer, Jörg Siebenhaar und Matthias Nadolny. Zusammen sind sie die „Emotions“ und unter diesem Namen nicht nur in der Ruhrpott-Jazzszene ein fester Begriff. Neben zahlreichen Live-Projekten haben es die Vier mal wieder ins Studio geschafft und stellen mit „Looked For“ ihre neueste Arbeit vor. Dabei hat man den Bogen zwischen gefĂŒhlvollen Momenten, Freestyle, Tradition und Moderne nicht nur weit gespannt, man widmet sich in den elf StĂŒcken weniger gespielten Standards von befreundeten Kollegen plus ein paar Eigenkompostionen. So entsteht ein sehr kurzweiliges Album mit lĂ€ssig erzĂ€hlten Geschichten und musikalischer IndentitĂ€tssuche.
Frank Zöllner

BEST OF BLUE NOTE

Dass „Blue Note Records“ (EMI) zu den feinsten Jazz-Labels zĂ€hlt, ist wohl jedem Jazzfan bekannt. Was der eine oder andere vielleicht aber nicht weiß: Die rĂŒhrige Plattenfirma wurde bereits im Jahre 1939 von Alfred Lion und Francis Wolff gegrĂŒndet und feiert dieses Jahr das 70jĂ€hrige Bestehen. Aus diesem Grund hat man in dem umfangreichen Labelkatalog gewĂŒhlt und ruhmreiche JazzgrĂ¶ĂŸen mit einer edel aufgemachten 3 CD Box im mehrfach ausklappbaren Digipack geeehrt. Die Boxen sind liebevoll ausgestattet und digital remastered.
Nicht fehlen darf der amerikanischen Klarinettist
SIDNEY BECHET, der schon die frĂŒhen Aufnahmen von Louis Armstrong und Duke Ellington in den 1920er Jahren mit seinem Sound veredelte. Seine auf der 3 CD-Box ausgewĂ€hlten StĂŒcke stehen fĂŒr den frĂŒhen amerikanischen Jazz und die kreative Anfangsphase des noch jungen Blue Note Labels. – Weiter geht‘s mit der 3 CD Box von MILES DAVIS, dem legendĂ€ren Jazztrompeter, der zwischen 1950 bis 1956 seine LP‘s bei Blue Note veröffentlichte. Bemerkenswert ist seine Session mit Cannon Adderley aus dem Jahre 1958, die sich auf der dritten CD des Box-Sets in kompletter LĂ€nge wiederfindet. -  Ebenfalls mit einer 3 CD Box geehrt wird Saxophonist JOHN COLTRANE, der wĂ€hrend seiner Jahre bei Blue Note (1956-1958) richtungsweisende Scheiben wie „Blue Train“ einspielte. 23 Tracks finden sich auf den 3 CDs, darunter auch Livemitschnitte aus der Carnegie Hall („Monk‘s  Mood“, „Epistrophy“) und Alternative Takes von StĂŒcken wie „Blue Train“ und „Lazy Bird“. – FĂŒr den kreativen Jazz bei Blue Note in den 1960er Jahren steht HERBIE HANCOCK, der zwischen 1962 bis 1969 gleich 7 Alben veröffentlichte. Ein reprĂ€sentativer Querschnitt hierzu findet sich auf den beiden ersten CDs, wĂ€hrend auf CD 3 rares und hochinteressantes Material von Hancock zu Tage gefördert wurde, u.a. das fast 11 minĂŒtige LivestĂŒck „Cantaloup Island“ und „Requiem“ mit Donald Byrd. – Die letzte 3 CD-Box ist dem großartigen amerikanischen Saxophonisten WAYNE SHORTER gewidmet, der es zwischen 1964 bis 1970 auf insgesamt 11 Platten bei Blue Note brachte. Seine besten StĂŒcke finden sich auf den beiden ersten CDs, wĂ€hrend CD3 Wayne Shorter im Zusammenspiel mit GrĂ¶ĂŸen wie Freddie Hubbard, Art Blakey und Michel Petrucciani zeigt.
Bernd Lorcher

DEAN BROWN, DENNIS CHAMBERS & WILL LEE
DBIII-Live In Tokyo
BHM Music/ZYX Music
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Feinster Funkjazz-Rock, live mitgeschnitten an 3 Tagen im Dezember 2008 im Tokioer Cotton Club. Und Dean Brown (guitar), Will Lee (bass) und Dennis Chambers (electric bass, vocals) liefen auf der BĂŒhne vor den begeisterten japanischen Fans zu echter Hochform auf. Das Songrepertoire reicht von fetten Funk-Bass-StĂŒcken ("Break Song") ĂŒber gelungene James Brown-Interpretationen ("Take This", "Solid") bis hin zur Hendrix-Reinkarnation "Up From The Skies" und dem Beatles All-Time-Fave "All You Need Is Love". Eine dicke Empfehlung!
Bernd Lorcher

LUZ CASAL
La Pasion
Blue Note/EMI
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Ihre musikalische Karriere hat die spanische SĂ€ngerin Luz Casal Kultregisseur Pedro AlmodĂłvar zu verdanken, der sie vor zwei Jahrzehnten bat, zwei Boleros fĂŒr seinen Film "High Heels" zu interpretieren. Dem Bolero ist Luz bis heute treu geblieben und veröffentlicht mit "La PasiĂłn" ihr mittlerweile zwölftes Album. Mit viel GefĂŒhl und Eleganz interpretiert sie 13 Boleros, die bis in die 1940er Jahre ("Sombras", "Alma MĂ­a") zurĂŒckreichen. BlĂŒtezeit des Bolero waren allerdings die 1950er Jahre und so wundert es nicht, dass die meisten StĂŒcke aus dieser Phase stammen. Tolle lateinamerikanische Musik mit deutlich spĂŒrbarem mexikanischen und kubanischen Lokalcolorit.
Ute Bahn

JESSE COOK
The Rumba Foundation
Coach House/EMI
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Die Musik des kanadischen Gitarristen JESSE COOK ist fest im Nuevo Flamenco verwurzelt. Auf seiner bereits siebten Scheibe "The Rumba Foundation" wagt er nun den gekonnten BrĂŒckenschlag zwischen lateinamerikanischen Rumba-KlĂ€ngen und dem mediterran geprĂ€gten Flamenco. Hochinteressant ist dabei auch Cook’s ganz eigene Version des Simon & Garfunkel-Titels "Cecilia", welcher ebenfalls auf der CD zu hören ist.
Bernd Lorcher

CRIMSON JAZZ TRIO
King Crimson Songbook: Vol.2
Panegyric/Galileo MC
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Der einstige King Crimson Schlagzeuger Ian Wallace legt den zweiten Teil seiner Jazzbearbeitungen des King Crimson Songbooks vor. UnterstĂŒtzt wird er bei den gelungenen Songbearbeitungen (u.a. "The Court Of The Crimson King" und "One Time") von Pianist Jody Nardone und Bassist Tim Landers. Als Gast ist ebenfalls noch mit dabei Saxophonist Mel Collins. Unbedingt reinhören in die fĂŒnfgĂ€ngige "Islands Suite".
Bernd Lorcher

LUCIEN DUBUIS TRIO
Ultime Cosmos
Enja Records/edel kultur
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Das Power-Trio des Schweizer Multiinstrumentalisten Lucien Dubuis (alt-sax, contrabass clarinet) hat es in sich. Zusammen mit Gitarrist Marc Ribot (u.a. Robert Plant, Tom Waits) extrahiert die bestens aufgelegte Formation eine Crossover-Funk-Jazz-Rock-Fusion, die an melodischen Ideen und energetischen Rhythmen nicht zu ĂŒberbieten ist. Ein absolut toller Sound, der sehr zu empfehlen ist. Erfreulichweiser wurde der Edition auch noch eine Bonus-DVD inklusive Making Of beigelegt.
Ute Bahn

JESSE ELDER
The Winding Shell
Stilll/Broken Silence
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Der New Yorker Pianist Jesse Elder ist einer der jungen Wilden in der amerikanischen Jazzszene. Gleich dreimal hat er den „ASCAP Young Jazz Composer“-Wettbewerb gewonnen und spielt praktisch tĂ€glich in den Clubs von Manhattan und Brooklyn. Auf „The Winding Shell“ stellt er nun hochgradig spannendes Material aus eigener Feder vor, das mit den beiden Saxophon-Cracks Gary Thomas & Chris Cheek, Bassist Christopher Tordini und Drummer Tyshawn Sorey entstand. Improvisationsfreudiger und höchst vitaler Saxophon-Piano-Jazz, der in jeder rauchgeschwĂ€ngerten Jazzkneipe fĂŒr BegeisterungsstĂŒrme vom Publikum sorgen wĂŒrde.
Rainer Guérich

E.S.T.
Retrospective-The Very Best Of E.S.T.
Act Music/edel kultur
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Die postume Ehrung einer der herausragendsten Pianisten der Jazzgeschichte. Nachdem Pianist Esbjörn Svensson im letzten Jahr tragischerweise verstarb, gibt es hier eine exquisite Werkschau aus sieben Studioalben. Noch einmal können wir den außergewöhnlichen Genius im traumhaften Zusammenspiel mit Bassist Dan Berglund und Schlagzeuger Magnus Öström erleben. 80 Minuten Jazzgenuss vom Feinsten!
Bernd Lorcher

GIORA FEIDMAN
Klezmer & Strings
Pianissimo Musik
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Giora Feidman, der Meister der Klarinette, arbeitet auf dieser CD mit dem Gershwin Quartett zusammen. Die Kombination des Streicherensembles mit den KlezmerklÀngen von Feidmans Klarinette funktioniert wunderbar. Den Hörer erwartet eine Vielzahl von musikalischen KlÀngen. Die musikalische Reise geht in die Welt des argentinischen Tangos, aber auch osteuropÀische Klezmer-Musik steht auf dem Fahrplan. Temperamentvolle, melancholische und leidenschaftliche KlÀnge, die aus dem Herzen kommen.
Ute Bahn

BEPPE GAMBETTA
Collection
CLAUS BOESSER-FERRARI
How We Became Americans
Acoustic Music/Rough Trade
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Auf dem Spielplan des italienischen Gitarristen und SĂ€ngers BEPPE GAMBETTA steht nicht nur italienische Musik, sondern auch Blues, Swing und amerikanische Roots Music, die er zu seiner ganz eigenen Melange verbindet. UnterstĂŒtzt wird er auf seiner neuen CD „Collection“ u.a. von KĂŒnstlern wie Glen Moore, Mike Marshall und Patty Larkin. – „How We Became Americans“ hat Gitarrist CLAUS BOESSER-FERRARI seine neue CD genannt, auf der er uns auf einen improvisierten Klangtripp durch vielschichtige Klanglandschaften einlĂ€dt. Richtungsweisende Impulse gibt es auf der Platte zusĂ€tzlich von Fred Frith (u.a. John Zorn) und Marc Ribot (u.a. Robert Plant, Allison Krauss). PrĂ€dikat: außergewöhnlich.
Bernd Lorcher

GIRAFE WORLD LOUNGE
Premiùre Étape
Girafe/Indigo
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Neues in Sachen Weltmusik erreicht uns dieser Tage aus dem verregneten Hannover, wo seit einiger Zeit das kleine, aber feine Label „Girafe“ seine Zelte aufgeschlagen hat. Mit der vorliegenden Scheibe steht die erste Compi zur Diskussion und prĂ€sentiert 17 Ausnahme-KĂŒnstler der Weltmusik-Szene. Dabei ist der musikalische Bogen weit gespannt und reicht von brasilianischen Rhythmen, Bossa Nova, Elektro-Lounge, indisch-asiatischen KlĂ€ngen bis hin zu afrikanischen Elementen, Chill-House, NuJazz und Dub. Dass die KĂŒnstler der Scheibe mit Namen wie Aaron Bingle, Justin und Janice Andrade bei den meisten Hörern nur Unkenntnis ernten, ist Label-Politik und beabsichtigt. Ein Umstand, der sich spĂ€testens nach dem 2. Reinhören in die Scheibe Ă€ndern dĂŒrfte.
Ute Bahn

EVERETTE HARP
First Love
Shanachie/in-akustik
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Smoothe Funk-Jazz-Scheibe von Saxophonist Everette Harp, die in Zusammenarbeit mit George Duke (auch Produktion) entstand. Die Platte featured aber auch weitere hochkarĂ€tige GĂ€ste wie Drummerin Terri Lyne Carrington und Perkussionist Lenny Castro. Anspieltipp ist der Bass-schnalzende Up-Groover „Soul Fries“. Einen balladesken und atmosphĂ€rischen Bar Jazz-Charme verströmt das wunderbare „Blossom“.
Bernd Lorcher

KALKAN
Planet Kalkan
IAN MELROSE
Around The Corner In 80 Minutes
Acoustic Music/Rough Trade
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Ein musikalisches Projekt ĂŒber LĂ€ndergrenzen und kulturelle Unterschiede hinweg, so könnte man das Gitarren-Duo KALKAN beschreiben,  das seit 2006 in der Szene unterwegs ist. Bestehend aus dem gebĂŒrtigen Istanbuler Erkin Cavus und dem „Nordlicht“ Reentko Dirks, sind die Beiden von Beginn an dem Sound der akustischen Gitarre erlegen. Auf dem Spielplan stehen sehr intensive Stimmungen, ungewöhnliche Soundkaskaden, lautmalerische Kleinode, sanfte Harmonien und verschĂ€rfte Gitarren-Rhythmen. - Ein neues Album hat auch der schottische Gitarrist IAN MELROSE am Start, der sich diesmal auf eine musikalische Reise durch alle Herren LĂ€nder macht. Das musiklaische Spektrum reicht von orientalischen Sounds ĂŒber afrikanische Roots, nordische Folklore bis hin zu indischen und keltischen EinflĂŒssen. Zu den musikalischen GĂ€sten zĂ€hlt u.a. auch die norwegische SĂ€ngerin Kerstin Blodig.
Ute Bahn

BENJAMIN KOPPEL & KENNY WERNER
Walden
Cowbell Music
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Mit dem jungen dĂ€nischen Saxophonisten Benjamin Koppel und der amerikanischen Jazzpiano Ikone Kenny Werner hat sich ein außergewöhnliches Duo zusammen gefunden. Lyrisch, improvisativ, leidenschaftlich und emotional klingt ihre spannende Konversation auf den beiden Instrumenten. Zu dem Titel „Walden“ ließen sich die Beiden ĂŒbrigens durch eine Meisterwek der amerikanischen Literatur aus der Feder des Philosophen und Naturalisten Henry David Thoreau inspirieren („Walden, or LIfe In The Woods“).
Ute Bahn

PÄR LAMMERS TRIO
Komm doch vorbei
Traumton Records/Indigo
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Auch fĂŒr ihre neueste Einspielung hat das PĂ€r Lammers Trio einen, so meine ich, wunderbaren deutschen Titel gefunden, der geradezu dazu einlĂ€dt, innezuhalten und die 14 Songs anzuhören. Mich zumindest hat das Trio bereits nach den ersten Akkorden des Openers auf seiner Seite und spĂ€testens nach dem wunderbar melancholischen „The Cowshed“ bin ich restlos begeistert. Dabei fĂ€llt es schwer, den besonderen Reiz ihrer Jazzmelange beim ersten Reinhören zu erkennen. Die Arrangements sind einfach und ansprechend aufgebaut und kommen ohne AbsurditĂ€ten und postrevolutionĂ€re Effekthascherei aus. Und genau hier liegt der Punkt. Es ist die Einfachheit und unaufdringliche Dynamik, welche die Songs vorwĂ€rts treibt, ohne intellektuell kopflastig zu sein. “Wir wollen, dass die Leute uns nicht als Jazz Trio wahrnehmen, sondern denken, oh, was fĂŒr ein schöner Song...“ Stimmt genau!
Ute Bahn

TIMO LASSY
Round Two
Ricky Tick Rec./Groove Attack
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High Quality Jazz der besten GĂŒteklasse serviert uns Saxophonist Timo Lassy (u.a. Five Corners Quintet) auf dieser Scheibe. Die Songs haben durch die Hinzunahme einer großen BlĂ€sersection (insgesamt 2 sax, trombone + trumpet) einen tierischen Drive, wobei die Rhythmussection mit bestechendem TiminggefĂŒhl aufwarten kann. Toll ist auch der Gastauftritt von JazzsĂ€nger JosĂ© James auf den beiden  StĂŒcken „The More I Look At You“ und „Ya Dig“. Timo Lassys Sidecrew hat zuweilen den Schmiss einer monströsen Bigband, nicht schlecht!
Rainer Guérich

NGUYEN LE
Sayuki
Act Music/edel kultur
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Der vietnamesische E-Gitarrist NGUYÊN LÊ ist ein Meister auf seinem Instrument. Seine einzigartige und atmosphĂ€rische Verbindung zwischen vietnamesischer Klangtradition und zeitgenössischem Jazz wurde von der Kritik in der Vergangenheit völlig zurecht in höchsten Tönen gelobt. Mit seiner neuen Aufnahme "Sayuki" gibt es nun wieder ein Highlight asiatischen World-Jazzes. UnterstĂŒtzt wird er auf seinem hörenswerten Streifzug von der japanischen Koto-Spielerin und SĂ€ngerin Mieko Miyazaki sowie dem indischen Tabla- und Percussion-Spezialisten Prabhu Edouard. FĂŒr weitere Farbtupfer sorgt bei 3 Nummern der Klang der Bansuri-Flöte, die von Hariprasad Chaurasia gespielt wird.
Bernd Lorcher

LÉOPARLEUR
Faut Du RĂȘve
LĂ©Oprod/Broken Silence
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Auch die neueste Einspielung der Straßburger-Band ist wieder eine quirlige und umtriebige Mixtur aus arabisch-andalusischen Melodien, Flamenco, Chansons und Gypsy-Rock, der vom ersten Akkord in die Ohren und die Beine geht. Gute Laune und Party stehen ganz oben auf dem Spielplan, wenn SĂ€ngerin Maya Martinez wundervoll-poetische Melodien anstimmt und mit Saxophon und Kastagnetten die TanzflĂ€chen fĂŒllt. Wenn hier und da ein schrĂ€ger Dub-Akkord zu hören ist und verzerrte Riffs erklingen, so ist dies kein Gegensatz, sondern passt kongenial in den Klangkosmos ihrer kleinen Alltagsgeschichten.
Frank Zöllner

MADREDEUS & A BANDA COSMICA
Metafonia
Farol/Galileo MC
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Mit ihrer einzigartigen Verbindung aus portugiesischer Musik, elektronischen Gitarren, Synthesizern und dem Fado-Gesang von Teresa Salgueiro gingen Madredeus in die Musikgeschichte ein. Nicht zuletzt auch durch die Verwendung ihrer Musik im Wim Wenders Film "Lisbon Story". Mittlerweile hat Teresa Salgueiro die Formation verlassen und wurde auf dieser Doppel-CD durch die beiden SĂ€ngerinnen Mariana Abrunheiro und Rita DamĂĄsio sehr gelungen ersetzt. Die von Pedro Yres Magalhaes angefĂŒhrte Truppe bleibt weiter auf der Erfolgsspur. Sehr empfehlenswert!
Ute Bahn

MALENE
Agony & Ecstasy
Stunt Records/Sunny Moon
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Das dĂ€nische Jazzlabel Stunt Records ist immer eine gute Adresse. Hier gibt’s das neue Album der dĂ€nischen JazzsĂ€ngerin Malene Mortensen zu hören, die von ihrem  Begleittrio kongenial begleitet wird.   Gekonnt interpretiert sie im Acoustic Jazz beheimatete Nummern, macht aber auch in jazzrockigen StĂŒcken wie „Tools And Rules“ eine gute Figur“.
Bernd Lorcher

JOE McBRIDE
Lookin' For Change
Heads Up/in-akustik
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Cooler Piano-Jazz mit tollen Balladen und dem unvergleichlich smoothen Gesang, fĂŒr den Joe McBride schon seit vielen Jahren in der Jazzszene bekannt ist. Unbedingt reinhören in den Opener "Crazy" und die geniale Coverversion "Word Up". FĂŒr das saubere Klangbild sorgte Martin Walters im "Big Time Audio"-Studio in Jonesborough, Tennessee. Zum festen Studio-Line-Up zĂ€hlten Elijah Gilmore (drums), Roger Hines (upright bass) und Dan Wilson (guitar). Klasse Teil!
Bernd Lorcher

McJAZZ
Bass Me
Act Music/edel kultur
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Hinter dem NuJazz-Projekt McJazz verbergen sich große Namen: Annette Humpe, Anselm Kluge (keys, bass), Peter Weniger (saxophone) und Ingulf Burkhardt (trumpet). Die Vier servieren auf "Bass Me" coolen und bassstarken HipJazz Marke Tab Two, angereichert mit dem Wortwitz Annette Humpes. Das Ergebnis  kann sich hören lassen, wobei ich als Anspieltipps "Gucci & Versace" und "Schatzi" empfehlen möchte.
Rainer Guérich

PSP
Live
Care/edel kultur
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Hinter dem KĂŒrzel „PSP“ verbirgt sich die Fusion-Rock-All Star-Group um den ehemaligen TOTO-Schlagzeuger Simon Phillips, Keyboarder Philippe Saisse (Ex-Rolling Stones) und Bassist Pino Palladino (The Who). Die Drei sind echte Meister ihres Fach und gefragte Session- bzw. Studiomusiker. So wundert es denn auch nicht, dass der prĂ€zise und Funkenschlagende Fusionrock, den das Trio hier serviert, live an zwei Tagen im Februar diesen Jahres im Tokioer Billboard Club eingespielt wurde. Der Opener „Mancala“ ist ein echter Hammer, selbst Dave Brubeck’s „Blue Rondo A La Turk“ besteht den „PSP“-Test.
Rainer Guérich

BILL RAMSEY & BIGBAND DER DEUTSCHEN OPER BERLIN
Premiere
Mons Records/Sunny Moon
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Dass Bill Ramsey ein begnadeter JazzsĂ€nger ist, dĂŒrfte sich in der Jazz-Szene rumgesprochen haben. Schon seit vielen Jahrzehnten frönt Ramsey seiner großen Liebe zum Jazz, leider viel zu selten auf CD. Auf dieser Platte kann man den stimmgewaltigen SĂ€nger, der immer noch unglaublich gut swingen kann, im Zusammenspiel mit der Bigband der Deutschen Oper Berlin erleben. Auf dem Spielplan der hochklassigen und unterhaltenden CD stehen u.a. Nummern von Cole Porter ("Love For Sale"), aber auch Evergreens wie "Route 66", "Georgia On My Mind" und "I Got Rhythm".
Bernd Lorcher

THE SANDSACKS FINEST IRISH FOLK AND CELTIC MUSIC
Rebels & Rovers
kom4/Soulfood
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„Finest Irish Folk And Celtic Music“ unterschreiben The Sandsacks ihren Bandnamen und ich denke, die Vier versprechen nicht zuviel. Dass die Jungs dabei ĂŒberhaupt nicht von der GrĂŒnen Insel kommen, sondern eine Band aus Berlin sind, macht die Sache noch interessanter. Dudelsack, Mandoline, Banjo, Pipes und Violine kommen in den 15 knackigen Mittanz-Nummern reichlich zum Einsatz und machen Lust zum Mitsingen und Abschunkeln. Ohne MĂŒhe verwandeln Christoph, Daniel, Hagen und Sascha bei Auftritten vom Ziebelmarkt in Weimar bis zur Kieler Woche die PlĂ€tze in brodelnde Mitmach-Arenen. Eine empfehlenswerte Aufnahme, die etwas Highland-Feeling ins heimische Wohnzimmer zaubert.
Simone Theobald

LISETTE SPINNLER
Siawaloma
Material Records/Harmonia Mundi
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Lisette Spinnler kommt aus Basel und ist eine der außergewöhnlichsten JazzsĂ€ngerinnen, die mir in letzter Zeit musikalisch begegnet sind. Ihr Gesang ist sehr emotional, intuitiv und reicht bis in die SphĂ€ren des Scattens, wobei sie sich einer imaginĂ€ren afrikanischen Phantasiesprache bedient. Das hört sich nicht nur spannend an, sondern ist es auch, wenn sie mit ihren musikalischen Mitstreitern Alex Hendriksen (tenorsax), Colin Vallon (piano), Patrice Moret (bass) und Michi Stuz (drums) im spannungsgeladenen und improvisativen Jazzkontext mit Weltmusik-Anstrich agiert. Einfach mal das gut sechsminĂŒtige „Peace Piece“ wirken lassen...
Rainer Guérich

HELGE SUNDE ENSEMBLE DENADA
Finding Nymo
Act Music/edel kultur
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Ähnlich wie Geir Lynse ist der Norweger HELGE SUNDE ein ausgewiesener Experte in Sachen unverkrampftem und spannendem Big Band Jazz. Blues, Rock und Jazz finden Eingang in den vielschichtigen musikalischen Schmelztiegel, der sehr vital und improvisativ gehalten ist, aber auch schon mal mit elektronischen KlĂ€ngen aufgepeppt wird. Anspieltipp ist das fast siebenminĂŒtige TitelstĂŒck "Finding Nymo", das Sunde seinen beiden Saxophonisten Frode (Sopran-sax) und Atle Nymo (Tenor-sax) gewidmet hat.
Bernd Lorcher

SWISS JAZZ ORCHESTRA
Close Encounter
Mons Records/Sunny Moon
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Das Swiss Jazz Orchestra wurde im Jahre 2003 in Bern gegrĂŒndet und beinhaltet die CrĂšme der schweizer Jazzmusiker. Vom innovativen und farbenreichen Sound des Orchestras kann sich der Jazzfan auf dieser CD ĂŒberzeugen. Bandleader und Trompeter Bert Joris war fĂŒr die einzigartigen Band-Arrangements verantwortlich, in deren Kernzentrum das Spiel des außergewöhnlichen Berner Bandoneoisten Michael Zisman steht. Sehr hörenswerte und fast schon audiophile Scheibe.
Bernd Lorcher

TRANCE GROOVE
Playing With The Chelsea Girls
Westpark Music
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Ein kĂŒnstlerischer Event ganz besonderer Art fand am 13. September 2008 im Köln-MĂŒngersdorfer Radstadion statt. Dort wurde das Filmepos „The Chelsea Girls“ von Andy Warhol aufgefĂŒhrt, wobei fĂŒr  die musikalische Untermalung die Kölner Band Trance Groove verantwortlich war. Doch bei diesem fast dreieinhalbstĂŒndigen Gesamtkunstwerk ließen sich die Kölner Groover auf eine ganz neue Spielart elektronisch-ambienter Klanginstallationen ein. Die vorliegende CD versucht ohne visuelle Untermalung das besondere Flair dieses Abends musikalisch einzufangen und entfĂŒhrt den Hörer auf eine zeitlose Reise zwischen Space-Pop, Future-Lounge, Jazz, Funk, Trip Hop und Reggae. Psychedelische GerĂ€uschteppiche kombinieren sich so mit wundersamen Soundwelten.
Frank Zöllner

JOE ZAWINUL
Absolute Zawinul
Intuition Records/Sunny Moon
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Auf diesem Album ist der ehemalige Weather Report Keyboarder Joe Zawinul noch ein letztes Mal zusammen mit dem Absolute Ensemble und dessen Leiter Kristjan JĂ€rvi zu hören. Musikalisch erwartet den Hörer eine einzigartige Fusion zwischen Jazz, Klassik und multikultureller Groove-Kultur. Ein wĂŒrdiges Denkmal zu Ehren eines großen KĂŒnstlers.
Bernd Lorcher

 

 

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