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MÄRZ/APRIL 2005
Home | inMusic - da ist Musik drin!


@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

| Absynthe Minded | African Dope Soundsystem | Afrob | Erol Alkan | Asian Dub Foundation | Lou Barlow | Sarah Bettens | Brings | The Bugz In The Attic | Jens Buchert | Café de Luna 3 | Paul Camilleri | Damn! | Downpilot | Dyade | Eastern Standard Time | Envelope | Die Firma | For A Space | Free’z | Friend’n’ Fellow | Dan Hicks & The Hot Licks | Hird | Hitpack | Kaos | Kalahari Surfers | The Kills | The Koreans | Lake Placid | Lo And The Magnetics | Low | Low 500 | Nathaniel Mayer | Murphy Brothers | Not The Same Old Blues Crap 3 | Platnum | Roomful Of Blues | Roots Manuva | Rosenfels | Calvin Russell | Tom Russell | Klaus Schulze: Dreams, Le Moulin De Dautet, Mirage, X | Corky Siegel | Stereophonics | St. Petersburg Ska Jazz Review | Cat Stevens | Clyde Stubblefield | Swan Lee | Walter Trout | Twitch & Jonnie Wilkes | Denison Witmer | Coen Wolters Band | Walt Wilkins | Saul Williams | Frank Zander |

Absynthe Minded
Acquired Taste
Keremos Rec./Alive
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Für die Fünf-Mann-Combo um Singer/Songwriter Bert Ostyn die so oft bediente Genre-Schublade zu finden, ist verdammt schwer. Denn Absynthe Minded legen auf „Acquired Taste“ einen Sound-Almanach vor, der seinesgleichen sucht. Total locker und entspannt spaziert das Quintett in den 13 Songs quer durch einen Parcours aus Blues, Salsa, Jazz und Pop. Dabei hat man manchmal den Eindruck, in einem Song von Tom Waits festzusitzen, dann plötzlich klingt es nach Jethro Tull oder Miles Davis. Wer hier nicht genauer hinhört und dabei immer wieder neue Nuancen entdeckt, ist entweder taub oder schon ‘ne Weile tot.
Jörg Eifel


African Dope Soundsystem
dto.
African Dope Records/Alive
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Wer immer schon mal wissen wollte, was denn in Südafrika eigentlich so alles auf den Plattentellern zum Einsatz kommt, der dürfte bei der vorliegenden Compi voll auf seine Kosten kommen. DJ Dope, Cap Town‘s angesagtester DJ, hat es geschafft, viele seiner Kollegen/innen aus den Bereichen Dub, Reggae und Dancehall auf einer Scheibe zu vereinen, um so einen musikalischen Zug „ durch die Gemeinde“ zu zelebrieren. Dabei treffen wir auf Namen wie The Chronic Clan, Ras Teba oder JJ, einen 16jährigen Nachwuchs-Rapper, die einen wilden und party-tauglichen Mix zwischen Dub-Reggae, Electronic-Beats, Pop und fetten Vibes vom Stapel lassen. Das geht voll in die Beine!
Frank Zöllner


Asian Dub Foundation
Tank
EMI
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Wer auf reichlich Dance-Mucke in Verbindung mit Ethno-Elementen aus der Wüste Libyens bis ins tiefste Afrika abfährt und dazu seine Hüften zu abgehangenen Dub-Rhythmen gerne kreisen lässt, der liegt bei der Asian Dub Foundation goldrichtig. Die Combo versteht es, ihre vertonte Poesie mit der richtigen Dosis eingängiger Melodien, organischer Ass-Kicking-Beats, cooler Vibrations und einer Soundspur quer durch einen orientalischen Bazar zu verbinden.
Ute Bahn


Lou Barlow
Emoh
Domino/Rough Trade
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Schöner Akustik-Folk mit neckischen Lo-Fi-Soundspielereien („Home“) bringt uns Lou Barlow von Sebadoh auf seinem ersten Soloalbum näher. Die Tracks sind alle schön im Slow-Tempo gehalten und bergen unter ihrer roughen Schale einen wohlschmeckenden Kern. Bereichert jede Alternative/Folk-Sammlung ungemein...
Yasmin Schmidt


Sarah Bettens
Scream
Feel Records/Alive
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Das 2004er Mini-Album „Go“ der K‘s Choice-Frontfrau hat neugierig auf diesen Longplayer gemacht. Sarah arbeitet in den 13 Songs im Grenzbereich zwischen abgeklärtem Rockstatement, neckischen Popstückchen und düsteren Crossover-Intermezzi. So ensteht ein äußerst vielschichtiges Album, das vor allem durch die puristische Instrumentierung und die coolen Rock-Vocals von Frau Bettens seine Größe gewinnt. Die Singer/Songwriterin scheut auch nicht vor gefühlvollen Liebesballaden, Folk-Poesie und überaus persönlichen Texten zurück, was „Sream“ zu einem sehr bodenständigen Album macht.
Fabian Hauck



Brings
Su lang mer noch am lääve sin
Na Klar!/BMG
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Die Kölner Rocker um Sänger Peter Brings wissen, was sie ihren Fans schuldig sind, auch auf Album No. 10. Kölsche Texte mit Ohrwurmcharakter und Mitsingrefrains, die nach vorne rocken, aber auch im Balladentempo schwelgen können. Unbedingt reinhören in das hitverdächtige Titelstück und „Man müsste noch mal 20 sein“. Ja, da ist was dran...
Bernd Lorcher


The Bugz In The Attic
Got The Bug
V2 Records
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„Got The Bug“ ist das erste Full-Length-Album der Allstar-Remixer von The Bugz In The Attic. Vom ersten Track an eine wahre Fundgrube cooler Dance-Rhythmen, abgehangener Grooves und funkelnder Flächen. Orin „Afronaught“ Walters, Paul „Seiji“ Dolby, Kaidi Tatham, Daz-I-Kue, Alex Phountzi, Cliff Scott, Mark Force, Matt Lord und Mikey Stirton fahren hier einen gefälligen Soundmix auf, der ganz locker  dezenten Soul mit fetzigen Breaks, urbanen Softcore-Pop und coolem House-Jazz  kombiniert. Dabei greifen die Jungs auf die angesagtesten Szene-Hits zurück, deren Aufzählung hier einfach den Rahmen sprengen würde. Deshalb das Teil unbedingt anchecken. Übrigens, fürs gleiche Geld gibt‘s noch ‘ne Bonus-CD mit einem 63min exclusive Bugz Mix!
Siggi Mayen


JENS BUCHERT
Sunrider
Liquid Lounge/Intergroove
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Irgendwo zwischen Chillout, Lounge und Downbeat ist das neue Album des Stuttgarters Jens Buchert angesiedelt. Melancholisch und sensitiv treffen sich jazzy Breakbeats („Green Velvet“) und großartiger Downbeat („Reboot“, Panopticum“) in der Clublounge.
Yasmin Schmidt


Paul Camilleri
Another Sad Goodbye
Pepper Cake/ZYX
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Eine Empfehlung für alle Bluesfreunde ist die „Neue“ von Paul Camilleri. 13 Tracks hat er für dieses Album geschrieben und sie mit Hilfe von Produzent Popa Chubby (selbst ein ganz Großer!) genau richtig verpackt. Alle Songs gewinnen natürlich durch Pauls whiskey-getränkte Stimme (und das, obwohl er gar keinen Tropfen Alkohol trinkt!) und dem rough variablen Gitarrenspiel. Ehrlicher Bluesrock, auf den Punkt gebracht!
Fabian Hauck


Damn!
Youth Style
Raw Fusion Recordings/Groove Attack
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Der schwedische Export Damn! arbeitet gerne mit einer fesselnden Melange aus Soul, Rock, Funk und HipHop. Damit hat er es bereits bis ganz an die Spitze der schwedischen Major-Charts gebracht. Auf „Youth Style“ begeistern die vier Soundtüftler mit jeder Menge dubbiger Breakbeats, flirrenden Electro-Rhythmen, Dance-Pop und kernigen Rap-Einlagen. So entsteht ein gefälliger Adultpop, der in keiner Sekunde langweilig klingt und sein Klangspektrum zwischen Latin, Funk, Afro und jazziger Melange immer wieder ausbaut. Empfehlenswert!
Frank Zöllner


Downpilot
Leaving Not Arriving
Tapete Records/edel contraire
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Musikalisch gibt’s an dem Erstlingswerk von Downpilot aus Seattle eigentlich nichts zu mäkeln, wäre der Gesang des Sängers nicht doch sehr gewöhnungsbedürftig. Hat mir das Anhören von wirklich guten Songs wie „True“ und „Not Detoured“ doch sehr verleidet. Da ihr akustischer-Lo-Fi-Alternate-Sound aber doch sehr hörenswert ist, solltet ihr vielleicht mal selbst reinlauschen und euch eine eigene Meinung bilden...
Rainer Guérich



Dyade
Sherman/Brooklyn
Big Store/Cargo
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„Wieso schmeißen die Jungs für gerade mal 14 Songs ‘nen Doppeldreher auf den Markt?“, war meine erste Frage, als ich die neue Scheibe von Dyade in den Fingern hielt. Nachdem ich die ersten Tracks von „Sherman“ und dann von Dreher Nr. 2 „Brooklyn“ angehört hatte, war die Sache klar. Während Silberling Nummero Eins eingängigen und professionell produzierten Pop&Crossover-Rock vom Stapel lässt, hält die zweite Scheibe für mich die wahren Dyade parat. Sieben Songs entstanden in Eigenregie im Home-Equipment-Studio und quellen vor geilen Ideen und Emotionen nur so über. Große Empfehlung für die Band, auch wenn man Dreher Nr. 1 getrost wegschmeißen kann!
Frank Zöllner


Eastern Standard Time
Tempus Fugit
Grover Records
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Mit „Tempus Fugit“ legen Washington DC‘s Vorzeige-Band in Sachen Reggae&Ska ihre 4. Arbeit vor. Die Jungs lassen vom ersten Trompetenstoß an die Sektkorken knallen und bringen gute Laune in die Stube. Als Botschafter der jamaikanischen Lebenskultur und Musikszene haben es Eastern Standard Time bereits bis in die Hallen Russlands geschafft. Ihr dynamisch-pulsierender Mix aus Ska, Reggae, Soul und Bossa Nova hat sich auf so manchem Soundtrack verewigt. Unterstützt werden sie von Kollegen wie Soul Diva Deborah Bond, Ben Holmes, Brian Sledge oder Chuck Evans.
Fabian Hauck


ENVELOPE
Stay
Nibelung Records
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Dänisches Pop-Easy Listening Quartett, das mit seinen ohrgängigen süßen Melodien in erster Linie was für Fans der Cardigans sein dürfte.
Jörg Eifel


Die Firma
Krieg Und Frieden
Seven Days/BMG
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Auf ihrem 4. Album stellen Fader Gladiator, Tatwaffe und Def Benski ihren Ausnahmestatus in der deutschen HipHop-Szene unter Beweis und servieren uns voll angesagte und äußerst zeitkritische Texte mit cool-groovenden Rap-Rhythmen. Ohne kopflastige Laberkost oder überzuckerte Weinerle-Texte geht Die Firma die Sache an. So macht HipHop wieder Spaß, wäre da nicht ein mickriges Promo-Album für uns Rezensenten, das jeden Song nur knapp eine Minute anspielt und mir voll auf den Senkel geht.
Fabian Hauck


For A Space
Civilian On Battlefield
Wellenform Records/
www.wellenform.de
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Tolles Album im minimal-chilligen Style von Programmer Sebastian Ullmann, der sich mit Sängerin Juliane Wild  eine kongeniale Unterstützung ins Studio geholt hat. So trifft im grandiosen Eröffnungsstück „The One“ Julianes smoothe Stimme auf ein sehr zurückhaltend agierendes Elektronikambiente. Bei dem zweiten Stück „Opener“ pluggt es (stimmfrei) dreammäßig auf satter Elektronikwelle, um dann in „Your Voice“ den Weg für ultradeepen Dreampop mit langsamen Flow zu öffnen.Beim Titelstück kommt es mir gar vor, als würde die Platte ein organisches Eigenleben führen. Das Wechselspiel zwischen dem Gesang von Juliane und den unterschiedlich installierten, elektronischen Fragmenten funktioniert einfach prächtig. Eine wirklich tolle Scheibe, die man sich zu jeder Tageszeit geben kann.
Rainer Guérich


Free‘z
Doppel Sechs Kommt Raus
Pirate/Aldente/Sony
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Aus der bayerischen Hauptstadt kommt ein Neuzugang in die deutsche HipHop-Szene, der mit seiner Debüt-Arbeit unbeschwerte und coole Party-Atmosphäre in die Szene pumpt. Die Rede ist von Free‘z, der bereits 2003 mit seiner Single „Keine Zeit“ von sich reden machte und zusammen mit Blumentopf und ihrer „Gern Gesehen-Tour“ einige Live-Erfahrung tankte. Jetzt liegt seine erste Longrille in den Playern und zeigt den Freestyler als ausgewiesenen Partygänger und Spezialist für Gute-Laune-Rhythmen zwischen HipHop, Samba, Funk und Ragga, inklusive witziger Texte. Damit Free‘z nicht so ganz allein im Studio war, hat er sich HipHop-Freaks wie Craig G., Heinemann von Blumentopf, Esther Adam, 4zu1 und Caramellow eingeladen, um seinen cool-groovenden Soundcocktail abzumischen.
Fabian Hauck


Friend ‘n’ Fellow
Covered
Ruf Records/inakustik
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Dass Friend’n’Fellow Meister des Akustik Soul & Blues  sind, haben sie schon zur Genüge bewiesen. Nun haben sich Constanze Friend (die Dame mit der großen Stimme!) und ihr musikalischer Partner Thomas Fellow ihre besten Cover-Songs aus der Vergangenheit plus 6 neue auf dieser CD verewigt. Interessant, welches Eigenleben Klassiker wie „Light My Fire“, „Fly Like An Eagle“ und „What A Wonderful World“ in der Friend’n’Fellow-Version entwickeln. Unbedingt hören!
Bernd Lorcher


Dan Hicks & The Hot Licks
Selected Shorts
Surfdog/SMIS
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Den Werdegang des musikalischen Tausendsassas Dan Hicks hier auszubreiten, würde den Rahmen meiner Rezensions-Vorgaben sprengen. Deshalb nur soviel: Der Mann ist eine amerikanische Legende und in allen Stil- Genres zu Hause. Ein Umstand, den er auch auf seiner neuesten Einspielung zur zu gerne unter Beweis stellt.Country, Rock, Boogie, Hillbilly, Jazz und Soul hat der Master zu einem fingerschnippenden und quirligen Mix zusammen gestellt. Dazu bedient sich Mr. Hicks nicht nur seiner seit vielen Jahren eingespielten Side-Crew, sondern hat mit Musikern wie Willie Nelson, Jimmy Buffett und Thomas Dolby einige gute Bekannte & Kollegen ins Studio gebeten. Wer bei dieser Melange aus Up-Tempo-Nummern, leichtfüßigem Blues  und melodischem Balladenfeeling nicht unwillkürlich mit den Füßen wippt, muss dringend zum Ohrenarzt.
Frank Zöllner


Hird
Moving On
DNM/SIB
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Hird heißt mit bürgerlichem Namen Christoffer Berg, kommt aus Schweden (genauer gesagt aus Gothenburg) und gilt als einer der vielversprechendsten Vertreter in Sachen Jazz, House&Club-Sound. Als wahrer Multi-Instrumentalist gehen auf seinem Silberling alle Drum, Percussion, Keyboard und Guitar-Einsätze auf sein Konto, auch fast alle Vocal-Parts hat Hird in Personalunion eingespielt. Wer genauer hinhört, wird in einigen Tracks überirdisch schöne und atmosphärisch dichte Vocals ausmachen. Die gehören niemand Geringerem als Yukimi Nagamo, der Frontfrau von KOOP, die hier einige Songs verschönert. Eine gekonnte Mixtur aus urbanem Clubsound mit jeder Menge Elektro-Features, Dub, House und Ambient.
Siggi Mayen


Hitpack
Fresh Volume 3
Deshima Music
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Die bereits dritte Rille der Hitpack Fresh Best Of Talents-Reihe zeigt, welch enormes Nachwuchs-Potential nicht nur in der deutschen Rock&Alternative-Szene vorhanden ist. Denn erstmals wurden auf der brandneuen Doppel-Rille auch Talente aus dem europäischen Ausland berücksichtigt. Wie bereits auf den Vorgängern finden sich auf den beiden Silberlingen ausnahmslos Acts, die bisher noch keinen Plattenvertrag ihr eigen nennen können und die mit Herzblut an die Sache gehen, was man sich von so manch etablierter Band nur mal ab und zu wünschen würde. Das Stilspektrum ist weit gesteckt und reicht von Alternative, Nu-Metal und Indie über HipHop, Rock und Punk bis zu Folk und avantgardistischem Rap. Eine prall gefülle Doppel-Rille also, die mit Spielfreude und musikalischer Handarbeit begeistert.
Simone Theobald


Kaos
Hello Stranger
K7 Records
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Hinter der Bezeichnung Kaos steckt, wer hätte es nicht längst vermutet, der umtriebige Berliner Szene DJ Kaos und Ex-Mitglied bei Terranova, der hier endlich einmal auf Solopfaden wandelt. Obwohl das auch nicht ganz richtig ist, denn der Plattenaufleger hat eine ganze Schar angesagter Künstler für „Hello Stranger“ verpflichtet. So lesen wir Namen wie Daniel Wang, Namosh, Boy From Brazil und Jason Friedman in den Liner Notes und dürfen uns auf ein urbanes Kabinettstückchen in Sachen cooler Chillout-Lounge und Plüschsofa freuen. Musikalisch treffen wir uns irgendwo im weiten Feld aus Low-Beat-Disco, New York-Club, Tropic-Sound und Cool-Funk. Einfach zurückfallen lassen und genießen!
Siggi Mayen


Kalahari Surfers
Multi Media
African Dope Records/Alive
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Während der Zeit der Apartheid in Südafrika stand die Musik der Kalahari Surfers nicht nur einmal auf dem Index und konnte nur „unter der Ladentheke“ verkauft werden. Diese Zeiten sind Gottlob vorbei und ihr experimenteller Sound aus Electro Punk, Dub-Rhythmen und politischen und sozial-kritischen Statements hat längst den Weg bis in europäische Musikläden gefunden. „Multi Media“ nennen Kalahari Surfers ihren neuesten Silberling und zeigen damit, dass sie trotz ihrer 20jährigen Bandgeschichte zur ersten Liga südafrikanischer Elektro-Frickler gehören. Ihr Sound ist ein spaciger Trip aus Big Beats, coolen Vibes, Samples, Dub&Reggae-Elementen und atmosphärisch dichten Loops, der in den Chillout-Rooms angesagter Clubs eine ebenso gute Figur macht wie auf dem heimischen Sofa. Natürlich funktionieren groovende Tracks wie „The Generals Walk Free“ und „Slow Speed“ auch bestens während der Autofahrt - hab‘s selbst getestet!
Frank Zöllner


The Kills
No Wow
Domino/Rough Trade
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Absolut coole Platte, die The Kills hier vorlegen. Zirkulierende Gitarrenriffs meets roughe Frauenstimme. Das Titelstück klingt mit seinem motorisch laufenden Drive sehr charmant/lasziv, „Love Is A Deserter“ gefällt mit bratzelnder Gitarre und seinem Miami Vice -Groove. Der Hördurchlauf bleibt jederzeit spannend.
Rainer Guérich


The Koreans
The Koreans
Storm Music/Broken Silence
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Mit reichlich Lob aus ihrer Heimat England bedacht und schon mal als „New Favourite Band“ oder „The Future Of The UK Music“ betitelt, gehen The Koreans mit ihrem selbstbetitelten Debüt auch in deutschen CD-Läden an den Start. Dabei lässt der Vierer um Frontshouter Oliver Hicks schon mit dem Opener „Keep Me In Your Minds“nichts anbrennen und serviert uns einen cool-abgehangenen Mix aus einprägsamen Britpop-Riffs, griffigen Kopfnicker-Beats und gut funktonierenden Loops. Geschmackvoll abgerundet mit ein wenig Elektro-Mucke, Timing-sicheren Rhythmen und flockigen Melodien, die im Ohr hängen bleiben. Wäre noch zu erwähnen, dass The Koreans ihren ersten Gig außerhalb der Insel natürlich in Korea absolvierten. Na klar, wo auch sonst!
Jörg Eifel


Lake Placid
Make More Friends
Universal
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Nerviger Schrammel-Pop mit Girliestimme aus Dänemark, der mir unglaublich auf den Zeiger geht. CD-Player stop = wohltuende Ruhe!
Rainer Guérich


Linker Offensivverteidiger
Du der da
Wellenform Records/
www.wellenform.de
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Nachdenkliche Botschaften, straighte Elektronik, Tanzbarkeit, stimmige Minimoog, ironische Finesse, auch mal eine Telecaster. - Der linke Offensivverteidiger verteidigt auf dieser Scheibe seine gewonnenen Einsichten und macht elektronische Musik, zu der sich auf fünf Tracks auch eine sprachliche  Botschaft gesellt. Und das Ganze hört sich ebenso ohrgängig wie spannend an. Mit der „Dampflok durch die Zeit“ fängt auf einer Midi-Woge gemütlich  rollend an und wird dann merklich spaciger. „Popcorn“ variiert das bekannte 70er Jahre-Thema mit bratzelnden Beats und schöner E-Gitarre. Das Titelstück „Du der da“ gewinnt mit seinem immer wiederkehrenden Refrain „Wartest auf den Boten und wartest auf den Kaiser“ ganz allmählich an Deutlichkeit und Vehemenz, mutiert schließlich zum übergroßen Wonnemonster mit fetter Bassline. Textlich bestückt sind auch die bemerkenswerten Tracks „Erinnerungen“, „Generationen“ („Wenn ich tanze, dann tanze ich nur für mich“) und „Miss-Verständnisse“.  Und auf „Meerschweinchenexpress“ offenbart uns der Linke Offensivverteidiger zwischen improvisierter Synthie-Line und nach vorne preschenden Dancegrooves schließlich auch seine witzige Seite. Vielleicht genau die richtige CD für dich da.
Rainer Guérich


LO AND THE MAGNETICS
A Part
Grover Records/SPV
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Lo and The Magnetics kommen aus Kanada und gefallen mit ihrer skalastigen Musik-Mischung, die auch Einflüsse von Blondie und Madness zitiert. Das liegt nicht zuletzt an dem umwerfenden Charme von Sängerin Lorraine Muller, die den Bandsound ganz entscheidend prägt.
Fabian Hauck


Low
The Great Destroyer
Sanctuary/Rough Trade
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Auch zehn Jahre nach ihrem Debüt schafft es das Trio aus Minnesota/USA immer noch mit atmosphärisch dichten Arrangements und einfach strukturierten Melodien ihre Fans zu begeistern. Auf „The Great Destroyer“ setzen Low ihre Maxime der „leisen Töne“ konsequent fort. Dabei gelingt es Mimi Parker, Alan Sparhawk und Zak Sally eine Mischung aus vitalen und ungemein anrührenden Songs zu destillieren, die mal herrlich naiv, heiter-traurig oder easy-listening-like daherkommen. Ego-Trips und Krachorgien wird man auf dieser Platte nicht finden. Im Vordergrund stehen akustische Abenteuer, Gitarren-Impressionen und wunderschön verspielte Melodien, die die Phantasie des Hörers beflügeln.
Frank Zöllner


NATHANIEL MAYER
I Just Want To Be Held
Fat Possum/SMIS
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Ein schweißtreibendes und souliges R‘N‘B Album des 61jährigen Nathaniel Mayer, der von Hank Ballard & The Midnighters stark beeinflusst wurde. „I Just Want To Be Held“ ist sein erster Release auf Fat Possum Records und der ideale Spielplatz für Nathans schmirgelige Soulstimme. Ob nun mit vorwärtstreibendem Saxophon (bärenstarker Opener „I Wanna Dance With You“) oder im klassischen, sparsam akzentuierten Detroit Soul mit charmanter Hammond und krächzender E-Gitarre („Satisfied Fool“) – immer läuft der Motor mit dem richtigen Vorwärtsdrive. Schöne Scheibe für alle Soul, R&B, Funk und Blues Freaks. Musik ohne jegliches Verfallsdatum.
Rainer Guérich


Murphy Brothers
Seekers‘ Heaven
Universal
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Die beiden Brüder Andrew und Steven Murphy haben angeblich direkt aus der Fußgängerzone weg einen Plattenvertrag bekommen. Davon dürften nicht wenige junge Menschen träumen. Mit „Seeker‘s Heaven“ liegt nun ihr Debüt vor und zeigt die Jungs als eine Mischung aus Simon&Garfunkel, Brit-Pop und American Songbook. Tracks voller Harmoniegesang, puristischer Gitarrenarbeit und eingängiger Arrangements. Das Ganze ist leider etwas zu glatt und auf Dauer langweilig. Schade eigentlich, die Substanz ist da, was fehlt, ist der Mut zu der einen oder anderen Ecke.
Jörg Eifel


Not The Same Old Blues Crap 3
V.A.
Fat Possum/SMIS
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Nicht zuletzt wegen Künstler wie R.L. Burnside und T-Model Ford wird das Label Fat Possum Records von den Bluesfans hochgeschätzt. Hier findet sich vom spartanischen Deltablues über roughem Blues Rock bis zu innovativen 12-Takt-Rundgängen so ziemlich alles, was man bei anderen Plattenfirmen vergeblich sucht. Zu den Highlights auf „Crap 3“ zählen unbedingt Charles Caldwell, The Black Keys und R.L. Burnside feat. Lyrics Born (der funkige Wah Wah- Blues Stomper„Goin’ Down South“). Zugreifen!
Rainer Guérich


Platnum
Rock Me
Sonar Kollektiv
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Nach Singles wie „Olympic“ und „Cocaine“ zeigt sich Ruth-Maria Renner auf ihrem Debüt-Longplayer aka Platnum als charismatische Soulsängerin. Dass sie nebenbei alle Songs selbst geschrieben und arrangiert hat, macht die 24jährige Wahlberlinerin nur noch sympathischer. Unter der Regie von DJ Illvibe und Monk (die Produzenten von Moabeat) ist eine Scheibe entstanden, die was Stilvielfalt angeht, ihresgleichen sucht. Ob Soul, Rock, Gospel, HipHop, Blues oder Jazzanleihen, die nuancenreiche und ausdrucksstarke Stimme von Mr. Renner kommt überall genauso gut zur Geltung. Empfehlenswert!
Simone Theobald


ROOMFUL OF BLUES
Standing Room Only
Alligator Records/inakustik
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Mit ihrer außergewöhnlichen Mischung aus Blues, Boogie und Soul haben sich Roomful Of Blues schon seit vielen Jahren eine treue Fangemeinde erspielt. Nun erscheint mit "Standing Room Only" ihre neue CD, die insbesondere durch ihre vielen Coverversionen gefällt. Unbedingt hörenswert sind die Roomful Of Blues-Remakes "She Put A Spell On Me" und "Nobody Knows", aber auch die acht neuen Eigengewächse der kultigen Band sind sehr empfehlenswert.
Duklas Frisch


Roots Manuva
Awfully Deep
Ninja Tune/Rough Trade
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Mit seinem dritten Werk greift MC-Mastermind Rodney Smith aka Roots Manuva tief in die Stil-Kiste und liefert ein absolut rundes und gelungenes Album ab. Was auf den Vorgänger-Scheiben „Brand New Seconds Hand“ und „Run Come Save Me“ zum Teil schon vorgedacht wurde, setzt Taussendsassa Roots auf „Awfully Deep“ nun in die Tat um. Ergebnis ist ein stiloffenes HipHop-Album mit jeder Menge Anleihen aus Electronika, Psycho-Rules, Gothic-Step und einem cool-abgehangenen Rap-Rhythm ohne das übliche Gangsta-Gehabe.
Fabian Hauck


Rosenfels
Victor
Rosenfels/Indigo
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Rosenfels, das sind seit Jahren die beiden Musiker Sven Brandes (Gesang) und Michael Röhl (Keyboard), die auch auf ihrer neuesten Einspielung wieder für eine Mischung aus getragenen Balladen und symphonischen Rhythmen stehen. Unterstützt von Gastmusikern wie der Geigerin May-Britt Altendorf und einem Kinderchor entstehen Songs, die im besten Falle dein Herz berühren. Im schlechtesten Fall sind sie einfach nur langweilig und gehen dir spätestens nach 3 Songs verdammt auf die Nerven. So ist es auch mir ergangen, obwohl ich mich bis zu Song Nr. 6, der Betroffenheits-Ballade „Nur ein Wort“ vorgekämpft habe. Danach war definitiv Schluss! Zu viele watteweiche Harmonie-Rhythmen, zuviel Beziehungs-Lyrik und Feuerzeug-Romantik. Weniger wäre mehr!
Jörg Eifel


Calvin Russell
In Spite Of It All
SPV
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Gewohnt knorriges Desert-Blues-Rock-Album von Calvin Russell, der seine Geschichten über Freiheit, Abenteuer und die Enttäuschungen des Lebens authentisch rüber bringt. Unbedingt reinhören in „Voodoo River“ und „Oval Room“. Kein Album für Outlaws, sondern all jene, die kantige und ehrliche Songwriter-Kost zu schätzen wissen.
Duklas Frisch


Klaus Schulze
Dreams
Le Moulin De Dautet
Mirage
X
Revisited Records/SPV
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Keine Frage: Klaus Schulze hat mit seinem umfangreichen Schaffenswerk die moderne Elektronik-Szene nachhaltig geprägt. Deshalb war es auch mal überfällig, dass sich ein Label an die sorgfältige Aufbereitung der legendären Werke des frühen Tangerine Dream-Mitglieds (1969-1970) machte. Sämtliche Reissues erscheinen mit Bonus Tracks, remastertem Sound, enhanced Booklet und Liner Notes. Den Anfang machen nun in unorthodoxer Reihenfolge „Mirage“ (1977), „X“ (1978), „Dreams“ (1986) und „Le Moulin De Daudet“. Interessant sind insbesondere der 20minütige Bonustrack "In cosa crede chi non crede ?" auf „Mirage“ und das bisher nur als Promo erhältliche „Constellation Andromeida“ (knapp 24 Minuten!) auf „Dreams“. Nicht nur für Fans eine Offenbarung!
Rainer Guérich


CORKY SIEGEL
Traveling Chamber Blues Show
Alligator Records/inakustik
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Ein ganz besonderes Blueserlebnis bietet der Mundharmonikaspieler, Pianist und Sänger Corky Siegel (Siegel-Schwall Blues Band) auf dieser CD. Zu seinem Streifzug durch unterschiedlichste Blues- und Klassik-Gefilde hat er sich doch tatsächlich ein Streichquartett ins Studio geladen. Insbesondere reinhören in "Manhattan Island" und "The Woofy Girl Stroll".
Duklas Frisch


Stereophonics
Language.Sex.Violence.Other?
V2 Records
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Die Stereophonics haben für ihre brandneue Scheibe einige Rock-Briketts zusätzlich ins Feuer getan. So rockig, wie die Scheibe gleich mit dem Opener „Superman“ beginnt, zieht sich das Feeling durch alle 11 Songs. „Schuld“ an dem etwas härteren Sound ist Javier Weyler, der neue Mann am Schlagzeug, der den Songs reichlich Drive verleiht. Auch scheint die gute alte E-Gitarre verstärkt zum Einsatz zu kommen. Die Stereophonics servieren uns eine ausgereifte Rockscheibe, bei der es Spaß macht, zuzuhören.
Jörg Eifel


St.Petersburg Ska Jazz Review
dto.
Grover Records/SPV
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Die neunköpfige Combo kommt aus Russland und bietet tanzbaren Ska-Jazz, der auch nicht vor gelungenen Coverversionen der Sex Pistols („Anarchy In The Uk“) und Henry Mancini („Baby Elephant Walk“) zurückschreckt.
Fabian Hauck


Cat Stevens
Majikat-Earth Tour 1976
Eagle Records/edel
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Das CD-Pendant zur bereits erschienenen DVD der legendären Nordamerika-Tournee von Cat Stevens im Jahre 1976. Übrigens seine letzte Tournee unter diesem Namen, denn schon 18 Monate später kehrte er seinerzeit dem Musik-Biz den Rücken zu und wurde Yusuf Islam. Musikalisch ein echtes Live-Highlight, ergreifend und bewegend, inklusive Klassikern wie „Sad Lisa“.
Duklas Frisch


Clyde Stubblefield
The Original
Go Jazz/Alive
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Clyde Stubblefield wurde in jungen Jahren von James Brown entdeckt und hat mit seinen funky drums die Hits des Godfathers Of Funk in den 60ern (u.a. „Mothers Popcorn“, „I Got The Feelin“) nachhaltig geprägt. Mit „The Original“ zeigt er, dass er immer noch nicht zum alten Eisen gehört und manchen Groove aus dem Schlagzeug holen kann. Zur erlesenen Sidecrew zählen Könner wie Phil Upchurch und Ben Sidran.
Duklas Frisch


Swan Lee
Swan Lee
V2 Records
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Mit der vorliegenden selbstbetitelten Scheibe legt das dänische Erfolgs-Trio um Frontfrau Pernille Rosendahl ihre zweite Arbeit vor und setzt weiterhin auf kleine, aber feine Melodien mit Ohrwurm-Charakter. Hierbei bedienen sich Swan Lee einer einfachen, aber sehr wirkungsvollen Melange aus zauberhaften Pop-Perlen mit emotionaler Intensität, rockiger Leichtigkeit und einer Songauswahl, die vor Phantasie und Musikalität geradezu strotzt. Ihre Tracks kommen ohne verschlungene Rhythmuslinien und überbordende Instrumentierung aus. Ihr Charme liegt in der Einfachheit, der Magie des Augenblicks und der Liebe zum Detail.
Simone Theobald


Walter Trout
Deep Trout
Provogue/Rough Trade
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Walter Trout ist für jeden Blues-Rock-Fan immer wieder eine Entdeckung wert. Wenn -  wie im vorliegenden Fall -  tief in den Plattenarchiven gestöbert wird, um einige Rare-Tracks ans Licht zu fördern, dann um so mehr. Somit stellen die 15 Songs von „Deep Trout“ nicht nur einen erstklassigen Einstieg in die Blues-Welt von Mr. Trout dar, sondern dürften mit der Auswahl der Nummern auch so manchen eingefleischten Fan überraschen. Denn neben Aufnahmen von Alben wie „Breakin‘ The Rules“, „Prisoner Of A Dream“ und „Transition“ hält der Dreher auch einige bisher unveröffentlichte Acoustic-Songs bereit. Ein echtes Blues-Highlight!
Bernd Lorcher


Denison Witmer
The River Bends And Flows Into The Sea
Bad Taste Records
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Schöner, melancholischer Akustik-Folk liefert der aus Philadelphia stammende Denison Witmer hier ab. Ein unaufdringlicher Flow  durchzieht die Texte und Musik des Singer/Songwriters, der uns auf Songs wie „Looking For You“ und „Are You Lonely“ Einblicke in sein Seelenleben gestattet. Die ideale Scheibe für verregnete Tage, um in Gefühlen dahinzuschwelgen...
Rainer Guérich


Coen Wolters Band
Broken Glass
Crying Tone Records/Fenn Music
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Coen Wolters sieht sich selbst in der Tradition von Musikern wie Albert King, Stevie Ray Vaughan und Jimi Hendrix. So ist sein Sound auch eine energiegeladene Mischung aus Blues, Rock, R&B und Folk, die bereits nach dem ersten Akkord sofort ins Ohr geht. Auf der Bühne sind Coen und seine Truppe ein stampfendes, schweißtreibendes Kraftwerk, das die Fans mit ausufernden Gitarrenfahrten und erdiger Drumarbeit begeistert. „Broken Glass“ zeigt Mr. Wolters und seine Band von ihrer Schokoladen-Seite. Mit großer Spielfreude, technisch versiert und unglaublichem Drive dringt das Bluesfeeling aus jeder Pore...
Bernd Lorcher


Walt Wilkins
Mustang Island
Corazong Records
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Walt Wilkins gehört in seiner Heimat Texas eigentlich zu den ganz großen Songwritern, der schon für Kenny Rogers, Kris Kristofferson und Pam Tillis geschrieben hat. Auch einige Solo-Scheiben gehen bereits auf das Konto des in San Antonio geborenen Gitarristen. Mit seinem neuesten Silberling „Mustang Island“ will er sich auch in Europa einem größeren Publikum vorstellen. Verdient hat es Walt, der schon zusammen mit Van Morrison und Kevin Welch zusammengearbeitet hat, denn seine Songs sind eine stilsichere Mixtur aus Country, Folk und American-Songbook, in Szene gesetzt mit einer handverlesenen Studio-Band. In den elf Songs treffen wir auf wehmütiges Highway-Feeling ebenso selbstverständlich wie auf Lagerfeuer- und dreitagebärtige Rindertreiber-Romantik. Walt versteht es mit wenigen Akkorden immer die richtige Stimmung zu erzeugen und so in seinen Songs keine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen.
Frank Zöllner


Saul Williams
Saul Williams
V2 Records
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Saul Williams gilt sogar in der abgedrehten US-HipHop-Szene als Enfant Terrible und Vordenker. Sein mit jeder Menge experimenteller Elemente gespickter Spoken Word-Sound ist dem Zeitgeist immer um einige Umdrehungen voraus und lässt in Ansätzen heute schon erahnen, was in einem Jahr die Szene beherrschen wird. So ist auch seine neueste, unprätentiös mit „Saul Williams“ titulierte Rille wieder eine wahre Schatzkiste voll eigenwilliger und abenteuerlicher Klangfarben und HipHop-Rhythmen. Dabei packt Saul  neben gängigen Rap-Strukturen auch  harte Industrial-Licks und Rock&Punk-Reminiszenzen in die Scheibe. Ein absolut cooler Sound!
Jörg Eifel


Frank Zander
Rabenschwarz
Zett Records/Da Music
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Im Grunde war Frank Zander schon immer so etwas wie das Enfant Terrible des „Deuschen Schlagers“. Während seine Kollegen/innen von romantischer Liebe im Mondschein sangen, war er der irre Drogenverführer Nick-Nack-Man oder der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein. Nicht zu vergessen seine ehrlich gemeinten, jährlich stattfindenden Benefiz-Events für Obdachlose in seiner Heimatstadt Hamburg, die ihm eine Reputation weit über die Schlagerbranche hinaus eingebracht haben. Jetzt hat sich Frank mal wieder ins Studio begeben, um über olle Schlagerkamellen wie „Dich zu lieben“, „17 Jahr blondes Haar“ oder „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“ einen großen Eimer knallharter Industrial-Metal-Rhythmen zu gießen. Die Songs atmen mit ihren zuckersüßen Texte eine Menge Rammstein-Appeal. Da geht‘s richtig zur Sache, und so mancher wird seine Liebe Not haben, die Tracks wiederzuerkennen. Wirklich ein echter „Zander“!
Frank Zöllner

Auf „Hotwalker“ (High Tone/Fenn Music) setzt sich TOM RUSSELL mit Literaten wie Charles Bukowski, Lenny Bruce und Ed Abbey auseinander. Gesprochene O-Töne und Toms Gesang wechseln mit verschrammelter Country-Musik, American Songbook und Understatements. Kuriose Scheibe! (DF) @@@@


„High Commissioner“ (Hazelwood/Cargo) haben LOW 500 ihre neue Scheibe bezeichnet, die unterdreht bizarren, flirrigen Slo-Fi-Sound mit einer Stimme à la David Bowie zu Stardust Zeiten kombiniert. Erfrischend unkonform. (BL) @@@@


Mit „Hammer“ (Fourmusic) schickt AFROB seine neue HipHop-Harke ins Rennen. Mit Credits von Joy Denalane und Samy Deluxe geht für alle Rap-Freunde mächtig fett was ab. Anspieltipp: „Wollt ihr wissen...“ (FH) @@@@


"Optimo Present Psyche Out“ (Eskimo/Intergroove) bietet psychedelisches Zeug, das die beiden DJs Twitch & Jonnie Wilkes aus der Plattenkiste gekramt und remixt haben. So erschallt „Durch die Nacht“ von Dorau/Köhncke im Geiger Mix, Hawkwind ist mit „Hash Cake 77“ vertreten. Unbedingt reinhören auch in den Slow-Mix von „Papa Was A Rollin’ Stone“ (Temptations). Klasse! (DF) @@@@@

„A Bugged Out“ (Rough Trade) ist eine abgefahrene Mix-Doppel-Scheibe des Londoners EROL ALKAN . Er legt einen schweinegeilen Mix von Deep Purple’s „Hush“ vor und lässt in Ada’s Les Danseuses“ die Electronics mächtig zirpen. (SM) @@@@

Für Lounge und Ambient-Freunde ist der Kauf von „Café De Luna 3“ (Prudence/Rough Trade) empfehlenswert. Relaxen im Space Night Feeling mit Acts wie Delago, Zingaia, Ashron u.v.a. (DF) @@@@


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