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MÄRZ/APRIL 2011
 | inMusic - da ist Musik drin!

@@@@@@ ĂŒberragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mĂ€ĂŸig
@ schlecht

 

BABYLOVE & THE VAN DANGOS
The Money & The Time
Pork Pie/Broken Silence
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Die dĂ€nischen Babylove & The Van Dangos beglĂŒcken uns auf ihrer dritten Scheibe mit einer geschmackvollen Mischung aus Rocksteady und Ska, was mĂ€chtig Blut in die Beinmuskulatur pumpt. Man höre hierzu nur den unwiderstehlichen „Taxman Ska“. Unverkennbares Trademark ist bei den einzelnen Tracks der soulige Gesang von SĂ€nger Daniel Broman, der auch in dem musikalisch mit Vibraphon ausgeschmĂŒckten Reggae-Groove von „Still Out There“ eine sehr gute Figur macht. Die siebenköpfige Truppe liebt die klanglich/ryhthmische Abwechslung, was den Hördurchlauf der CD spannend gestaltet. Empfehlenswert!
Rainer GuĂ©rich 

BLITZMASCHINE
Faustrecht
Danse Macabre/Alive
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Was passiert, wenn sich ein freiberuflicher Börsenmakler und ein beratender Experte in Börsenrechtsfragen zusammen tun und eine CD aufnehmen? Ihr werdet es kaum glauben, aber das Ergebnis ist „Faustrecht“, die Scheibe die sich jetzt schon seit einigen Tagen in meinem Player dreht und an der ich mich nicht satt hören kann. 14 schwer tanzbare EBM-Granaten mit jeder Menge deeper Bassarbeit und supercoolen Vibes hĂ€lt der Dreher parat, der fĂŒr neuen Kampfstoff unter den Stroboskopen sorgt. Funkige DiscoĂ€sthetik, gepaart mit New Wave und Acid-Fetzern haben sie sich aufs Banner gepinselt und ziehen konsequent einen Bigbeat-Terror aus den Amplifiern, dass es nur so raucht.
Frank Zöllner

THE BLOW MONKEYS
Staring At The Sea
F.O.D. Records/Soulfood
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Die legendĂ€re britische Soul-Pop Band um SĂ€nger und Gitarrist Dr. Robert veröffentlichte im Jahre 2008 ihr vielbeachtetes Comebackalbum „Staring At The Sea“. Drei Jahre spĂ€ter steht nun endlich der Nachfolger ins Haus, der mit seiner Mischung aus einfĂŒhlsamen R&B, BlĂ€serelementen, rockigen Zutaten und großartigen Akustikmomenten (man höre hierzu das TitelstĂŒck) begeistern kann. Als Warm Up-Vorschlag empfehle ich die wundervoll gringende Bluesnummer „Seventh Day“ mit tollen Gitarrenriffs, schnalzendem Basslauf und weiblichem Background-Chor. Der Sound der CD klingt ĂŒbrigens sehr warm und authentisch!
Rainer Guérich

CARGO CITY
Dance/Sleep
Rebecca & Nathan/Intergroove
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Das musikalische Schaffen der Frankfurter Band um Simon Konrad und Nadine Renneisen zeichnet einen Grenzgang zwischen harten Riffs, atmosphĂ€rischen Melodien, funky-elektro Beats und Pop mit Überraschungen. In den 10 Songs werden kleine Geschichten erzĂ€hlt, die mal dĂŒster und deep verpackt werden, dann wieder mit pochenden Rhythmen oder kĂŒhlem Urbansound den Weg in die GehörgĂ€nge finden. So sind einige recht spannende Klangarchitekturen entstanden, die den Finger am Puls des Rock haben, jedoch immer noch eine Ecke frei halten fĂŒr ungeschönte Reime, Melancholie und tiefe Emotionen.
Fabian Hauck

DAY.VID
Walking On A Wire
7Music/NMD
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Aus der Schweiz kommen DAY.VID, die mich auf ihrem Erstlingswerk „Walking On A Wire“ auf Titeln wie dem genialen Opener „Inside My Soul“ und dem atmosphĂ€risch grazilen „Rain“ an Duran Duran erinnern. Unverkennbares Trademark hierbei ist die Stimme von SĂ€nger David Kramer, die zu den melancholischen Texten sehr gut passt, aber auch im funky druckvollen Titeltrack „Walking On A Wire“ und in munter treibenden Rocknummern wie „Trying To Catch Time“ eine gute Figur macht. Eine Ă€ußerst empfehlenswerte Band, die einen sehr großen Hörerkreis ansprechen dĂŒrfte. Unbedingt mal anchecken!
Duklas Frisch

STEFAN DETTL
Rockstar
RCA/Sony Music
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Wenn das kein absoluter Volltreffer ist: Stefan Dettl von LaBrassBanda  stellt sein erstes und rockbetontes Soloalbum vor. Die 12 Songs hat er zusammen mit zwei befreundeten Musikern quasi in lĂ€ssiger Jam-AtmosphĂ€re eingespielt. Das musikalische Ergebnis ĂŒberzeugt durch seine musikalische Vielschichtigkeit. Zwischen Rock, Pop, Funk und jeder Menge Groove sorgen die eingestreuten BlĂ€sersounds und Stefans bayerischer Gesang fĂŒr gute Laune und positive Vibrations. Man höre hierzu nur Songs wie „Vorbei geh“ und „Dirndl“. Richtig rockig wird’s auf „Litanei“ und „Liveband“, wo Stefan beherzt in die Saiten seiner Gitarre greift. Neben der regulĂ€ren CD-Edition erscheint das Album im Handel zusĂ€tzlich noch in einer liebevoll gestalteten Vinyl-Edition (inkl. Bonus-CD). Also zugreifen!
Rainer Guérich

ERLAND & THE CARNIVAL
Nightingale
Full Time Hobby/Rough Trade
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Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Londoner Band um den Ex-Verve Gitarristen Erland Cooper ihr gefeiertes DebĂŒt vorlegte. Der Nachfolger „Nightingale“ steht dem VorgĂ€nger an Ideen und VitalitĂ€t in nichts nach. Wieder ist es die gelungene Mixtur aus typischem Brit-Pop, 70er Jahre Reminiszenzen, Alternative, geheimnisvollen Soundspuren und beseelten Rockmelodien, die vom ersten Akkord an den Weg in die GehörgĂ€nge finden. Fein strukturierte Arrangements, gepflegte Instrumentierung und fantasievolle Vocalarbeit tun ein Übriges, um mehr als einmal die Repeattaste zu bedienen.
Simone Theobald

FRIEND 'N FELLOW
Discovered
Ruf Records/in-akustik
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Auf „Dicovered“ haben sich Constanze Friend und Thomas Fellow eine erlesene Auswahl von Songklassikern vorgeknöpft, denen sie auf ihre typische Art und Weise neues Leben einhauchen. Die bewĂ€hrte Duo-Konstellation aus einzigartig pointierender Akustikgitarre und unglaublich soulfuler Stimme gewinnt selbst betagten Songs wie „Moondance“ (Van Morrison), „Crazy Little Thing Called Love“ (Queen) und „Shout“ (Tears For Fears) vollkommen neue Klangfacetten ab. Das audiophil-luftige Klangbild bereitet zusĂ€tzliche Freude.
Minky Stein

THEA GILMORE
Murphy‘s Heart
Fullfill Records/Alive
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Wer sich etwas in der englischen Singer/Songwriter-Szene auskennt, dem dĂŒrfte der Name Thea Gilmore sicherlich ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern. Kein Wunder, dass auch Bruce Springsteen ihre Scheiben kauft und Tom Waits von ihrem Sound angetan ist. Mrs. Gilmore versteht es perfekt, ihre eingĂ€ngigen Rock- und Pop-Rhythmen mit anspruchsvollen Texten, Folk-Reminiszenzen, Country-Flair und Americana zu fusionieren. So entstehen Songs aus der Seele, glaubwĂŒrdig und geradlinig.
Frank Zöllner

GUILLAUME GRAND
L’amour est laid
EMI France/Galileo MC
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In Frankreich war Guillaume Grand mit seinem DebĂŒtalbum  sehr erfolgreich und stĂŒrmte die Charts. Nun erscheint „L’amour est laid“ auch hierzulande und kann mich durch seine geschmackvolle Mischung aus Chanson, Folk und Songwriter-Kunst ĂŒberzeugen. Ein Album voller ehrlicher GefĂŒhle, dessen Charme man sich durch die prĂ€gnante Stimme von Guillaume nur schwer entziehen kann. Als Anspieltipps empfehle ich „Toi et moi“ und das akustisch gehaltene „Demande au vent“.
Minky Stein

THE HUMAN LEAGUE
Credo
Wall Of Sound/Rough Trade
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Die Electro Pop-Heroen The Human League melden sich mit ihrem neuen Album „Credo“ zurĂŒck. Klarer Fall, dass es auf der CD eine Menge  hervorragender Nummern wie beispielsweise „Night People“ gibt, welches auch als Single ausgekoppelt wurde. Ebenfalls stark hitverdĂ€chtig sind StĂŒcke wie „Into The Night“ und „Egomaniac“. Also ein klarer Kauftipp fĂŒr alle Human League-Fans!
Simone Theobald

JAUNE TOUJOURS
Re:Plugged
Choux de Bruxelles/Broken Silence
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Die belgischen Jaune Toujours sind bekannt fĂŒr ihren explosiven Mix aus Rock, Chanson, Ska, Latin und Balkan-Sounds. FĂŒr „Re:Plugged“ haben sie sich nun die Band Mec Yek mit zwei Roma SĂ€ngerinnen eingeladen und ihren Sound von zahlreichen DJs remixen lassen. Das Ergebnis ist noch tanzbarer und verbreitet mit seiem funky Kulturclash und der Hinzunahme von Elektronics noch mehr gute Laune.
Ute Bahn

THE JUKE JOINTS
Going To Chicago!
Black Cat/in-akustik
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Die Juke Joints sind einer der dienstĂ€ltesten Bluesbands der Niederlande und fĂŒr ihren authentischen und packenden Bluesrock & Chicago Blues seit mehr als 26 Jahren bekannt. Ihre neueste Veröffentlichung „Going To Chicago!“ hat die Truppe dann auch gleich im Chicagoer Rax Trax Studio mit Produzent und Bluesgitarrist Ronnie Baker Brooks aufgenommen. Dieser ist mit Eddy „The Chief“ Clearwater ĂŒbrigens auch auf dem tollen TitelstĂŒck zu hören. Ein weiterer hochkarĂ€tiger Gast ist BluessĂ€ngerin Ana Popovic auf „Make A Stand“.
Rainer Guérich

BRENDAN KEELEY
... At Last!
7Music/NMD
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In seiner irischen Heimat zĂ€hlt Brendan Keeley schon seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Singer/ Songwritern. Wohl auch deshalb, weil er mit seinen emotionsgeladenen Songs ĂŒber die Liebe, Hoffnung und das Leben die Herzen der Hörer berĂŒhrt. Seine musikalische Mischung aus souligem Gesang und atmosphĂ€rischem Poprock transportiert ein hohes Maß an GlaubwĂŒrdigkeit und kĂŒnstlerischer IntegritĂ€t. Davon zeugt auch sein neues Album „... At Last!“, eine Sammlung seiner grĂ¶ĂŸten Hits, die mit brandaktuellem Material ergĂ€nzt wurde. Als wohltuendes Balsam fĂŒr die Seele möchte ich an dieser Stelle die beiden Titel „I Can’t Believe It“ und „I’ll Always Be Lonely“ empfehlen .
Simone Theobald

KELLNER
The Road Sessions
SĂŒdpol Records/Rough Trade
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Bei Mathias Kellner geht es Schlag auf Schlag, und so legt er nach „This Ocean Life“ (2009) und „Hey Dude“ (2010) nun sein drittes Album vor. Und „The Road Sessions“ knĂŒpft nahtlos an die VorgĂ€nger an. Zusammen mit seiner eingespielten Band erzĂ€hlt Kellner Songs ĂŒber das Leben, aber auch skurrile TrĂ€ume, die er mit der bekannten Mischung aus Americana, Folk, Blues und Pop packend in Szene setzt. Anspieltipp ist das wunderbare, melancholisch-schillernde „Doomsday Waltz“.
Minky Stein

CHRISTIAN KJELLVANDER
The Rough And Rynge
Startracks/Indigo
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Ein tolles Singer/Songwriter-Album legt der DĂ€ne Christian Kjellvander mit „The Rough And Rynge“ vor. Die Ideen zu den Songgeschichten kamen ihm dabei auf seinen zahlreichen Tourneen, insbesondere durch Nordamerika. Ergebnis ist ein instrumental sparsam akzentuiertes Album, das ganz auf AtmosphĂ€re und die warme Stimme Christians setzt. Als Anspieltipp empfehle ich das wunderbar melancholische „Slow Walk In The Country“. FĂŒnf verdiente Punkte!
Minky Stein

KREIDLER
Tank
Bureau B/Indigo
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Affengeile Hammerscheibe! So gut hatte ich Kreidler, die mit „Tank“ ihr neues Album vorstellen, eigentlich gar nicht in Erinnerung. Die DĂŒsseldorf-Berliner Elektronik/Krautrock-Band hat in nur 5 Tagen sechs Songs eingespielt, die einen echt nur plĂ€tten. Der Opener „New Earth“ wogt auf einem zischelnden Monstergroove und Drumbeat, dass es eine wahre Freude ist. Ein weiterer Anspieltipp ist das stĂ€rker auf der Elektronikkomponente aufbauende „Evil Love“, das einen von der hypnotischen Sogwirkung her am Nacken packt. Wer Bands wie Neu und Kraftwerk mag, wird diese Scheibe lieben, super!
Rainer Guérich

AMOS LEE
Mission Bell
Blue Note/EMI
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Ein wunderschönes Country-Album, das SĂ€nger und Gitarrist Amos Lee mit „Mission Bell“ eingespielt hat. Zu seinen grĂ¶ĂŸten Fans zĂ€hlen Willie Nelson und Lucinda Williams. Warum das so ist, weiß man spĂ€testens nach dem Hördurchlauf dieser CD. Emotionale und glaubwĂŒrdige Geschichten von einem erstklassigen Songwriter.
Simone Theobald

LEYKAM & MARKS
Live Extracts 96-98
www.frank-mark-arts.com
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Eine kleine RaritĂ€t sind diese Livemitschnitte der beiden Ambient/ ImprovisationskĂŒnstler Roman Leykam (guitar, loops) und Frank Mark (keys, samples), die zwischen 1996-1998 entstanden. Normalerweise meiden beide KĂŒnstler eher die BĂŒhne und schaffen ihre kunstvollen, meditativen und improvisationsfreudigen Soundskulpturen im Studio, wo sie „zeitfrei“ herumexperimentieren können. Bei ihrer German Tour ‘98 , von dem der grĂ¶ĂŸte Teil der CD stammt, war das aber anders. Hier wagten beide KĂŒnstler die spontane Herausforderung, die Schaffung elektronisch influenzierter Tracks, kombiniert mit dem durch Loops, Synths und Treatments verfremdeten Gitarrenspiel von Leykam. Die BĂŒhnenversionen dauern manchmal ĂŒber 8 Minuten und erinnern mich mitunter an „Can“. Als Reinhörtipp empfehle ich hierzu „Blurried Pathway“, das im MĂŒnchener „Feierwerk“ mitgeschnitten wurde.
Rainer Guérich

THE LIFE BETWEEN
Colours Of Your Choice
Kaiserlich Königlich/EMI
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Eine ganz tolle Popscheibe, die hier der Salzburger SĂ€nger und Songschreiber Michael Zlanabitnig mit seiner Band ‘The Life Between’ eingespielt hat. 11 Songs, die ganz organisch und fließend ineinander ĂŒbergehen. Angefangen vom gewaltig-beeindruckenden Opener  „Holy & Devilish“ bis hin zum SchlussstĂŒck „Into The Night“. Ganz großes Kino, das man gehört haben sollte.
Simone Theobald

MAD DAWGS
... Live!
Stormy Monday/in-akustik
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Ihren Bandnamen verdanken die Mad Dawgs ihrem tierischen Anhang. Musikalisch schwört die fĂŒnfköpfige Truppe, die gleich ĂŒber vier SĂ€nger/innen (u.a. Kat Baloun, Jan Hirte) verfĂŒgt, auf akustischen Blues, handwerklich hervorragend umgesetzt mit Harp, Mandoline, Piano, Bass, Gitarre und Schlagzeug. Und da das Ganze live am besten rĂŒber kommt, gibt’s hier einen Livemitschnitt, der die Bluesmagie des eingespielten FĂŒnfers am besten transportiert. Anspieltipp ist der „Big Kat Boogie“ aus der Feder von Kat Baloun.
Bernd Lorcher

ELIAS MATT & (THE) RESCUE MISSION
Achtung! Alpha
Wannsee Records/NEO
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Eine Scheibe, die vor allem Kraftwerk- oder Fans klassischen Elektro-Pops gefallen dĂŒrfte, hat Elias Matt zusammen mit (The) Rescue Mission eingespielt. Besonders gut gefallen hat mir beim Hördurchlauf insbesondere „European Decadence Express“ mit seinem Vocoder-Gesang. Da werden bei mir doch gleich alte Erinnerungen wach. Gut, dass ich von Kraftwerk fast alle Vinyls im Schrank habe, werde ich gleich mal auflegen...
Rainer Guérich

MIX & DORP
Blues + Beat
Black & Tan Records
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BlueskĂŒnstler wie R.L. Burnside haben in der Vergangenheit ja schon die Möglichkeiten des Remix-Konverters ausprobiert. Nun gibt es vom  Blueslabel Black & Tan Records eine hochtanzbare und clubtaugliche „Blues + Beat“-CD. Auf knapp 65 Minuten finden sich mĂ€chtig groovende Bluesmonster-Bearbeitungen von  Boo Boo Davis, Big George Jackson, Billy Jones, Harrison Kennedy und Roscoe Chenier. Nicht nur fĂŒr Blues-Fans eine dicke Empfehlung!
Rainer Guérich

MOBYLETTES
Immer schlimmer
SAMBA
Die Ekstase der Möwen
Tapete Records/Indigo
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Es ist schon eine Überraschung, dass die MOBYLETTES nach 10jĂ€hriger Pause wieder ein Album am Start haben. Geblieben ist ihr unverkennbarer Sixties-Charme, fĂŒr den nach wie vor Frontfrau Diana Diamond sorgt. - FĂŒr intelligenten deutsprachigen Pop stehen SAMBA auf „Die Ekstase der Möwen“. Die Musik wurde diesmal fast komplett von Knut Stenert alleine eingespielt. Die  Texte reflektieren die Probleme der Gegenwart und sind Alltagsbeobachtungen. Auf StĂŒcken wie „Im Stau“ kommt der Synthesizer auch schon mal deutlicher zum Einsatz, was mir nicht schlecht gefĂ€llt.
Fabian Hauck

PATTY MOON
Mimi And Me
Traumton/Indigo
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Was fĂŒr ein schönes und romantisches Album! Patty Moon verströmt auf den 14 Tracks ihrer neuen CD „Mimi And Me“ wie gewohnt eine verzaubernde und nachdenkliche AtmosphĂ€re. Die SĂ€ngerin und Pianistin lĂ€uft in ihren schillernden bis sĂŒĂŸen Pop-Einoden zu großer Form auf. Man höre hierzu nur in das wunderbare „Under Water“ hinein, bei dem sie wie auf drei weiteren StĂŒcken vom Pelegrini Streichquartett unterstĂŒtzt wird.
Duklas Frisch

SYNJE NORLAND
To The Other Side
Norland Records/Alive
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Durch den ZDF-Zweiteiler „Das Geheimnis der Wale“ und den Film „7 Zwerge-der Wald ist nicht genug“, fĂŒr die sie einige Songs beisteuerte, ist die aus dem norddeutschen NiebĂŒll stammende Singer/Songwriterin unbewusst einem grĂ¶ĂŸeren Publikum bekannt geworden. Nun steht das zweite Album der sympathischen KĂŒnstlerin an, auf dem sie den Balanceakt zwischen sanftem Melodiengut, tiefgreifender Lyrik und puristischer Instrumentierung mĂŒhelos schafft. Mit Mut, Eigensinn und einfĂŒhlsamen Eigenkompositionen ist Synje Norland so ein Album gelungen, das wie ein edler Klangkörper funktioniert und eigentlich bei jedem Hördurchlauf besser wird.
Fabian Hauck

GILBERT O‘SULLIVAN
Gilbertville
Hypertension Music/Soulfood
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Totgesagte leben lĂ€nger. Dieser Satz gilt auch fĂŒr „meinen“ alten Kumpel Gilbert O‘Sullivan, mit dessen Gassenhauern „Get Down“ und „Ooh Baby“ ich aufgewachsen bin. Mit der vorliegenden Rille geht immerhin sein 17. Album nach fast vier Jahren Pause an den Start und zeigt den umtriebigen und sympathischen Musiker wieder einmal als talentierten Singer/Songwriter. Simple Harmoniemuster, Pop-gefĂ€llige Kleinode und romantisch-vertrĂ€umte Balladen sind sein Metier, auch wenn mit „The Allergy Song“ tatsĂ€chlich ein waschechtes Highway-Feeling aufkommt. Ansonsten dominieren leider zuviel weichgespĂŒlte Melodien ohne Biss.
Frank Zöllner

REZA
Moonless
Dust On The Tracks
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Der französisch-iranische Singer/ Songwriter Reza Hatami veröffentlicht mit „Moonless“ eine empfehlenswerte Country Folk-Scheibe. Die 12 StĂŒcke sind ganz getragen von seiner tiefen Stimme und der melancholischen SongatmosphĂ€re. Oftmals fĂŒhlt man sich auch an GrĂ¶ĂŸen wie Leonard Cohen und Steve Wynn erinnert. Als Anspieltipp empfiehlt sich die Countrynummer „Desert Land“ (feat. H. Burns).
Minky Stein

RAINBOW SERPENT & ISGAARD
Stranger
Manikin Records
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FĂŒr die beiden SoundtĂŒftler Frank Specht und Gerd Wienekamp aka Rainbow Serpent ist ihre neunte Veröffentlichung  zugleich ein kreativer Neustart. Erstmals kombinieren die beiden Elektro-Freaks ihre flĂ€chigen Strings und treibenden Endlosteppiche mit weiblichen Gesangsparts. AusnahmesĂ€ngerin Isgaard lieferte die ideale Stimme  zu ihrem cool-urbanen Sound.
Siggi Mayen

CLAUDIA RUDEK
Claudia Rudek
Finest Noise Releases/Radar
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Fast so etwas wie einen Ausnahmestatus kann man der deutschen FolksĂ€ngerin & Songwriterin Claudia Rudek attestieren, die mit ihrem selbstbetitelten DebĂŒt in den PlattenlĂ€den an den Start geht. Ihr ĂŒberaus emotionaler Indie-Sound ist straight und swingend zugleich und lĂ€sst einen immer mit einem LĂ€cheln im Gesicht zurĂŒck. Dabei ist die Dame keineswegs belanglos oder alltĂ€glich. Ihre Songs erzĂ€hlen immer kleine Geschichten des Lebens ohne dabei belehrend zu sein. Musikalisch schwört Claudia Rudek auf eine fast schon puristische Instrumentierung aus Gitarre, Bass und Banjo, dazu erklingen selten Drums oder Akkordeon. Alles total entspannt zum auf der Zunge zergehen lassen.
Fabian Hauck

RON SEXSMITH
Long Play Late Bloomer
Cooking Vinyl/Indigo
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Ron Sexsmith ist kein Freund von Scheinwerfern und Rampenlicht, StarallĂŒren sind ihm fremd. Er arbeitet lieber im Hintergrund und schreibt fĂŒr Kollegen wie Rod Stewart, Tom Jones und Elvis Costello einzigartige Songs. Nun war die Zeit doch mal wieder fĂŒr ein eigenes Album reif, und Ron konnte natĂŒrlich auch einige hochkarĂ€tige Musikerkollegen dafĂŒr gewinnen. Ergebnis ist eine begeisternde Mischung aus Folk, Rock, Pop und American Songbook. Ein Album, das man vom ersten bis zum letzten Song genießen kann.
Frank Zöllner

KITTY SOLARIS
Golden Future Paris
Solaris Empire/Broken Silence
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Eine tolle CD hat Kitty Solaris mit „Golden Future Paris“ eingespielt. Auf ihrem dritten Album serviert uns die SĂ€ngerin & Songwriterin, die gerne mit Suzanne Vega und Hope Sandoval verglichen wird, eine abwechslungsreiche Auswahl an StĂŒcken. Ob nun vor pluggendem Basicsound („Get Used To It“) oder vor wunderbarer AkustikatmosphĂ€re mit geschmeidiger Trompete („Golden Future Paris“) - ihre Stimme ist einfach betörend schön und hakt sich in der Ohrmuskulatur fest. Starkes Album!
Rainer Guérich

SON KAPITAL
Son Kapital
Flowfish Records/Broken Silence
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Ska mit multikulturellem Background serviert uns das Berliner Quartett Son Kapital. Ihre 11 Songs ĂŒber das Leben, emotionale Befindlichkeiten und SkurrilitĂ€ten funktionieren ohne jegliche stilistische Scheuklappen. So wird ihr Ska-Sound munter durch Balkan-Elemente, Akkordeon-Sound, französischen Chanson, Soca, Dancehall und Cumbia aufgepeppt. Die Interpretation der Songs erfolgt abwechselnd in französisch und deutsch, wobei ich der frankophilen Sprache den Vorzug gebe. Aber das ist wie alles im Leben Geschmackssache.
Duklas Frisch

TWILIGHT SINGERS
Dynamite Steps
Sub Pop/Cargo Records
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Wer hĂ€tte das gedacht! Da hat es Mastermind Greg Dulli doch noch geschafft, nach fĂŒnf Jahren Sendepause endlich mit den Twilight Singers eine neue Scheibe vorzulegen. Ok, der Junge hatte in den letzten Jahren mit dem Projekt Gutter Twins und seinem alten Kumpel Mark Lanegan alle HĂ€nde voll zu tun. Abgesehen von dem Darkness-Faktor sind Twilight Singers auf „Dynamite Steps“ ihrem musikalischen Konzept aus Elektro, New Wave-Reminiszenzen, EBM und gepflegtem Urban-Pop treu geblieben. Was neu ist, sind die nachdenklichen Texte ĂŒber Leben und Tod, Sterblichkeit, Resignation und die mystischen Momente im Leben. Schwere Kost, aber unbedingt hörenswert.
Fabian Hauck

WENTUS BLUES BAND
Woodstock
Ruf Records/in-akustik
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Auch in Finnland gibt es gute Blues-Formationen! Dies beweist die Wentus Blues Band mit ihrem bereits siebten Album „Woodstock“, das vom genialen und den Zeitgeist widerspiegelnden „Facebook Blues“ eröffnet wird. Die sechsköpfige Band aus dem finnischen Kokkola wurde bereits 1986 gegrĂŒndet und serviert auf ihrem Blues-Opus eine treffsichere Auswahl von Bluesstompern, die grĂ¶ĂŸtenteils aus der eigenen Feder stammen. Co-Autor auf 3 StĂŒcken (u.a. „Wind In My Hair“) war  der frĂŒhere Cream-Texter Pete Brown. Eine dicke Empfehlung!
Bernd Lorcher

WOLF + LAMB
Vs. SOUL CLAP
DJ-Kicks
!K7/Alive
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Der Albumtitel fĂŒhrt eigentlich etwas in die Irre. Hier arbeiten nicht vier angesagte DJ‘s gegeneinander, sondern fusionieren gemeinsam einen emotionalen Langstrecken-Mix, der gleichzeitig auf Herz und Beine abzielt. Dabei war es den Protagonisten wichtig, endlich mehr „Love & Peace“ in die von Darkness, wilden Drumbeats und bösen Vibes unterwanderte Danceszene zu bringen. Herausgekommen ist dabei ein 27 Track-Mix, der mit Namen wie Greg Paulus, Eli Gold, Nicolas Jaar und Lee Curtiss die Creme der versiertesten Turntabler vereinigt, aber auch enorm viel Wert auf warme Vibes, getragene FlĂ€chen und trancige Rhythmen legt.
Frank Zöllner

NEUE CDs

Ihren Spannungsmoment beziehen die immer wieder gerne gesehenen Filme/Psychothriller von Alfred Hitchcock nicht zuletzt durch ihre Musik. Man denke da nur an die Duschvorhangszene aus „Psycho“. Deshalb ist es eine sehr schöne Idee, auf der CD „SUSPENSE OF DISBELIEF - The Essentiel Alfred Hitchcock Collection“ (Chrome Dreams/in-akustik) einmal die besten 23 Soundtrack-Titel aus den  Hitchcock-Streifen plus O-Töne zusammenzufassen. Viele Kompositionen sind natĂŒrlich von „Hauskomponist“ Bernard Herrmann, u.a. bei „Psycho“, „Vertigo“ und „Immer Ärger mit Harry“. Und Doris Day hatte mit „Que Sera, Sera“ aus „Der Mann, der zuviel wusste“ in den 1950er Jahren einen Welthit. +++ Ein bluesig und Country-angehauchtes Singer/Songwriter-Album legt die Texanerin ROBYN LUDWICK mit „Out Of These Blues“ (CRS/in-akustik) vor. Die SĂ€ngerin mit der dunkel gefĂ€rbten Stimme hat eine hochkarĂ€tige Schar von Musikern (u.a. Fiddler Gene Elders & Gurf Morlix) um sich geschart und kann auf den 12 StĂŒcken ĂŒberzeugen. GlaubwĂŒrdig und mit einem Höchstmaß an Emotionen ausgestattet kommen Songs wie der Opener „Hollywood“ und „Hillbilly“ aus den Boxen. +++ Country-Freunde können sich ĂŒber den Sampler "Hot & New Country #2"  (Sony Music) freuen. Darauf zu finden sind 20 aktuelle  Country-Hits aus den Billboard-Country-Charts. Highlights sind zweifellos die Smash-Hits von Brad Paisley ("Water"), Carrie Underwood ("Undo It") und Blake Shelton ("All About Tonight"). +++ Im Jahre 1987 startete GEORGE MICHAEL nach der Trennung von Wham! mit "Faith"  (Legacy/Sony Music ) seine sehr erfolgreiche Solokarriere. Bei Sony Music hat man sich nun daran gemacht, die Scheibe in einer digital remasterten Neuausgabe mit liebevoll aufgemachtem 12seitigem Booklet zu veröffentlichen. Interessant ist vor allem aber auch die Bonus-CD des 2er Sets, die zahlreiche Remixe, B-Sides und Live-Tracks bereit hĂ€lt. Anspieltipps sind hierbei das Instrumental von "Faith" und die 3 Versionen von "Monkey".

Man mag es gar nicht glauben, aber ROOMFUL OF BLUES feiern schon das 43. Jahr ihres Bandbestehens. Und dennoch gibt es auf ihrer neuen CD "Hook, Line & Sinker" (Alligator Records/in-akustik) auch Neuigkeiten zu vermelden: Am Mikro ist jetzt Phil Pemberton zu hören, der dem kreativen Geist des achtköpfigen Ensembles (allen voran Gitarrist Chris Vachon) spĂŒrbar gut getan hat. Ihr blĂ€sergetrĂ€nkter und wogender Jump Blues mit einer fetten Prise Rock'n'Roll macht nicht nur auf StĂŒcken wie "She Walks Right In" und "Just A Little Love" unglaublich viel Freude. +++ Was fĂŒr ein schwungvoller Blues-Cocktail, den uns LYNWOOD SLIM (vocals, harp) zusammen mit der IGOR PRADO BAND auf der CD „Brazilian Kicks“ (Delta Groove/in-akustik) prĂ€sentiert. Westcoast Blues meets erdigen Harpblues und Rock ’n’ Roll. Als Anspieltipp gleich den pumpenden Uptempo-Bluesstomper „Shake It Baby“ nehmen. Das geht ganz schön in die Beine, stark! +++ Und noch eine Bluesscheibe kommt von PRESTON SHANNON, der sich auf „Goin’ Back To Memphis“ (CRS/in-akustik) sehr soulful gibt. Musikalisch sehr fein umgesetzt mit blĂ€serinfizierten Grooves, souligen Momenten und funky Touch. Dazu natĂŒrlich der unverkennbar warme Gesang von Preston, empfehlenswert!

Der kalifornische SĂ€nger/Songwriter GUS BLACK wird gerne mit Matthew Sweet verglichen. Sein neues Album „The Day I Realized...“ (India Rec./Rough Trade) ist gewissermaßen der Abschluss seiner „Day“-Trilogie und bietet atmosphĂ€rischen Folk-Pop mit Anleihen an Neil Young und Leonard Cohen. +++ Zu den wichtigen GrĂ¶ĂŸen der amerikanischen Country Music zĂ€hlt GRETCHEN PETERS, die mit „Circus Girl“ (India Media/Rough Trade) eine Best Of-Kollektion ihrer bisherigen Alben vorlegt. Musikalisch geht’s dabei oft auch in den Folk-Bereich, was mir sehr gut gefĂ€llt. +++ PAT FRITZ ist ein Gitarrist und Songwriter aus dem beschaulichen StĂ€dtchen Rastatt. Auf seiner CD „The Way To Go“ (Frotzcaraldo/New Music) weiß er mit handgemachter Akustikkost und seinen Texten in englischer Sprache zu ĂŒberzeugen. Leider  wirkt der einzige deutschsprachige Titel „Dein ist mein ganzes Herz“ (Coverversion von H.R. Kunze) wie ein Fremdkörper auf dem Album. HĂ€tte man sich sparen können! +++ Eine ganz tolle und ausdrucksstarke Folkblues-Stimme hatte die bereits 1996 verstorbene amerikanische SĂ€ngerin EVA CASSIDY, deren Schaffen auf „Simply Eva“ (Blix Street Records/Rough Trade) posthum gewĂŒrdigt wird. Die 12 bis dato unveröffentlichten Songversionen sind spartanisch instrumentiert und setzen den Fokus ganz auf die ausdrucksstarke Stimme von Eva. Anspieltipps sind die tolle Fleetwood Mac-Coverversion „Songbird“ und „Kathy’s Song“ (von Paul Simon). +++ Bayerischen Reggaerock gibt's auf "ZufĂ€llig genau so" (SĂŒdpolrecords/Rough Trade), dem DebĂŒtalbum von ZICO. Die Band hat schon mit ihrem Auftritt beim "Chiemsee Reggae Summer" ĂŒberzeugen können und zeigt auf den 10 Tracks des Erstlings, was sie so alles drauf hat. Unbedingt auch in die gelungene Coverversion des italienischen Volksliedes "Volare" ("Mein Roller & ich") hineinhören.

Die Wartezeit bis zu seinem nĂ€chsten Album ĂŒberbrĂŒckt der islĂ€ndische Singer/Songwriter HELGI JONSSON mit der EP „Blindfolded“ (Sevenahalf Rec./ Broken Silence). Neben einer neuen Version von „Make Me Fall“ gibt’s sechs weitere StĂŒcke. AtmosphĂ€risch  magischer Folk-Pop auf hohem Niveau! +++ SHEMEKIA COPELAND, die Tochter des leider viel zu frĂŒh verstorbenen Johnny Copeland, prĂ€sentiert auf der CD "Deluxe Edition" (Alligator Records/in-akustik) eine Auswahl ihrer besten Songs auf Alligator Records. Auf den 16 Titeln sind natĂŒrlich auch hochkarĂ€tige GĂ€ste vertreten, u.a. Jimmy Vivino, Dr. John und The Uptown Horns. Unglaublich, wie viel Kraft und Bluesverve Shemekia in ihre Songs legt. Man höre hierzu nur das wunderbare "Livin' On Love". Inklusive einem liebevoll aufgemachtem, mehrfach ausklappbarem Poster-Booklet! +++ SĂ€ngerin, Buchautorin, Schauspielerin und Skandinavien-Fan VAILE legt mit "Frei sein" (Ear Lab Records/H'Art) ihr neues Album vor. Mit stark gewöhnungsbedĂŒrftigem und intellektuell bemĂŒhtem Gesang kĂ€mpft sie sich tapfer durch die musikalisch ungeschliffenen Akustikpassagen, in die auch Piano, Streichquartett, Schlagwerk und Mandoline Eingang finden.

RAINALD GREBE & DAS ORCHESTER DER VERSÖHNUNG haben ihr gleichnamiges neues Album (Versöhnungsreords) eingespielt. Grebe intoniert seine bissigen, melancholischen und tragigkomischen Lieder diesmal mit UnterstĂŒtzung einer großen Orchesterbesetzung, was dem Hörgenuss ganz neue Dimensionen öffnet. Anspieltipps sind StĂŒcke wie „Prenzlauer Berg“ und „Diktator der Herzen“. +++ BURNT FRIEDMAN & JAKI LIEBEZEIT stellen mit „Secret Rhythms 4“ (Nonplace/Groove Attack) bereits ihre vierte gemeinsame Einspielung vor. Auf dem Spielplan stehen sechs, teilweise bis zu 16 Minuten lange Instrumentals, die im Spannungsfeld zwischen dubbigen Passagen, rhythmischen Drums und elektronischen KlangflĂ€chen agieren. Sehr hypnotisch und wabernd das Ganze! +++ WĂŒnderschönen und atmosphĂ€rischen Indie-Pop bietet das norwegische Quartett HARRYS GYM auf seinem Zweitling „What Was Ours Cab’t Be Yours“ (Splendour/Cargo). Unverkennbarer Fixpunkt ist hierbei vor allem der betörend schöne Gesang von Frontfrau Anne Lise Frökedal, der den 11 Kompositionen den unverkennbaren Stempel aufdrĂŒckt. Geheimtipp! +++ RICHARD DORFMEISTER stellt mit der „G-Stone Master Series 2 - Private Collection“ (G-Stone/Soulfood) seine persönlichen Lieblingssongs vor. Und da gibt’s einiges Überraschendes zu entdecken, beispielsweise Santana („Aqua Marine“), Nick Drake („Three Hours“) und John Lee Hooker („Harry’s Philosophy“). +++ Der kalifornische Songwriter BART DAVENPORT veröffentlicht mit „Searching For Bart Davenport“ (Tapete/Indigo)  ein reines Coveralbum, auf dem er u.a. Songs von Bert Jansch, Gil Scott-Heron und Kings Of Convenience neu interpretiert bzw. diese mit seinem musikalischen Erfahrungsschatz aufarbeitet. Ziemlich unspektakulĂ€r, aber dennoch hörenswert! +++ Den Folkrock der 1960er und 1970er Jahre lĂ€sst das aus Frankreich stammende Quartett POKETT auf „Three Free Trees“ (Dust On The Tracks) wiederauferstehen. Neil Young meets Wilco und Matthews Southern Comfort. +++

„Girls With Guitars“ (Ruf Rec./in-akustik) heißt die Einspielung von drei heißen Bluesgitarristinnen & SĂ€ngerinnen: SAMANTHA FISH, CASSIE TAYLOR & DANI WILDE. Das Trio ist derzeit live on stage beim „Blues Caravan 2011“ zu bewundern und zeigt auf den 12 Tracks die gesamte Bandbreite seines Könnens. Insbesondere das Talent von Cassie Taylor (ĂŒbrigens die Tochter von Otis Taylor) und Cassie Taylor gibt Hoffnung auf viele tolle Bluesscheiben in Zukunft! +++ Der Italo-Franzose RENAUD MARQUART prĂ€sentiert mit „Ribambelle de matins Ă  Molfetta“ (La Viviane) ein Album voller Emotionen und Posie. Seine Songs, die man wohl am besten als pittoresken Chanson-Rock bezeichnen könnte,  stehen in der Tradition von Alain Bashung, Jacques Ghigelin oder Bernard Lavillier. Anspieltipp ist das charmante und augenzwinkernde „Les charmes de l’impalpable“. +++ Und gleich nochmal hochkarĂ€tige Musik aus Frankreich: MARIANNE DISSARD hat ihre neue CD „L’abandon“ (Le Pop Musik/Groove Attack) zusammen mit dem Ennio Morricone SchĂŒler Christian Ravaglioli, den sie ĂŒber Howe Gelb kennenlernte, eingespielt. Die Zusammenarbeit zwischen Marianne und Christian funktionierte beim Schreiben der 11 Songs ausgesprochen gut, was man beim Hördurchlauf schnell merkt. Von ruhigen Nummern („Un gros chat“) ĂŒber das französisch-englische Duett mit Brian Lopez („Neige Romain“) bis hin zu exaltiert verschrobenem Songwriterflair („Ecrivain Public“) reicht die Palette eines abwechslungsreichen Albums. +++ „HipPopiPodHop“ nennen MONOPHONIC ihre Musikmixtur, die uns auf ihrem Album-Release „M4“ (Phazz-A-Delic/KNM) entgegenschlĂ€gt. Smoothe Dancefloor-Grooves meets HipHop und sehr deepen weiblichen R&B-Gesang. Nicht schlecht. +++ Auch QUICKSAND haben mit „Economic Poetry“ (Phazz-A-Delic/KNM) ein neues Album am Start. Klarer Trumpf bei Quicksand ist die Stimme von SĂ€ngerin Sandie Wollasch, die mitunter an Kate Bush und Rickie Lee Jones erinnert. Musikalisch geht ihr entspannter Sound in Richtung DePhazz. +++ Mit „RMX - Superstars Remixed By Superstars“ (EMI Music) prĂ€sentieren BLANK & JONES eine exzellente Auswahl von Remixen aus der Dance - und Popszene, die in keiner Sammlung fehlen sollten. Das Spektrum reicht von Pet Shop Boys („Miracles“ - Eric Prydz Remix) ĂŒber Moby („Go“ - Trentemöller Remix) bis hin zur 2Raumwohnung („Wir werden sehen“ - Paul Kalkbrenner Remix). +++ Und gleich noch einmal BLANK & JONES, die mit „So80s 4“ (Soundcolours/Soulfood) auf 3 CDs (inkl. einer Blank & Jones-Mix-CD) wieder einmal rare DiscoschĂ€tze aus den 1980er Jahren zutage gefördert haben. Mit dabei sind Bands wie Alphaville, Propaganda, Gazebo, OMD, ABC, Tears For Fears, The Belle Stars, Samantha Fox u.v.a. Viele Mixe erscheinen ĂŒbrigens erstmals auf CD, also zugreifen! +++ Noch zwei empfehlenswerte CDs mit Original-Remixen werden im Rahmen von „So80s“ von Blank & Jones veröffentlicht: Zum einen ist dies eine prall gefĂŒllte Kopplung von O.M.D. sowie von HEAVEN 17 (beide Soundcolours/EMI)

Wer auf deutschsprachigen Pop/Rock mit aussagekrĂ€ftigen Texten steht, sollte vielleicht mal in die CD „Blick von oben“ (Elisapark Music) von CHRISTINA ROMMEL hineinhören. „Haut aus Glas“, „Hauch aus Schokolade“ und „Eiskristall“ sind nur 3 Songs aus einem facettenreichen Album, das von Mic Schröder (Valicon) produziert wurde. +++ Die schwedische Dance-Indie-Pop Band MOMOFOKO stellt ihr neues Album „Momoism“ (Stereoflex) vor. Auf dem Drehteller liegen 10 sehr tanzbare und absolut groovige Nummern, die Dank des einschmeichelnden Gesangs von Frontmann Marten Holst reibungsfrei den Weg in die GehörgĂ€nge finden. Titel wie „Come Over“ und „What You Want To Hear“ sind glitzernde Smasher. +++ Wer auf Americana, Songwriter-Charme und Folk-Pop steht, sollte unbedingt in das zweite Album von THE GRAND PARADISO hineinhören. „Ten Thousand Islands“ (Beste! Unterhaltung/Broken Silence) hĂ€lt eine Menge fein abgestimmter Akustiksounds, mehrstimmige Gesangslinien und Laidback-Feeling bereit. Das Trio um SĂ€nger und Multiinstrumentalist Bernd Helmer klingt erfrischend unspektakulĂ€r und bereitet beim Hördurchlauf doch so viel Freude. Checkt mal das zweite StĂŒck „Lie To Me“ an! +++ Von BILLY JOEL erscheinen diesen Monat gleich zwei Veröffentlichungen: „She’s Always A Woman: The Love Songs“ (Sony Music) dokumentiert mit 18 Tracks die emotionale Seite von Joel und hat die von ihm selbst favorisierten Liebeslieder auf einer CD zuammen gefasst. Nicht fehlen dĂŒrfen dabei StĂŒcke wie „Honesty“, „Just The Way You Are“ und „An Innocent Man“. - Richtig exklusiv kommt das opulente Edelset „Live At Shea Stadium“ (Legacy/ Sony Music) daher, das gleich mit 2 CDs und 2 DVDs aufwarten kann. Auf den beiden CDs und der ersten DVD findet sich sein denkwĂŒrdiger Liveauftritt im Stadion der New Yorker „Mets“, der gleichzeitig den Abschluss seiner 2008er US-Tour darstellte. Joel intrepretierte nicht nur seine Klassiker, sondern holte auch noch hochkarĂ€tige GĂ€ste wie Paul McCartney („I Saw Her Standing There“, „Let It Be“) und Garth Brooks („Shameless“) auf die BĂŒhne. Optisch und akustisch ein Hochgenuss. Auf der zweiten DVD findet sich gewissermaßen als Krönung auch noch eine aufwĂ€ndige Doku rund um das Konzert-Event. +++ „From Memphis To Hollywood: Bootleg Vol. 2“ (Columbia/Sony Music) ist der zweite Teil von RaritĂ€ten, Broadcast-Aufnahmen und Demos von JOHNNY CASH, die zwischen 1954-1957 entstanden. Insgesamt 47 Titel finden sich auf den beiden CDs. Eine wahre Schatzkiste fĂŒr Cash-Fans, da grĂ¶ĂŸtenteils bis dato unveröffentlicht. +++ Tief ins Country Rock-Archiv hat man auch bei dem Yellow Label  (SPV) gegriffen: Das NASHVILLE COUNTRY JAMBOREE setzte sich aus Mitgliedern der Nashviller Country-Szene sowie Mitgliedern von Area Code 615 und Barefoot Jerry zusammen und war deutlich vom Rockabilly und Country Rock der WestkĂŒste beeinflusst. Wenn man sich die 20 Titel der CD anhört, kann man verstehen, warum diese Formation als „Nashville’s First Country Rock Group“ bezeichnet wurde. - Einen weiteren guten Überblick ĂŒber die Country Rock-Szene in Nashville der 1960er Jahre gibt der Sampler „Rare 1960’s Country Rock From Nashville “ (Yellow Label/SPV). Die 22 Tracks von KĂŒnstlern wie Steve Bess, Tom Bell, Hal Kennedy und Carl Phillips geben einen guten Einblick in die damalige Szene rund um Nashville’s Spar Company. +++ Zum 50. Jahrestag des Auftritts der Beatles in Hamburg hatten BAMBI KINO ein viertĂ€giges Gastspiel im Indra, wo sie genau jene Songs performten, welche die Fab Four auch schon damals im GepĂ€ck hatten. Nun erscheint ihre selbstbetitelte CD (Tapete/ Indigo) im Original-Mono-Sound und einer SongatmosphĂ€re wie sie die Beatles nicht besser hĂ€tten hinbekommen können. +++ Der Belgier OZARK HENRY bĂŒrgt fĂŒr QualitĂ€t, auch auf seinem sechsten Album „Hvelreki“ (Capitol/EMI): tolle Stimme, spannungsreiche Arrangements mit ein wenig Coldplay und Sigor RĂČs-EinflĂŒssen. Hörenswert!

Mit „A History Of Now“ (Cooking Vinyl/Indigo) prĂ€sentiert die Multi-Kulti-Truppe ASIAN DUB FOUNDATION ihr neuntes Studioalbum. Phantastisch tanzbar und komplett durchgeloopt prĂ€sentieren sich die elf Tracks, die einen fetzigen Mix aus Dancehall, Dub, Reggae, Rock und Bigbeat-Gewittern servieren. Daneben arbeiten die Songs mit jeder Menge MC-Arbeit (u.a. Aktar Ahmed, Al Rumjen), was fĂŒr zusĂ€tzliche indische und asiatische AtmosphĂ€re sorgt. +++ Seit 2002 am Start hat die italienische Indie-Band EVELINE eigentlich nie den Kontakt mit dem Underground verloren. Eindrucksvoll ist dies auf ihrer neuesten Einspielung „Alpha Omega“ (Sonic Vista Recording/ Cargo Records) nachzuhören, die ein Paradebeispiel in Sachen Underground, Moderne und vertrackten Arrangements liefert. Die Vier fusionieren  einen subtil-avantgardistischen Mix aus Pop, Folk, Jazz, Indie und gelegentlichen Electro-Anleihen. +++ Auf „My Main Shitstain“ (Big Dada/Rough Trade), dem DebĂŒt der französisch-stĂ€mmigen Formation PARIS SUIT YOURSELF, ist KreativitĂ€t und Stilvielfalt erste KĂŒnstlerpflicht, was zuweilen zu einigen Verwirrungen beim Hörer fĂŒhren kann. Es bedarf schon der gesamten Aufmerksamkeit, um auch nur ansatzweise alle Aspekte und Facetten von „My Main Shitstain“ zu erkennen. Zwischen Avantgarde und technoiden StörgerĂ€uschen alle Stile aufzuzĂ€hlen wĂŒrde an dieser Stelle zu weit fĂŒhren. OhrwĂŒrmer oder Chartmaterial sucht man hier vergebens, was auf keinen Fall als Minuspunkt zu werten ist. Statt dessen herrschen Ideenvielfalt, Polyrhythmik und babylonische Klangverwirrung.

TIMOTHY JAMES stammt aus Lethbridge/Alberta in Kanada und sieht aus wie die gelackten Hauptdarsteller in den typsch amerikanischen Daily-Soaps, die mit dilettantischer Schauspielerei tĂ€glich ihr Publikum finden. Und genau auf diesem Kreativ-Niveau ist auch seine Scheibe „Make It Happen“  (Ariola/Sony Music) angesiedelt. WĂŒrde ich eine neue Bezeichnung fĂŒr weichgespĂŒlten 08/15-Pop suchen, der Name Timothy James könnte dafĂŒr Pate stehen. +++ In ihrer dĂ€nischen Heimat feierten die STRIVING VINES bereits einige Erfolge . Auf seinem neuesten Dreher „Can‘t Win Them All“ (Strange Ears/Cargo) prĂ€sentiert sich der Vierer um Frontmann Jonas MĂžller als angenehmer Melodielieferant. Da wird mal die College-Schiene bedient, dann gibt‘s rockige Gitarrenriffs, muntere Popakkorde und die allseits beliebte Ballade darf natĂŒrlich auch nicht fehlen. +++ FĂŒr sein DebĂŒt „Power Bossa“ (Agogo/Indigo) hat der sizilianische Produzent, Musiker und Remixer FAB SAMPERI tief in die Musikkiste gegriffen und einen heißen Bossa Nova-Sound aus Rhythm ‘n’ Blues, Soul, Latin und HipHop zutage gefördert. Das Teil lĂ€sst die Finger rhythmisch mitschnippen, denn neben Mr. Fab Samperi himself konnten Cracks wie John Turrell, Bella Wagner, Spasmo und Jonnathan Molina fĂŒr die Produktion gewonnen werden. +++ „Agogo Makes The World Go Round“ (Agogo Records/Indigo) heißt ein treibender Endlos-Mix, den Sono Rhizmo (Mo' Horizons)  zusammengestellt hat. Auf dem  Spielplan stehen poptaugliche Drum&Bass-Rhythmen, Beat-RaritĂ€ten und entspannte Klangcollagen aus aller Herren LĂ€nder. Musikalischer Schwerpunkt sind dabei ganz klar die lateinamerikanischen LĂ€nder, die mit sanften Beats und Rhythmus-Flow fĂŒr die richtige Stimmung sorgen.

Im Jahre 2009 haben ELEPHANT PARTY als Vorband von Silbermond gespielt. Mit „Im Porzellanladen“ (Plattenmonster Schallwaren) veröffentlicht die Band nun ihr grooviges zweites Album. In ihren deutschsprachigen Gesang vermengen sich französische, spanische und englische Textfragmente; soundmĂ€ĂŸig geht’s in Richtung jazzigem HipHop-Reggae-Funk. Durchaus eine Empfehlung wert, mal in den „Filmriss“ reinhören! +++ Wer auf einen groovebetonten Bluesrock steht und vielleicht auf der Suche nach geeignetem Stoff fĂŒr den Auto-CD-Player ist, sollte sich unbedingt den Doppel-Sampler „Real Blues Rock“ (INAK/in-akustik) besorgen, der von Hans Cordes von Saturn MĂŒnchen zusammen gestellt wurde. Der Mann hat tatsĂ€chlich einen exzellenten Musikgeschmack und tolle StĂŒcke ausgesucht! So finden sich auf den insgesamt 32 Tracks solch hochkarĂ€tige KĂŒnstler wie Popa Chubby, Julian Sas, Walter Trout, Big George Jackson, Bernard Allison, Robin Trowler, Aynsley Lister u.v.m. Coole Sache!

 

 

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