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SEPT/OKTOBER 2010
 | inMusic - da ist Musik drin!

 

@@@@@@ ĂŒberragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mĂ€ĂŸig
@ schlecht

 

SHLOMI ABER
Chicago Days/Detroit Nights
Ovum Recordings/Groove Attack
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Wo kommt heutzutage der beste Detroit & Chicago-Sound her? Genau, aus Tel Aviv. Auf diese Idee kann man kommen, hört man sich die brandneue Scheibe von Turntabler & DJ Shlomi Aber an, der zum Großangriff auf die Floors blĂ€st. Vom ersten Akkord an geht die Reise in Richtung eiskalter Robo-Voices, dĂŒsterem Synthie-Sound, schweren Bigbeat-Gewittern und hohem Coolness-Faktor. Dabei werden die treibenden Momente immer wieder gekonnt mit epischen Trance-Einlagen, netten House-Tunes und trockenen Breaks unterfĂŒttert.
Siggi Mayen

ANDREAS AKWARA
Erwachet
Scare-Records/iM Electronic
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Die neueste Arbeit des deutschen Ambient-Musikers Andreas Akwara hat eigentlich so gut wie nichts mit den gĂ€ngigen Club/Lounge Veröffentlichungen gemein. Was der KlangkĂŒnstler auf „Erwachet“ in insgesamt 9 SĂ€tzen prĂ€sentiert, erinnert mit seinen weitgesponnenen und sphĂ€rischen KlĂ€ngen wohl eher an die Arbeiten eines Jean Michel Jarre oder an Tangerine Dream. In die zum Teil ĂŒber 10minĂŒtigen StĂŒcken kann man komplett eintauchen und seinen Geist auf eine meditative Reise in unbekannte Klang und Melodie-Universen schicken.
Fabian Hauck

DESNEY BAILEY
Meant To Be
Royal Flames Music
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In der europĂ€ischen Clubhouse- und NuJazz Szene ist die sympathische Dame mit der Soul geschwĂ€ngerten Stimme schon seit langem kein Geheimtipp mehr. Zusammen mit dem Berliner Produzenten und DJ Jackflash hat Desney 13 stimmungsvolle Songs eingespielt, die vom ersten Akkord an in den GehörgĂ€ngen hĂ€ngen bleiben. Dabei werden sowohl die Floors mit reichlich Bigbeat und HouseatmosphĂ€re bedient als auch die chillige Relax-Seite in Szene gesetzt. Gute Beats, gute Inhalte, gekonnt um die Ohren „geschmissen“!
Frank Zöllner

BLANK & JONES
so80s 3
Soundcolours/Soulfood
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Bereits zum dritten Mal wĂŒhlen Blank & Jones tief in den Musikarchiven der 1980iger Jahre. Das Ergebnis in Form einer opulenten 3CD Deluxe Box kann sich hören lassen und fördert Klassiker von Bands wie Ultravox („Vienna“, Human League („Being Boiled“), Visage („Fade To Grey“) u.v.m. zu Tage. Klasse ist natĂŒrlich auch wieder die Mix-CD, die Blank & Jones von 18 Tracks ihrer ganz persönlichen Lieblinge angefertigt haben. Empfehlenswert!
Siggi Mayen

BARBARA BLUESBERRY
Barbara Bluesberry
7Music/H’Art
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Aus Polen kommt die gerade erst 19jĂ€hrige Barbara Bluesberry, die uns zusammen mit ihrer Band zeigt, wie stilistisch offener Blues zu klingen hat. 10 Tracks finden sich auf der gelungenen Scheibe, die auch deutlich spĂŒrbare EinflĂŒsse aus Rock, Country, Jazz und Funk vorzuweisen hat. Die ausdrucksstarke Stimme von Barbara macht in allen Stilbereichen eine gute Figur, wobei ich euch als Anspieltipp einmal die von Gitarrist Filip Koslowski neu arrangierte Dolly Parton-Nummer „Jolene“ ans Herz legen möchte.
Rainer Guérich

TRACY BONHAM
Masts Of Manhatta
CRS/in-akutsik
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Ein interessantes, spannendes und vielschichtiges Album legt die New Yorker SĂ€ngerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin Tracy Bonham hier vor. Die Dame mit der dunklen und spröden Stimme liebt die musikalische Vielseitigkeit und  hat so manchen Überraschungsmoment in ihre Songs eingebaut. Ein  musikalisches Kleinod jenseits gewohnter Songwriter-Kunst, instrumental reichhaltig besetzt mit Violine, Fender Rhodes, Piano, Upright Bass, Slide Gitarre, Percussions, Tuba u.v.m. Als Reinhörtipp empfehle ich das langsam rollende, Brass-influenzierte StĂŒck „Josephine“.
Minky Stein

BOTS
Was sollen wir denken...
Al Dente Recordz
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Von der niederlĂ€ndischen Rockgruppe Bots habe ich schon ewig nichts mehr gehört. Dabei ist die Band, die bereits 1974 gegrĂŒndet wurde, seit Anfang diesen Jahrtausends in ihrer Heimat wieder aktiv und hat im Jahre 2005 dort auch das Album „Botsproeven“ veröffentlicht.  Mit „Was sollen wir denken...“ steht nun endlich mal wieder ein deutschsprachiges Album ins Haus, das die  Fangemeinde hierzulande beglĂŒcken wird. Auf dem Großteil der 14 Songs ist noch OriginalsĂ€nger Hans Sanders zu hören, der 2007 leider einem Krebsleiden erlag. Die restliche Mikroarbeit ĂŒbernahm Rik Polman, der seine Sache sehr gut macht und Bots hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lĂ€sst. Als Anspieltipps empfiehlt sich natĂŒrlich das ĂŒber siebenminĂŒtige TitelstĂŒck „Was sollen wir denken...“. Bots befinden sich gerade auf Deutschland-Tour, also ruhig mal hingeh’n!
Rainer GuĂ©rich 

FABIAN BUCH
Hello, Hello
Unique Army/NEO/Sony Music
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Fabian Buch ist der Gewinner einer der ungezĂ€hlten Casting-Shows, die mittlerweile nicht nur im TV-Programm rund um die Uhr laufen, sondern auch „online“ im Netz den „Wochen-Superstar“ suchen. Genau hier hat der junge Mann aus Neustadt an der Weinstraße gewonnen. Als Belohnung gab‘s ein Album mit Top-Produzenten wie Fuego, Russel Howard und Joaqiun Bynum. So klingen die 14 Songs auch geleckt und wie aus dem Ei gepellt, was die Aufnahme bereits nach Track Nr.3 vorhersagbar und langweilig macht. Da hilft es auch nicht, dass Fabian seit frĂŒhester Jugend die Akustik-Klampfe bearbeitet und seine Stimme gar nicht so schlecht klingt...
Fabian Hauck

BÜRGERMEISTA & DIE GEMEINDERÄTE
GewÀhlt!
Seven Days Music/Sony Music
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Bajuwarische GemĂŒtlichkeit gepaart mit relaxten Reggae & Dub-Rhythmen hat sich der BĂŒrgermeista und seine GemeinderĂ€te aufs Banner gepinselt. Nach ihrer ersten Singleauskopplung „Locker Macha“ und einer Top-Ten-Platzierung in den bayerischen Charts war es nur eine Frage der Zeit bis der DebĂŒt-Longplayer folgte. Und das Warten hat sich gelohnt, denn Roland BĂŒrger aka BĂŒrgermeista und seine Crew ziehen eine Sommer-Sonne-Strand-geschwĂ€ngerte Gute-Laune-Mixtur aus den Amplifiern, dass man eigentlich nur mitfeiern will. Mit reichlich Latin-Flair, Karibik-Feeling und einem erfrischend-groovenden Reggae im GepĂ€ck machen sich die Jungs auf (in bayerischer Textur natĂŒrlich), auch jenseits des Weißwurst-Äquators ihre Fangemeinde zu vergrĂ¶ĂŸern.
Yasmin Schmidt

COLOSSEUM
Live05
Ruf Records/in-akustik
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Etwas fĂŒr Feinschmecker ist diese wunderschöne Live-Doppel-CD der legendĂ€ren Rockformation von Jon Hiseman, die wĂ€hrend der vielumjubelten Sommertournee im Jahre 2005 entstand. Mitgeschnitten wurde auf CD1 das Live-Set aus  dem Stuttgarter Theaterhaus vom 11.06.05, wĂ€hrend CD 2 mit der Show aus dem Innsbrucker Treibhaus vom 30.06.05 aufwarten kann. FĂŒr prickelnde GĂ€nsehautmomente sorgen insbesondere der unvergleichliche Gesang von Chris Farlowe und Barbara Thompsons impulsiv-intuitives Saxophonspiel, welches dem leider viel zu verstorbenen Dick Heckstall-Smith in nichts nachsteht.  Die Magie von Colosseum hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Als Anspieltipp empfehle ich das bluesrockige „Theme For An Imaginery Western“ mit einem tollen Thompson-Solo im Zwischenteil. Top!
Bernd Lorcher

BOB CORRITORE AND FRIENDS
Harmonica Blues
Delta Groove/in-akustik
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In die Kategorie „Premium Blues“ fĂ€llt diese Veröffentlichung, die Blues-Harper Bob Corritore auf die Beine gestellt hat. Schon ein Blick auf die Credits auf dem Frontcover gibt einen Eindruck darauf, welche hochkarĂ€tigen GĂ€ste Bob zu seinem erlauchten Freundeskreis zĂ€hlen darf: Koko Taylor, Robert Lockwood Jr., Pinetop Perkins, Louisiana Red, Dave Riley, Bob Margolin, Eddie Taylor Jr. u.v.m. Eine Bluessession, die man gehört haben sollte und von der ich nur alle Tracks als Anspieltipps empfehlen kann.
Bernd Lorcher

DUM
DUM
Amam/Decks.de/Beatport
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Alessio Mereu und Andrea Ferlin aka DUM starteten ihre Karriere als SolokĂŒnstler fĂŒr Szene-Labels wie Freak ‘n‘ Chic, CMYK und Harthouse. Mit ihrem selbstbetitelten Album liegt jetzt nicht nur ihre erste gemeinsame Arbeit vor, sondern auch ihr DebĂŒt fĂŒr Amam Records. Im Mittelpunkt ihrer gut 70minĂŒtigen Arbeit steht eine sphĂ€risch-versponnene Klangreise, die mit rhythmischer Beat-Monotonie, fetten Floorstompern, spritzigen Loops und ohrwurmigen Keyboardlines zu gefallen weiß. Dabei bedienen sich die beiden Italiener einer Art Listening-Techno, der die richtigen Beats in der genau richtigen Geschwindigkeit aus den Membranen gleiten lĂ€sst. Dope fĂŒr Ohr und Seele!
Fabian Hauck

FAT FREDDYS DROP
Live At Roundhouse
The Drop/Rough Trade
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Nicht ohne Grund gelten Fat Freddys Drop auf der BĂŒhne als die absolute Killer-Truppe, die jede Halle, sei sie auch noch so groß, innerhalb kĂŒrzester Zeit fest im Griff hat. So geschehen auch im Dezember 2008 im legendĂ€ren Londoner Roundhouse, wo schon Bands wie Led Zeppelin, The Doors oder Jimi Hendrix die BĂŒhne unsicher machten. Hier waren also auch Fat Freddys Drop zugange und brachten mit ihrer mĂ€chtig wummenden Mixtur aus Soul, Jazz, Reggae, Dub und Hi-Tech die Massen zum Ausrasten . Nachzuhören ist der Gig auf dieser tollen Livescheibe, welche die unglaubliche Show der NeuseelĂ€nder und die einzigartige Stimmung erstklassig einfĂ€ngt.
Frank Zöllner

FIJI
Fijical
Smartship Prod./Our Distribution
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Das Schweizer Trio FIJI hat in den vergangenen Jahren einige Dancefloor-Granaten fĂŒr die internationale Dance-Gemeinde geliefert. NatĂŒrlich fröhnt das Dreiergespann auch auf seinem neuesten Release wieder den tiefen Frequenzbreiten. Die Dance-FunktionalitĂ€t wurde weiter ausgebaut, so dass quasi eine Bigbeat-Orgie nach der anderen aus den Amplifiern jagt. dazu gibt’s natĂŒrlich noch eine Menge laszive Frauen-Vocals.
Siggi Mayen

EKO FRESH
Was kostet die Welt?
German Dream/Sony
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Es ist durchaus möglich, dass die deutsche Rap-Szene ohne Eko Fresh heute eine andere wĂ€re, denn der umtriebige MC hatte bereits mit 18 Jahren seinen ersten Plattenvertrag in der Tasche. Heute zĂ€hlt Mr. Fresh 26 Lenze und fragt nach gut einer halben Million verkaufter TontrĂ€ger auf seiner neuesten Einspielung „Was Kostet Die Welt?“. Was soll man sagen, der Junge hat‘s echt drauf. Wer‘s nicht glaubt, dem empfehle ich mal kurz in die Scheibe reinzuskippen und sich „Der Don 3“, „Arschloch“ und die coole Mozart-Bearbeitung von „Rondo Alla Turca“ anzuhören. Echt klassisch!
Frank Zöllner

GRAZIA & JAY
Adesso
Piu Forte/Point Music
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Grazia GioffrĂ© und Jay sind das neue Traumpaar italienischer Popmusik. Mit „Adesso“ haben sich die Beiden, die sich kĂŒnstlerisch blind verstehe, einen lange gehegten Wunsch erfĂŒllt: eine ganze Scheibe mit italienischen Coverversionen im orchestralen Gewand. Das musikalische Ergebnis sollte schnell den Weg in die Hitparaden finden, denn schon der Opener „Ti ChiamerĂČ“ (im Original „I Come Undone“ von Jennifer Rush) geht flugs ins Ohr. Weitere tolle Duettversionen finden sich mit „Ci Porterà“ (Remake von „Up Where We Belong“), „Soltanto Tu“ (Kylie Minogues „Especially For You“) und natĂŒrlich „Adesso“ (im Original der Foreigner-Song „I Want To Know What Love Is“). Der ideale Soundfloor zum Schmachten, Schwelgen und Schmusen!
Minky Stein

JOHANNES HEIL
Loving
Cocoon Recording/Word And Sound
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Auch mit seinem elften Studioalbum zeigt der umtriebige Klangstylist und Turntabler, dass er immer noch weiß, was in den Clubs rund um den Globus angesagt ist. Johannes Heil, der Meister des Modern Detroit und Hi-Tek-Soul, serviert in den 12 Tracks eine Menge fette Beats und atmosphĂ€rische House-Teppiche. Wie immer schert er sich dabei einen Dreck um Konventionen und sampelt sich ohne Beipackzettel quer durch alle Stile und Derivate.
Frank Zöllner

HI-LO & IN BETWEEN
The Lonely Bird
Beste! Unterhaltung/Broken Silence
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Der Sound der fĂŒnf Finnen, der seine Wurzeln in Country, Folk und Rock hat, tut den Ohren gut und pumpt etwas Highway-Feeling in das Land am Polarkreis. Gekonnt vermischen Hi-Lo & In Between dabei urbanen Style, akustische Elemente, rhythmische Slide-Technik und feine Storylines zu einem subtilen Patchwork zusammen, das mit Zutaten wie angedeuteter Elektronik und Lonesome-Cowboy-Feeling abgeschmeckt wird. Eine Entdeckung wert!
Frank Zöllner

KLAUS HOFFMANN
Das sĂŒĂŸe Leben
Stille Music/Indigo
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Klaus Hoffmann, der große deutsche Chansonier und Liedermacher, zeigt auf seiner neuen CD „Das sĂŒĂŸe Leben“ wieder mal seine ganze Klasse. Seine „Seelenlieder zum Anfassen“ perlen sehr charmant aus den Lautsprechermembranen, entwickeln im Kopf des Hörers  ein  Eigenleben, wobei auch die luftige, akustische Kulisse auf der CD mit ihren Folk, Jazz, Strings und R&B-Elementen zu begeistern weiß. Besonders gut gefallen hat mir das bluesige „BĂ€ng BĂ€ng“. Also, ich mag’ diese Scheibe!
Rainer Guérich

HAFDÍS HULD
Synchronised Swimmers
Strange Ways/Indigo
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Zweites Soloalbum der islĂ€ndischen SĂ€ngerin HafdĂ­s Huld, dem einstigen Mitglied von „Gus Gus“. In ihrer eisigen Heimat erreichte „Synchronised Swimmers“ schon kurz nach der Veröffentlichung eine Top-Platzierung in den Charts. VerstĂ€ndlich, denn ihre quirligen, zarten, versponnenen, aber auch lebhaften Songs wissen den Hörer einfach zu fesseln und zu begeistern. Man höre hierzu nur mal das akustische, mit Akkordeon verzierte „One Of Those Things“ und  den versponnenen, farbenprĂ€chtigen und auf einer Banjo-Woge gleitenden „Action Man“. Eine CD, die nie langweilig wird und auf der es  viele Feinheiten zu entdecken gibt.
Rainer GuĂ©rich 

PATRICK JONSSON
This Is The Sky
Echopark Music/Timezone
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Patrick Jonsson ist der lebende Beweis dafĂŒr, dass die Eidgenossen auch musikalisch in der ersten Liga mitspielen können. Der sympathische Singer/Songwriter hat im vergangenen Jahr ĂŒber 70 Liveauftritte zwischen seiner Heimat und Norwegen absolviert und zwischendurch noch zwei Radio-Singles in die Top 100 der Schweiz platziert. Mit „This Is The Sky“ steht seine DebĂŒtarbeit auch in Deutschland am Start und zeigt den smarten Musiker von seiner Schokoladenseite. Zusammen mit Produzent Reto Burrell und Ralph ZĂŒnd hat Mr. Jonsson ein melodieverliebtes Album mit hohem Wiedererkennungswert eingespielt. Trotz aller EingĂ€ngigkeit und Mainstreamcharakter wirken die zehn Songs aber nie langweilig oder beliebig, nur die AusflĂŒge in Balladengefilde sollten auf ein Mindestmaß reduziert werden.
Frank Zöllner

MITCH KASHMAR & THE PONTIAX
100 Miles To Go
Delta Groove/in-akustik
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Feinen Harp-Blues serviert Vinylliebhaber Mitch Kashmar zusammen mit seiner vierköpfigen Sidecrew „The Pontiax“ auf dieser CD. Die Songs stammen bis auf einige Ausnahmen aus seiner eigenen Feder und garantieren ab dem Opener „Night Creeper“ beste Zwölftakt-Unterhaltung. ErwĂ€hnenswert ist noch, dass Harp-Spieler William Clarke auf dem StĂŒck „Horn Of Plenty“ seinem Kollegen hilfreich unter die Arme greift. Eine saubere Leistung, die 5 Sterne verdient hat.
Bernd Lorcher

SETH LAKEMAN
Hearts And Minds
India Records/Rough Trade
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Seth Lakeman ist ein wichtiger Impulsgeber innerhalb der britischen Folkszene. Dies macht er mit seinem fĂŒnften Album „Hearts And Minds“ sehr deutlich. Seine gesellschaftskritischen Texte folgen bester Songwriterkultur und werden mit seiner ausdrucksstarken Folkstimme und reichhaltigem Akustiksound (u.a. Double Bass, Harmonica, Percussion, Geige, Banjo, Mandoline) umgesetzt. Als Anspieltipp empfehle ich euch mal das atmosphĂ€rische, von einem Double Bass angetriebene „Changes“.
Bernd Lorcher

LEVTHAND
Taxidrive
Idee Deluxe Records/Nova MD
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FĂŒr Fans der internationalen Dance&Lounge-Szene dĂŒrfte Levthand aka Levent Canseven noch unter dem Pseudonym CAN7 ein Begriff sein. Er war verantwortlich fĂŒr zahlreiche Produktionen und Remixes, u.a. fĂŒr Bootry Collins, Ricky Martin und Moloko. Auf seiner eigenen Arbeit serviert er einen dynamischen Mix aus Funk, Soul, Jazz, Reggae, Dub, HipHop und dancetauglicher Groove-Akkorde.  Hier treffen entspannte Dubeinlagen auf quirlige Tekk-Hopper und verwöhnen das Ohr von allen Seiten. Weitaus mehr als eine reine Steilvorlage fĂŒr die nĂ€chste Danceparty...
Siggi Mayen

JERRY LEE LEWIS
Mean Old Man
Verve/Universal
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Ein tolles Comeback-Album, das Jerry Lee Lewis hier zu seinem 75sten Geburtstag vorlegt. Mit „Mean Old Man“ serviert er uns einen cool abgehangenen, stilistischen GrenzgĂ€nger zwischen Country, Folk und Rock’n’Roll. Auf den 18 Tracks sind zahlreiche musikalische WeggefĂ€hrten und Freunde zu hören wie beispielsweise Ronnie Wood, Eric Clapton, Mick Jagger, Solomon Burke, Willie Nelson, John Fogerty u.v.m. Als Anspieltipp empfehle ich euch mal das herrlich melancholische „Middle Age Crazy“ (feat. Tim McGraw & Jon Brion).
Duklas Frisch

LIEDERJAN & IONTACH
Liedertach
Westpark Music/Indigo
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FĂŒr diese Einspielung haben sich die norddeutsche Folkgruppe Liederjan und das irische Trio Iontach zusammengetan. Ergebnis ist eine absolut außergewöhnliche Mixtur aus deutschen und irischen Liedern und TanzstĂŒcken, die man unbedingt gehört haben sollte. Stimmig und atmosphĂ€risch umgesetzt mit  Bouzouki, Fiddle, akustischer Gitarre, Uillean Pipes und dem wechselnden, bilingualem Gesang. Man höre hierzu nur mal in das belebende „Cad Ă© sin don tĂ© sin/Hopp MarjĂ€nche“ hinein. PrĂ€dikat: außergewöhnlich.
Ute Bahn

LIZA23
Liza23
4Ohm/Rough Trade
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Im vergangenen Jahr gewannen die 3 MĂ€dels und 2 Jungs von Liza23 vollkommen verdient den Bayerischen Musiklöwen als „Newcomer des Jahres“. Nun folgt endlich ihr lang erwartetes DebĂŒtalbum, das ausnahmslos selbstgeschriebene Songs offenbart. Das war der Band um die hĂŒbsche Frontfrau und Namensgeberin Liza  ganz wichtig, denn AuthentizitĂ€t ist heute im MusikgeschĂ€ft wichtiger denn je. Textlich sprechen die deutschsprachigen Songs von Liza23 der jungen Generation aus der Seele, treffen den Zeitnerv und  haken sich unwiderstehlich in der Ohrmuskulatur fest. Indierock meets Pop, Punk, ein wenig 80er Jahre Soundcolorit, angereichert mit jeder Menge bezauberndem Girliecharme. Man höre hierzu nur das zum Dahinschmelzen schöne „CafĂ© Strandbad“ und die mit Keytarre getrĂ€nkte, Ska-lastige „WĂŒste“.
Rainer Guérich

MOEBIUS & BEERBOHM
Strange Music
Double Cut
Bureau B/Indigo
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Zwei Meilensteine des sogenannten „Proto-Techno“ werden hier ĂŒber  das Label „Bureau B“ wiederveröffentlicht. Der deutsche Avantgarde-Elektroniker Dieter Moebius (u.a. Cluster, Harmonia) spielte Anfang der 1980iger Jahre zusammen mit dem Bassisten Gerd Beerbohm die beiden fĂŒr die Szene richtungsweisenden Alben „Strange Music“ (1982) und „Double Cut“ (1983) ein. „Fortschritt“, „YingYang“ und „Glucose“ sind die Highlights auf „Strange Music“. Das Zweitwerk „Double Cut“ finde ich noch eine Spur gelungener als das Erstlingswerk. Anspieltipps sind hier das fließend trippige „Minimotion“ und  der 22minĂŒtige „Doppelschnitt“, die Urform des „Proto-Techno“. Sehr genial und seiner Zeit weit voraus.
Duklas Frisch

MOMOFOKO
Not Now!... Now?
Stereoflex Records/New Music
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Die fĂŒnf Jungs kommen aus Malmö/Schweden und sind ausgezogen die heimatliche Musikszene mit ihrem Sound aus Funk, Electro, Rock und Disco so richtig aufzuwirbeln. Tanzbar sollte ihre Musik sein und gute Laune verbreiten. Nun liegt ihre DebĂŒt-EP mit 6 Songs auch in deutschen CD-Regalen. Der erste Eindruck beim Reinskippen in die Scheibe: Tanzbar scheint mir ihr Sound auf alle FĂ€lle, aber es will sich bei mir einfach keine gute Laune einstellen, eher das Gegenteil ist der Fall. Das Beste, was man ĂŒber „Not Now!... Now?“ sagen kann ist, dass es nach 6 Songs vorbei ist.
Frank Zöllner

COLIN MOORE
Leaving Home
Suonix/edel
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Der Kanadier Colin Moore prĂ€sentiert hier ein Folk/Country-Album erster KajĂŒte. Fein gewĂŒrzt ist seine musikalische Mischung mit akustischen Elementen, unsentimentalem Country-Blues, schmalzfreien Balladen und sicherem RockgefĂŒhl. Hier wirkt alles wie aus einem Guss, ehrlich und bodenstĂ€ndig, und kein Song bleibt auf halber Strecke hĂ€ngen. Moore hĂ€lt der Tradition die Stange und ist mit kompositorischer Treffsicherheit und instrumentalem Feinschliff ein Ideengeber fĂŒr die Szene.
Fabian Hauck

OFFPISTE GURUS
Offpiste Gurus
Stunt Records/Sunny Moon
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Skandinavischer Blues-Roots-Rock-Jazz mit Roughness, Ecken und Kanten und einer SĂ€ngerin, die an Rickie Lee Jones erinnert. Die Dame heißt Trinese Vaering und hat eine wirklich außergewöhnliche Stimme, deren Spektrum von zart  („End Of Story“) bis impulsiv-lasziv („She’s Got Balls) reicht. FĂŒr den intensiven, kraftvollen und groovigen Basissound sorgen Saxophonist Fredrik Lundin, Gitarrist Rune French, die beiden Bassisten Thomas Vang & Nicolai Munch-Hansen und Drummer Jeppe Gram. Eine Empfehlung im Bereich weibliche Singer/Songwriter.
Minky Stein

POKER FLAT RECORDINGS VOL.8
Shaping Elements
Poker Flat Recordings
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Die neueste Compilation aus dem Hause Poker Flat steht ganz im Zeichen deeper und straighter House- & Underground Rhythmen. DafĂŒr haben die Macher einmal mehr die internationale Lounge&Floor-Szene auf den Plan gerufen, um die beiden Silberlinge unter Dach und Fach zu bringen. Dreher Nr. 1 wartet mit neuem, ungemixtem Material auf und featured Namen wie Steve Bug, Daryl Stay  und Berkson&What. Scheibe Nr. 2 ist ein 80minĂŒtiger Endlos-Mix von DJ-Legende Jay Tripwire, der 22Tracks von Steve Bug, David Durango, Martin Landsky u.v.a. zu einem hypnotisch-groovenden Dance-Katechismus zusammengesampelt hat. Große Klasse!
Siggi Mayen

JAN PRESTON & MICHAEL MAASS
The Piano Has The Blues
Stormy Monday Records/in-akustik
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Diese schöne Piano-Blues-Scheibe wurde zwar schon vor 2 Jahren aufgenommen, ist aber fĂŒr Blues-Freunde immer noch eine dicke Empfehlung wert. Pianistin und SĂ€ngerin Jan Preston lĂ€uft im befruchtenden Zusammenspiel mit Schlagzeuger Michael Maass zu großer Form auf. Ob nun in rollenden InstrumentalstĂŒcken („Hello Professor“, „Memories Of Albert“) oder Vocalnummern wie der Chuck Berry Nummer „Monkey Business“ und dem genialen „How Long Train“.
Bernd Lorcher

R.E.M.
Murmur
Reckoning
Fables Of The Reconstruction
I.R.S./Capitol/EMI
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Von R.E.M., der Band um Michael Stipe, erscheinen diesen Monat gleich drei liebevoll aufgemachte Doppel-CD-Deluxe Wiederveröffentlichungen ihrer ersten drei Alben. Den Auftakt macht das tolle Erstlingswerk „Murmur“ (1983), das Highlights wie „Talk About The Passion“ und „Perfect Circle“ enthĂ€lt und sich 30 Wochen in den amerikanischen Billboard-Charts festsetzte. Die Deluxe-Edition im schicken, mehrfach aufklappbaren Digipack fĂ€hrt auf der zweiten (Bonus) CD noch einen unveröffentlichten Konzertmitschnitt aus Toronto auf, der im Juli 1983 mitgeschnitten wurde. - Ebenfalls mit einer Live-Bonus-CD aufwarten kann die Wiederveröffentlichung des 84er Albums „Recockoning“ mit Jangle-Pop-Perlen wie „7 Chinese Brothers“ und „So Central Rain“. Einige der StĂŒcke, die am 07.07.1984 zum Liveset des Mitschnitts im Chicagoer „Aragon Ballroom“ zĂ€hlten (u.a. „Driver 8“, „Hyena“) wurden erst viel spĂ€ter auf R.E.M.-Alben veröffentlicht. - Last but not least erscheint das R.E.M.-Meisterwerk „Fables Of The Reconstruction“ aus dem Jahre 1985 in einer aufwĂ€ndigen Box als 25th Anniversary Edition mit 2 CDs. Alle Songs wurden remastered und um zahlreiche Bonustitel ergĂ€nzt. Die Extra-CD featured insgesamt 14 „Athens Demos“, darunter StĂŒcke wie „Bandwagon“, „Feeling Gravitys Pull“ und das bis dato unveröffentlichte „Throw Those Trolls Away“. Dazu gibt’s noch Poster, Postcards und informative Liner Notes von Peter Buck. R.E.M-Fanherz, was willst du mehr?
Minky Stein

CAITLIN ROSE
Own Side Now
Names Records/Warner
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Die hĂŒbsche Caitlin Rose kommt aus Nashville und legt mit ihrem DebĂŒt „Own Side Now“ eine sehr schöne Country-Folkscheibe vor. Akustisch klasse instrumentiert und mit toller Stimme kommen die ersten beiden StĂŒcke „Learnin’ To Ride“ und „Own Side“ aus den Boxen. StĂ€rkste Nummer ist fĂŒr mich aber die Singleauskopplung „For The Rabbits“, eine herzzerreißend stringente Ballade mit flirrender E-Gitarre, Drum-Besen, Hammond, Strings, Chorus und tollem TaktgefĂŒhl. Geheimtipp!
Rainer Guérich

BRUCE SPRINGSTEEN
The Collection
Columbia/Sony Music
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Einen Ehrenplatz in meinem CD-Regal wird diese edel aufgemachte CD-Box von „Boss“ Bruce Springsteen bekommen, welche die ersten 7 Studioalben zwischen 1973-1984 beinhaltet. Die einzelnen CDs befinden sich in den liebevoll aufgemachten Vinylreplika-Papersleeves, dazu gibt es auch noch ein hĂŒbsches 16seitiges Booklet. Mit der Zunge schnalzen und die Musik dieser tollen 7 CDs auf dem heimischen CD-Player genießen: „Greetings From Ashbury Park, N.J.“ (1973), „The Wild, The Innocent And The E Street Shuffle“ (1973), „Born To Run“ (1975), „Darkness On The Edge Of Town“ (1978), „The River“ (1980), „Nebraska“ (1982) und „Born In The U.S.A.“ (1984).
Rainer Guérich

CHRISTINA STÜRMER
Nahaufnahme
Universal Music
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Ausdrucksstarke Texte, die unter die Haut gehen, gepaart mit hochmelodischem Poprock. Mit dieser Erfolgsmixtur hat die aus Österreich stammende Christina StĂŒrmer mehr als 1,5 Mio. TontrĂ€ger ĂŒber die Ladentische geschoben. Weitere werden nun bei ihrem neuen Album „Nahaufnahme“ dazu kommen. Emotionen auf den Punkt gebracht mit meinen Anspieltipps „Zeitlupe“ und „Wir leben den Moment“.
Minky Stein

TENSE
Memory
Desire Records/Broken Silence
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Glaubt man dem Presseinfo, war der Texaner Tense aka Robert (der Nachname ist leider unbekannt) so frustriert ĂŒber den elektronischen Sound des neuen Milleniums, dass er sich kurzerhand einige GerĂ€te, PC‘s und Synthies kaufte, um fortan seinen geliebten Waxtrax-Sound selbst zu destillieren. Ergebnis ist die jetzt auch in deutschen Landen vorliegende Scheibe „Memory“, die auf 10 Tracks einen dĂŒster-treibenden Elektro-Beat mit harten Hooks, Hardsteps und dunklen Gothic-Vocals zum Besten gibt. Wer bei Nitzer Ebb, Front 242 oder Gary Numan den Aha-Effekt hat, wird auch Tense ins Herz schließen.
Frank Zöllner

MIKIS THEODORAKIS & FRANCESCO DIAZ
Timeless - The 85th Anniversary Album
Wormland White/Intergroove
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Wer kennt nicht die Musik zu dem Filmklassiker „Alexis Sorbas“? Eine geniale Komposition, die den Griechen Mikis Theodorakis weltbeĂŒhmt gemacht hat. Dieser Tage feiert der rebellische Musiker und Dichter  seinen 85. Geburstag. Dazu hat sich der Hamburger DJ&Housemusiker Francesco Diaz etwas ganz besonderes ausgedacht und 12 der bekanntesten Theodorakis-Kompositionen neu abgemischt und mit dem typisch-entspannten Ibiza-Sound versehen. Der Master hat Stimmaterial von Theodorakis, Karl Frieson, Kalliopi Vetta u.v.a. mit harten Acid-Beats, Deep-Vibes und funkigen Strukturen fusioniert und einen floortauglichen Mix destilliert. Theodorakis selbst fand die Idee so cool, dass er trotz seines hohen Alters nach Athen ins Studio ging, zum dort „Lost In Phaedra“ komplett neu einzuspielen.
Frank Zöllner

GECKO TURNER
Gone Down South
Lovemonk/Nova Media
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SpĂ€testens seit seinem letzten Album „Chandalismo Ilustrado“ spricht man vom sogenannten „Gecko-Style“ und meint damit eine unnachahmliche Leichtigkeit und LĂ€ssigkeit, was den Sound zwischen Blues, Funk, Rock, Reggae und Jazz angeht. „Gone To South“ nennt Gecko Turner seine neueste Scheibe und entfĂŒhrt den Hörer auf einen Kreativ-Trip aus melodischen Spielereien, hypnotischen Soullinien, butterweichen Reggae-Rhythmen und bodenstĂ€ndigem Afrobeat. Ein Sammelsurium naturbelassener Vielseitigkeit, die einzigartig ist und aus der Vielzahl der Veröffentlichungen herausragt.
Fabian Hauck

SUZANNE VEGA
Close-Up Vol.1
Cooking Vinyl/Indigo
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Tolle Idee! Suzanne Vega spielte fĂŒr diese CD 12 Lovesongs, die sie auf ihren regulĂ€ren Alben veröffentlicht hat, in akustischen Versionen neu ein. Spartanisch reduziert auf Suzannes Stimme und die Akustikgitarre können Kompositionen wie „„Caramel“, „Gypsy“ und „Small Blue Thing“ so ein sehr zartes und beseeltes Eigenleben entwickeln.
Minky Stein

WELTREKORDER
Weltrekorder
Handmade/8 O‘Clock/Zebralution
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Ein brodelndes Gemisch aus gelebter Lebensfreude und ungeahnten Klangfacetten legt uns die Kölner Indie-Combo mit ihrem selbstbetitelten Album in den Player. Beim ersten Reinskippen denkt man noch an austauschbaren Fusion-Kram mit jeder Menge Garagenfeeling, Akustikphasen und die obligatorischen Balladen im weiten Niemandsland. Aber dann setzen sich die Texte in Songs wie „Hintergrundrauschen“ und „Wiedersehen“ in den GehörgĂ€ngen fest. SpĂ€testens ab da ist klar, dass Weltrekorder mehr drauf haben als viele ihrer Genrekollegen. Indie-Rock trifft im grauen Großstadt-Blues die Klaviatur der Stille!
Yasmin Schmidt

DANI WILDE
Shine
Ruf Records/in-akustik
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Dani Wilde, die hĂŒbsche BluessĂ€ngerin und Gitarrist mit den nicht enden wollenden langen Beinen (siehe Coverartwork) legt mit „Shine“ ihr zweites Album vor. Auf den 11 Songs, die u.a. auch eine Coverversion des Rolling Stones-Klassikers „Miss You“ enthalten, unterstreicht  Dani auch ihre Vorliebe fĂŒr soulige Sounds, was in „How Do You Do It“ nachzuhören ist. FĂŒr die erstklassige Produktion sorgte Mike Vernon. Eine Scheibe, die Blues- und Soul-Freunde gleichermaßen begeistern dĂŒrfte.
Rainer Guérich

JOHNNY WINTER
Original Album Classics
Columbia/Sony Music
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Eine hĂŒbsch aufgemachte Box mit 5 Meisterwerken des texanischen Blues-Gitarristen Johnny Winter, die zwischen 1969 und 1974 erschienen. Ganz stark sind natĂŒrlich Scheiben wie „Johnny Winter“ (1969), „Second Winter“ (1969) und das Konzertalbum „Live Johnny Winter And“ (1970). Auf „Still Alive And Well“ (1973) finden sich zusĂ€tzlich noch die beiden Bonustracks „Lucillie“ und „From A Buick Six“, wĂ€hrend  bei „Saints & Sinners“ (1974) noch als Zugabe das StĂŒck „Dirty“ drauf gepackt wurde. Ein Festschmaus fĂŒr alle Bluesfreunde!
Bernd Lorcher

YAZOO
Reconnected Live
Mute Records
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Im Sommer 2008 gingen Vince Clarke und Alison Moyet nach 25jĂ€hriger Trennung als Yazoo wieder gemeinsam auf Tournee. Wie gut die Chemie der Beiden immer noch funktioniert, kann man auf dieser Live-Doppel-CD mit ihren insgesamt 20 Tracks hören. „Songs wie „Nobody’s Diary“, „Only You“ und „Don’t Go“ haben einfach kein Verfallsdatum und funktioniern live on stage besonders gut. Top-Empfehlung!
Duklas Frisch

KURZ & KNAPP

Mit „The Well“ (Alligator/in-akustik) veröffentlicht BluessĂ€nger und Harper CHARLIE MUSSELWHITE sein neues Album. 13 Tracks finden sich auf der Scheibe, wobei ich als Reinhörtipps insbesondere den funkigen Slow-Blueser „Hoodoo Queen“ und „Sad And Beautiful World“ (ein tolles  Duett mit SĂ€ngerin Mavis Staples) empfehlen möchte. +++ Das TURTLE ISLAND QUARTET nimmt sich auf „Have You Ever Been...?“ (Telarc/in-akustik) den Kompositionen von Jimi Hendrix an. Umgesetzt wird das Ganze in der akustischen Besetzung mit 2 Violinen, Cello und Viola. Zwischen Hendrix-Bearbeitungen wie „Voodoo Child“ und „Gypsy Eyes“ fĂŒgen sich die EigengewĂ€chse von Turtle Island-Mastermind David Balakrishnan organisch ein. +++ Auf dem französisch-deutschen TV-Sender Arte wurde ĂŒber  einige Wochen der „Summer Of The 60’s“ gefeiert. Über EMI France erscheint passend zum Thema eine prall gefĂŒhlte 3 CD-Box mit Musik aus diesem ruhmreichen Jahrzehnt. Mit dabei sind KĂŒnstler wie The Lovin Spoonful, The Byrds, The Shadows, The Troggs, The Monkees, The Hollies u.v.m. Einfach mal  reinhören, insgesamt 57 Tracks! +++ Der aus Louisiana stammende Country-SĂ€nger SAMMY KERSHAW veröffentlicht mit „Better Than I Used To Be“ (AGR Records) seine neue CD.  Seine Songs wurden diesmal stark von seiner Kindheit inspiriert. Dazu gibt es auch noch ein gelungenes Remake des Dr. Hook-Klassikers „The Cover Of The Rolling Stone“, bei dem er von Jamey Johnson unterstĂŒtzt wird. +++ Die schwedischen AGENT SIDE GRINDER stehen auf ihrer Veröffentlichung „Irish Recording Tape“ (Enfant Terrible/Cargo) ganz in der Tradition der frĂŒhen Cassandra Complex und Skinny Puppy. Ihr Elektro- und EBM-Sound klingt rough und kantig („Pulse“), kann aber auch wie in „The Screams“ richtig schön hypnotische und wunderbar pluggende Elektronikbeats auffahren. +++

Aus der „Kicking Mule“-Reihe mit Wiederveröffentlichungen aus den 1970er Jahren erscheinen ĂŒber das Label Acoustic Music Records drei interessante Re-Releases (inkl. Noten und Tabulatoren als PDF-Datei auf den jeweiligen CDs). Slidegitarren- und Country-Blues-Freunde sollten insbesondere in die aus dem Jahre 1976 stammende CD „Bottleneck/Slide Guitar“ (Acoustic Music/Rough Trade) von SAM MITCHELL hineinhören. Die mit 4 Bonustracks ergĂ€nzte Wiederveröffentlichung beinhaltet tolle Slidegitarrennummern,  teils authentisch intoniert mit Sam’s charismatischer Bluesstimme. Das sollte man unbedingt gehört haben  +++ FĂŒr Bluesfans ebenfalls interessant ist „Country Blues Guitar“ (Acoustic Music/ Rough Trade), eine mit 32 Tracks vollbepackte Sammlung von raren Recordings zwischen 1963-1971 von Folk-Blueserin RORY BLOCK und dem einstigen Kicking Mule Chef und Gitarristen STEFAN GROSSMAN. Die tolle AufnahmequalitĂ€t und die prĂ€gnante Akustikinstrumentierung im Verbund mit Rorys Stimme macht Spaß. Anspieltipp ist der „Walking Blues“. +++ Last but not least erscheint mit „Irish Reels, Jigs, Hornpipes & Airs“ (Acoustic Music/ Rough Trade) auch noch eine CD, die im Jahre 1979 von den vier Gitarristen DAVEY GRAHAM, DAVE EVANS, DUCK BAKER und DAN AR BRAS eingespielt wurde. Eine Sternstunde feinfĂŒhligen Fingerpickings! 

„Sounds Like Stilwerk Vol.4“ (Idee Deluxe/Nova MD) ist eine feine House-Kollektion, die der Hamburger DJ SINAN MERCENK zusammengestellt hat. Das musikalische Spektrum reicht von clubbigen Sounds („Searchin“ von Random Soul & Seminal Grooves) bis hin zu dubbig inspirierten Passagen („Cadillac Track“ von Levthand). +++ Gerade erst wurde der junge Klarinettist DAVID ORLOWSKY mit dem Echo Klassikpreis dekoriert. Nun hat er sich fĂŒr die CD „Jeremiah“ (Sony Classical) mit dem Vokalensemble SINGER PUR zusammen getan. Im Zentrum der Einspielung stehen die Klagelieder des Jeremiah von Giovanni Pierluigi da Palestrina, die mit der Klangsprache von Orlowskys Klarinette eine sehr poetische Umsetzung erfahren. +++ Der österreichische Liedermacher RAINHARD FENDRICH veröffentlicht mit „Meine Zeit“ (Ariola/Sony Music) nach vierjĂ€hriger Pause wieder eine neue Studio-CD. Auf dem Spielplan stehen Lieder, die anecken, provozieren und zum Nachdenken anregen sollen. Unterhaltung mit Anspruch und einem verschmitzten Augenzwinkern. Man höre hierzu nur „Luise“ und „Partyluder“.  +++ Die DarmstĂ€dter Band FUNKFRAGEN besteht seit dem Jahre 2007 und veröffentllicht mit „Wie Bitte?“ (Bezug: amazon.de) nun ihr DebĂŒtalbum. Den Hörer erwarten deutschsprachige Texte ĂŒber die Liebe und das Leben, die musikalisch mit einer ansprechenden Mischung aus Pop, Rock und funkigen Elementen umgesetzt werden. Als Reinhörtipps empfehlen sich StĂŒcke wie „Lass dich gehn“ und „Helikopter“. +++ FĂŒr beste Ska-Unterhaltung steht die 10köpfige Ska-Formation YELLOW CAB aus Dresden. 13 munter groovende Tracks fĂ€hrt der Silberling „Like It Or Not“ (Pork Pie/Broken Silence) auf, bei dem als Anspieltipp das StĂŒck „Good Bye“ empfohlen werden kann. FĂŒr die saubere Produktion sorgte niemand Geringeres als Dr. Ring Ding +++ Tollen Reggae-Stoff bietet Saxophonist TOMMY TORNADO (u.a. Rude Rich & The High Notes) auf seinem ersten Solowerk „Sunrise“ (Rude Rich Records). Fette Reggae-Grooves, zĂŒngelnd pumpende Basslines, tolle BlĂ€serparts und hochkarĂ€tige GĂ€ste wie Ernest Ranglin, Rico Rodriguez und Winston Francis garantieren von Anfang bis Ende  beste Unterhaltung. Schon lange nicht mehr eine so ĂŒberzeugende Reggae-Scheibe gehört +++ Auf ihren ersten beiden CDs haben ZULÚ 9.30 ihre Fans mit einer einzigartigen Mischung aus Reggae, Latin-Sound und Rumba begeistert. Nun gibt’s auf „Remixes“ (Kasba Music/Galileo MC) quasi ein klangliches Update, fĂŒr das hochkarĂ€tige Remixer wie DJ Gaetano Fabri, DJ Click, Mad Professor, Rude Hi-Fi u.v.a. gewonnen werden konnten. Entstanden ist so ein sehr tanzbarer Stoff mit unverkennbarer D’n’B, House und Dub-Komponente +++ Auf „Sleepwalkers“ (Samadhisound/Galileo MC) hat AusnahmesĂ€nger und Multiinstrumentalist DAVID SYLVIAN seine wichtigsten Kollaborationen mit befreundeten KĂŒnstlern wĂ€hrend des letzten Jahrzehnts zusammengestellt. Ergebnis ist ein vielschichtiger und spannender Dialog Sylvians mit Pop, Elektronik, Klassik und frei improvisierter Musik. Mit von der Partie sind u.a. KĂŒnstler wie Steve Jansen, Martin Brandlmayr, Ryuichi Sakamato und Stina Nordenstam. Absolute Empfehlung!

FĂŒr „Edits By Mr. K Vol.2: Music Of The Earth“ (Strut) greift der New Yorker DJ DANNY KRIVIT mal wieder tief in seine Plattenkiste und serviert uns ein funkiges, souliges und jazz-betontes Set, das seine Wurzeln in den 1980er Jahren hat. Schon alleine der unendlich groovende und funkige Opener „Music Of The Earth“ von Patrice Rushen ist ein echter Hammer. Weitere RaritĂ€ten sind Black Bood’s Afro-Rock „Chicano“ und das percussion-verwobene, mĂ€chtig nach vorne marschierende „Life & Death“ von Chairmen Of The Board. +++ Phatten Funk gibt’s auf „Business Casual“ (K7/Alive), dem dritten Album von CHROMEO aka Dave 1 und P-Thugg zuhauf. Pumpender Disco-Funk mit treibender E-Gitarre und Synthies macht „I’m Not Contagious“ zur unwiderstehlichen Nummer; „When The Night Falls“ featured zudem Beyonce’s Schwester Solange Knowles als zweite Stimme. +++ STEVE HARLEY, der GrĂŒnder von Cockney Rebel, meldet sich mit einem tollen Soloalbum zurĂŒck. „Stranger Comes To Town“ (Repertoire Records) beinhaltet 10 neue Songs, die das Songwritertalent des außergewöhnlichen KĂŒnstlers unterstreichen. Als Anspieltipps empfehlen sich StĂŒcke wie das schwebende „Take The Men & The Horses Away“ und das fast schon kammermusikalisch arrangierte TitelstĂŒck „Stranger Comes To Town“. +++ „Lettre A Marianne“ (Skycap/Rough Trade) heißt das neue Album von KAD ACHOURI, den französischen Songbarden mit algerischen Wurzeln. EinflĂŒsse von Leonard Cohen und Rimbaud sind spĂŒrbar, wenn Kad glaubhaft ĂŒber die Liebe und das Leben und ĂŒber die Politik und die Gesellschaft singt. Musikalisch wurde das Ganze sehr warm mit Instrumenten wie Kontrabass, Bandoneon, Klarinette, Percussion und Gitarre umgesetzt. +++ Und noch einmal französischsprachige Musik kommt von der erst 20jĂ€hrigen BĂ©atrice Martin, die musikalisch als COEUR DE PIRATE (Le Pop Musik) unterwegs ist. Ihre Songs sind einfach nur bezaubernd und laden zum TrĂ€umen und SchwĂ€rmen ein. +++

 

 

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