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OKT./NOVEMBER 2005
Home | inMusic - da ist Musik drin!


@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

Amstrong
Lack Of You
Silversonic/H’Art Musik-Vertrieb
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Wunderschöne Popmusik mit Langzeitwirkung macht der dänische Vierer um Frontfrau Marie-Louise Munck, der Sängerin mit der unterkühlt sanften Stimme. Schwebende Sounds, verzerrte Gitarren, nölende Drums und  unbändige Hooks, die in der Hörmuschel hängenbleiben, machen „Lack Of You“ zu einem echten Klangjuwel mit Langzeitwirkung. Man höre hierzu unbedingt den Opener „To Be Kind“ und den leicht elegisch-schwülen Musik-Sprenkler „Love Is The Winner“. Amstrong machen  post-apokalyptischen Indiepop, spröde, charmant und ungeheuer fließend. Ein echter Geheimtipp!
Tim Beldow


Annie
DJ Kicks
K7 Records/Rough Trade
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Anne Lilia Berge-Strand aka Annie ist eine überaus talentiere DJerin. Darüberhinaus verfügt die Norwegerin über eine exzellente und weitgespannte Plattensammlung, wie man bereits auf ihrem Erstlingswerk „The Greatest Hit“ erahnen konnte. In der „DJ Kicks-Reihe“ setzt Annie noch einen drauf und serviert uns einen atemberaubenden Mix. Nicht, weil die Beats so hart aus den Membranen kommen oder die Loops einen umhauen, es ist mehr die extravagante Zusammenstellung und die Auswahl der Tracks (u.a. Toy, La Bionda, Le Tigre, Datarock),  die einen mitreißen.
Simone Theobald


BEANGROWERS
Dance Dance Baby
Strange Ways/Indigo
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Die Beangrowers kommen aus Malta und geben schon seit 1997 in Sachen Indierock ihr Bestes. Nun steht mit "Dance Baby Dance" ihr neues Album am Start und bietet einen fett rollenden Garagensound mit Gitarren, Drums und dem starken Gesang von Frontfrau Alison Galea, die einmal mehr auf den Spuren von PJ Harvey wandelt. Hörenswert!
Yasmin Schmidt


Chris Boettcher
Single
Good Time Music/SPV
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Laut statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland sage und schreibe 17 Millionen Singles und somit 17 Millionen potentielle Käufer für diese CD. Chris Böttcher, wohl eher bekannt als Radiomoderator bei Bayern 3 und seinen fiktiven Telefonaten zwischen Kaiser Franz und Lothar Matthäus, setzt sich auf witzig-melancholische Art mit dem Thema „alleine Leben“ auseinander. Was man bei Produktionen ähnlicher Couleur in der Regel nicht empfehlen sollte, nämlich die Texte einmal genauer anzuhören oder im umfangreichen Booklet einfach mitzulesen, wird bei Chris Böttcher fast zur Pflichtübung. Denn ganz ohne dämlich-dumme Klischee-Bearbeitungen gibt es bei „Single“ den täglichen Beziehungs-Wahnsinn in appetitlichen Portionen serviert.
Frank Zöllner


The Bravery
The Bravery
Island/Universal
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The Bravery kommen aus der China Town New Yorks und spielen einen verdammt ins Ohr gehenden Gitarren-Electronic-Sound mit starken Melodien und Garagentouch.  Ihre Hymnen heißen u.a. „An Honest Mistake“ und „No Brakes“ und gefallen durch ihr 80iger Jahre Feeling und die klasse Stimme von Sänger Sam Endicott. Wer auch nur ein bisschen auf Elektronik-geprägte Mucke abseits des Mainstreams steht, wird an dieser CD seine Freude haben.
Fabian Hauck


Kim Carnes
Chasin’ Wild Trains
Corazong Records
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Positiv überrascht hat mich dieses neue Album von Kim Carnes. Die Songwriterin, die in den frühen 80igern große Erfolge feierte, könnte man stimmlich (unglaublich rau) fast als den weiblichen Rod Stewart bezeichnen. Musikalisch bewegt sich die Scheibe im Midtempo-Akustik-Folkbereich, wobei der Opener „One Beat At A Time“ eine echte Gänsehaut garantiert.
Rainer Guérich


Shemekia Copeland
The Soul Truth
Alligator/inakustik
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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm oder: Blues liegt einfach im Blut. Auf seine Tochter Shemekia kann Vater Johnny wirklich stolz sein, denn ihr frischer, stimmgewaltiger Blues mit fetter Hornsection macht durchweg Spaß. „Breakin’ Out“ rollt mächtig nach vorne, „Poor, Poor Excuse“ ist eine soulgefärbte Ballade mit grandiosem Gesang, „Better Not Tough“ mit Backing Chorus voller  Schmiss. Feines Teil fürs Bluesregal!
Rainer Guérich


Dirk Darmstaedter
Coming Up For Air
Tapete/Indigo
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Dirk Darmstaedter zählt zweifellos zu den wenigen Songwritern aus Deutschland, die über internationales Format verfügen. Auf „Coming Up For Air“ wirkt nichts gekünstelt oder überladen, sondern jeder Akkord wurde sorgfältig inszeniert. Die Songs handeln von Highways, Großstadtfeeling und weiten Feldern in der Abendsonne. Ein Album wie gemacht für den Auto-Player. Hörtipp: „No Ordinary Girl“.
Simone Theobald


Debbie Davies
All I Found
Telarc Blues/inakustik
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An die Klasse von Shemekia Copeland reicht Gitarristin und Blueserin Debbie Davies nicht ran, aber mit „All I Found“ legt sie eine solide Einspielung vor. Höhepunkt der Scheibe ist das über sechsminütige Titelstück, bei dem Bruce Katz wabernde Hammonds und Per Hanson präzise Drums beisteuern, über die sich abwechselnd Debbies roughe Stimme und exzellentes Slidegitarrenspiel legen.
Rainer Guérich


Debbie Deane
Debbie Deane
ESC Records/Rough Trade
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Debbie Deane hat beste Aussichten zu den ganz großen Singer/Songwritern der amerikanischen Musikszene aufzusteigen. Unterstützt von der ersten Garde Studiomusikern (u.a. Wayne Krantz, Joshua Redman), demonstriert sie in 13 Eigenkompositionen ihr außergewöhnliches Songwriting-Talent. Ihre Liebe zu der Musik von Neil Young, Joni Michtell oder Steely Dan spiegelt sich nicht selten in dem einen oder anderen Akkord wider. Ihre kleinen, emotionalen Geschichten harmonieren prächtig mit dem stilistischen Soundclash zwischen Folk, Soul und Jazz. Eine sehr charmante Einspielung!
Frank Zöllner


Deep Dish
George Is On
Ministry Of Sound/edel
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Nach ihren erfolgreichen Singles „Flashdance“ und „Say Hello“ durfte man auf den Longplayer des Iranisch-Amerikanischen Duos gespannt sein. Die Messlatte wurde nicht zu hoch gelegt, denn Ali „Dubfire“ Shirazinia und Sharam Tayebi vermengen auf der CD klassische Pop- und Rock-Zitate mit zeitgemäßem Electronic/Dancefloorsound und exzellenten Gastvokalisten. Richard Morel ist gleich auf drei Songs zu hören, Anousheh veredelt neben „Flashdance“ und „Say Hello“ auch noch „Awake Enough“. Ein besonderer Anspieltipp ist Fleetwood Mac’s „Dreams“ in einer heißen Clubversion und mit neuer, von Stevie Nicks höchstpersönlich eingesungener Vocalline.
Rainer Guérich


DM Bob & Country Jem
Bum Steer
Hazelwood/Cargo
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Eine roughe Cajun--Swamp-Rock Scheibe legen DM Bob und sein Kumpan Country Jem hier vor. Authentischer und ehrlicher geht’s wohl kaum, aber die schrammelige Aufnahmequalität zerstört das hervorragende Songmaterial doch schon sehr.
Bernd Lorcher


Terry Evans
Fire In The Feeling
Crosscut/inakustik
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Und noch eine heiße Empfehlung für alle Bluesfreunde: Terry Evans, einer der genialsten Blues/Soul-Crooner der letzten 3 Jahrzehnte hat sein neues Album fertiggestellt. Die 11 Songs wurden in Los Angeles aufgenommen und atmen eine sehr relaxte Atmosphäre. Terry’s alter Freund Ry Cooder steuerte die wunderbare Nummer „My Baby Joined The Army“ bei, und Special Guest David Lindley veredelte einige weitere Songs mit seinem exzellenten Gitarrenspiel. Klasse Slow-Blues!
Rainer Guérich


The Fall
Fall Heads Roll
Sanctuary/Rough Trade
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Mark E Smith und seine Mitstreiter melden sich mit einem überzeugenden, neuen Studioalbum zurück. 14 Tracks finden sich auf „Fall Heads Roll“, einer Scheibe, die im Bereich des Indierocks wahre Funkenflüge schlagen dürfte. Mark grummelt wie der Teufel, es geht unbändig nach vorne („What About Us“) und das siebenminütige „Blindness“ lohnt alleine schon den Kauf der CD.
Tim Beldow


Ganesh
Club 21
Scebario Music/Rough Trade
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Mit Ganesh betritt ein italienisches Projekt die internationale Bühne, das sich einer tribigen Mixtur aus Acid-Jazz, Soul, Funk und coolem Clubsound verschrieben hat. Verantwortlich für diese clubbigen Soundflächen und relaxten Chillout-Rhythmen zeichnen die beiden DJ‘s&Remixer Enzo Ponzio und Peppe Pappalardo. Mit einem gehörigen Schuss Jazz, Hammondorgel-Feeling, Latinflair und eingängigen Harmoniemustern setzen sich die Tracks sofort in den Gehörgängen fest. Hier findet der passionierte Nachtschwärmer Clubsounds der Extraklasse mit fast 100%igem Chillout-Faktor.
Frank Zöllner


Marla Glen
Greatest Hits Live
SLS Musik/Alive
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Leider ist weder dem Info noch dem Booklet zu entnehmen, wo Marla Glen die Songs für dieses erstklassige Livealbum aufgenommen hat. An klanglichen und interpretatorischen Aspekten lässt die CD jedenfalls keine Wünsche offen. Marlas typische Reibeisenstimme croont wie Hölle. „Cost Of Freedom“, „Our World“, „Promises“ und „Believer“ haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Ein besonderer Höhepunkt ist das mit voller Inbrunst vorgetragene „Child“, dem sich ein wild improvisierender Instrumental-Part anschließt.
Rainer Guérich


Goldrush
Ozona
Truck Records/City Slang
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Nachdem sie von ihrer alten Plattenfirma Virgin eiskalt abserviert wurden, versuchen Goldrush mit eigenem Label Truck Records nun den Neuanfang in Eigenregie. Der Hördurchlauf gerät zwiespältig und offenbart keine allzu großen  Stärken und Schwächen. Britpop mit gelegentlichem Country- und Folkeinschlag. Nicht mehr und nicht weniger.
Bernd Lorcher


Hildago
I Want A Girlfriend
Tapete/Indigo
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Brillante Soundpassagen, cleverer Gitarrendrive, mal chaotisch punkig oder zupackend rockig! Alles Attribute, mit denen man die neue Scheibe der Nürnberger Band beschreiben könnte, die aber trotzdem den Sound von Hildago nur schwerlich treffen. Fast collagenhaft hat das Trio mit Unterstützung zahlreicher befreundeter Musiker ihre elf neuen Songs zusammengesetzt.  Ein wohltemperiertes Wechselbad der Emotionen, dem man sich nur schwer entziehen kann.
Simone Theobald


Hurdy-Gurdy
Prototyp
Westpark Music
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Hurdy-Gurdy, das sind die beiden schwedischen Musiker Hallbus Totte Mattsson und Stefan Brisland-Ferner. Mit dem Instrument der „schwedischen Drehleier“, einem kompliziert aussehenden Holzinstrument mit 16 Saiten, haben Hurdy-Gurdy einen ganz neuen, noch nie gehörten Klangkörper in ihren modern-traditionellen Soundmix integriert. Unwillkürlich denkt man an mittelalterliche Jahrmärkte oder Feste, bei denen dieses seit über 600 Jahren existierende Instrument wahrscheinlich oft zum Einsatz kam. Ein modern-traditional-Mix, der mehr zu bieten hat als folkloristische Weisen...
Ute Bahn


Helgi Jonsson
Glóandi
Material Records/Harmonia Mundi
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Wer an Island denkt, verbindet damit in erster Linie Einsamkeit, Vulkane, heiße Quellen oder unwirtliche Landschaften und natürlich die Ausnahmekünstlerin Björk. Mit der vorliegenden Scheibe „Glóandi“, zu deutsch „glühend“, macht sich ein weiterer isländischer Export auf, den europäischen Musikmarkt zu erobern. Helgi Jonsson pendelt zwischen furios-romantischem, reduziertem Minimal-Pop und  feinsinnigen Soundtüfteleien. Fließende Grooves, dezenter Gitarrensound und ausgefeiltes Songwriting laden zum genaueren Hinhören. Anspieltipp: Der Opener „Make Me Fall“!
Frank Zöllner


JOVANOTTI
Buon Sangue
Universal
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Lorenzo "Jovanotti" Cherubini gibt sich auf seiner neuen Scheibe ausgesprochen experimentierfreudig. Auf dem Opener "(Tanto)3" gibt es eine Menge Elektrogrooves, gefolgt von dem einfühlsamen "Mi Fido Di Te", einer Ballade mit Hintersinn. Das musikalische Spektrum ist zwischen HipHop, Rock, Funk und Soul weit abgesteckt. Jovanotti klingt Anno 2005 spannender denn je. Sehr empfehlenswert!
Fabian Hauck


Greg Koch
4 Days In The South
Provogue/Rough Trade
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Die Aufnahmen zu dieser CD hat Sänger und Gitarrist Greg Koch an 4 Tagen in Johnny Sandlin’s Ducktape Studio in Decatur, Alabama eingespielt. Herausgekommen ist dabei ein Slidegitarren-Blues der Sonderklasse, der seine Höhepunkte in dem irren „The Love Contractor“ und dem Mundharmonika-getränkten, funkigen „Can’t Fet There From Here“ hat. Als Gäste im Studio dabei waren übrigens auch Charles „Roscoe“ Beck, Willy Porter und Steve Cohen. Eine heiße Blues-Empfehlung!
Rainer Guérich


KId Congo & The Pink Monkey Birds
Philosophy & Underwear
Transsolar Records/Rough Trade
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Kid Congo Powers kann auf einen  ruhmreichen musikalischen Lebenslauf zurückblicken. So war er Gründungsmitglied des legendären Gun Clubs und hat auch schon mit Nick Cave, Foetus und die Haut kollaboriert. Im Experimentieren mit ungewöhnlichen Klangkonstellationen war er schon immer groß, natülich auch auf seinem neuesten „Pflänzchen“, das  in New York mit Sinnesverwandten entstand. Slowrock meets Punk’n’Wave und schroffe Beats. Und Kid’s markiges Stimmorgan  macht einige Songs (u.a. „Richard Three“) zum ungeschliffenen Klangjuwel. Eine echte Entdeckung!
Duklas Frisch


King’s X
Ogre Tones
Insideout/SPV
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Gewohnt gut ist die neue Scheibe von King’s X geraten. Doug Pinnick, Jerry Gaskill und Ty Tabor zeigen der Groove-Rock-Konkurrenz einmal mehr, wo der Hammer hängt. Zu den Höhepunkten auf „Ogre Tones“ zählen zweifelsohne das im langsamen Tempofahrwasser gringende „Hurricane“, das melodische „Fly“ und die Akustikballade „Honesty“. Ein ganz besonderes Glanzlicht des Albums ist das siebenminütige „Sooner Or Later“, das seinen unterkühlten Charme ganz lässig-relaxed entfaltet.
Duklas Frisch


K-Mob
Cushdy
Elmo Records/SPV
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Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Hamburger Rocksteady/ Reggae-Ensemble durch zahlreiche Livekonzerte eine treue Fangemeinde erspielt. Und diese wird nun mit einer starken CD belohnt. Die Gruppe um Sängerin Naima und Sänger Moritz hat ein gutes Händchen für tolle Harmoniegesänge, jamaikanische Rhythmen und ohrgängige Nummern. Da ließ es sich selbst Dr. Ring-Ding nicht nehmen, die Gruppe bei zwei Stücken tatkräftig zu unterstützen.
Duklas Frisch


Lamb
Remixed
Blue Sky/Universal
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Von der Electronic Band aus Manchester höchstpersönlich unterstützte Doppel-Remix-CD des Lamb Repertoires. Die bedeutendsten Remixer wie Kruder & Dorfmeister, A Guy Called Gerald, Autechre, Mr. Scruff und Tom Middleton haben die Bandklassiker gefadet und gemixt, dass es eine wahre Freude ist. Ganz groß sind Tom Middletons Deep Step Mix („Lamb vs. Cosmos - What Sound“) und „Heaven“ im Funkstörung Mix.
Duklas Frisch


Lederhosen Lucil
Tales From The Pantry
NetmusicZone/Rough Trade
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Die Lederhosen Lucil kommt nicht etwa aus Bayern, sondern aus dem fernen Kanada und legt mit „Tales From The Pantry“ („Geschichten aus der Speisekammer“) eine ziemlich abgefahrene Mixtur aus Walzer, Rap, Rock, Ska und New Wave vor. Unbedingt in die erste Single „Anarchavid“ und „Throwing Up Leaves“ reinhören.
Duklas Frisch


Madness
The Dangermen Sessions Vol.1
V2 Records/Rough Trade
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Madness haben mal wieder quer durch die Ska&Reggae-Szene gecovert, was das Zeug hält. Scheiben von Diana Ross&The Supremes, Prince Buster, Desmond Dekker und Jose Feliciano haben die „Dangermen“ ein cool-dubbiges Update verpasst. Einigen der Klassiker tut die moderne Studiotechnik hörbar gut, bei anderen wie Desmond Dekkers „Israelites“ gefällt mir das Original um Längen besser.
Bernd Lorcher


Mardi Gras. BB
Introducing The Mighty Three
Hazelwood/Cargo
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Doc Wenz und seine Truppe bieten auch auf ihrem fünften Album wieder halsbrecherische Grooves in ihrer Swamp-Blues-Suppe, wenngleich alles auch etwas aufgeräumter und reduzierter als bei den Vorgängern scheint. Der Opener „Hey There!“ zischelt unbändig in die Gehörgänge, „Lisa Marie“ ist ein unterdrehter Blueser und „Berlin Girl“ ist eine ohrgängige Nummer mit fiebriger Rockgitarre - halt typisch Mardi Gras. BB!
Bernd Lorcher


Alastair Moock
Let It Go
Corazong Records
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Wunderschönes Folk-Blues-Album von Alastair Moock, dessen Whiskey-getränkte Stimme gerne mit der von Steve Forbert verglichen wird. Die Songs sind sparsam instrumentiert und offenbaren akustische Finessen wie Lap Steel Gitarre und Mundharmonika. Unbedingt reinhören in das munter nach vorne treibende „My Famous Leaving Song“ und die Ballade „Unwanted Guests. Geheimtipp!
Duklas Frisch


The Moon Invaders
Breakin’ Free
Grover/Indigo
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Auch die zweite LP der belgischen Ska& Reggae-Formation wurde von Victor Rice produziert und fährt dementsprechend einen fetten Sound auf. Die CD beginnt mit dem instrumentalen Opener „Lion Of Panshir“, dem sich das vokale, relaxt wogende „Old Friend“ anschließt. Nur übertroffen von dem muskulösen Reggae-Schlenker „Wasn’t Made For Love“. The Moon Invaders verbreiten unspektakulär mit den richtigen Bläserzutaten gute Laune - das kann so einfach sein...
Fabian Hauck


Never Get Enough
V.A.
Soulciety/Neo
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Das legendäre Funk- und Soul-Label Soulciety meldet sich hier zum Start weiterer Veröffentlichungen mit einem klasse Sampler aus Soulciety-Archivfunden im Musik-Biz zurück. Funky Grooves und Soul satt mit Bobby Byrd („Never get Enough“ - Hammer!), Dean Francis & The Soulrockers, Eddie Bo, Vicki Anderson („Don’t Throw Your Love In The Garbagecan“) u.v.a. Bin schon gespannt auf die nächsten Releases!
Rainer Guérich


Niccokick
Awake From The Dead, My Dear Best Friend
Razzia/Soulfood VÖ: 24.10.
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Auf den Spuren von Neil Young und Stephen Malkmus wandeln die Skandinavier Niccokick, die uns einen emotionsgeladenen Pop-Indierock mit leichtem Folkeinschlag und psychedelischen Elementen liefern. Besonders hörenswert auf schillernden Nummern wie „Run! Run! Run!“ und „Love & Neon Lights“.
Simone Theobald


The Nomad
Concentrated
Sugarlicks/Alive
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Vom anderen Ende der Welt, genauer gesagt aus Neuseeland, hat The Nomad aka Daimon Schwalger seit den späten 80ern die internationale DJ, HipHop, Club&House-Szene in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen mit neuem Fun&Dance-Stoff versorgt. Vorliegende neue Rille ist nun so etwas wie eine Retrospektive der letzten Jahre und seiner bisherigen fünf Scheiben. In den 13 Songs kommt noch einmal seine ganze kreative Kraft zum Tragen, die sich mühelos von Reggae über HipHop zu Dub, Clubsound, Soul und Beat-Style erstreckt.
Siggi Mayen


Playa Azul
Flamenco Chill Vol.2
Black Flame/Rough Trade
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Der neueste Trend zum gepflegten Chillout nennt sich Spanish Flavored Chill“, eine groovige Mixtur aus spanischen Flamenco-Rhythmen und modernen Club&House-Beats. Ganz im Zeichen dieses relaxten Sounds steht diese Compi, die den richtigen Mix für einen verträumten Sommerabend an der Poolbar bereithält. Mit von der Partie sind die aus Mallorca stammende Gruppe Duende, Agua Loca, Jazzamor u.v.a. Klar, dass bei dieser Produktion die akustische Gitarre ganz im Vordergrund steht und mit jeder Menge geschmeidig-lasziver Beats und behäbiger Vibes passend umrahmt wird.
Ute Bahn


The Polyphonic Spree
Together We‘re Heavy
Ministry Of Sound/edel
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Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen haben sich gut 20 Musiker&Sänger zu The Polyphonic Spree zusammen geschlossen, um in einer Art Revival mit Art&Bombast-Pop die Zeit der Blumenkinder wieder auferstehen zu lassen. So lässt sich vielleicht auch der Umstand erklären, dass die Band bei ihren Auftritten in langen bunten Gewändern herumläuft, so dass man den Eindruck hat, bei einer Erweckungsveranstaltung irgendeiner Krishna-Sekte gelandet zu sein. Was den Sound angeht, so wird man übergossen mit zuckersüßen Melodien, die vor Harmoniegesang únd Wohlklang geradezu überquellen. Dazu gesellen sich bombastisch angeschwollene Arrangements. Der reinste Krampf!
Simone Theobald


Quintessence
5 a.m.
Jupiter Records/Soulfood
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Quintessence ist ein finnisches Sextett um die charismatische Frontfrau Emma Salokoski. „5 a.m.“ ist ein Album, bei dem der Begriff Urban oder City-Pop viel zu kurz greift. Wie eigentlich jede Genreschublade bei dem Sound von Quintessence zu klemmen scheint. Ihre 13 Songperlen sind eine Ansammlung fingerschnippender Gute-Laune-Melodien mit einer Mischung aus Funk, Soul, Jazz, Pop, Rock und Folk, immer dominiert von den erotisch-gehauchten Vocals von Emma Salokoski.
Yasmin Schmidt


RINGSGWANDL
Alte Reißer-Verreckte Geschichten
Lawine/Sony BMG
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Diese CD beinhaltet Moderationen und Songs des "abgedrehten" Arztes aus München zwischen 1988 und 2002. Ringsgwandl in Hochform mit derben Humor. Es darf gelacht werden... bis der Arzt kommt!
Duklas Frisch


The Royal We
The Royal We
Rakete/Rough Trade
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Mit The Royal We hat Dylan Kennedy von Scumbucket ein erstklassiges Debütalbum eingespielt. Die Songs sind überwiegend im Slow-Tempo gehalten, was mit Dylans Stimme wunderbar harmoniert. Besonders hörenswert ist der facettenreiche Alternative-Folk-Sound insbesondere auf Stücken wie „Closer To The Sun“ und „I Won’t Hurt“. Zu den Gästen auf der ausdrucksstarken Platte zählen u.a. Scumbucket-Kollege Michael Fritsche und Carlo Ebelhäuser (Blackmail). Große Scheibe!
Duklas Frisch
 


Anna Sahlene
Photograph
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NEA
Nea
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beide CDs: B Factory/DA


Zwei hübsche Schwedinnen mit 2 Alben, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Anna Sahlene (hellblond, gefeierter Kinderstar der Kult-TV-Serie „Die Kinder von Bullerbü“) kommt auf ihrem zweiten Album verdammt funky und soulig daher, während sich NEA (dunkelblond) gepflegter Singer/Songwriterkunst hingibt. Obwohl ich eher auf dunkelblonde Frauen stehe, gefällt mir Anna Sahlene musikalisch klar besser.
Rainer Guérich


The Servant
The Servant
edel
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Servant servieren einen Post-Punk/Hip-Hop-Elektro-Sound mit Ambitionen. Was durchaus kein Widerspruch sein muss, was die vier Jungs auf ihrem selbstbetitelten Debut-Album beweisen. Zupackende Rocklinien, elektronische Frickeleien, kantige Folkelemente und schwelgerische Pop-Harmonien entführen den Hörer auf einen ungewöhnlichen, musikalischen Trip . Die kleinen, oft puristisch dargebotenen Geschichten über den täglichen Horror moderner Großstädter hat nicht selten psychedelische Züge.
Tim Beldow


Elliot Sharp‘s Terraplane
Secret Life
Intuition/Alive
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Elliot Sharp ist New York‘s musikalischer Tausendsassa. Er ist in Gefilden des Jazz, Noise, Blues, Soul oder der Postmoderne ebenso zu Hause  wie bei seinen Kompositionen für Streichquartette oder Orchester. Klar, dass Elliot nicht für eingängige Blues-Rhythmen aus dem Mississippi-Delta oder der City von Chicago steht, sein Blues ist der Blues des Schmelztiegels New York, den er mit allerlei avantgardistischen Elementen und einer ausgesuchten Studiocrew in Szene setzt.
Bernd Lorcher


Hank Shizzoe & The Directors
Out And About
Crosscut/inakustik
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Der Schweizer Hank Shizzoe ist seit vielen Jahren eine der besten Adressen, wenn es um  Slidegitarren-Rock-Blues geht. Nun hat er mit seiner Begleitband  The Directors ein Outlaw-Album der Sonderklasse eingespielt. Vom roughen Opener „Out And About“ bitte nicht abschrecken lassen, denn danach wird’s richtig gut: „Your Luck Will Find You“ (eine Shizzoe-typische Adaption des schweiz. Hits „Fingt ds Glück eim?“), „Happy Man“ und die Akustiknummer „Do It Now“ sind erste Sahne. Wer auf Ry Cooder, J.J. Cale und Mark Knopfler steht,  kommt an dieser Platte schwerlich vorbei.
Rainer Guérich


Statements Outta Babylon II
V.A.
Popup-Records/edel
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Auch die zweite Ausgabe der „Statements Outta Babylon“-Reihe beleuchtet die Reggae- und Dancehall Szene im GAS-Raum. Neben bekannten Bands wie SEEED, GENTLEMAN und NOSLIW lohnt insbesondere das Reinhören in das Songmaterial des hoffnungsvollen Nachwuchses, wie ILL INSPECTA, BOBBY BUSTER und DON SHARICON. Es steckt schon großes Potential in der hiesigen Dancehall-Szene. Für Genre-Fans ein unverzichtbares Teil.
Fabian Hauck


String Cheese
Incident
One Step Closer
InsideOut/SPV
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Wer auf Folkrock und Country-Blues steht, für den sind die amerikanischen String Cheese Incident ein heißer Tipp. Das Quintett läuft insbesondere auf Songs mit langsamer Gangart wie „Big Compromise“ und „Until The Music’s Over“ zu großer Form auf: Rauhe Stimme, Mundharmonika und Mandoline fangen den erdverbundenen Präriesound prächtig ein. Eine Platte, die auch nach mehrmaligem Hörgenuss nicht ermüdet und uns von den unendlich langen Highways und staubverhangenen Landschaften träumen lässt. Für Freunde des Alternative-Folk-Blues eine sichere Empfehlung!
Bernd Lorcher


Richard Thompson
Front Parlour Ballads
Cooking Vinyl/Indigo
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Richard Thompson, Baujahr 1950, feiert dieser Tage sein 40jähriges Bühnenjubiläum und gilt nicht umsonst als „Britain‘s Best Kept Secret“. Im Zwiegespräch mit seiner Akustikklampfe erzählt uns Richard Thompson seine kleinen Geschichten vom Leben, von den Unwegsamkeiten, Schicksalsschlägen, dem Erwachsenwerden, Liebe und Freundschaft. Dabei bedient sich der Troubadour den vielseitigen Facetten seiner Akustik-Gitarre in Verbindung mit seiner ausdrucksstarken Folkstimme, deren Timbre nie fade oder langweilig wirkt. Ein Fest für alle Fans puristischer Folk-Weisen!
Bernd Lorcher


Vive La Fete
Grand Prix
Surprise Rec./Intergroove
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1997 muss es wohl Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, als der belgische dEUS-Bassist Danny Mommens das blonde Gift Els Pynoo traf. Dabei herausgekommen ist nicht nur eine zwischenmenschliche Beziehung, sondern auch eine ansprechende musikalische, wie auf dieser CD zu hören ist. Das Duo macht tanzbaren Gute Laune Elektro-Pop, mit prägnanter Bassline und dem frankophilen Girlie-Gesang der hübschen Sängerin. Und diese Mischung funktioniert nicht nur auf straighten Nummern (u.a. „Hot Shot“), sondern auch auf geschmeidigen Beats, wie sie auf „Petite Putain“ zu hören sind.
Rainer Guérich


John Watts
Real Life Is Good Enough
Silversonic/H’Art Musik-Vertrieb
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John Watts (Ex-Fischer Z) veröffentlicht seine neue Doppel-CD gleich im Paket mit einem 50 Gedichte umfassenden Poetry-Band. Damit gibt sich Watts in Zeiten der DVD nicht nur erfrischend Old School, sondern vertraut auch in musikalischer Hinsicht auf die Devise „weniger ist mehr“.   Nur Drummer Sam Walker unterstützt Watts bei seinen beherzten Ausflügen auf der Gitarre und seinen bissigen, ironischen Seitenhieben, vorgetragen mit inbrünstig flammender Stimme. Da macht eigentlich jeder der 16 Tracks Spaß. Besonders gelungen finde ich „Monday Magic“  und „Love Is A Gracious Thing“.
Duklas Frisch


Who Made Who
Who Made Who
Gomma/Grooveattack
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Auf dem Label, das schon Geheimtipps wie Mocky und Kamerakino veröffentlichte, stellt sich an dieser Stelle ein junges, dänisches Trio vor, das einen aufregenden Pop-Disco-Funk-Surfrock spielt. Who Made Who driven auf dem Opener „Rose“ unbändig straight nach vorne, surfen bei „Space For Rent“ so charmant wie Bryan Ferry über wogende Beats und lassen auf „Johnny Lucky“ die Bassbeats vor einem naiven Elektrobackground blinken. Immer wieder nimmt das Who Made Who Flagschiff musikalische Kurskorrekturen vor, die in beispiellosen  Soundkonstellationen enden. Große Klasse!
Duklas Frisch


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