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DEZ./JANUAR 2009
 | inMusic - da ist Musik drin!

 

@@@@@@ ĂŒberragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mĂ€ĂŸig
@ schlecht

 

VIC ANSELMO
Trapped In A Dream
Avasonic/Rough Trade
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Bemerkenswerte DebĂŒtscheibe der aus dem lettischen Riga stammenden Vic Anselmo. Die Gothic/Alternative-SĂ€ngerin verfĂŒgt ĂŒber eine außergewöhnliche Stimme und damit lĂ€sst sie den Hörer in ihre ebenso geheimisvolle wie betörende musikalische Traumwelt einsteigen. Sehr zu empfehlen!
Bernd Lorcher


THE AUDIENCE
Dancers And Architects
Hazelwood /Indigo
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Gut 16 Monate sind seit ihrem DebĂŒt „Celluloid“ vergangen. Eine Zeitspanne, die The Audience nicht nur fĂŒr ausgiebiges Live-Touring genutzt haben. Wie man jetzt auf 12 brandneuen Songs nachhören kann, waren die „Hersbrucker“ auch im Studio fleißig und ĂŒberaus kreativ. Herausgekommen ist ein alternativer Song-Workshop aus dem Inventar des Underground, gekreuzt mit Collegesound und Britpop. Dazu bedienen sich die FĂŒnf einer Mischung aus zwingenden Hooks, rockiger Gitarrenarbeit und einer Vocalarbeit der gehobenen GĂŒteklasse. Da werden treffsicher jede Menge OhrwĂŒrmer produziert.
Simone Theobald


JOAN BAEZ
Day After Tomorrow
Proper Records/Rough Trade
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Nach fĂŒnf Jahren können sich Joan Baez-Fans ĂŒber ein neues Album ihrer Heldin freuen. Auf dem von Steve Earle produzierten Album intoniert Joan eine Auswahl von Titeln ihrer beliebtesten Songwriter: Tom Waits ("Day After Tomorrow"), Thea Gilmore ("The Lower Road"), Patty Griffin ("Before Mary"), Elvis Costello & T Bone Burnett ("Scarlet Tide") und natĂŒrlich Steve Earle (u.a. "I Am A wanderer"). Folk in Vollendung!
Duklas Frisch


STEVE BAKER & DICK BIRD
King Kazoo
Acoustic Music/Rough Trade
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Blues-Harper Steve Baker und Gitarrist Dick Bird (auch Gesang) spielen schon seit Anfang der 70iger Jahre zusammen, doch erst jetzt haben sie es zeitlich geschafft, ein gemeinsames Album einzuspielen. Das Ergebnis kann sich hören lassen und sollte allen Blues-Fans gefallen. Das musikalische Spektrum reicht vom Akustikblues ĂŒber Country Blues bis zu sehr eigenen Blues-Varianten mit Instrumenten wie Kazoo (Dick Bird) und Jug (Henry Heggen). Als Anspieltipp hierzu empfehle ich mal das dafĂŒr sehr aussagekrĂ€ftige TitelstĂŒck "King Kazoo".
Bernd Lorcher


THE BANSHEE
Your Nice Habits
Fading Ways/Alive
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In Sachen elektronisch-infizierter Rock-Pop-Melodien waren The Banshee knapp anderthalbJahre nach ihrem vielumjubelten DebĂŒt „Public Talks“ mal wieder im Studio. Ergebnis ist ein mit reichlich Drumcomputer unterfĂŒtterter Ausflug zwischen New Order, Talking Heads und T-Rex. Eine farbenfrohe Klangfarbe mit jeder Menge Ingredienzen aus Alternative, Punk, Rock, College und Garagenrock zieht die Truppe aus den VerstĂ€rkern und funktioniert dabei rau und kraftvoll. Da strahlt so mancher Track den Charme eines Rohdiamanten, der hoffentlich nie geschliffen wird, denn der aggressive Rhythmus-Style von The Banshee macht den Charme dieser Combo aus.
Simone Theobald


JIMMY BARNES
Out In The Blue
Liberation/edel
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In seiner australischen Heimat rĂ€umte Rock- und Blues-SĂ€nger Jimmy Barnes mit "Out In The Blue" bereits Platin ab. Eingespielt in nur 8 Tagen, hĂ€lt die von Nash Chambers produzierte Scheibe hochkarĂ€tige StĂŒcke wie die Single "I Can't Tell You Why" und "Blue Hotel" bereit. Zu Barnes Europa-Tournee wurde zudem eine limitierte Doppel-CD-Sonderedition veröffentlicht. Auf der Bonusdisc finden sich hier unveröffentlichte Liveaufnahmen, die 1984 im Playroom in Surfers Paradise mitgeschnitten wurden. Wer auf zeitlos gute Musik steht, liegt bei Jimmy Barnes genau richtig.
Duklas Frisch


BEAUTIFUL LEOPARD
Sometimes It Doesn't Work
Strange Ways/Indigo
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Aus der Schweiz kommen Beautiful Leopard, die auf "Sometimes It Doesn't Work" mit atmosphĂ€rischer Dichte und melancholischem FeingefĂŒhl ĂŒberzeugen können. Abwechslungsreich, rau, kraftvoll und bezaubernd kommen die Kompositionen aus den Boxen und sorgen fĂŒr die verschiedensten GefĂŒhlszustĂ€nde auf Seiten des Hörers. Instrumentale Raffinessen wie Orgel, Trompete, Cello und Klavier zeigen, dass die Band aus dem mittelschweizerischen Fribourg auch ihr akustisches Handwerk versteht, was den Hördurchlauf zu einem besonderen Erlebnis macht.
Fabian Hauck


BEN FROM CORDUROY
Fab Guiro
Unique/Groove Attack
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Menschen mit Sinn fĂŒr Humor und einem erweiterten musikalischen Horizont können sich ĂŒber die vorliegende Scheibe sicherlich freuen. Hardcore-Fans der Jungs aus Liverpool werden wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen. Die Rede ist von der Einspielung „Fab Guiro“, die anlĂ€sslich des 20jĂ€hrigen Bestehens von Unique Records auf den Markt kommt und mit 12 etwas anderen Beatles-Interpretationen aufwartet. Wer immer mal wissen wollte, wie die Fab Four klingen, wenn man ihre Songs mit reichlich kubanischem Style, Latin-Flair, Salsa und Dub-Rhythmen durch den Konverter schickt, ist bei Ben From Corduroy bestens aufgehoben. Ich selber war am Anfang etwas skeptisch bezĂŒglich des Erbes dieser Jahrhundert-Band, aber schließlich haben mich die sympathisch-quirrligen und einfallsreichen Interpretationen einfach ĂŒberwĂ€ltigt. Im Übrigen: Wer hatte wohl mehr Humor als die Beatles selbst?
Frank Zöllner


ELVIN BISHOP
The Blues Rolls On
Delta Groove/in-akustik
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The Blues Rolls on - wie wahr, wie wahr! Elvin Bishop zĂ€hlt seit mehr als 45 Jahren zu den Meistern auf der Slidegitarre. FĂŒr seine neue CD ließ sich die Creme der Blues-Szene deshalb nicht lange bitten und trug nur zu gerne zum Gelingen der neuen Aufnahme von Elvin bei. Hochklassige Nummern auf der CD sind StĂŒcke wie "Yonder's Wall", "Keep A Dollar In Your Pocket" und "Oklahoma". Von den namhaften GĂ€sten sollen an dieser Stelle insbesondere B.B. King, Kim Wilson, George Thorogood und James Cotton erwĂ€hnt werden. Klasse Teil, das einem Alt-Blueser wie mir ganz besondere Freude macht!
Bernd Lorcher


LUKA BLOOM
Eleven Songs
Skip Records/Soulfood
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Luka Bloom zĂ€hlt ebenso wie sein Bruder Christy Moore zu den wichtigen Singer/Songwriter-Persönlichkeiten Irlands. Mit "Eleven Songs" legt er nun seine neueste Einspielung vor, die ihn einmal mehr als exzellenten SĂ€nger und Gitarristen zeigt. AtmosphĂ€re und IntensitĂ€t der 11 Tracks ist besonders groß, da er die einzelnen Takes zusammen mit den anderen Musikern im Studio quasi "live" eingespielt hat. Komplettiert wird der Bandsound von Steichern, Gospelchören und Pedal Steel Gitarren.
Fabian Hauck


BLUES COMPANY
More Blues,Ballads & Assorted
in-akustik
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Seit mehr als 3 Jahrzehnten ist die Band um Mastermind Todor 'Toscho' Todorovic aus der Blues-Szene nicht mehr wegzudenken. Die Band aus OsnabrĂŒck bringt es auf 23 Alben und veröffentlicht hier ihre zweite Best Of-CD, welche den kĂŒnstlerischen Schaffenszeitraum ab 1997 abdeckt. Erfreulicherweise hat man fĂŒr die Zusammenstellung der Kollektion nicht nur die Songs der Originalalben verwendet, sondern bietet auf StĂŒcken wie "Same Old Feeling", "The River" und "Keepin' The Blues Alive" auch alternative Live-Versionen mit großer BlĂ€serbesetzung an. Dann auf die nĂ€chsten 30 Jahre!
Bernd Lorcher


DAVID BOWIE
Iselect
EMI
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Wie der CD Titel schon vermuten lĂ€sst, hat David Bowie die 12 Songs fĂŒr diese Kollektion selbst zusammengestellt. Es sind also gewissermaßen die StĂŒcke, die fĂŒr ihn die zeitlosen Klassiker aus seinem großen Songfundus darstellen. Schon sehr aufschlussreich, bei welchen Alben (u.a. "Hunky Dory", "Aladdin Sane") Bowie die Schwerpunkte setzt und wie er dies in den Linernotes erklĂ€rt. Interessant ist auch die neue Remix-Version von "Time Will Crawl". Bowie has select...
Rainer Guérich



BOOBOO DAVIS
Name Of The Game
Black & Tan Records/New Music
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Besten Harp-Blues legt der aus Mississippi stammende Booboo Davis vor, der auf seiner neuen Einspielung kongenial von Drummer John Gerritse und Gitarrist Jan Mittendorp unterstĂŒtzt wird. Sound und Feeling stimmen, wobei BooBoo's Gesang ĂŒber jeden Zweifel erhaben ist und sowohl zu traditionellem Chicago Blues als auch zu fetten und WahWah-verzerrten Nummern bestens passt. Anspieltipps sind StĂŒcke wie "I'm Comin' Home" und "Who Stole The Booty".
Bernd Lorcher


BREATHLESS
Krank vor Wut
Al Dente Recordz
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Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich posthum fĂŒr einen verstorbenen KĂŒnster seine letzte Veröffentlichung bespreche. Bei dem Rapper Breathless aka Jonathan Schnee und seiner Scheibe „Krank vor Wut“ ist dies der Fall und eigentlich eine sehr zwiespĂ€ltige Geschichte. Zum einen ist der Tod eines Menschen immer ein Grund zu trauern, zum anderen hat Breathless in seine letzte Arbeit soviel Power und Emotionen gelegt, dass ich von seinem Rapsound und seinen Songs absolut begeistert bin. Jonathan ist am 09.MĂ€rz dieses Jahres seiner Erkrankung Mukoviszidose erlegen, und in fast allen Tracks verarbeitet er den Kampf gegen diese heimtĂŒckische und leidensvolle Krankheit. Aber gerade wenn er in Songs wie „Meine Therapie“ oder „Ende Wut, alles Wut“ unverblĂŒmt seinen Leidensweg besingt, macht er vielen Menschen Mut, nicht aufzugeben und den Kampf gegen die Krankheit immer wieder aufzunehmen.
Fabian Hauck


FRANCOIZ BREUT
À l‘aveugleutte
Le Pop Musik/GrooveAttack
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Viele Jahre lang „nur“ die zweite Stimme ihres ehemaligen Lebenspartners Dominique A. ist Francoiz Breut seit ‘97 auch solo unterwegs. Sie zĂ€hlt zu den Wegbereitern der sogenannten „Nouvelle Chanson“. Auch die 14 Songs ihrer neuesten Einspielung gewinnen ihre kĂŒnstlerische Ausstrahlung und KreativitĂ€t  aus der ĂŒberaus eindringlichen und prĂ€genden Stimme der französischen AusnahmesĂ€ngerin. Mademoiselle Breut bietet uns die Vollpackung in Sachen moderner französischer Popmusik, ob mit knackiger Combo-Begleitung, rauchzart-verzerrten Gitarrenlines oder laszivem Sex-Appeal.
Ute Bahn


CAZALS
What Of Your Future
Kitsuné/Rough Trade
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Wer auf Bands wie We Are Scientists, Departure und The Bravery steht, sollte unbedingt in diese CD hineinhören. The Cazals peppen ihren Indierock mit deutlicher Elektronikkomponente und 80er Jahre-Synthies auf. Unbedingt reinhören solltet ihr in Nummern wie „Somebody, Somewhere” und „Poor Innocent Boys“. Tolle Scheibe!
Fabian Hauck


COCOSUMA
We‘ll Drive Home Backwards
3rd Side Records/Alive
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Mit der neuen Frontfrau Amanda weht bei der französischen Formation Cocosuma ein neuer und frischer Wind, der einem beim ersten Reinskippen in die Scheibe angenehm umfĂ€chelt. Die Songs wirken auf ein Minimum reduziert, dabei aber furios romantisch und mit reichlich SphĂ€renklĂ€ngen versehen. Das mag fĂŒr manchen zuviel Psychedelic-Getue sein, aber Cocosuma verstehen es auch knackigen Happy-Pop, Harmoniegesang und folkgeschwĂ€ngerte Akkorde aus den Amplifiern zu zaubern. Dazwischen stören die gelegentlichen ambienten FlĂ€chen eigentlich wenig.Im Gegenteil, sie lockern die Scheibe wohltunend auf und lassen das Trio zielsicher, frisch und intensiv wie schon lange nicht mehr klingen.
Simone Theobald


ALEX CONTI & FRANK DIEZ
Berlin Blues
Mad As Hell Prod./in-akustik
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Die beiden Gitarristen/SĂ€nger Alex Conti und Frank Diez huldigen auf dieser Scheibe ihren großen Vorbildern wie John Mayall, Jimi Hendrix, Mose Allison und Jeff Beck. Anspieltipps sind natĂŒrlich das TitelstĂŒck und "Down, Down, And Down". Kongenial unterstĂŒtzt werden die beiden KĂŒnstler von Drummer Tony Hicks, Bassist Colin Hodgkinson (auch Gesang in "Junior's Wailing") und Keyboarder Wolfgang N. Dalheimer.
Bernd Lorcher


COSMIC BALEARIC BEATS
Vol. 1
Eskimo Recordings/Rough Trade
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Der belgische DJ Skinny Joey hat hier fĂŒr Eskimo Recordings eine Kollektion gemixt, die empfehlenswerte und bisher noch weitgehend unbekannte KĂŒnstler aus den Bereichen Electro, House, Funk und Disco vorstellt. Mit dabei sind Acts wie Stratus, Coyote, Bottin, Rubberdroom, Lullabies In The Dark u.v.a.
Siggi Mayen


DR. LEKTROLUV
Live Recorded At Pukkelpop 08
Lektroluv
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Tolles und bereits drittes Live-Mix-Set von Dr. Lektroluv. Aufgenommen wurde das Ganze auf dem renommierten "Pukkelpop"-Festival im belgischen Hasselt. Fette Electro-Grooves treffen auf Rock und Techno-Sounds wie man es bei Dr. Lektroluv gewohnt ist. Auf der Setlist stehen Namen wie Fischerspooner, Jacknife Lee, Ampersand, Moby, The Subs, Proxy, Alex Gopher u.v.a. Sehr fein!
Fabian Hauck
 


DUB SPECIALIST
Dub
Heartbeat/in-akustik
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Dub-Freunde werden an dieser Kollektion von Dub-Klassikern ihre Freude haben, die in den 60er und 70er Jahren im legendĂ€ren Studio One auf Jamaika aufgenommen wurden. Produziert wurden die Nummern (u.a. von den Heptones, Horace Andy) allesamt von Clement Dodd aka Dub Specialist. StĂŒcke wie "Still Version" und "Dub My Girl" erscheinen hier zum ersten Mal auf CD. Also zugreifen!
Fabian Hauck
 


PETAR DUNDOV
Escapements
Musicman Records/Rough Trade
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Mit dieser Scheibe vom kroatischen Produzenten Petar Dundov feiert der Detroit Techno seine Wiederauferstehung. Parallelen zu Jean Michael Jarre finden sich auf dem Album immer wieder, das von vorne bis hinten Spaß macht. "Escapements" klingt eigenstĂ€ndig, technoid, psychedelisch und verströmt eine wonnig-analoge Klangaura. Sehr zu empfehlen.
Siggi Mayen


BOB DYLAN
Tell Tale Signs
Legacy/Sony BMG
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Bereits die achte Ausgabe aus der Bootleg-Reihe von Bob Dylan mit raren und unveröffentlichten Songs. Der hochwertig aufgemachten Edition liegt zusĂ€tzlich auch noch ein 64seitiges Page Booklet bei mit vielen raren Fotos und informativen Liner-Notes. Neben den zahlreichen Studio Demos, Alternative Takes und Live-StĂŒcken lohnt sich insbesondere ein Reinhören in den Song "Dreamin' Of You", der wĂ€hrend der Sessions zum 97er Album "Time Out Of Mind" entstand.
Minky Stein



EMMY MOLL
All The Monsters Are Small And Soft And Scared
Popup Records/Cargo
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Seit drei Jahren ist das Quartett aus Hamburg jetzt in der Szene aktiv, um mit der vorliegenden Scheibe endlich den eigenen Longplayer vorzustellen. Wer die Band vielleicht schon von ihren Liveauftritten kennt weiss, dass bei Emmy Moll handgemachte, nachdenkliche und ruhige Songs ganz im Mittelpunkt ihrer Musik stehen. Hier wird kein Akkord zuviel gespielt und auch die Instrumentierung aus Gitarre, Bass, Akkordeon oder Piano ist fast puristisch zu nennen. Das aber im besten Sinne des Wortes, denn von Beginn an erliegt man den balladesken, wunderschönen und in sich ruhenden Songs. Hier besinnt man sich auf das Wesentliche und gewinnt doch soviel mehr als durch weitgespannte, ausufernde und laute Großsprecherei. Vertonte Poesie, vorgetragen wie ein spontaner Pinselstrich auf einer Leinwand.
Fabian Hauck


RUTHIE FOSTER
The Phenomenal Ruthie Foster
Proper Records/Rough Trade
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Neues Album von der texanischen SĂ€ngerin und Songwriterin Ruthie Foster. Die Blueserin erinnert von ihrer krĂ€ftigen Stimme an Aretha Franklin. Gospel- und Folkelemente fließen in ihren Bluessound ein. Anspieltipps sind StĂŒcke wie "Heal Yourself" und "Beaver Creek Blues".
Duklas Frisch


FORT KNOX FIVE
Radio Free DC
Fort Knox/MDM/Mutualism
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Was haben Afrika Bambasstaa, Bittersweet, Kraak&Smaak oder Tito Puente gemeinsam? Sie alle haben bereits von den hervorragenden Remix&Producer-KĂŒnsten von Sid Barcelona, Jon Horvath, Rob Meyers und Steve Raskin aka Fort Knox Five profitiert. Nun haben die Jungs endlich die Zeit gefunden, ihre kreativen ErgĂŒsse auf einem Longplayer zu fokussieren. Dazu jagen sie uns in den 15 Tracks einen groovenden Mix aus Funk, Soul, Punk und Rap um die Ohren. GĂ€ste wie Asheru, Mustafa Akbar und Rootz&Zeebo standen der Truppe gerne zur Seite, um die Songs mit ihrer genialen Vocalarbeit zu veredeln. Herausgekommen ist dabei ein bis in die Knochen groovender Partymix mit Underground-Raps, Killer-Rhymes und grandios funkigen Blaser-Sections.
Simone Theobald


FUSE PRESENTS DEETRON
V.A.
Music Man
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Die neue Fuse-Compilation wurde von Sam Geiser aka Deetron gemixt. Das Set ist fĂŒr alle House-Freunde sehr empfehlenswert und spannt den Bogen von Deephouse ĂŒber Techhouse bis hin zu Acid. Zu den vertretenen Acts zĂ€hlen Mossa, Iron Curtis, Dop, Marcel Dettmann, Spacetime Continuum, Gene Hunt, Adam Marshall, Herb Martin, Radio Slave, Mr. Martin u.v.m. Nicht nur fĂŒr DJs eine leckere Angelegenheit.
Siggi Mayen


GOREALA
Metaphor Za Mtaa-Street Metaphors
Culture Taxi Records/H‘Art
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Authentischer HipHop funktioniert ĂŒberall auf der Welt, ob nun in den Straßenschluchten von New York und L.A. oder wie im Fall von Rapper Goreala im fernen Nairobi. Hier hat er auch seine zweite Scheibe eingespielt und ist nĂ€her am Puls der Zeit als viele seiner Artgenossen. Er weiß, was auf den Straßen los ist, was den Leuten unter den NĂ€geln brennt und wo die sozialen Brennpunkte sind, wo Mord, Raub, Prostitution und Gewalt zu Hause sind. Genau diese Mischung aus Beschreibung, Anklage und Lösungswegen packt Goreala in seine Songs, die er im Wechsel in englischer Sprache und Swahili in Szene setzt. Dass er dabei nicht immer Gentlemen-like ĂŒber seine ungezĂ€hlten FrauenaffĂ€ren plaudert und dabei in „Mother-Fucker-Gefilde“ abtaucht, ist bedauerlich, gehört in Rapper-Kreisen aber anscheinend zu einem gewissen Imponiergehabe.
Ute Bahn


TISH HINOJOSA
Our Little Planet
Continental Records/in-akustik
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Tolles neues Album von Tish Hinojosa, die ihre Fans auf "Our Little Planet" erneut mit einem Mix aus TexMex, Country und Bluegrass begeistert. "Mi Pueblo" und "Our Little Planet" intoniert sie zudem in spanischer Sprache. Als GĂ€ste sind KĂŒnstler wie Rosie Flores, Chip Dolan und Dale Watson mit von der Partie.
Bernd Lorcher


INSTANT DRONE FACTORY
Live
FĂŒnfundvierzig/Indigo
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Wer sich gerne auf weitgespannte, esoterisch angehauchte Soundeskapaden, gemischt mit Avantgarde und experimentellen Musikphasen entfĂŒhrten lĂ€sst, darf sich fĂŒr die nĂ€chsten 45min zurĂŒcklehnen und dem Sound von Instant Drone Factory lauschen. Dabei handelt es sich weniger um eine feste Band, als eher ein lose gestricktes Projekt mit den beiden musikalischen Konstanten Andrea Tabacco (Gitarre/Gesang) und Frank Gingeleit (Gitarre/Synthesizer). Dazu gesellen sich Freunde und Kollegen aus allen Herren LĂ€ndern, um das kĂŒnstlerische Koordinatensystem von Instant Drone Factory immer wieder neu zu kalibrieren. So zuletzt geschehen auf dem Schiphorst Avantgarde Festival 2006, bei dem auch die vorliegende Rille live mitgeschnitten wurde. Ein Muss fĂŒr alle bekennenden Krautrock und Psychedelic-JĂŒnger!
Frank Zöllner


ISGAARD
Wooden Houses
Flat Earth Music/Rough Trade
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Auch auf ihrer dritten Einspielung sind es die charismatischen Vocals von Frontfrau, LeadsĂ€ngerin und Namensgeberin Isgaard, die klar im Vordergrund stehen und die gesamte Produktion beherrschen. Und wieder ist es eine gelungene Mixtur aus weitgespannten Melodiebögen, Ambient-KlĂ€ngen, Anleihen aus Ethno&Wordmusik und Klassik, die die zwölf neuen Tracks nicht nur fĂŒr Fans zu einem besonderen Hörerlebnis machen. Dabei ist ihr wohl emotionalstes und kĂŒnstlerisch dichtestes Album entstanden, was der Truppe um die Hamburger SĂ€ngerin einen festen Platz in der interantionalen Gothic&Wave-Szene beschert.
Frank Zöllner


JEN
Mellow Dramas
Stereo Deluxe/edel
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Mit „Poetry Meets Electronica“ ist die vorliegende Scheibe der AusnahmekĂŒnstlerin Jen unterschrieben und zeigt auf insgesamt 11 Tracks (plus 2 Bonustracks), wie einfĂŒhlsam man modernen Club&Lounge-Sound mit Spoken Word Poetry verbinden kann. Jen, die mit bĂŒrgerlichem Namen Jennifer Schwed heißt und in Washington/DC zu Hause ist, hat sich fĂŒr ihren neuesten Release die Zusammenarbeit mit einer handvoll europĂ€ischer Szene-KĂŒnstler gesichert, die ihre finigranen und weitgespannten Gedichte kongenial mit der perfekten Soundstruktur belegen. Namen wie Gelka, Solar Moon, Can7 und Egotrip stehen im Lineup, alles Namen, die in der internationalen DJ&Remix-Szene einen guten Klang haben. Zusammen mit Jen gelingt der illustren Truppe ein atmosphĂ€risch-fließender und sehr emotionaler Trip, der wohl kaum auf den TanzflĂ€chen funktioniert, dafĂŒr aber das morgentliche Chillout umso besser begleitet.
Siggi Mayen


JOLLY JUMPERS
Fantom Zone
Tug Rec/Indigo
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Seit ihrem Deutschland-DebĂŒt „Mobile Babylon“ vor gut zwei Jahren warte ich auf den Nachfolger der „Folk-Finnen“. Und endlich, passend zum Weihnachtsfest, melden sich Jolly Jumpers mit einem neuen Werk zurĂŒck und machen mĂ€chtig Dampf auf der Rille. Wie bereits auf dem VorgĂ€nger zelebrieren die vier Finnen einen spannenden und abwechselungsreichen Mix aus Rock, Blues, Folk, Americana und wabernden Psychedelic-Gitarren, der vom ersten Akkord an in den GehörgĂ€ngen hĂ€ngen bleibt. Endlich mal kein wildes Metal-Geballer aus den tiefen, nordischen WĂ€ldern, sondern eine Scheibe, die den verschiedensten Rock-Ritualen von rootsigem Bluesrock ĂŒber mörderischen Groove, Tex-Mex und Surfsound bis hin zur kleinen Underground-Hymne huldigt.
Fabian Hauck


THE JIM JONES REVUE
The Jim Jones Revue
Punk Rock Records/Cargo
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BandgrĂŒnder Jim Jones war in den 90er Jahren mal Mitglied der Garage Punker Thee Hypnotics. Mit der Jim Jones Revue steht nun unberechenbarer, energiereicher  und absolut unterhaltender Boogie-Woogie-Rockabilly-Punk auf dem Programm. Irgendwo zwischen Bands wie The MC5, The Killer, The Memphis Flash und Little Richard musikalisch angesiedelt.
Enzo Bach


KITSUNÉ MAISON
Compilation 6
Kitsuné/Rough Trade
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Die KitsunĂ©-Kollektionen sind fĂŒr Liebhaber abwechslungsreicher Elektronik-Kost immer einen Empfehlung wert. Da macht auch Vol. 6 keine Ausnahme und bietet richtungsweise, hochmelodische und tanzbare Musik. Mit dabei sind Acts wie Lo-Fi-Fink, Pnau, Ted & Francis, Digitalism, Fischerspooner, A-Trak, Grovesnor, David E Sugar, Appaloosa u.v.m.
Fabian Hauck


CRAZY CHRIS KRAMER
Any Kind Of Music
Live und Solo
BTM/Sony BMG
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"Crazy" Chris Kramer ist ein wahrer Meister der Blues-Harp und wird nicht zuletzt deshalb von GrĂ¶ĂŸen wie Jack Bruce oder Toots Thielemanns innig verehrt. Zusammen mit den Groove Hands hat er nun mit "Any Kind Of Music" eine CD eingespielt, die ĂŒber den Tellerrand des Blues hinausschaut und Freunde "handgemachter" Musik gefallen dĂŒrfte. Zusammen mit seiner Band um Bernd Kullack (Violine, Midi-Violin), Jenes Filser (Gitarre), und Wolfgang Engelbertz (Kontrabass) steht hier ein absolut unterhaltender und grooviger Streifzug von Bossa Nova, Swing. Folk, Funk bis hin zu jazzigen AusflĂŒgen ("What A Wonderful World") auf dem Spielplan. Und Chris Kramers Gesang und Harp-Spiel macht in jeder Stil (Spiel) Art eine gute Figur. – Parallel zur CD erscheint unter dem Namen „Live und Solo“ auch die erste DVD von Chris Kramer. Zu sehen gibt‘s hierauf ein Solokonzert des KĂŒnstlers mit "Herz und Blues“, das wĂ€hrend eines Auftrittes im Dortmunder Fritz Henßler Haus am 23.09.2007 mitgeschnitten wurde. FĂŒr Blues-Freunde ein sehenswertes Leckerli.
Duklas Frisch


KLAUS LAGE
Nah und Wichtig
Odeon/EMI
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Klaus Lage scheint mit zunehmendem Alter scheinbar immer besser zu werden. Jedenfalls bin ich nach dem Hördurchlauf von seiner neuen Rille "nah und wichtig" sehr angetan. Die Scheibe bietet eine schöne Spannbreite zwischen rockigen, bluesigen und ruhigeren StĂŒcken. Emotional, authentisch und ĂŒberzeugend schĂŒttelt Klaus Lage auch nach vielen Jahren im MusikgeschĂ€ft noch solch tolle Nummern wie "Anker auf", "Reichtum der Welt" und "Ich hör dem Regen zu" locker lĂ€ssig aus dem Ärmel. Absolut empfehlenswert diese Scheibe, vielleicht sogar ein Geschenk fĂŒr meinen Daddy, mal schau’n...
Minky Stein


LE PEUPLE DE L‘HERBE
Live
Supadope/PIAS
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Eine Scheibe, auf die nicht wenige Fans des französischen HipHop gewartet haben dreht sich momentan in meinem Player und zeigt einmal mehr, dass Le Peuple De L‘Herbe ihre echten QualitĂ€ten am besten live entfalten können. Mit jeder Menge Power in der Rille, harten Riffattacken, erdigen Drumlines und einer Brass-Section, die dir die GehörgĂ€nge freischaufelt, legen die Jungs aus den Pariser Banlieue los, dass es eine wahre Freude ist. Entstanden ist ein Schmelztiegel aus HipHop, Rock, Industrial, Blues und Spoken Word-Lyrik, den sich die beiden Frontshouter JC 001 und Sir Jean voller Begeisterung und Enthusiasmus gegenseitig um die Ohren hauen! Als besonderen Bonus gibt‘s noch eine DVD mit reichlich Livematerial, Dokumentationen und Interviews mit der Band.
Frank Zöllner


TAJ MAHAL
Maestro
Heads Up/in-akustik
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Taj Mahal, der geniale GrenzgĂ€nger zwischen Blues, Reggae, Funk und Worldmusic feiert mit seinem neuen Studioalbum "Maestro" bereits sein 40jĂ€hriges BĂŒhnenjubilĂ€um. Das muss natĂŒrlich standesgemĂ€ĂŸ begangen werden und so nimmt die GĂ€steliste kaum ein Ende: Ben Harper, Jack Johnson, Angelique Kidjo, Los Lobos, Ziggy Marley, seine Phantom Blues Band. Ergebnis ist eine gelungene Scheibe, die jede Menge gute Vibes verbreitet. Besonders hörenswert sind die Kooperationen mit Los Lobos in dem Reggae-Schlenker "Never Let You Go" und mit Ben Johnson in "Further On Down The Road". Klasse Teil!
Bernd Lorcher


MARDI GRAS.BB
My Private Hadron
Hazelwood/Indigo
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Mardi Gras.BB veröffentlichen mit "My Private Hadron" mal wieder ein ĂŒberzeugendes Album mit viel SĂŒdstaatenflair. Doc Wenz und seine Gefolgschaft laden euch ein auf einen Streifzug durch die Gefilde des Swamp-Rock, Rattlesnake-Blues, Boogie, Soul, Groove, whatever. Highlights gibt es auf der Scheibe viele. Meine LieblingsstĂŒcke sind "Boogie Queen" und "Battlesnakes". Immer wieder eine Empfehlung wert, diese Mardi Gras.BB!
Fabian Hauck



MIGHTY VIBEZ
We Comin' Around
Rhön Records/Radar
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Mighty Vibez sind der Geheimtipp aus der deutschen Reggaeszene. Ausgezeichnet als "European Reggae Newcomer 2006" auf dem italienischen Robotom Sunsplash Festival legen sie hier ihr gelungenes zweites Album vor. Eine schweißtreibende Mixtur aus Reggae, Ska und Funk!
Fabian Hauck


MONTYS LOCO
Farewell Mr.Happy
Nons Records/Soulfood
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Bereits das vierte Album des schwedischen Duos Montys Loco. Die beiden Damen, die in der Tradition von KĂŒnstlern wie Patti Smith, PJ Harvey und Björk stehen, wissen auf den 11 Tracks mit selbstbewusstem und eigenstĂ€ndigem Indie-Alternative-Pop zu ĂŒberzeugen. Eine durchaus empfehlenswerte Scheibe, die Spaß macht.
Bernd Oppau


DANIEL MARTIN MOORE
Stray Age
Sub Pop/Cargo
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Der Mann heißt Daniel Martin Moore, kommt aus Cold Springs in Kentucky und legt mit „Stray Age“ seine erste Einspielung vor. Seine elf puristisch instrumentierten Folk/Pop-Songs habe ich sofort ins Herz geschlossen. Das Geheimnis dieser Scheibe liegt eindeutig in seiner Einfachheit und seiner Verbundenheit zu eingĂ€ngigen Arrangements und handgemachter Musik. DafĂŒr konnte Mr. Moore einige Studio-GrĂ¶ĂŸen wie Justin Meldal-Johnsen (Bass), Petra Haden (Violine) und Jesca Hoop (Vocals) gewinnen, die diese CD zu einem wahren SchatzkĂ€stchen in Sachen Americana-Folk-Kunst machen.
Frank Zöllner


ROY ORBISON
The Soul Of Rock And Roll
Legacy/Sony BMG
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Ein Muss fĂŒr alle Roy Orbison Fans ist diese hochwertig aufgemachte 4CD-Box, die erstmals alle Schaffensphasen des KĂŒnstlers zwischen 1955 bis 1988 portrĂ€tiert. 107 (!) Tracks, davon 12 bis dato unveröffentlicht, finden sich auf den CDs. Von Orbisons AnfĂ€ngen bei seiner ersten Band "The Teen Kings“ ĂŒber die legendĂ€ren Sun-Sessions bis hin zur Virgin-Phase lĂ€sst dieses Set keine WĂŒnsche offen. Das 96 Seiten starke Booklet im Großformat beinhaltet selbstverstĂ€ndlich jede Menge Fotos und Liner Notes, u.a. von Barbara Orbison und Roy Orbison Jr.
Simone Theobald



KEVIN PABST
Kevins Melody
Down Town/Neo Sony BMG
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Mit seinen gerade mal 17 Jahren gilt Kevin Pabst als die große Trompetenhoffnung in der volkstĂŒmlichen Musikszene. Sein Erstlingswerk trĂ€gt den Titel "Kevins Melody" und entstand unter tatkrĂ€ftiger UnterstĂŒtzung von Erfolgskomponist und Produzent Walter Geiger, der zahlreiche StĂŒcke Kevin auf den Leib schrieb. Unter den 14 Titeln finden sich Neuinterpretationen von Evergreens der Volksmusik ("La Pastorella", "Guantanamera"), aber auch eine Reihe poppiger und modern arrangierter Nummern wie beispielsweise "Dance, Dance, Dance" oder dem sonnengetrĂ€nkten "Latin Lover". Eine Scheibe, die gute Laune verbreitet und einen stilistisch sehr ambitionierten und vielseitigen Trompeter prĂ€sentiert.
Duklas Frisch


PARENTHETICAL GIRLS
Entanglements
Tomlab
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Wer sich auf die Musik der Parenthetical Girls aus Portland, Orgeon einlĂ€sst, muss musikalisch nicht nur auf alles gefasst sein, er muss vor allem seine verstaubten und veralterten Vorstellungen von Rockmusik ĂŒber Bord werfen. Denn auf ihrer neuesten Einspielung bauen die vier Musiker/innen ihre Ansichten ĂŒber zeitgenössische Musik konsequent aus. Dazu gehört z.B. der komplette Verzicht auf jede Art von „Rock-Gitarren“. Statt dessen kommen in den elf Tracks reichlich Streicherinstrumente, BlĂ€ser, Pianos und Marimbas zum Einsatz. FĂŒr irgendwelche Chartkost waren die Parenthetical Girls noch nie zu haben, was auch gut so ist.
Simone Theobald


THE PLEASURE
Travel Inside
Rookie Records/Cargo Records
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FĂŒr leichtfĂŒĂŸige und eingĂ€ngige Popmelodien waren die drei Freibruger eingentlich schon immer zu haben und auch ihr neuester Release „Travel Inside“ macht hier keine Ausnahme. Zwölf neue Songs haben sich Jens Kreuzer, Ralf Paske und Volker Eck hierfĂŒr aus den Rippen geleiert. Da wird nicht mit harten Gitarrenlicks gegeizt und die toughe Britpop-Schiene bedient. Aber in Summe betrachtet klingen The Pleasure einfach zu weichgespĂŒlt und zuckersĂŒĂŸ. Hier fehlt jede Ecke oder Kante zum Festhalten, alles klingt wie in einer poppig-flauschigen Musik-Lounge. Warum nur muss ich andauernd an die Fab Four denken?
Fabian Hauck


PUPPETMASTAZ
The Takeover
Discograph/Alive
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Man muss nur alt genug werden und man erlebt wirklich alles! Wie im Falle der Band Puppetmastaz, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob hier der Begriff Band ĂŒberhaupt zutrifft. Denn die Gruppe oder Crew besteht ausschließlich aus Handpuppen Ă  la Muppets oder Seamstraße. Was die Berliner „Puppen-Rapper“ nicht davon abhĂ€lt einen phetten und abgefahrenen HipHop-Style aus den Boxen zu schwitzen. Und lĂ€ngst hat die Truppe ihre Credibility weit ĂŒber die Hauptstadt hinaus ausgebaut: Gigs in ganz Europa und mittlerweile auch in Übersee gehören zum normalen Programm. Mit „The Takeover“ steht bereits ihr 3. Player am Start und hĂ€lt eine eindeutig tanzbare Mixtur zwischen Hardstep und Jump-Up parat. Also mal locker die HĂŒfte kreisen und die Puppen tanzen lassen.
Frank Zöllner


QUEEN‘S VOICES
V.A.
Selecta Beats/MConnexion
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Ein Ă€ußerst ambitioniertes Projekt haben die beiden Mixer&Produzenten Joaquin Baixa und Patrick Balzat mit der vorliegenden Rille auf die Beine gestellt. „Queen‘s Voices“ gestattet einen interessanten Blick in die belgische Club&Pop-Szene und zeigt dabei die vielen Facetten angesagter Floormusik. Diesmal hat ausschließlich das „zarte Geschlecht“ musikalisch das Zepter in der Hand und lĂ€sst mit schweren Downbeats, Latinflair, Popappeal und HipHop-Flair die Nacht zum Tag werden. Kaum zu glauben, dass die Musikszene in dem kleinen Benelux-Land soviel KreativitĂ€t und Stilvielfalt zu bieten hat.
Frank Zöllner


REAMONN
Reamonn
Universal Music
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Auf ihrem fĂŒnften Album versucht die Band um den charismatischen Frontmann und Mastermind Rea Garvey neue Klanghorizonte zu öffnen. Gleich 3 Produzenten waren an der Einspielphase der 13 Tracks beteiligt. Ergebnis ist eine vielschichtige und variable Scheibe, die wĂ€hrend des Hördurchlaufs fĂŒr so manche Überraschung auf Seiten des Hörers sorgt. Das neue Reamonn-Konzept scheint aufzugehen, wie man am Erfolg der balladesken Singleauskopplung „Through The Eyes Of A Child“ erkennen kann.
Yasmin Schmidt


RET MARUT
Sommer der Anarchie
Dunefish/edel kultur
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Ret Marut ist die Band des bekannten Schauspielers Bernd Michael Lade (u.a. Rolle als "Kain" im MDR-Tatort), die sich nach dem Pseudonym des anarchistischen, deutschen Schriftstellers  B. Traven (war in den 1920er Jahren sehr aktiv) benannt hat. Lade wird am Mikro von seiner LebensgefĂ€hrtin Maria Simon (ebenfalls Schauspielerin) unterstĂŒtzt und serviert uns auf dieser CD emotionsgeladenen und auf den Punkt gebrachten Punkrock, authentisch, direkt und mit ordentlicher Anarcho-Wut. Meinen Respekt hat Lade fĂŒr diese ĂŒberzeugende und glaubwĂŒrdige Leistung auf jeden Fall!
Jörg Eifel


RHYTM POLICE
Turbo Bells
Biegen&Brechen/Rough Trade
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Erst seit knapp zwei Jahren in der Elektro-Disco-Szene aktiv, haben sich Leo Hopfinger und Tom Simonetti aka Rhytm Police bereits eine enorme Credibility erarbeitet. Ihr Electro-infizierter Wave-Punk-Mix mit Anleihen aus 80er Reminiszenzen, EBM und Old School-Rock ist ein wahrer Ohrwurm und geht auch sofort in die Beine. Ihr DebĂŒt „Turbo Bells“ ist ein groovig-cooler Rhythmus-Cocktail. Hier wird nicht lange nach dem Sinn des Lebens gesucht oder kopflastige Texte zum Besten gegeben. Rhytm Police reduzieren ihren Sound auf das Wesentliche und fetzen einen seelig machenden Groove aus den Boxen.
Siggi Mayen


RICH MAN'S WAR
New Blues & Roots Songs Of Peace And Protest
Ruf Records/in-akustik
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Kenneth Bays, der Redakteur des Blues Revue Magazins hat hier eine gelungene Auswahl von Peace und Protest-Songs aus dem Blues-Genre zusammengetragen. Mit dabei sind KĂŒnstler wie Bob Brozman, Candye Kane, Guitar Shorty, Charlie Wood & The New Memphis Underground, Pat Boyack Band, Roy Zimmermann, Michael Hill u.v.a.
Bernd Lorcher


BERND RINSER
Southern Swamp Impressions
Driftwood/Fenn Music
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Freunde des amerikanischen Roots-Rock, Country und Swamp-Blues werden an der neuen CD von Bernd Rinser ihre Freude haben. Viel Feeling und atmospĂ€rische Dichte zeichnen die 12 StĂŒcke aus. Zum Einsatz kommen Bottelneck, Dobro, Harp und die charismatisch rauchige Stimme von Rinser, die mitunter an Willy DeVille erinnert. Ein schlĂŒssiges Gesamtkonzept, zu dem auch befreundete Musiker (u.a. Uli Oechsner mit Banjo und Pedal Steel) einen wesentlichen Beitrag geleistet haben. Als Anspieltipps empfehle ich das wunderbar dynamische "Struck By Love" und den Akustikblues "Wolfwoman". So muss zeitlos gute Musik klingen, die auch im tiefsten SĂŒden der USA  entstanden sein könnte.
Bernd Lorcher


SCHROEDER ROADSHOW
Rock‘n‘Roll-Chansons vom Hinterhof der TrĂ€ume
Westpark Music/Indigo
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Respekt vor nichts und niemand! Das war einmal das Motto der Anarcho-Rockformation „Schroeder Roadshow“, die in den 70er und 80er Jahren ihre ganz große Zeit hatte. Mit gesellschaftskritischen Texten, politischen Statements und einer rockig-abgedrehten BĂŒhnenshow spielte sich die Truppe in die Herzen ihrer Fans. Seit ihrem letzten großen Act 1984 sind schon einige Jahre ins Land gegangen. Die Welt hat sich weitergedreht und mit ihr der Musikgeschmack einer ganzen Generation. Und mit ihrer abgehalfterten Vollprothesen-Mixtur aus Wolfgang Petry, Reinhard May und Hannes Wader lockt man heute leider nur noch Hardcore-Fans hinter‘m Kamin hervor.
Fabian Hauck


SLOWTIDE
Origins
Marchpane Records
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Bei der DebĂŒtscheibe von Slowtide freut man sich ĂŒber die einfach gestrickten Melodien, die sofort im Ohr hĂ€ngen bleiben und bei denen man nur zu gerne die Repeattaste drĂŒckt. Und diese Freude hĂ€lt eigentlich bis zum letzten der 13 Tracks unvermindert an. Somit demonstrieren Slowtide auf recht eindrucksvolle Art und Weise zwei wichtige Sachverhalte: Zum einen muss gut gemachter Indie-Rock/Pop schon lange nicht mehr von der „Insel“ kommen und zum anderen braucht er zu keiner Zeit kopflastig oder um jeden Preis undergroundig zu kligen. Gratulation zu dieser Scheibe!
Yasmin Schmidt


SNOW PATROL
A Hundred Million Suns
Fiction/Universal
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14 Jahre sind Snow Patrol nun schon in der Szene aktiv. "Eyes Open", ihr letzter Output aus dem Jahre 2006, war in England die meistverkaufte LP. Nun legt die Gruppe um SĂ€nger und Mastermind Gary Lightbody ihre neue Scheibe vor, die voll und ganz zu ĂŒberzeugen weiß. Experimentell, kantig, proggig, tiefgrĂŒndig, euphorisch und anspruchsvoll ist der Aufbau der einzelnen Kompositionen. Klare Highlights sind der tolle Opener "If There's a Rocket Tie Me to It" und das dreiteilige, 16 Minuten lange Opus "The Lightning Strike" am Ende der CD. Da kann man sich nur vor Ehrfurcht verneigen, stark!
Duklas Frisch


THE SONIC BOOM FOUNDATION
The Sonic Boom Foundation
VelocitySounds/Alive
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Zwar erst seit 2006 so richtig im GeschĂ€ft, haben die Jungs von Sonic Boom Foundation die nationalen und internationalen Floors schon krĂ€ftig aufgerĂ€umt und fĂŒr einige Techno-Breaker unter den Stroboskopen gesorgt. Jetzt steht ihr selbstbetitelter Longplayer am Start und wartet mit einer gut verschnĂŒrten und auf CD gepressten Mixtur aus Hardtrance, Rave, Ambient und elektronischem Fallout auf. Bei den zwölf brandneuen Tracks darf man ruhig mal ein Ohr riskieren, denn der Sound geht nicht nur direkt in Hirn und Bauch, sondern funktioniert auch bestens beim TrĂ€umen.
Frank Zöllner


STATION 17
Goldstein Variationen
17rec./Cargo
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Neues Album des KĂŒnstler-Konglomerats behinderter und nicht behinderter KĂŒnstler aus Hamburg, welche auch auf dem neuen Album mit einer Vielzahl namhafter Musiker zusammenarbeiteten: Fettes Brot, Stereo Total, Schneider TM, Michael Rother, Barbara Morgenstern, Guildo Horn & die OrthopĂ€dischen StrĂŒmpfe. Pop meets HipHop, Schlager, Krautrock und Electro. Eine Menge interessante Begegnungen auf kĂŒnstlerischer Ebene.
Fabian Hauck



AL STEWART
Sparks Of Ancient Light
EMI
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Al Stewart meldet sich mit einem atmosphĂ€rischen und ĂŒberzeugenden neuen Album zurĂŒck. "Sparks Of Ancient Light"  ist ein subtiles und dennoch eingĂ€ngiges Werk mit einer Vielzahl gelungener Songs. Stilistisch zwischen Folk, Rock, leichten Jazz-AnklĂ€ngen und poppigen Melodien angesiedelt. Im Vordergrund steht natĂŒrlich nach wie vor die charakteristische und weiche Stimme von Al Stewart, die zu den Texten mit historischen BezĂŒgen und den sorgsam in Szene gesetzten musikalischen Arrangements bestens passt.
Rainer Guérich


JOE STRUMMER
Jukebox - The Songs That Inspired The Man
Chrome Dreams/in-akustik
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Eine toll aufgemachte Songkollektion von The Clash-GrĂŒndungsmitglied Joe Strummer, der hier 27 Tracks zusammengetragen hat von KĂŒnstlern, die ihn inspirierten und Nummern, die er auch in seiner eigenen Radio Show laufen ließ. Mit dabei sind KĂŒnstler wie Woody Guthrie, Richard Berry, Nina Simone, Eddie Cochran, Screamin Jay Hawkins, Bo Diddley, Tennessee Ernie Ford u.v.a. Tolle Sammlung inklusive 16 seitigem Farb-Booklet und jeder Menge raren Fotos.
Duklas Frisch


SUBRAUM KATZEN
TrÀume in dunklen Farben
Timezone/Rough Trade
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Intelligent-Pop, mal widerborstig-stimmungsvoll, mal verkitschte Seelen-SpĂ€tlese, servieren uns die Berner Subraum Katzen auf ihrem neuesten Klangkonglomerat. Dabei bedient man sich einer eingĂ€ngigen Mixtur aus subsonischen ElektronikversatzstĂŒcken, brachialen Industrial-KlĂ€ngen, 80er Jahre-Reminiszenzen und verfĂŒhrerischen Frauen-Vocals. Das Ganze kommt knallig, bunt und unwiderstehlich geradlinig aus den Boxen und verbreitet vom ersten Akkord an gute Laune. Vielleicht genau der richtige Stoff, um gegen eventuell bevorstehende Winterdepressionen anzukĂ€mpfen.
Yasmin Schmidt


THE TANGO CLUB NIGHT
# 02
Lola's World
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Zweite von DJ Ralph von Richthoven compilte Doppel-CD, die uns die besten Tracks aus der Electro Tango-Szene ins Wohnzimmer bringt. Die Fusion aus Tango mit Techno und House ist sehr tanzbar, wobei ein Großteil der auf den beiden Silberlingen vertretenen Interpreten aus der Musikszene Argentiniens stammt. Hier eine kleine Auswahl der vertretenen Acts: Bulevard Tango Club, Tangofusionclub/Celda & Sonja, Formula 3000, Bajofondo, Otros Aires, Daniel Melingo, Federico Aubele, Juan Carlos Caceres u.v.a.
Ute Bahn


TRENTEMÖLLER
Live In Concert EP/Roskilde'07
Pokerflat/Rough Trade
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Tolle Liveversionen von TrentemĂžller, die vor 25.000 begeisterten Menschen auf dem Roskilde Festival im vergangenen Jahr mitgeschnitten wurden. ZusĂ€tzlich hĂ€lt die EP als Bonus auch noch Remixe von Mikael Simpson, Kasper BjĂžrke und Gluteus Maximus bereit. FĂŒr den Freund technoiden Dancestoffs ist und bleibt TrentemĂžller eine Empfehlung wert.
Siggi Mayen


THE WATSON TWINS
Fire Songs
Vanguard Records/Rough Trade
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DebĂŒtalbum der aus Kentucky stammenden Zwillinge Chandra & Leigh Watson, die musikalisch mit einer Mischung aus Country, Folk und Alternative Rock zu gefallen wissen. Produziert wurde die Scheibe von Russell Pollard (u.a. Sebadoh, Folk Implosion) und J. Soda (Slydell, Everest). Als Anspieltipp empfiehlt sich ihre bemerkenswerte Coverversion von Cure's "Just Like Heaven".
Duklas Frisch


WEEPERS CIRCUS
Tout n'est plus si noir
BAZ Prod./Broken Silence
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Weepers Circus kommen aus Straßburg und beeindrucken uns auf ihrer neuen CD mit französischem Chanson-Rock. Ihre Songs handeln von den Leiden, Illusionen und Irrfahrten unserer Zeit und haben mitunter auch einen bissig ironischen Unterton. Der musikalische Sound der Band beinhaltet mittelalterliche Musik ebenso wie Keyboard, Rockgitarren und Windinstrumente. Als große Fans von Weepers Circus outen sich zudem hochkarĂ€tige GĂ€ste wie die Schauspielerin IrĂšne Jacob (zu hören auf "Je crois encore entendre") und Mathias Malzieu von den französischen Rockern Dionysos (auf "Petit homme").
Minky Stein


ROBIN & LINDA WILLIAMS
Buena Vista
Red House Records/in-akustik
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Vier Jahre mussten die Folk- und Bluegrass-Fans auf ein neues Album von Robin und Linda Williams warten. Nun erscheint endlich "Buena Vista" und zeigt das Country und Folk-Duo in Hochform. Mit dabei sind natĂŒrlich auch wieder hochkarĂ€tige GĂ€ste aus der Nashviller Szene, u.a. Ray Bonneville und Dobro-Spieler Jerry Douglas. FĂŒr die saubere Produktion war Tim O' Brien verantwortlich.
Fabian Hauck


CAROLYN WONDERLAND
Miss Understood
Ruf Records/in-akustik
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Eine heiße Blues-Entdeckung, die hier aus dem texanischen Austin zu uns nach Deutschland kommt. SĂ€ngerin und Gitarristin Carolyn Wonderland hat in der Vergangenheit schon mit GrĂ¶ĂŸen wie Buddy Guy und Johnny Winter getourt und auf der BĂŒhne Kostproben ihres Könnens gegeben. Stimmlich erinnert sie zuweilen an Janis Joplin, vom Sound her an Stevie Ray Vaughan. Anspieltipps der Scheibe sind Nummern wie "Bad Girl Blues", "Trouble In The City" und "I Live Alone With Someone". Blues-Freunde sollten sich den Namen Carolin Wonderland unbedingt merken!
Bernd Lorcher
 

 

 

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