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DEZ./JANUAR 2010
 | inMusic - da ist Musik drin!

 

@@@@@@ ĂŒberragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mĂ€ĂŸig
@ schlecht

 

ANNWN
Aeon
GMV/Galileo MC
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Mittelalterfolk der Formation ANNWN („die Anderswelt” der inselkeltischen Mythologie) um SĂ€ngerin Sabine Hornung und Tobias Schmude. Sabines klare und helle Stimme trifft auf Lautenspiel, sanfte HarfenklĂ€nge und althergebrachte, traditionelle KlĂ€nge. Wer etwas mit der Musik von Dunkelschön anfangen kann, liegt hier genau richtig.
Minky Stein

AVOID-A-VOID
Abyss Desires
Echozone/Sony Music
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„Abyss Desres“ heißt das stimmige Electro-Pop DebĂŒt werk des Duos AVOID-A-VOID, hinter dem sich die beiden KlangtĂŒftler Rico und Falo verbergen. Ihr Sound ist retroorientiert, bedient sich aber von pluggendem Electro-Pop ĂŒber EBM bis hin zu treibenden bis atmosphĂ€risch dichten Klangschleifen einer weitgefassten Stilpalette. Die melancholisch geprĂ€gten Gesangslinien rĂŒcken Avoid-A-Void auf wunderbaren StĂŒcken wie "A Hell Of Heaven" in die NĂ€he von Bands wie Depeche Mode und Camouflage. Wer auch nur ein wenig was mit gut gemachtem Electro-Pop anfangen kann, liegt hier richtig.
Fabian Hauck

BENUTS
Shut Up And Dance
GLM Music/Soulfood
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Kerniger Roots-Ska mit jeder Menge Rebellentum ziehen die MĂŒnchner Benuts jetzt bereits seit 15 Jahren aus den Amplifiern.Auch ihre neueste Einspielung „Shut Up And Dance“ ist ein frecher und schrubbiger Mix aus Folk, Rock, Ska, Polka und Punk. Die Scheibe ĂŒberrascht mit cooler Rock-Bissigkeit und einem babylonischen Sprachgewirr aus ĂŒber acht Sprachen. Der rechte Groove kommt in den14 Tracks immer zur rechten Zeit. Wohl auch ein Grund dafĂŒr, warum die Jungs seit Jahren ein gefeierter Live-Act sind.
Fabian Hauck

BIG LOW
The Junction Of The Two Rivers
Smoked Rec./Fenn Music
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Aus dem fernen Australien kommt SĂ€nger und Gitarrist Dan Tuffy mit seinem Trio Big Low. Auf dem Spielplan steht wunderbar knarziger Desert Blues, musikalisch umgesetzt mit Akustikgitarre, Snare Drums, Velofoon, geschickt eingestreuten Handmade-Sounds und der bluesig-knarzenden Stimme  von Dan Tuffy. Ergebnis ist eine fesselnde CD mit einer Menge Höhepunkten wie „Kingdom Land“ oder der charmanten Country-Nummer „Dark As A Dungeon“. Eine Scheibe, die jede CD-Sammlung krönt und die man so schnell nicht leid wird, von mir aus auch fĂŒr Calexico - und Waits-Fans...
Rainer Guérich

BLACK BAUDELAIRE
Rumbo
Kasba Music/Galileo MC
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Zweite Scheibe des aus Barcelona stammenden Rap-Kollektivs Black Baudelaire, das in seinen Sound neben fetten HipHop-Beats auch afrikanische EinflĂŒsse, Drum & Bass und Reggae-Sounds einfließen lĂ€sst. Ergebnis ist eine hochspannende Klangfusion, die fĂŒr die sozialkritischen Texte des aus dem Senegal kommenden Rappers Baba den idealen NĂ€hrboden bilden. Anspieltipps sind der Opener „Rumbo“ und der D’n’B-Schlenker „No More“.
Fabian Hauck

CHRISTIAN BLEIMING
Boogie In My Heart
Acoustic Music/Rough Trade
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Christian Bleiming, der ungekrönte „WestfĂ€lische Boogie-König“, prĂ€sentiert uns mit der vorliegenden Scheibe seine mittlerweile siebte Arbeit. Und wie könnte es auch anders sein, serviert uns der Tastenderwisch einen swingend-groovenden Mix aus Boogie-Woogie, Blues und R&B, kongenial ergĂ€nzt durch seine langjĂ€hrige Sidecrew. Diesmal Vocal-technisch unterstĂŒtzt von der aus L.A. stammenden Blues-Röhre LĂ©ah Kline, die einigen Songs einen coolen Laidback-Rhythmus verleiht.
Fabian Hauck

BODYMOVIN
BodyMovin
Moonbootique Records/Intergroove
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Play it loud and get the whole feeling! Mit diesem Satz kann man getrost den ersten Longdreher der beiden Dancefloor-Spezialisten DJ Thomilla und DJ Friction ĂŒberschreiben. Denn mit der vorliegenden Scheibe bieten die Turntabler einen schweißtreibenden und stompenden Dancemix, der keine WĂŒnsche offen lĂ€sst. Nach ihren ersten gemeinsamen „Gehversuchen“ mit der Single „Good Time“ und der GrĂŒndung des Label „We Love This“ war die Szene bereit auf eine volle Breitseite schwerer Basslines und scharfer Beat-Salven. Jetzt liegt das gute StĂŒck also in meinem Player und definiert den Begriff Electro-Disco-House völlig neu. Wie kaum jemand anderem in der Szene gelingt es dem Gespann einen groovenden Dopemix fĂŒr Ohr und Seele aus den Amplifiern zu zaubern.
Siggi Mayen

DAVID BOWIE
Space Oddity - 40th Anniversary Edition
EMI
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Edel aufgemachte Doppel-CD-Deluxe-Ausgabe von David Bowies Meisterwerk „Space Oddity“. Die Limitierte Edition ist natĂŒrlich komplett remastered und mit umfangreichem Booklet ausgestattet. Dazu finden sich auf der Bonus-CD eine Vielzahl von raren Tracks, Demos, Altenative Versionen und bisher unveröffentlichten StĂŒcken. So gibt es beispielsweise die deutlich kĂŒrzere BBC Radio Version von „Unwashed And Somewhat Slightly Dazed“ zu hören, aber auch das italienisch gesungene „Ragazzo Solo, Ragazza Solo“.
Minky Stein

BRAZILUTION 5.7
V.A.
Stereo Deluxe/edel
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Teilweise liegen zwischen einzelnen Titeln der Doppel-Scheibe gut und gerne 30 Jahre Musikgeschichte, aber Arndt Kielstropp, seines Zeichens Producer und Mastermind der Electronica-Schmiede Stereo Deluxe, zeigt nicht zum ersten Mal ein absolut sicheres GespĂŒr fĂŒr Stil. So atmen denn auch die beiden Rillen ein latein-amerikanisches LebensgefĂŒhl, das einen vom ersten Akkord an unter den Zuckerhut katapultiert und einfach gute Laune verströmt. In den insgesamt 27 Tracks geht einfach alles. So treffen wir auf Namen wie Sabrina Malheiros oder Altmeister Arthus Verocai, die hier ohne BerĂŒhrungsĂ€ngste mit „Youngstern“ wie Ian Pooley, Yorio Da Costa und DJ Day im brasilianisch geschwĂ€ngerten Rhythmus-Clinch liegen.
Siggi Mayen

CHICAGO BLUES HARMONICA PROJECT
More Rare Gems
Severn Records/in-akustik
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Ein Leckerli fĂŒr alle Blues-Harp-Freunde ist diese CD des Chicagoer Blues Harmonica Projects. In der sechsköpfigen Formation spielen sechs der besten Mundharmonika-Spieler, die Chicago derzeit zu bieten hat: Little Arthur Duncan, Harmonica Hinds, Charlie Love, Reginald Cooper, Jeff Taylor, Russ Green und Big D. Begleitet wird die GenerationsĂŒbergreifende Harp-Allianz von der bestens aufgelegten Begleitband "The Chicago Bluesmasters", die fĂŒr die richtigen Grooves sorgt. Ausdrucksstarker Bluesgesang wechselt mit coolem Harp-Spiel und rollendem Basissound, fein!
Bernd Lorcher

CHROMEO
DJ Kicks
!K7/Alive
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Die lose gestrickte DJ-Kicks-Reihe aus dem Hause !K7 schlĂ€gt ein neues Kapitel auf und lĂ€sst nach Kultstars wie Kruder&Dorfmeister, Playground und Booka Shade ein Duo aus Montreal an die Turntables. Chromeo nennen sich die beiden DJ‘s Dave 1 und P-Thugg, die hierzulande nur einer eingefleischten Gemeinde bekannt sein dĂŒrften. Dabei ist ihr durch die Bank tanzbarer Mix tief in den 70ern und 80ern verwurzelt und transportiert neben Disco-Elementen und Synthie-Rhythmen ein riesiges HarmoniebedĂŒrfnis. HierfĂŒr greifen Chromeo tief in die Trickkiste und ziehen Remix-Versionen von Leo Sayer, Shazam, France Joli und vom Alan Parsons Project ans Tageslicht.
Frank Zöllner

CODY
Songs
Divine Records
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Cody kommen aus DĂ€nemark und sind eine echte Empfehlung im Bereich melancholisch geprĂ€gtem Independent-Pop mit Songwriter-Anspruch. Die Band  um Mastermind Kaspar Kaae ĂŒberzeugt mit klarem Songaufbau, akustischen Elementen, Folkzutaten und auch schon mal dem musikalischen Einwurf einer Mundharmonika. Ganz charakteristisch fĂŒr Cody ist der charismatische Gesang von Kaspar, der sowohl in langsam elegischen Parts als auch in mit zusĂ€tzlichem Harmoniegesang versĂŒĂŸten Songs zu ĂŒberzeugen weiß.  Als Anspieltipps empfiehlt sich das schön tempovariierende „The Light“.
Minky Stein

LEONARD COHEN
Live At The Isle Of Wight 1970
Columbia/Sony Music
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Ein liebevoll aufgemachtes DVD/CD Set des kanadischen SĂ€ngers und Folkpoeten Leonard Cohen, welches seinen legendĂ€ren Konzertauftritt auf dem Isle Of Wight-Festival im Jahre 1970 prĂ€sentiert. Die Liveaufnahmen wurden bis dato nicht veröffentlicht, was die Edition fĂŒr den Cohen-Fan zum absoluten Muss macht. Die DVD beinhaltet den von Murry Lerner gefilmten Konzertauftritt plus ausfĂŒhrliche Documentary. Auf der Audio-CD gibt es dann noch zusĂ€tzlich den kompletten Livegig zu hören, inklusive Titeln wie "Lady Midnight" und "Suzanne".
Minky Stein

COLORBLIND
Anywhere Out Of The World
Phénix Records/Radar
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Ein schönes Singer/Songwriter-Album mit Indie-Pop-Einschlag, das aus der Schweiz zu uns nach Deutschland kommt. Zur Kernbesetzung von Colorblind zĂ€hlen SĂ€nger Vito, Gitarrist Sam und Drummer Gunt. Letzterer sorgt mit zahlreichen Instrumenten wie Shaker, Cabasa, Glockenspiel, Triangel, Tambourine u.v.m. fĂŒr die farblichen Klangtupfer, die es auf den einzelnen StĂŒcken zu hören gibt. Große Klasse ist die variantenreiche Stimme von Vito, der sowohl bei den akustischen StĂŒcken und Balladen als auch den IndierockstĂŒcken („Blue Sky“) eine gute Figur macht.
Duklas Frisch

DALLAX
Big Proud
Pork Pie
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Aus Tokio kommen Dallax, die uns auf ihrer Scheibe „Big Proud“ zeigen, wie kraftvoll und monströs Ska-Sound klingen kann, wenn er mit Elementen des Hardcore und Punk aufgepeppt wird. Zum GlĂŒck gibt es keinen Growl-Gesang, so dass auch der gewöhnliche Ska-Fan an dem Turbo-Blast-Ska mit fetten Riffs und BlĂ€serlines seine Freude haben wird.  Ein rasanter und druckvoller Sound, vollkommen unjapanisch!
Fabian Hauck

DAS POP
Das Pop
N.E.W.S./Rough Trade
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Die brandneue Scheibe von Das Pop hĂ€lt, was der Bandname verspricht, nĂ€mlich erstklassig gemachten und ĂŒberaus mitreißenden Pop. Kaum zu glauben, aber die Jungs befinden sich mittlerweile schon bereits im 10. Jahr ihrer Bandgeschichte. In den 13 Songs ĂŒberzeugen sie mit einem straight-swingenden Gute-Laune-Sound, der mit harten Stromgitarren ebenso locker umgeht wie mit Disco-Feeling und akustischen Balladen. Die Band ĂŒberzeugt mit handfestem Songwriting, wobei die organisch-groovenden Soundscapes sehr gut die musikalische WandlungsfĂ€higkeit der Band unter Beweis stellen.
Frank Zöllner

BOO BOO DAVIS
Ain’t Gotta Dime
Black& Tan Records
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So muss Blues klingen: rough und voller Leidenschaft! Nachzuhören auf dem mittlerweile sechsten Album des aus dem Mississippi-Delta stammenden SĂ€nger und Harp-Spezialisten Boo Boo Davis. UnterstĂŒtzt wird er auf den Songs von seiner bestens aufgelegten Sidecrew um Jan Mittendorp (guitar) und John Gerritse (drums). Als Anspieltipps empfehlen sich Songs wie „Ten Thousand Dollar“ und „My Baby Got Me Fixed“.
Bernd Lorcher

DOGHOUSE ROSES
How’ve You Been All This Time?
Ma’am Records/Soundpollution
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Hinter Doghouse Roses verbirgt sich das Duo um Iona Macdonald und Gitarrist Tasker. Eine erfrischend unspektakulĂ€re, klangreduzierte Folkscheibe, bei der mich Iona von ihrer Art zu Singen sehr an Sally Oldfield erinnert. Man höre hierzu gleich den Opener „Gone There“.
Rainer Guérich

ENIGMA
The Platinum Collection
Virgin/EMI
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Enigma, das sehr erfolgreiche Projekt von Michel Cretu, ist bei den Fans rund um den Globus wegen der einzigartigen Verbindung von elektronischer, klassischer und ethnologisch gefĂ€rbter Musik beliebt. Wer die Musik Enigmas mag, sollte sich unbedingt die superdicke, mit 3 CDs bestĂŒckte Platinum-Edition zulegen. CD1 featured die grĂ¶ĂŸten Enigma-Hits, CD2 unterstreicht mit seinen Remixversionen den Clubcharakter der Enigma-Kompositionen, wĂ€hrend es auf CD 3 (“The Lost Souls“) unveröffentlichte Songs/Soundskizzen zu hören gibt.
Minky Stein

ESTUAR
Felicium
Popup Records/Cargo Records
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Die Hamburger Band Estuar ist bereits seit 2003 in der Szene aktiv und hat mit etlichen Live-Shows und einer limitierten 7inch von sich reden gemacht. Jetzt endlich steht ihr langersehntes DebĂŒt am Start und schießt den selbst kreierten „Shycore“ in den Äther. Aber machen wir uns nicht‘s vor, ihr Sound ist gut gemachter Edel-Pop mit Anleihen aus Jazz, Folk, Chanson und Indie. Erstklassig inszeniert mit dem lasziven Gesang von Frontfrau Helena de Pablos und auch sonst mit urbanem Style. Fast schon zu perfekt, um wahr zu sein...
Frank Zöllner

DIE FANTASTISCHEN VIER
4:99
Viel
Fornika
Columbia/Sony Music
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Deutschlands Vorzeiger HipHopper DIE FANTASTISCHEN VIER feiern ihr 20jĂ€hriges BandjubilĂ€um. Aus diesem Grund hat man sich bei Sony Music dazu entschlossen, ihre sieben Studioalben als Special Edition mit etlichen Bonustracks wiederzuveröffentlichen. „4:99“ erschien 1999 und featured den ultimativen Hit „Mit freundlichen GrĂŒĂŸen“, der die Charts rauf und runter gespielt wurde. Die JubilĂ€umsedition kann neben sauber remastertem Sound mit 3 Bonustiteln aufwarten, u.a. mit dem Thomilla‘s Genuine Draft Remix von „Michi Beck In Hell“. – FĂŒnf Jahre spĂ€ter veröffentlichen die Fantas mit „Viel“ ein ebenfalls sehr erfolgreiches Album. Die Songs der Platte sind eine gelungene Mischung aus HipHop, Soul, Reggae und Pop. 2 Extratracks wurde der Special Edition draufgepackt: „Troy“ im Turntablerocker Remix und „Geboren“ als DJ Friction Neugeboren Remix. – ZurĂŒck in die Gegenwart heißt es auf „Fornika“, der Fanta-Scheibe aus dem Jahre 2007. Die Band legte mit dem Album, das Songs wie „Einfach sein“ und „Ernten was wir sĂ€en“ enthielt, ihr bisher reifstes und anspruchvollstes Werk vor. Anspruchsvoll sind auch die 3 Remixe, die es als Bonustracks gibt: Unbedingt reinhören in den Bodymovin‘ Clubmix von „Ichisichisichisich“!
Fabian Hauck

WILLIAM FITZSIMMONS
The Sparrow And The Crow
Groenland/Cargo
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Keine Ahnung, ob die musikalische Erziehung seiner blinden Eltern mit klassischer Musik, James Taylor, Bob Dylan und Simon&Garfunkel den jungen William in die Arme der Musik trieben. Fest steht, dass Rauschebart Fitzsimmons nach seiner Therapie-Ausbildung und der Arbeit als Psychotherapeut heute zu den interessantesten amerikanischen Singer/Songwritern zĂ€hlt. Nach zwei Alben in Eigenregie, die eigentlich nur einem handverlesenen Publikum zugĂ€nglich waren, liegt mit „The Sparrow And The Crow“ sein erstes „richtiges Album“ vor. AusgeprĂ€gte Akustik-Phasen, puristischer Sound und Gitarrengefrickel dominieren die zwölf Songs. Und wem die Aufnahme durch die Band zu melancholisch ist, dem sei gesagt, dass William die meisten Songs kurz nach seiner Scheidung zu Papier gebracht hat. Alles klar?
Frank Zöllner

FRAGILE
Inside Of Me
Edition46
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Wie auch ihre dritte Einspielung „Smile“ ist auch die neueste Arbeit „Inside Of Me“ wieder eine musikalische Herausforderung irgendwo im weiten Feld zwischen Pop, Ballade, Jazz, Freestyle und kammermusikalischen Aspekten. Vielschichtiger kann Musik kaum sein und die Coverbearbeitungen von B.B. King ĂŒber Prince bis George Gershwin sind ein wahrer Ohrenschmaus. Aber aufgepasst, wer bei Fragile leichte Unterhaltungsmusik erwartet, ist fehl am Platz. Hier wird vom Hörer nicht nur eine gewisse intellektuelle Reife erwartet, auch die Bereitschaft zu kĂŒnstlerischer Offenheit wird vorausgesetzt. Fragile prĂ€sentieren mit der phantastischen Stimme von Petra WoisetschlĂ€ger einige ungeschliffene Rohdiamanten, die beim mehrmaligen Anhören zu musikalischen KabinettstĂŒckchen mutieren.
Frank Zöllner

GIGI
Maintenant
Tomlab
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Gigi ist das Projekt des kanadischen Songwriters Nick Krgovich und dem Toningenieur/Produzenten Colin Stewart (u.a. Black Mountain). Beide haben sich auf dem sorgfĂ€ltig in Szene gesetzten Songmaterial von „Maintenant“ vorgenommen, den Geist der 60er Jahre zu neuem Leben zu erwecken. Das Ergebnis darf als gelungen bezeichnet werden, insbesondere auch wegen den tollen VokalbeitrĂ€gen, die auf den einzelnen StĂŒcken zu hören sind.  Große Klasse ist beispielsweise das smoothe „Dreams Of Romance“, welches von Zac Pennington von den Parenthetical Girls intoniert wird. Weitere GastsĂ€nger sind Katie Eastburn, Mirah, Owen Pallett und Karl Blau
Minky Stein

GUSTAV AND THE SEASICK SAILORS
Brilliant Hands
Ma’am Records/Soundpollution
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Schöne, melancholisch-emotionale Indie-Folk-Pop-Songwriter--Perle des schwedischen SĂ€ngers, Gitarristen und Mandoline-Spielers Gustav Haggren, der hier zusammen mit seiner Begleittruppe „The Seasick Sailors“ eine stimmige Scheibe eingespielt hat. Die sehr luftigen und prĂ€gnant aufgenommene Instrumente (u.a. Double Bass, Harmonium, Cello, Mellotron) treffen auf den leidenschaftlichen und aussagestarken Gesang von Gustav Haggren. Anspieltipp ist das wunderbare „Lie To Me“, auf dem Gustav von einer zusĂ€tzlichen weiblichen Stimme begleitet wird. Geheimtipp!
Duklas Frisch

HALLO ERDE
Leben in der Stadt
Supermusic/MMS/Alive
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Seit Anfang 2006 in der deutschen Szene unterwegs, legen Tim Talent und Martell Beigang aka Hallo Erde mit „Leben in der Stadt“ ein fröhliches Anarchopop-Album mit Ambitionen vor. Ohne WeichspĂŒl-AttitĂŒden und rundgefeilten Melodien ziehen Hallo Erde einen schmissigen Groove aus den VerstĂ€rkern. Ihr zeitgeistfreies Songwriting hat alles an Bord, was man fĂŒr eine anstĂ€ndige Bigbeat-Fetzgitarren-Kraftmeierei so braucht. Und nebenbei entfĂŒhren uns Hallo Erde auch mal kurz in die guten, alten 80er Jahre...
Simone Theobald

COREY HARRIS
Blu Black
Telarc/in-akustik
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Corey Harris spielt auf dieser tollen Platte mit den Stilelementen Blues, Reggae und Soul. Mitunter fĂŒhlt man sich an den großen Taj Mahal erinnert. Harris' charismatische Stimme wird von einer Vielzahl hochkarĂ€tiger Begleitmusiker ins rechte Licht gesetzt. So sind u.a. Chris Whitley (keys), Gordon Jones (sax), Stephen Samuels (bass) und Darrell Rose (percussion) mit von der Partie. Anspieltipp ist der sonnengetrĂ€nkte Roots Reggae "Babylon Walls".
Bernd Lorcher

HEMLOCK SMITH
Keep The Devil Out Of Hillsboro
Phénix Records/Radar
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Ein tolles Songwriter-Album, das Hemlock Smith hier vorlegen. Unverkennbares Trademark ist die dunkle und samtene Stimme von SĂ€nger Michael Frei, die mich an Jack Hardy erinnert. Die einzelnen Songs verfĂŒgen ĂŒber eine sehr emotionale und faszinierende AtmosphĂ€re. Der Sound auf der Platte klingt mystisch, geheimnisvoll, dark, bezaubernd, avantgardistisch, verspielt, jazzig, theatralisch und noch vieles mehr. Die instrumentale Vielfalt und der komplexe Songaufbau sind beeindruckend und unterstreicht die Klasse der Band. Als Anspieltipp empfehle ich euch „The Loveless Eternal“.
Rainer Guérich

BRETT HUNT
Corrupted Road
Tonetoaster/Alive
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Mit drei Jahren VerspĂ€tung erscheint hierzulande das großartige DebĂŒtalbum des australischen Singer/ Songwriters Brett Hunt. Brett  lebt am sonnigen Bondi Beach in Sydney und hat das  relaxte LebensgefĂŒhl von dort reibungsfrei auf die Scheibe transportiert. Mit Mundharmonika und Akustikgitarre beginnt der Opener „Nide Blue Sky“ und erinnert an Bob Dylan, wobei Brett’s Stimmtimbre allerdings in Richtung samtener Reibeisenstimme geht. Das passt ausgezeichnet zu den sparsam akzentuierten Songs, die eine Menge Country- und Folk-Feeling atmen. Entspannter Laidback-Sound, ganz groß!
Duklas Frisch

INGELA
All These Choices
Ajabu!/New Music/MConnexion
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Ingela Jansson ist eine junge schwedische Singer/Songwriterin, die sich selbst in der Tradition von Rickie Lee Jones oder Joni Mitchell sieht.  Auf dem DebĂŒtalbum „All These Choices“ fĂ€llt sofort die charismatische und ausdrucksstarke Stimme der Dame auf, die jeden Song von Beginn an fest im Griff hat. Dazu prĂ€sentiert die Ausnahmemusikerin ein spannungsreich-subtiles Patchwork aus schrĂ€gen Großstadt-Blues, Folk-Pop, Akustikphasen, Jazz und Latin-Rhythmen. Kompositorische Treffsicherheit, tiefes Feeling und sicheres FormgefĂŒhl!
Fabian Hauck

IN THE CHRISTMAS GROOVE
Original Stone Cold Soul From Santa‘s Basement
Strut/!K7/Alive
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Jetzt ist die Sache offiziell! Auch dieses Jahr ist mal wieder Weihnachten, und wir mĂŒssen uns wie jedes Jahr den Kopf zerbrechen, wem wir was schenken. Da kommt die neue Scheibe aus dem Hause !K7 gerade recht, denn was ist besser geeignet als eine locker gestrickte Compi mit Weihnachtssongs der etwas anderen Art. Da haben die Macher tief in die Soundkiste der 60er und 70er Jahre gegriffen und Jimmy Reed, Electric Jungle, Zebra, Jimmy Jules u.v.a. zu Tage gefördert. Zwischen Soul, R&B, Funk und Rock wird dem lieben Santa Claus so manches groovige StĂ€ndchen gespielt, was das Fest der Liebe vielleicht etwas ertrĂ€glicher macht.
Siggi Mayen

JOHN BROWN’S BODY
Amplify
Easy Star/Broken Silence
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In den letzten Jahren hatten John Brown’s Body einige SchicksalsschlĂ€ge zu verdauen. So verstarb u.a. Bassist Scott Palmer tragischerweise an Krebs und auch LeadsĂ€nger Elliot Martin musste sich einer gefĂ€hrlichen Halsoperation unterziehen. Doch nun meldet sich die Reggaeschmiede aus New York und Boston mit neuem Album und in alter StĂ€rke zurĂŒck. Der Reggae-Sound von John Brown’s Body atmet den Puls der Zeit. Neben Hiphop-Elementen finden diesmal auch eine Reihe ungewöhnlicher Instrumente Eingang in den Reggae-Kontext: ein Cello, zischelnder Orgelsound („Amplify“), afrik. Kora u.v.m.
Fabian Hauck

JUST DANCE UNDRESS FOR GERMAN CLUB BEATS
V.A.
Tricornmusic/MConnexion
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DJ Yuriy Lewtschenko, Turntabler und Producer aus der Ukraine, wird immer dann gerufen, wenn es um die ganz phetten, deepen und groovenden Ultrabeats geht. So geschehen auch auf der vorliegenden Compi, die mit bitterböser Bassline, Tekkno-Slammern und Vocalhouse-Attacken direkt unter die Stroboskope zieht. Es wird scharf geschossen bei „Just Dance Undress For German Club Beats“. Namen wie Sapporo Meets Janosh, Dephazz oder Pit Baumgartner stehen fĂŒr einen satten Cut-Up-Sound, der in die Beine geht. Knapp 60min sorgen fĂŒr volle Floors und so manche durchtanzte Nacht!
Fabian Hauck

JOHANNES KIRCHBERG
Über die VerhĂ€ltnisse
Acoustic Music/Rough Trade
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Man muss in der deutschsprachigen Musikszene schon lange herumstöbern, um auf jemand vergleichbaren wie Johannes Kirchberg zu treffen. Der Mann ist schon etwas ganz Besonderes. Seine Chansons zwischen Wahnsinn und Melancholie, versetzt mit wohltemperierten Melodien und pianistischen ErgĂŒssen, hauen einen manchmal schon von den FĂŒĂŸen. Da wird von der traurigen FachverkĂ€uferin ebenso einfallsreich wie banal gesungen, wie vom Kindermachen, der lieben Familie, Hundehaltern und Radfahrern oder der ach so schlimmen Welt. Dabei bleibt einem nicht nur einmal das Lachen im Halse stecken. Aber Johannes Kirchberg, (textlich unterstĂŒtzt von Tom Reichel) ist dabei nie gemein oder sarkastisch, sondern lĂ€sst uns immer noch eine „Notlösung.“
Simone Theobald

KULTUR SHOCK
Integration
Shock Music
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Was fĂŒr ein abgefahrener Kulti-Multi-Mix! Bei Kultur Shock treffen harte Gitarrenlinien auf Elemente des Folk, Gypsy und Rumba. Ergebnis ist eine Scheibe, die mit ihrer ungestĂŒmen Punk-Energie und stilistischen Offenheit Mauern niederreißt und voller Überraschungsmomente steckt. Eine empfehlenswerte und unterhaltende Scheibe, auf der mir insbesondere Songs wie "Guerrilla" und "Country Mohammed" gefallen haben.
Fabian Hauck

NILS LANDGREN FUNK UNIT
Funk For Life
Act Music/edel kultur
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Funk-Posaunist und SĂ€nger Nils Landgren stellt hier mit seiner Funk-Unit ein Benefiz-CD-Projekt auf die Beine, das UnterstĂŒtzung verdient hat. 1 Euro pro verkaufter CD gehen an die in Afrika tĂ€tige Hilfsorganisation MĂ©decins Sans FrontiĂšres/Ärzte ohne Grenzen. Musikalisch habe ich Mr. Landgren schon lange nicht mehr so funky gehört. Knackige Funkriffs, fette BlĂ€sersounds, afrikanische EinflĂŒsse, wohlklingende Vocalarrangements - da macht der Hördurchlauf Spaß. Ein besonderer Anspieltipp ist der ultradeepe Funkstomper „Matutu“. Herrlich!
Rainer Guérich

MAI LEV
Birthday
Stilll/Broken Silence
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Mit ihrer unschuldigen und engelsgleichen Stimme, die  im Bereich des melodramatischen Pop und kammermusikalischem Crossover zu großer Form auflĂ€uft, hat die israelische SĂ€ngerin Mai Lev bereits ĂŒber die Grenzen ihres Heimatlandes fĂŒr Aufsehen gesorgt. Van Dyke Parks ist ein großer Fan der auch Piano spielenden KĂŒnstlerin, die Björk ĂŒber alles liebt und mitunter selbst zum sirenenhaft schlummernden Vulkan mutiert. Ihre englischsprachigen Songs betören und sind einfach wunderschön. Man höre hierzu „Better“ und das durch einen motorischen Akustik/Elektronik-Flow angetriebene „To Me“. Toll!
Rainer Guérich

MICHAEL MCDONALD
This Christmas
Proper Records
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Empfehlenswertes „Christmas“-Album von Michael McDonald, dem ehemaligen Mitglied der Doobie Brothers und von Steely Dan. Seine Weihnachtsinterpretationen sind gefĂŒhlvoll, schmissig, können aber auch schon mal richtig bluesig werden. Man höre hierzu „White Christmas/Winter Wonderland“. Tolle Musik, um den Weihnachtsbaum zu schmĂŒcken.
Minky Stein

MINUSHEART
Disease
Echozone/Sony Music
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Club- und Szenetauglicher Elektro-Industrial bieten MINUSHEART auf ihrem Erstlingswerk "Disease". EinflĂŒsse von Bands wie Nitzer Ebb und Skinny Puppy werden mit treibenden und dĂŒsteren Electro-Industrial-Rhythmen kombiniert. Anspieltipp ist der Smasher "Icehouse".
Siggi Mayen

MANDO DIAO
The Malevolence Of Mando Diao 2002-2007
EMI Music
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Fans der schwedischen Formation Mando Diao können sich rechtzeitig zum Fest ĂŒber dieses schicke 2CD+DVD-Set freuen, das mit einer Vielzahl rarer Songs, B-Seiten, seltenen Singles und Liveaufnahmen bestĂŒckt ist. Sehen lassen kann sich auch die DVD, die die Band live und unplugged bei der Interpretation ihrer Hits im „Svenska Grammofonstudio“ im Jahre 2007 zeigt.
Minky Stein

MOONBOOTICA
Save The Night
Moonbootique Records/Intergroove
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Zeitlich passend zum 10jĂ€hrigen DienstjubilĂ€um der beiden Hamburger DJ‘s steht ihr neuester Doppeldreher in den CD-Regalen. Zehn Jahre Moonbootica sind fĂŒr Kowe und Tobi kein Grund melancholisch in Erinnerungen zu schwelgen, sie legen gleich 31mal basslastigen und groove-infizierten Kampfstoff der Extraklasse vor. Was hat man aber auch fĂŒr Protagonisten im GepĂ€ck. Da lesen wir Namen wie Stereofunk, Discodeine,Fat Phaze, John Daly und Future Flash. Von Beginn an nimmt ihr atemloser Mix Besitz von FĂŒĂŸen, HĂŒften und GemĂŒt. Erst nach dem letzten Track ist die Zeit zum Chillout gekommen...
Siggi Mayen

MORRISSEY
The Hmv/Parlophone Singles ‘88-’95
EMI
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Im Mai diesen Jahres wurde Morrissey 50 Jahre alt. Grund genug fĂŒr seine Plattenfirma, sein Lebenswerk mit dieser opulenten 3 CD-Box zu ehren. "The HMV/Parlophone Singles '88-'99" hĂ€lt fĂŒr den Fan insgesamt 62 Songs bereit. NatĂŒrlich sind auch etliche B-Sides, Livesongs und Bonustitel zu finden.
Simone Theobald

HEATHER MYLES
In The Wind
CRS/in-akustik
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Country-Freunde können sich diesen Monat ĂŒber die Einspielung einer vielversprechenden KĂŒnstlerin freuen. Heather Myles ist eine empfehlenswerte Country-SĂ€ngern aus Kalifornien, die nicht nur durch ihre hĂŒbsche Ă€ußere Erscheinung, sondern auch mit ihrer Musik glĂ€nzen kann. Fiddle, Steel Guitar und Dobro sorgen fĂŒr das exquisite musikalische RĂŒckgrat, das zu ihrer Countrystimme bestens passt. In "Don't Call Me" singt sie mit Willie Nelson ein tolles Duett. Neben den vorwiegend eigenen Kompositionen gibt's zusĂ€tzlich noch Klassiker wie "Walk On By" und "My Baby's Good To Me" zu hören.
Duklas Frisch

DARRELL NULISCH
Just For You
Severn Records/in-akustik
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Eine gelungene Bluesscheibe legt Darrell Nulisch hier vor. Seine BlĂ€serstark besetzte Begleittruppe versteht es punktgenau, die tolle Soulstimme von Darrell ins rechte Licht zu setzen. Das Spektrum reicht von mit zĂŒngelnden Hammonds verzierten Nach-Vorne-Geh-Nummern („Let A Woman Be A Woman“) ĂŒber balladeske Momente („All The Love We Had“), Bluesrock-Appeal („You Don’t Know Me“) bis hin zur inbrĂŒnstigen J.J. Malone-Coverversion „It’s A Shame“.  Diese CD verfĂŒgt ĂŒber ein enormes Unterhaltungspotential und darf bei mir im Player auch gerne noch eine oder zwei Ehrenrunden drehen... 
Rainer Guérich

FLORIAN OSTERTAG
The Constant Search
Maria Records/Soulfood
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Wer sich bei entspannten Gitarrenakkorden und handgemachter und ehrlicher Musik zu Hause fĂŒhlt, der wird bei der DebĂŒtarbeit von Florian Ostertag sein Lager aufschlagen. Mit viel Liebe zum Detail und Herzblut hat der blutjunge Singer/Songwriter (Jahrgang 1980) mit „The Constant Search“ ein sehr melancholisches Album eingespielt, an dem er ĂŒber zwei Jahre mit Freunden aus seiner Musiker-WG gewerkelt hat. Entstanden sind so elf Melodien, die man ohne Übertreibung als Kleinode bezeichnen kann und die ihre Message bis tief ins Herz transportieren. Dabei lĂ€sst Ostertag jegliche Kommerzpeinlichkeit weit hinter sich und begeistert mit einer prallgefĂŒllten WundertĂŒte zwischen Alternative, Folk und Wohlklang.
Frank Zöllner

ROXETTE
Pearls Of Passion
Joyride
Crash!Boom!Bang!
Capitol/EMI Music
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Roxette, das Duo um Marie Fredriksson und Per Gessle, ist eines der großen HitphĂ€nomene. Mit Songs wie „Joyride“, „It Must Have Been Love“ und „The Look“ eroberte das Duo die Charts und die Herzen der Fans. Rechtzeitig zu ihrem diesjĂ€hrigen Comeback werden nun alle ihre sieben Studioalben im Eco-Pack-Format und mit zahlreichen Bonustiteln, Demoversionen und Liveaufnahmen wiederveröffentlicht. Nicht fehlen darf das Roxette DebĂŒtalbum „Pearls Of Passion“ aus dem Jahre 1986, das als Bonustitel u.a. den Titeltrack enthĂ€lt, der seinerzeit auf der B-Seite der Single „Soul Deep“ zu finden war. Dazu gibt es noch 2 Demoversionen von „Neverending Love“ und „Secrets That She Keeps“ zu hören. – Das erfolgreichste Album von Roxette war zweifelsfrei „Joyride“ aus dem Jahre 1991. Das TitelstĂŒck geht immer noch gut ins Ohr. An Extratracks gibt es die rare Demoversion von „Love Spins“ und die beiden B-Sides „The Sweet Hello, The Sad Goodbye“ und „Seduce Me“. – Zu den essentiellen Roxette-Scheiben zĂ€hlt natĂŒrlich auch „Crash!Boom!Bang!“, das Meisterwerk aus dem Jahre 1994 mit Smashern wie dem TitelstĂŒck und „Run To You“. Von den Bonustracks lohnt insbesondere „Almost Unreal“, dem einen oder anderen sicher bekannt als Super Mario Soundtrack.
Minky Stein

SALM
Something A La Mode
Yellow Productions/Rough Trade
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Violine und Cello sind Musikinstrumente, die man in der angesagten Club&Dance-Szene bisher vergeblich gesucht hat. Mit „Something A La Mode“ (kurz: SALM) werden die Floors um diese ĂŒberaus kreative Spielart bereichert. Hinter SALM stehen die beiden Jugendfreunde und Musiker mit klassischer Ausbildung Thomas Roussel und Yannick. Die Beiden sorgten bereits bei der letztjĂ€hrigen Technoparade fĂŒr mĂ€chtig Wirbel und konnten auch den legendĂ€ren Designer Karl Lagerfeld fĂŒr ihren Sound begeistern. Der war von dem StĂŒck „Rondo Parisiano“ so angetan, dass er die Jungs beauftragte, die musikalische Beschallung seiner neuesten Haute-Couture-Show zu ĂŒbernehmen. Ergebnis ist nun auch die vorliegende Rille, die mit String-Elektro-KlĂ€ngen zusammen fĂŒhrt, was bisher nicht zusammen gehörte. KultverdĂ€chtig!
Frank Zöllner

KIM SANDERS
A Closer Look
Care/edel kultur
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Die Amerikanerin Kim Sanders mit Wahlheimat in Berlin unterstreicht auf „A Closer Look“, dass sie zu der Creme der SoulsĂ€ngerinnen zu zĂ€hlen ist. Stimmlich agiert sie mit einem sehr feinen GespĂŒr fĂŒr emotionale Schattierungen und legt sehr viel Verve in ihre Interpretationen. Bemerkenswert ist der vorwiegend electronische Basissound, der mit jazzigen Klangtupfern unterfĂŒttert wird. Roberto Di Gioia, der auch als Produzent fungierte, hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Ein Anspieltipp fĂ€llt schwer, mir gefĂ€llt das clubjazzige „In Between“ ausgesprochen gut, ebenso „Somebody Said“.
Rainer Guérich

AXEL SCHULTHEISS
On Wings
Ozella Music
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Ohne Zweifel ist Axel Schultheiss einer der „fĂ€higsten Gitarristen“ wie unlĂ€ngst die Salzburger Nachrichten schrieben. DarĂŒber hinaus ist er ein ĂŒberaus phantasievoller GeschichtenerzĂ€hler, dem es immer wieder gelingt, seine kleinen ErzĂ€hlungen in musikalische Kleinode zu verwandeln. DafĂŒr arbeitet Axel Schultheiss fast ausschließlich mit seiner akustischen Gitarre, nur selten greift er zu elektronischer VerstĂ€rkung, Loops oder Soundscapes. So entsteht eine Mischung aus anheimelnden Balladen, nachdenklichen Rhythmen, entspannten Grooves und sparsam gezupfter Gitarre. Ein Album voll souverĂ€ner Kraft, frischem Charme und einfĂŒhlsamen Harmonien.
Ute Bahn

VONDA SHEPARD
Live In San Javier
PanShot Rec./Galileo MC
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Tolles Livekonzert der amerikanischen SĂ€ngerin und Songwriterin Vonda Shepard, das am 21.02.2009 im spanischen San Javier mitgeschnitten wurde. Die charismatische KĂŒnstlerin befand sich gerade auf großer Tour anlĂ€sslich ihres 2008er Albums „From The Sun“, von dem sie natĂŒrlich  zahlreiche Titel intonierte. Daneben gab es aber auch famose Interpretationen ihrer großen Hits aus der „Ally McBeal“ Zeit wie „Maryland“ und „Baby, Don’t You Break My Heart Slow“ zu hören. Und dass Vonda eine tolle Soulstimme hat, beweist sie in dem Remake des alten Stax-Klassikers „Respect Yourself“.
Simone Theobald

SLUG
Speed And Joy
Stilll/Off/Broken Silence/MDM
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Wer Musik immer wieder neu entdecken will und auch vor ausgefallenen und experimentellen Sounds nicht zurĂŒckschreckt, wird bei SluG bestimmt so manch kongeniale Vertonung finden. In den elf Tracks auf „Speed And Joy“ wird man vergebens nach irgendeiner Art von ChartkompatibilitĂ€t suchen. Bei den drei Protagonisten Emmanuel Borghi, Himiko Paganotti und Thomas Lucas aka John Trap ist ein Mix aus Freestyle, urbanen Guerilla-Rhythmen, Dark-Vibes und Elektro-Pop angesagt, der auch beim mehrmaligen Anspielen sperrig und oft grimmig daherkommt. Man muss sich diesem speziellen Sound schon komplett öffnen, um das gesamte Spektrum zu erfassen und seine besondere GenialitĂ€t zu entdecken. Also nix fĂŒr Fastfood-Junkies.
Fabian Hauck

SPANDAU BALLET
Gold - The Best Of Spandau Ballet
EMI
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Spandau Ballet sind eine meiner Lieblingsbands aus den 1980er Jahren. Sie waren einer der wichtigsten Vertreter des New Romantic und hatten mit Tony Hadley’s Stimme ein unverkennbares Trademark. Mittlerweile hat sich die Band reformiert, kann meiner Meinung aber an die glorreiche Zeit nicht mehr anknĂŒpfen. Deshalb empfehle ich allen Spandau Ballet-Neueinsteigern dieses hĂŒbsche CD/DVD-Set mit all ihren  großen Hits und Videoclips. Titel wie „Gold“ und „True“ sind echte Klassiker!
Rainer Guérich

THE STIMULATORS
Loaded
United Sounds Records
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Wenn es so etwas wie einen WohlfĂŒhlsound gibt, der keine stilistischen BerĂŒhrungsĂ€ngste kennt, dann haben ihn die aus MĂŒnchen stammenden STIMULATORS verinnerlicht. Die siebenköpfige Band um Gitarrist Peter Schneider verbreitet einfach Gute Laune-Feeling. Ob nun mit Latin-geschwĂ€ngerten Grooves wie im Opener „This Guitar Is Loaded“, im ohrgĂ€ngigen Cuban-Shuffle „Football Fever“, im Reggaeschlenker „Rudie Move Uptown“ oder im bluesigen „Money In The Bank. Abwechslung ist Trumpf, die Stimulators stimulieren die Ohren!
Rainer Guérich

STREET RATS
Dream A While
Stormy Monday/in-akustik
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Tief ins Mississippi-Delta, in die SĂŒmpfe Louisianas geht es auf der  aktuellen Einspielung der Street Rats. Die sechsköpfige Band existiert bereits seit 1995 und serviert uns hier ein wohl schmeckendes Opus aus Blues, Cajun, Zydeco und  Rock’n’Roll. Als Anspieltipp empfiehlt sich der augenzwinkernde Bluesstomper „Roll With Me Henry“.
Bernd Lorcher

TONE
Small Arm Of Sea
Pony Rec./Indigo
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Schönes DebĂŒtalbum der dĂ€nischen SĂ€ngerin, Musikerin und Produzentin TONE. Ihre ausdrucksstarke, unterschwellig fordernde und sinnliche Stimme agiert vor einem experimentellen Klangfloor aus Elektronika-Fragmenten, instrumental verzierten Soundlandschaften und ins Ohr gehenden Melodien. Anspieltipps sind „Stringphant“ und das mysteriös schillernde „Open Secret“, welches durch einen monoton quietschenden Beat angetrieben wird. Sehr interessant!
Rainer Guérich

TURIN BRAKES
Bottled At Source - The Best Of The Source Years
Virgin/EMI
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TURIN BRAKES, die Gruppe von Olly Knights und Gale Paridjanian, feiert  ihr 10jĂ€hriges BandjubilĂ€um mit einer Doppel-CD. Darauf zu finden sind nicht nur ihre besten Titel, sondern auch eine Menge unveröffentlichtes Material, Homerecordings, Liveaufnahmen und Demotracks, die auf einer zweiten Bonus-CD zusammengefasst wurden. Im FrĂŒhjahr 2010 soll ĂŒbrigens das nĂ€chste Turin Brakes-Studioalbum erscheinen.
Simone Theobald

THE VALKYRIANS
The Beat Of Our Street
Pork Pie
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2 empfehlenswerte Ska-Scheiben  erscheinen diesen Monat auf dem rĂŒhrigen Label „Pork Pie“. Den Auftakt macht die aus Finnland stammende Combo THE VALKYRIANS, die gleich vom Start weg mit dem schmissigen Opener „I Want To See Some Action“ die Richtung vorgibt: relaxter Ska/Rocksteady-Sound mit pulsierendem Vibe und relaxtem Feeling. - Die Fahne des Ska schwenken auch die schwedischen LIBERATOR, die nach lĂ€ngerer Pause mit dem Album „Stand And Deliver“ ein neues Lebenszeichen von sich geben. Verlernt hat die sechsköpfige Truppe jedenfalls nichts. Ihre 12 Tracks haben die Vielseitigkeit und den ĂŒberraschenden Groove, mit dem Madness schon Ende der 70iger Jahre zu ĂŒberzeugen wussten. Unbedingt Songs wie „Head Full Of Nothing“ und „(Don’t Go) Pick A Fight“ anchecken!
Fabian Hauck

WAXOLUTIONISTS
We Paint Colors
Sunshine Enterprises/Groove Attack
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Auch verwöhnte Deephouse-Freaks werden sich nach dieser Scheibe die Finger lecken. DJ Buzz, The Bionic Kid und DJ Kuzee, bekannter unter ihrem Pseudonym Waxolutionists, haben mal wieder die Grenzen des HipHop auf Untiefen ausgelotet und servieren einen groovigen Ear-Catcher-Mix, der WĂ€rme und Glanz in jedes „House“ bringt. Da werden jede Menge subsonischer Bassweichen geboten, wobei die schrĂ€gen Soundkreationen den Weg in einen dĂŒster-heftigen Downtempo-Rhythmusteppich zeigen. Auch die GĂ€steliste ist mit Namen wie DJ Vadam, Frank Nitty und Rusty Redenbacher gut bestĂŒckt, so dass nichts anbrennen kann.
Frank Zöllner

WHY?
Eskimo Snow
Tomlab/Indigo
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Das letzte Album von Why? („Lopecia“) erschien 2008 und erstaunlicherweise wurde damals auch „Eskimo Snow“ unter Dach und Fach gebracht. Aber wie das Leben so spielt brauchte die Platte dann fast zwei Jahre, um in den LĂ€den zu erscheinen. Auch hier servieren uns die drei WeggefĂ€hrten einen abgedrehten Midtown-Mix aus College, Crossover, Alternative und Folkanleihen, ohne dabei ihre Wurzeln im Indiepop zu verleugnen. Ich gebe zu, es ist ĂŒberaus schwer Why? in irgendeine Genreschublade zu stecken. Ihr Sound aus fetten Bassdrums, ChorgesĂ€ngen, Vibraphon und Akustikgitarre bleibt immer unberechenbar und ist jederzeit fĂŒr eine Überraschung fĂ€hig.
Jörg Eifel

EDO ZANKI & BAND
Live
Brother Records/edel kultur
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Auf eine Live-Scheibe mussten die Fans von Edo Zanki leider sehr lange warten. Nun ist sie endlich fertig geworden und kann durch die Bank ĂŒberzeugen. Edo zeigt sich auf der BĂŒhne im kongenialen Zusammenspiel mit seiner bestens aufgelegten Begleitband. Sein Gesang klingt wunderbar warm, wobei das stilistische Umfeld zwischen Pop, Jazz und Funk angesiedelt ist. Als Reinhörtipps empfehle ich StĂŒcke wie "Dein roter Mund", "Wir zĂŒnden die Nacht an" und "Nur der Mond". Edo Zanki ist als SĂ€nger und KĂŒnstler einfach eine Klasse fĂŒr sich, das macht diese CD mehr als deutlich.
Duklas Frisch

 

 

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