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APRIL 2002
Index | Home | inMusic - da ist Musik drin!


@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

Antipop Consortium | Candace Asher | Back To The Old Skool | Bandaloop | The Big Five-O | Chris Botti | Bubbles | Business Chillin’ Out Vol. 2 | Luca Carboni | Terri Lyne Carrington | Johnny Cash | Chakra Lounge | Jamie Clarke’s Perfect | Billy Cobham | The Conran Shop | Corvus Corax | Cotton Mather | Echo & The Bunnymen | Die Falschen Freunde | Faust | Hattler | Hi Ho Silver | Hôtel Costes Quatre | Hildegard Knef | Shane Mac Gowan’s Popes | Mardi Gras.BB | Maschinenhalle 2001 | Glen Matlock & The Philistines | Max Melvin | Piero Mazzochetti | Mesh | Microphone Mafia | The Mighty Quark | Monk’ O Marok | Monsieur Charles | The New Pornographers | The Persuasions | Jan Plewka | Reel Big Fish | Rinôcérôse | Robbie Rivera | Room Service Vol. 2 | RPWL | Etta Scollo | Simple Minds | Soul Center | Stoppok | Jasmin Tabatabai | Tito & Tarantula | Andreas Türk | Emil Van Dijk | Cécile Verny |

ANTIPOP CONSORTIUM
Arrhythmia
Warp/Zomba
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Anitpop Consortium, das sind die drei Rapper Beans, High Priest und M Sayyid, die sich mit ihrem Sound von ihren Kollegen/innen in erster Linie durch eine unwiderstehliche Stiloffenheit und eine wilde Experimentierlust unterscheiden. Was kaum verwundert, nennen die Drei doch als Inspirationsquellen so unterschiedliche Musikrichtungen wie Michael Jackson und die Gothicband Bauhaus. Ihr exaltierter Sound aus Scratching-Attacken, Samplings, intensivem Vocoder-Einsatz und jeder Menge Spoken Words zielt darauf ab, den Rap wieder zu seinen Wurzeln zu bringen. Dass Antipop dabei ungewöhnliche Wege beschreiten und mit ihrem Sound bisweilen so manchen HipHop-Fan vor den Kopf stoßen, ist absolut beabsichtigt. Bewusstes Hören hat auf "Arrhythmia" Hochkonjunktur!
Fabian Hauck


CANDACE ASHER
Candace Asher
Taxim/in-akustik
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Von schnulziger und vor Liebesschmerz triefender Countrymusic hält die aus New York stammende und seit vielen Jahren in Nashville beheimatete Candace Asher nicht allzuviel. Deshalb reflektieren die Texte auf ihrem selbstbetitelten Debüt auch durchaus reale Gefühle einer reifen Frau um die Dreißig. Musikalisch gar nicht allzu weit entfernt von einer Rosanne Cash oder Mary Chapin-Carpenter, gefallen die temperamentvollen Up-Tempo-Nummern und Balladen  durch Candaces markante Stimme und die ausgefeilten Gitarrenarrangements.
Bernd Lorcher


BACK TO THE OLD SKOOL
V.A.
Ministry Of Sound
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Wie steht in den Linernotes dieser Doppelrille so treffend: "Willkommen in der Ursuppe des modernen Clubsounds!" Tatsächlich haben die  Macher von Ministry Of Sound zum Anrichten dieses schmackhaften Gerichts tief in die Archiv-Kiste gegriffen und zwar keine lange verschollen geglaubten Raritäten, aber immerhin jede Menge handfester Klassiker zutage gefördert. Insgesamt 40 Tracks finden sich auf den beiden Silberrillen, die mit Namen wie N-Trance, Snap, Moby, Nush, Dee-Lite, Strike, Jaydee und Inner City wohl nur eingefleischten Nite-Clubbern ein gehecheltes "aaah geil" auf die Lippen zaubern. Hier muss man nicht lange hin und her skippen, um gute alte Chartnummern zu entdecken. Ein über 2stündiger Trip durch die Clubszene der späten 80er Jahre.
Frank Zöllner


BANDALOOP.
Twin
India Records/Alive
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Ihr zweites Album haben Bandaloop. Sinnigerweise "Twin" genannt. Schließlich sind von den ursprünglichen drei Bandmitgliedern nur noch Sängerin Sarah Doering und Electrofrickler Arnd Fischer an Bord. Der musikalischen Mischung hat dies auf der neuen Platte jedenfalls nicht geschadet. Die Beiden lassen sich von züngelnden E-Beats inspirieren, schaffen Stücke voll schöner Melancholie oder verbreiten einfach nur gute Laune. Mal langsam, mal schnell, mal tempovariierend. Und dem girlesken Gesang von Sarah Doering kann man sich nur schwer entziehen.
Fabian Hauck


THE BIG FIVE-0
Texas Tone
Taxim/in-akustik
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The Big Five-0 kommen aus den Niederlanden und spielen Old Style Blues'n'Roll im Sinne der Paladins oder Brian Setzers Stray Cats. Die 11 Eigenkompositionen bzw. Bearbeitungen diverser Traditionals (ganz stark: "Frankie & Johnny") atmen Surf-Atmosphäre, Mississippi-Blues und eine gehörige Portion Rock'n'Roll. Besonders rasant und treibend geht es in dem Opener "Blast Off" zur Sache. Eine Scheibe, auf der bei allem knackigem Blues & Swing der Spaßfaktor auch nicht zu kurz kommt.
Bernd Lorcher


CHRIS BOTTI
Night Sessions
Columbia/Sony
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Mit dem Ausspruch "The sexiest trumpeter since Chet Baker" lieferte ein zeitgenössischer Kritiker unlängst eine sehr treffende Beschreibung über Bottis einzigartigen Trompetensound und stellte den Nachwuchs-Musiker in die Reihe unvergessener Jazzgrößen. Zu Recht, wie dessen neue Arbeit zeigt. Der umtriebige Trompeter, Komponist und Arrangeur befindet sich zusammen mit seinen hochkarätigen Gästen (u.a. Bassist Christian McBride & Drummer Vinnie Colaiuta) in Hochform. Den Hörer erwartet ein überzeugendes, zeitgenössisches Jazz-Statement, das wohldosiert ständig zwischen verrauchter Clubatmosphäre, traditionellen Linien und modernem Fusionjazz pendelt. Gelegentliche Ausflüge in seichte Popgefilde tragen zur Auflockerung bei.
Frank Zöllner


BUBBLES
Somewhere
ePark/Zomba
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"Somewhere" heißt die neue CD-Single des schwedischen Girlie-Fünfers BUBBLES, bekannt aus dem Film "Ice Age", der gerade im Kino anläuft. Die 5 Mädchen sehen nicht nur hübsch aus, sondern schlagen musikalisch etwa in die gleiche Kerbe wie die A*Teens. Produziert wurde die Nummer mit Hitpotential von dem renommierten Producer-Team John Ballard (Ace Of Base) und Alban Herlitz. Würde mich nicht wundern, wenn diese Nummer die deutschen Charts erstürmen würde.
Simone Theobald


BUSINESS CHILLIN' OUT
Vol.2
edel
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Der Albumtitel weist den Weg in relaxt-ambiente Traumfahrten nach einem stressigen Tag im Büro oder wo auch immer. Nach dem doch beachtlichen Erfolg des Vorgängers (es gibt halt doch jede Menge gestresster Mitmenschen) war die Produktion von Vol.2 beschlossene Sache. Dabei garantieren Namen wie Yonderboi, Shantel, Naomi und Koop 100%iges Chillout-Feeling, denn hier wird kein Break zuviel und kein Loop zuwenig angestimmt. Alles wirkt federnd-leicht, entspannend-entrückt und wie nicht von dieser Welt. Total smooth und mit dem Groove einer Weinbergschnecke perlen die Melodien aus den Membranen, immer darauf bedacht, den mit geschlossenen Augen auf der Couch liegenden Hörer mit watteweichen Soundwellen zu umspülen.
Ute Bahn


LUCA CARBONI
LU*CA
RCA/BMG
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Luca Carboni gehört zur "gehobenen Güteklasse" der italienischen Singer/Songwriter. Mit seinem neuesten Werk liefert der "Pop-Poet" nicht nur einige treffsichere Ohrwürmer, sondern gestattet uns mit autobiographischen Texten auch einen tiefen Einblick in seine Seele. Dabei bietet Luca einen eleganten Balance-Akt zwischen erstaunlich frischen Popballaden, Alltags-Poesie mit Chanson-Charakter und erfreulich klischeefreien Texten. Das Ganze, dezent mit im Hintergrund agierenden Gitarren, Keys, Drums und Bass eingespielt, macht aus "LU*CA" ein rundes Album, das zwar nicht die Chartpräsenz eines Ramazzotti-Albums ausstrahlt, dafür aber eine viel höhere Halbwertzeit besitzt!
Ute Bahn


TERRI LYNE CARRINGTON
Jazz Is A Spirit
Act Music/edel contraire
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Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington versucht, verkrustete Jazzstrukturen aufzubrechen und eigene rhythmische Wege zu gehen. Dies brachte ihr vollkommen zurecht mit ihrem ersten Album "Real Life Story" (1998) eine verdiente Grammy-Nominierung ein. Auf ihrer neuen CD "Jazz Is A Spirit" geht sie ihren eingeschlagenen Weg mit hochkarätiger Unterstützung (u.a. Herbie Hancock, Kevin Eubanks und Gary Thomas) konsequent weiter. Nach dem bemerkenswerten Floatin'-Intro "Jazz Is" (mit Spoken Words by Malcolm-Jamal Warner) geht es gut eine Stunde lang auf eine große Improvisationsspielwiese. Zwischen Tradition und Moderne dient der Nucleus "Jazz" als ständiger Impuls-geber. Wie der Titel schon sagt: "Jazz Is A Spirit"!
Rainer Guérich


JOHNNY CASH
Man In Black
Columbia/Sony
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Am 26. Februar diesen Jahres wurde Johnny Cash, Country-Legende und geistiger Mentor einer unendlich langen Liste von Künstlern, 70 Jahre alt. Grund genug für seine Plattenfirma Columbia, den "Lonesome Rider" mit einer 40 gängigen Doppel-CD zu ehren. Der Streifzug durchs große Cash-Repertoire (zwischen 1955 und 1993) bietet ein Wiederhören seiner großen Erfolge (u.a. "Ring Of Fire", "I Walk The Line"), wunderschöner Duette (u.a. "The Wanderer" mit Bono") und seltener Live-Aufnahmen (u.a. "Folsom Prison Blues" aus dem Jahre 1968). Im CD-Booklet kann man übrigens die Lobhuldigungen von Chrissie Hynde, Tom Waits, Keith Richards, Paul McCartney u.v.a. nachlesen. Schmunzel!
Duklas Frisch


CHAKRA LOUNGE
No Noise
Black Flame/Zomba
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Das Konzept dieser CD basiert auf einer Idee von Marco Fullone, dem Radio-DJ bei Radio Montecarlo und seiner Kultsendung Montecarlo Nights. Unter dem weitgefassten Sammelbegriff Chakra Lounge gelang es ihm, für diese CD verschiedene Künstler, DJs und Produzenten aus Rom zu gewinnen. Die ethno-gefärbten Electronic-Lounge-Sounds folgen hierbei der Chakra-Formel und sorgen auf Seiten des Hörers für ein wohlig-ausgeglichenes Körpergefühl. Besonders hörenswert sind die Kompositionen von Maximus, dem All Star-Ensemble No Noise (hier sind praktisch alle auf der CD vertretenen Künstler involviert) und dem vom mediterranen Flair inspirierten Ensemble Ethnique. Einfach die Augen schließen und die sanft wogenden Beats genießen!
Ute Bahn


JAMIE CLARKE'S PERFECT
Nobody Is Perfect
SPV
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Dass Jamie Clarke irgendwann einmal Mitglied bei der irischen Vorzeige-Band The Pogues war, wird spätestens nach den Klängen des Openers für jeden klar. Jamie ist immer noch als Botschafter der irischen Lebensart unterwegs, dafür stehen unmissverständlich Songs wie "Temptress", "Ride On" und "Hey Now". Trotzdem unterscheidet sich Clarkes Soundgemisch doch hörbar von dem seiner Kollegen, denn es gibt auch unvermutete Polkaklänge, harte Rockphasen und jazzige Intermezzi zu hören. Ein Umstand, den wir u.a. den Begleitmusikern Andreas Schabinger und Pedja Zaric zu verdanken haben. Denn Drummer Andreas hat seine Wurzeln tief im Jazz, und Pedja, der Mann am Akkordeon, steuert nur zu gerne Klänge seiner süd-europäischen Heimat bei. So enstehen Melodien, die in ihrer Substanz zwar immer noch die grüne Insel im Herzen tragen, aber dann doch mehr sind als nur "Irish Folk"!
Ute Bahn


BILLY COBHAM
The Art Of Three
In & Out Records
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Wenn Meister ihres Fachs wie Billy Cobham (drums), Ron Carter (bass) und Kenny Barron (piano) zusammentreffen, kann eigentlich nur eine Sternstunde des Jazz dabei herauskommen. "The Art Of Three" ist so ein besonderes musikalisches Ergebnis, bei dem die drei "alten Herren" wieder einmal ihre ungebrochene Spielfreude und Kreativität zur Schau stellen. Mit unglaublicher Präzision und fast instinktivem Zusammenspiel arbeiten sich die Vollblutjazzer mit Songs wie "Autumn Leaves" und "Stella By Starlight" durch das Repertoire der schönsten Jazzstandards, aber auch zwei neue Kompositionen von Ron Carter und Kenny Barron finden ihren Platz auf der Einspielung. Die live in Dänemark und Norwegen mitgeschnittenen Tracks sind eine Empfehlung wert!
Bernd Lorcher


THE CONRAN SHOP
Selected by Aurore Leblanc
Wagram/PP Sales
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Schon mal in 'nem "Conran Shop" gewesen? Wenn nicht, könnt ihr das bei eurem nächsten Trip nach Paris, NY, London oder Tokio nachholen. Aber Vorsicht, man sollte schon genügend Kleingeld mitnehmen, wenn man sich aufmacht, den modernen Einrichtungs- & Dekorations-Tempel zu besuchen, um sich perfekt aufeinander abgestimmtes, aber auch langweiliges Design anzusehen oder gar zu kaufen. Alles wirkt dort voll dem Zeitgeist verpflichtet, trendy und vor allem super cool! Genau wie die jetzt vorliegende CD-Compi, die vor lauter Lässigkeit kaum aus den Startlöchern kommt. Hier tummelt sich laut Info zwischen Novojazz (was is das eigentlich?) und Elektrosound so ziemlich alles, was den Raum beschallen kann. Eigentlich nicht viel mehr als bessere Fahrstuhlmusik.
Ute Bahn


CORVUS CORAX
In Electronica - Zona Extrema Remixe
EFA
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Mal ehrlich, auf den ersten Blick ist vorliegende Produktion doch ein sehr gewagtes Projekt. Mittelalterlichen Minne- oder Chorgesang mit ultramodernen Bass-Rhythmen und Dance-Loops zu fusionieren, wirkt doch erst einmal etwas abschreckend. Doch das Ergebnis straft alle Kritiker Lügen, denn selten war eine Synthese so gelungen wie die Melodien der Band Corvus Corax im Verbund mit harten Vocoder-Vocals, elektronischem Sampling und straighten Deep-Bässen. Als "Remixer" fungieren hierbei eine illustre Schar Szene bekannter Cracks neben unbekannten Newcomern und Lokal-Matadoren. Namen wie Umbra Et Imago, Blind Passengers und Tanzwut lassen schon vor dem Reinskippen in den Dreher erahnen, auf was für eine Sound-Achterbahn-Fahrt sich der Hörer begibt.
Tim Beldow


COTTON MATHER
The Big Picture
Houston Party/Indigo
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Mit "The Big Picture" legen die vier Jungs aus Austin/Texas den Nachfolger ihres als Meisterwerk des psychedelischen Gitarren-Pop gefeierten Albums "Kontiki" vor und verstricken sich wieder in einer Fülle endlos schöner und puristisch strukturierter Melodien. Mit einem Bein immer noch in der alternativen Subkultur verankert, legen Cotton Mather einen erfrischend kurzweiligen Soundalmanach vor, der sich zwischen akustischen Nummern, feingesponnenen Balladen, harten Rocklicks und psychedelischen Intermezzi ständig erneuert. Dank des zeitlosen Tiefenpanoramas bleibt einem nichts anderes übrig, als verzückt mit den Augen zu rollen...
Fabian Hauck


ECHO & THE BUNNYMEN
Live In Liverpool
Cooking Vinyl/Indigo
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Darauf hätten selbst eingefleischte Fans nicht gewettet! Echo&The Bunnymen legen ihr erstes Live-Album vor und outen sich einmal mehr als stimmungsvolle und rebellische Psychedelic-Popper mit Soul-Appeal. Allein die Tatsache, dass der Band um Ian McCulloch und Will Sergeant nach fast 10jähriger Pause '97 eine Reunion gelang, darf als kleine Sensation gewertet werden. Jetzt also für alle Fans (und solche, die es werden wollen) das lang überfällige Live-Album mit einem bunten Song-Strauß aus Klassikern ("Rescue", "Seven Seas" und "The Cutter") und Stücken aus ihrer neueren Schaffensperiode ("Kings Of Kings", "An Eternity Turns"). Allesamt Tracks,  die mit ihren verträumten Akkorden und ihrem wabernden Psycho-Surf-Sound die Individualität der Melodie zelebrieren!
Frank Zöllner


DIE FALSCHEN FREUNDE
Gästeliste
Intonation/Virgin
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Extrem dürftig, was mir die FALSCHEN FREUNDE auf ihrem Erstlingswerk um die Ohren hauen: dünner Easy Listening-Sound, ein wenig beschwingter Bossanova, aalglatte Popharmonien... Das könnte man ja noch verkraften, aber der dünnbrüstige Schmalzgesang von Frontmann (& Songwriter) Fred gibt mir während der nicht enden wollenden  45 Minuten dann doch den Rest. Obwohl die Textzeile aus "Zuhaus" schon sehr viel Wahres hat (Zitat): "Ich sitze hier in meiner Wohnung und schau die Wand an. Ich kann nicht sagen, dass sich hier viel tut, und ich hab' auch keinen Elan..." Gähn, Fred da hast du vollkommen recht, streicht mich bitte von eurer Gästeliste!
Rainer Guérich


FAUST
Freispiel
Klangbad/EFA
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Auf der vorliegenden Compi treten gut ein Dutzend Cracks der deutschen Elektro-Szene an, um einer Band ein Tribute-Album zu remixen, die eigentlich nur im Underground bekannt ist. Die Rede ist von FAUST, einer der wenigen deutschen Electro-Avantgarde Bands, die jetzt bereits seit 30 Jahren im Geschäft sind und nach wie vor ihr Image als "German Industrial Rockterrorists" mutig verteidigen. "Freispiel" beinhaltet ausschließlich Tracks ihrer letzten Rille "Ravvivando"(99), die Leute wie Mathias Schaffhäuser, Sofa Surfers, Funkstörung, Kreidler und Howie B. einmal durch den Sampling-Konverter gejagt und schließlich mit Vocoder verzerrt haben. Herausgekommen ist ein experimentell-elektronisches und zum Teil dance-orientiertes Album, das die Musik von FAUST  in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt.
Simone Theobald


HATTLER
Remixed Vocal Cuts
Bassball/edel
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Es gibt nicht wenige Künstler, denen ich diese Art von Album sehr übel nehmen würde. Nach dem Motto: Schnell noch vor der Veröffentlichung der neuen Rille ein mixed-Album mit ein paar neuen Songs und ansonsten altem Material auf den Markt werfen. Nicht so bei Soundtüftler Helmut Hattler, der tatsächlich mit der vorliegenden Rille u.a. vier Songs seines in Kürze erscheinenden Albums "Mallberry Moon" vorstellt, den Rest aber ausschließlich seinem hochgelobten Werk "No Eats Yes" entnimmt. Doch zum einen ist Hattler ein begnadeter Jazz-&Elektro-Frickler unter dem Herrn und zum andern hat sich der Meister mit XMZ, Tonio Neuhaus, De-phazz und Jürgen Schlachter eine Riege erstklassiger Remix-Spezialisten auf den Dreher geholt, die seine in der "Urfassung" schon hypnotisierenden Tracks in groovig-funkige Statements verwandeln.
Fabian Hauck


HI HO SILVER
Hallo Hello
Hazelwood/EFA
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Achtung, hier kommt eine richtige Schatzkiste auf euch zu. HiHo Silver, die Band von Kai Voepel, Friedemann Mischke und Sängerin Caro Garske (Tenfold Loadstar), gibt mit diesem gemeinsamen Erstlingswerk eine bemerkenswerte, musikalische Visitenkarte ab. Herrlich naiv-schräge Klangmuster mit gelegentlichem Atari-Charme verbinden sich mit gesprochenen Gedanken und charmantem Gesang zu emotionsgeladenen Understatements. Hi Ho Silver geben mit dieser CD der Popkultur ein wichtiges Stück verloren geglaubter Kreativität und Originalität zurück.
Duklas Frisch


HÔTEL COSTES QUATRE
Mixed by Stéphane Pompougnac
Wagram/PP Sales
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Bereits zum vierten Mal lädt uns Star-Remixer Stéphane Pompougnac in die Lobby des Hôtel Costes von Jean-Louis Costes ein, um uns in die Welt der angesagten Club-& Underground-Szene zu entführen. Seit Jahren gehört der in Paris geborene Szene-DJ zu den umtriebigsten Streitern der Floors. Auf diesem Mix fusioniert Monsieur Pompougnac leichtfüßig laszive Soulrhythmen mit ursprünglichen Housevibes und traumhaften Loops. So gibt er seinen Tracks eine fast suggestive Wirkung. Die Scheibe featured Acts wie Imada, Shantel, Gotan Projekt und Scott Grooves, vom Meister erstklassig und absolut betörend in Szene gesetzt!
Siggi Meyen


HILDEGARD KNEF
Aber schön war es doch
WSM
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Als Hildegard Knef am 1. Februar diesen Jahres an einer Lungenentzündung verstarb, haben wir die letzte große Diva verloren, die es in Deutschland  noch gab. In der Tat war Hildegard Knef im Bereich des deutschen Chansons eine  schillernde Größe, die auch im betagten Alter noch dazu bereit war, neue Wege zu gehen und auch den Kontakt zur jüngeren Musikszene suchte (u.a. mit Extrabreit, Engel Wider Willen). So ist dem Titel dieser CD, die ihre wichtigsten Aufnahmen (u.a. "Für mich soll's rote Rosen regnen", "Von nun an ging's bergab") mit einigen neueren Songs (prod. von Til Brönner) verbindet, ehrfurchtsvoll eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Außer, dass Frau Knef noch den Rammstein-Hit "Engel" mit dark-morbider Stimme kurz vor ihrem Tod  intoniert hat. Vielleicht entdecken die Gothic-Fans die Knef ja noch posthum...
Rainer Guérich


SHANE MACGOWAN'S POPES
Across The Broad Altantic
Eagle/edel
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Wer heute von zeitgenössischer, irischer Musik spricht, meint damit immer auch Shane MacGowan und The Pogues. Als sich Shane '91 von seiner Band trennte, schien damit in Irland eine Tradition zu Ende gegangen zu sein. Klar, auch mit seiner neuen Truppe, den Popes, feierte der trinkfeste und rauffreudige Ire nicht wenige Erfolge, aber immer schwang so etwas wie Wehmut mit, wenn die Rede auf die Zukunft der irischen Musikszene kam. Umso erfreuter war die internationale Fangemeinde, als im vergangenen Jahr Shane und die Pogues zusammen zwei Konzerte gaben, und zwar in New York und Dublin, beide am St. Patrick's Day, dem Nationalfeiertag der Iren. Dieser absurde Umstand wurde möglich, weil in England der St. Patrick's Day wegen der Maul-& Klauenseuche verschoben wurde. Von beiden Konzerten wurden nun die Highlights als "Across The Broad Atlantic"auf CD gebannt. Fans irischer Musik können sich an dem schräg-knarzigen Gesang von Mr. MacGowan und seinen Begleitern erfreuen.
Ute Bahn


MARDI GRAS.BB
Zen Rodeo
Boutique/Universal
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Von der Sound-Originalität her wäre die CD unserer Titelhelden Mardi Gras.BB aus Mannheim ein heißer Kandidat für die Nominierung zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Hat es die elfköpfige Band um Sänger und Gitarrist Doktor Wenz doch geschafft, dem altehrwürdigen Mardi Gras-Sound aus New Orleans ein zeitgemäßes Update zu verpassen. So gibt es auf "Zen Rodeo" zwar den typischen Sousaphon-Sound und eine breite Bläsersection zu hören, aber der Einsatz eines rauh-knarzenden Leadgesangs und eines leibhaftigen DJs ist in dieser Konstellation weltweit einzigartig. "Zen Rodeo" ist von Anfang bis Ende ein Hörabenteuer, manchmal etwas schräg und sandspuckend, aber immer spannend. Und die Mardi Gras.BB-Bearbeitung des Klassikers "Kung Fu Fighting" muss man unbedingt gehört haben...
Rainer Guérich


MASCHINENHALLE 2001
V.A.
Fünfundvierzig/Indigo
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Kurzer Blick zurück: Die stillgelegte Stollwerk Schokoladenfabrik in der Kölner Südstadt war in den 80er der Treffpunkt einer eigenständigen Elektro-Musikszene. Dabei war die ehemalige Maschinenhalle das Herzstück der Anlage und Austragungsort für jede Menge Performances und Livegigs. Bereits '85 erschien der erste Stollwerk-Sampler, u.a mit Bands wie Dunkelziffer, The Unknown Cases und Phantom Band. Ein Jahr später wurde das Werk abgerissen und die Szene zog ins Rhenania und ins Bürgerhaus Stollwerk um. Heute, 16 Jahre später, zeigt die neueste Compi, wie sich die damaligen Stollwerk-Musiker weiterentwickelt haben oder welche Projekte von ihnen beeinflusst wurden. Namen wie Trance Groove und The Unkown Cases stehen für sich, beliefern sie doch bereits seit Jahren die Club-& Dance-Szene mit ihren sphärischen Klangteppichen. Andere, wie Raum 3, Datamotor und  Walk of the Elephants sind noch tief im Underground verwurzelt, fungieren aber als wichtiger  Ideengeber für die ständig wachsende Club-Community!
Frank Zöllner


GLEN MATLOCK & THE PHILISTINES
Open Mind
Peppermint/edel contraire
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Sex Pistols-Bassist Glen Matlock legt nach seinem 96er Soloalbum "Who's He Think He Is When He's At Home" mal wieder eine Scheibe unter eigenem Namen vor. Begleitet wird er auf "Open Mind" von den Philistines. Musikalisch ist das Album mit seiner Mischung aus Mellotron, Hammondsound und britischen Pop-Rock-Anleihen eigentlich ganz nett geraten. Auch gegen die Gastauftritte von Mick Jones und Steve New ist nichts einzuwenden. Was mich bei der Aufnahme allerdings ganz erheblich stört, ist der mundfaule Gesang von Mr. Matlock, der auf die Dauer ziemlich nervt.
Duklas Frisch


MAX MELVIN
Seaside
Maxelect Rec./Discomania
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Mediterraner Downbeat-Stoff zum Relaxen und Abschalten, so könnte man das Erstlingswerk der beiden Produzenten Andreas Bruhn und Stefan Rekittke beschreiben. "Seaside" ist mit seinen 11 Klangflächen, die mit dem warmen Gesang von verschiedenen Sängerinnen veredelt wurden, ein weltentrückter Chill Out-Stoff mit gelegentlicher Verbundenheit zum Wasser. Nur zu gerne schließt man die Augen und lässt sich auf einer Woge des Wohlbehagens und der sanften Beats tragen. Nicht umsonst heißt das dritte Stück auf dem Album "Flying High"...
DJ Snowy


PIERO MAZZOCHETTI
Parole Nuove
Polydor/Universal
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Piero Mazzochetti könnte eigentlich 'nen Sponsorvertrag mit den Tempotaschentücher-Herstellern abschließen. Der 23-jährige Tenor, der  1999 in Deutschland durch seine Eröffnungshymne "L'éternità" für den Boxkampf Schulz vs. Klitschko (hat ganz schön Prügel bezogen, der Schulz) Bekanntheitsgrad erreichte, legt mit "Parole Nuove" sein zweites Klassik meets Italo-Pop-Album vor. Zweifellos hat Piero eine sehr gute Tenorstimme, aber auf Dauer wirkt sein wehmütiger Gesang in Verbindung mit den orchestralen Elementen doch sehr ermüdend bzw. melancholisierend. Wer Heulkrämpfe riskieren bzw. sich in seinem ganz persönlichen Weltschmerz suhlen möchte, für den ist diese Scheibe ideal. Ich find', das Leben ist eh' schon triste genug, da braucht's keinen Piero...
Duklas Frisch


MESH
Who Watches Over Me?
Columbia/Sony
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Wer auf elektronisch-infizierten Pop-Sound à la Depeche Mode oder Ultravox abfährt, sollte unbedingt die brandneue Rille von Mesh anchecken und sich schon mal den Mai vormerken, denn dann kommen die Engländer auf eine ausdehnte Deutschlandtour. Mit der vorliegenden Rille legen Mark, Rich und Neil bereits ihren 4. Dreher vor und brennen ein wahres Feuerwerk an elektronischem Pop, New Wave- Reminiszenzen und tanzbaren Rhythmen ab. Gewürzt mit der richtigen Portion rätselhafter Ambientphasen, lockern Mesh ihren Soundkosmos mit peitschenden Beats, Vocoderklängen und pumpenden Deep-Bässen gekonnt auf. Elektro-Pop ohne ein Gramm Fett zuviel.
Simone Theobald


MICROPHONE MAFIA
Infernalia
Al Dente Recordz/Sony
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Die Microphone Mafia mit Homebase in Köln-Flittard macht intelligenten, fetten HipHop, und das nicht erst seit gestern. Deshalb wundert es auch nicht, dass das Trio um DJ Ra und den beiden Rappern Little Asia und Signore Rossi sich auf ihrem dritten Longplayer selbstbewusst von dem dürftigen HipHop-Einheitsbrei, den man sonst in Deutschland vorgesetzt bekommt, wohltuend abhebt. "Infernalia" macht "Lärm", hat einen heißen Groove wie Hölle und sensibilisiert den Hörer trotz manchem Augenzwinkern für Probleme, die sich in unserem sogenannten multikulturellen Land fast zwangsläufig ergeben. Unbedingt anhören solltet ihr das auf einem starken Bassfundament nach vorne preschende "Va Fan Culo!", das in spanischer Sprache fließt und mit einem originalen "Signore Rossi"-Intro eingeleitet wird. Auf "Combatto Mondiale" rappt Special Guest Chicken George dann sogar noch auf "Kölsch". Ganz schön cool, was die Microphone Mafia hier abliefert!
Duklas Frisch


THE MIGHTY QUARK
Ian Hendrick's Disco
Night & Day/Indigo
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Wer den Sound des Musiker-Kollektivs um die beiden Masterfader &Remixer Mark O'Sullivan und Walter Bäcklin in irgendeine der bekannten Genreschubladen einordnen will, wird dabei so seine Probleme haben. Denn wenn The Mighty Quark eines nicht aufweisen, dann ist es eine halbwegs eingängige und richtungsweisende Soundlinie. Auf ihrem Debüt "Ian Hendrick's Disco" ist man wirklich vor nichts sicher und begegnet solchen Gegensätzen wie Dub, Jazz, Elektro, Rock und Industrial. Was allerdings überrascht, ist die Tatsache, dass The Mighty Quark diesen doch so antagonistischen Soundstrukturen in ihrer wilden Mixtur jede Gegensätzlichkeit entfernen. Verarbeitet werden u.a. Liveaufnahmen, gesampelte Versatzstücke, harte Gitarrenriffs, sphärische Flötensounds, Trompetensoli à la Miles Davis und ambiente Klangwelten . Muss man gehört haben!
Frank Zöllner


MONK'O MAROK
Au Plafond
Enja Records
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Wer sich musikalisch immer wieder gerne überraschen lässt und auch vor dem einen oder anderen schrägen Akkord nicht sofort die Flucht ergreift, ist bei den Experimental-Jazzern von Monk'O Marok eigentlich bestens aufgehoben. "Au Plafond" nennt das Quartett sein neuestes Destillat und überschreitet dabei jede nur bekannte Genregrenze. Ihre jazzigen Versatzstücke bauen sich in erster Linie auf einem Fundament aus harten Basslicks, pulsierendem Percussion-Einsatz, Sopran Sax- & Bass Klarinette und elektronischen Spielereien auf. Dazu gibt's die  exaltierte Stimme von Sängerin Alima Hamel zu genießen. Eine farbenfrohe Sound-Collage, die sich dem Käufer erst nach dem zweiten Anhören richtig eröffnet.
Frank Zöllner


MONSIEUR CHARLES
Mission Deluxe
Parasol/Intergroove
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Da haben sich zwei gesucht und gefunden. Die Rede ist von den beiden französischen Musikern Fabien Lelange und Didier Lécheneau, die als Projekt Monsieur Charles eine interessante Mixtur aus ambienten Sphärenklängen und urbanem Jazz-Style versuchen. Musik ganz nach ihrem Gusto, hat doch Fabien eigentlich eine klassische Musikausbildung und viele Jahre als Saxophonist in verschiedenen Jazzformationen hinter sich, bevor er seine Leidenschaft für die elektronische Musik entdeckte. Didier hat seine musikalischen Wurzeln im Detroit-infizierten Hard-Techno, den er auf "Mission Deluxe" allerdings zugunsten einer weitaus relaxteren und softeren Version aufgibt. Unterstützt werden die Beiden von den Sängerinnen Electra Weston und Mandel Turner, die ihre ausdrucksstarken Vocals bereits für die Scheiben der französischen Band Playing 4 the City beisteuerten.
Siggi Mayen


THE NEW PORNOGRAPHERS
Mass Romantic
Matador/Zomba
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Schräger Pop, groovende Melodien, hautenge Orgel-Tunes und reichlich Gitarrenfeeling sind die Aushängeschilder der kanadischen Band The New Pornographers, die in ihrer Heimat das hier vorliegende Debüt bereits Ende 2000 ablieferten. Der Weg bis ins deutsche Musikregal hat dann doch etwas gedauert, aber nicht desto trotz freuen wir uns heute, die junge und überaus kreative Combo aus Vancouver begrüßen zu können. Einfach strukturierte Songs, die mit alternativen Gitarrenlicks und schnellen und zuckersüßen Melodien auf die Trommelfelle treffen, machen Lust zum Hüftschwingen und Fingerschnippen. Aber alles scheint für den sofortigen Genuss hergestellt, ohne lange Halbwertzeit. Ich bin mal gespannt, wer die New Pornographers im nächsten Frühling noch kennt!
Frank Zöllner


THE PERSUASIONS
Beatles
Chesky/in-akustik
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Das A-Cappella-Quartett ist bereits seit über 40 Jahren aktiv und hat in dieser Zeit mit seinen Blues-, Gospel- und Pop-Einspielungen immer wieder für Furore gesorgt. Die vier schwarzen Vokalisten können voller Stolz auf über 20 Einspielungen zurückblicken, bei denen sie u.a. den Songkatalog von Frank Zappa und Greateful Dead bearbeitet haben. Für ihr Debüt bei dem audiophilen Label Chesky Records haben sich Jerry, Jayotis, Ray und Jim diesmal insgesamt 14 Songs der legendären Pilzköpfe aus Liverpool vorgenommen, die man auf diese Art und Weise sicher noch nie gehört hat. Weltbekannte Songs wie "Yesterday", "Love Me Do", Come Togehter" und "Octopus's Garden" bekommen von den Persuasions ihren ganz persönlichen Stempel aufgedrückt, wobei einmal mehr klar wird, warum  die Vier zu den besten A-Cappella-Bands der Welt zählen.
Ute Bahn


JAN PLEWKA
Zuhause war ich schon...
eastwest
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Jan Plewka, den Namen hab ich schon irgendwo mal gehört... richtig! Wie wär's mit dem Ex-Sänger der Band Selig? Jetzt hat Jan also mit "Zuhause war ich schon..." seine erste Solo-Scheibe vorgelegt und serviert uns in bekannter Manier eine ansteckende Mischung voller Emotionen. Das ist nun mal Plewkas Stärke, seinen Songs mit seiner eindringlichen Stimme jede Menge Gefühl einzuhauchen. Dabei ist es egal, ob er nun eine herzzerreißende Ballade, eine Dance-Nummer oder eine harte Rockmucke zum Besten gibt. Immer bastelt Jan daraus so etwas wie ein hochemotionales Statement, dem man mit offenem Mund lauscht...
Simone Theobald


REEL BIG FISH
Favorite Noise
Mojo Records/Zomba
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"Wir sind in erster Linie eine Live-Band", gestand Sänger, Gitarrist und Songwriter Aaron Barrett unlängst in einem Interview. "Das können wir am Besten. Auf der Bühne können wir alles rauslassen, uns benehmen, wie es uns gefällt..." Für alle, die es auch in diesem Jahr wieder nicht geschafft haben, einen der famosen Live-Gigs von Reel Big Fish zu erwischen, gibt es jetzt mit "Favorite Noise" einen Querschnitt durch ihre drei in den Staaten erschienenen Alben "Turn The Radio Off", "Why Do They Rock So Hard" und "Everything Sucks". Frage: Was bietet uns die 16-Track-Compi? Antwort: Einen abgefahren rockigen, lässig-groovenden, sahnigen, elastischen, rhythmischen und schnörkellosen Party-Gute-Laune-Ska-Hornsection-Sound, wie ihn nur Reel Big Fish aus den Membranen zaubern können. HOT!
Frank Zöllner


RINÔÇÉRÔSE
Music Kills Me
V2 Records
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Die französische Band um Patou und Gitarrist Jean Philippe holen nach dem grandiosen Erstlingswerk "Installation Sonore" (unbedingt besorgen) zum zweiten Schlag aus. Rockgitarre meets Wah Wah-Sounds meets intelligent pluggenden Dancefloorsound. Rinôçérôse, die live manchmal in bis zu neunköpfiger Formation auftreten, lassen in ihren abwechslungsreichen Sound aber noch Etliches mehr einfließen. Da gibt es geschickt eingeworfene Querflötensounds zu hören, erdigen Bluesrock-Gesang, treibende Beats etc. Am besten hört ihr euch mal das Titelstück und "It's Time To Go Now!! an. Handgemachte Clubmusik erster Güteklasse!
Rainer Guérich


ROBBIE RIVERA
Nonstop
Proton/UCMG
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Der DJ & Remixer mit dem schmissigen Namen Robbie Rivera kommt aus Puerto Rico und ist in der Szene schon geraume Zeit kein Unbekannter mehr. Längst gehören seine trendsettenden Remixe zum festen Repertoire vieler angesagter Szene-DJ's. Auf "Nonstop" präsentiert der Fader einen ganz gut gelungenen Gesamtmix. Dafür bedient sich Robbie der Arbeiten von Kollegen wie The Ones, The Pimp, Cosmos, Oliver Klein und Metalhead, die er mit reichlich hypnotischen Bass-Sequenzen und Sampling-Effekten zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk zusammengefügt hat. Da kann man vom ersten bis zum letzten Track auf den Floors verweilen und bis zum frühmorgentlichen Chillout so richtig abtanzen.
Siggi Meyen


ROOM SERVICE
Volume 2
Listening Pearls/Intergroove
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Mole-Listening-Pearls, eine der angesagtesten Soundlabels für trendigen Club- & Dance-Stoff, hat mit Room Service Vol.1 Maßstäbe gesetzt und mit dem Konzept voll ins Schwarze getroffen. Jetzt liegt Vol.2 in meinem Dreher und schließt sozusagen nahtlos an den Vorgänger an. Wieder teilt sich die Doppelrille in zwei verschiedene "Stilbereiche" auf und versucht möglichst viel grooviges Flair und relaxte Vibes auf die Silberscheiben zu bannen. Während Dreher Nr.1 ("Make Up Room") mit rhythmischen Loops direkt unter die Stroboskope lockt, steht Scheibe Nr.2 ("Do Not Disturb") ganz im Zeichen relaxter Downbeats. Die Besetzungsliste beinhaltet Namen wie Native Force, Dobster, DJ Krush und Q-Point . 11 von 24 Tracks wurden speziell für diese Produktion gemixt!
Fabian Hauck


RPWL
Trying To Kiss The Sun
Tempus Fugit/Point Music
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Nachdem mich ihr Pink Floyd-artiges Debütalbum "God Has Failed" vor 2 Jahren mächtig beeindruckt hatte, war ich auf den Nachfolger der progressiven Jungs aus Freising natürlich sehr gespannt. Würde die Band um den charismatischen Sänger Yogi Lang (mit fast identischem Stimmtimbre wie David Gilmour) den Gütegrad des starken Erstlingswerks halten können? Ein klares "Ja", wenngleich die Arrangements auf "Trying To Kiss The Sun" diesmal manchmal mehr in Richtung frühe Genesis gehen. Das Hören der teils  bis zu 9 Minuten langen Stücke (u.a. "Side By Side 8" und "Home Again") macht einfach Spaß, egal in welcher Stimmungslage man sich gerade befindet. Das zeitlich große Spielfeld der einzelnen Kompositionen gibt RPWL ungeahnte Möglichkeiten, ihren zeitlos guten Sound in voller Schönheit entfalten zu können. Genießt das langsame An- und Abschwellen des von Keyboard und Gitarre getragenen Spannungsgerüstes, die wunderbar wärmende Stimme Yogis und die ausgebufften Soundtüfteleien (orientalisches Intro, Vogelgezwitscher, Samplefieper etc.), die euch auch an ungeahnter Stelle urplötzlich überraschen können. Es gibt nur sehr wenige Bands, die es wirklich beherrschen, das Right Play With Levels (of Sound) - RPWL gehören dazu!
Rainer Guérich


ETTA SCOLLO
In Concerto
Columbia/Sony
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Die seit 1997 in Hamburg lebende Italienerin Etta Scollo ist innerhalb der Musikszene schon eine echte Ausnahmeerscheinung. Ihre stimmgewaltige und emotionale Stimme braucht keinen großen Studioballast, um das Herz des Hörers zu erreichen. Besonders aussagekräftig und berührend ist ihr Gesang aber vor allem dann, wenn er im dezenten, ja fast kammermusikalischen Kontext agieren kann. Nachzuhören auf diesem Livemitschnitt aus dem Hamburger Tivoli Theater, bei dem die Klasse von Mrs. Scollo richtig zum Vorschein kommt. Etta trägt in ihren Canzoni surreale Geschichten und Erlebnisse vor, eingebettet in die musikalische Tradition ihrer sizilianischen Heimat und moderner Pop-Avantgarde. Eine außergewöhnliche Sängerin!
Ute Bahn


SIMPLE MINDS
Cry
Eagle/edel
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Es gibt in unserer schnelllebigen Zeit kaum noch eine Band, die man mit dem Attribut Supergruppe belegen könnte, Simple Minds sind hier die rühmliche Ausnahme. Pünktlich zu ihrem 25jährigen Jubiläum legen die Jungs aus Glasgow ihre neueste Arbeit vor und haben auch gleich eine ausgedehnte Welttournee angekündigt, übrigens die erste seit 1995. Seit ihren Anfängen in irgendwelchen verrauchten Clubs haben Simple Minds mehr als 25 Millionen Scheiben verkauft und, wie nur wenige Bands vor ihnen, den Sprung über den großen Teich geschafft. Auf "Cry" demonstriert die Combo  ihr immer noch ungebrochenes Kreativpotential und die Fähigkeit, einfach geile Melodien zu schreiben. Ohne sich einem Zeitgeist oder einer musikalischen Strömung anzupassen, gelingt es Simple Minds trotzdem, in einige der Tracks moderne Club-&Dance-Rhythmen einfließen zu lassen. Ansonsten gibt's eine zielsichere Rock-Pop-Mixtur mit Akustik-Flair, Ethno-Elementen und dem Simple Minds-typischen Hitpotential.
Simone Theobald


SOUL CENTER
III
Novamute/Virgin
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Hinter Soul Center steckt niemand Geringerer als Thomas Brinkmann, der bereits seit einigen Jahren zur Speerspitze der deutschen Elektro-Szene gehört. Seine Arbeiten, die er unter Pseudonymen wie Ernst, max.Ernst und Ester Brinkmann/Supposé vorlegte, gehören zu den experimentierfreudigsten Sounds, die den Weg auf die Floors gefunden haben. Mit seinem neuen Projekt Soul Center fusioniert der Soundtüftler phette Electro-Beats mit monotonen Bass-Lines, groovenden Dance-Vibes und Vocalsampling. So entstehen nicht nur vielschichtig-verzahnte Klänge zum gepflegten Abtanzen, sondern auch jede Menge Sounds zur Sofa-gesteuerten Tieffrequenz-Forschung!
Siggi Meyen


STOPPOK
w.e.l.l.n.e.s.s.
Grundsound/Indigo
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Hier ist es also, das neueste Studio-Projekt von Stoppok und seiner Band, nachdem er 1999 endlich den Fans einen lange gehegten Wunsch erfüllte und 'ne Live-Scheibe eingespielt hat. Danach folgte im Herbst 2000 die mehrfach ausgezeichnete Akustikscheibe "Grundvergnügen", übrigens auch die erste Scheibe bei Stoppoks neuem Label GRUNDSOUND. Und das Hören von seiner neuen Scheibe "w.e.l.l.n.e.s.s" macht wirklich Spaß! Musikalisch ausgestattet mit dem typischen Rock'n'Roll-Charme des Stefan Stoppok, irgendwo angesiedelt zwischen Tom Petty und den Stones. Das gefällt der treuen und alles anderen als kleinen Fangemeinde (mir übrigens auch). Es ist diese Mischung aus uriger Rockballade, witziger Gesellschaftsstudie oder einfach die Beschreibung des ganz normalen Wahnsinns, musikalisch eingebettet in Rock, Blues, Folk und jeder Menge Grooves, die die Stoppok'schen Songs einfach so unwiderstehlich macht. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss der Scheibe ist für mich der tragischkomische, fast 7minütige Erzähl-Blues über Pommes-Erwin und Wellness-Werner! Cool!
Frank Zöllner


JASMIN TABATABAI
Only Love
Polytrash
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Den meisten Lesern dürfte die Wahl-Berlinerin in erster Linie als Schauspielerin ein Begriff sein, aber spätestens seit dem Kult-Streifen "Bandits" (u.a mit Katja Riemann) ist Jasmin Tabatabai auch einem breiteren Publikum als Musikerin & Sängerin bekannt. Mit der vorliegenden Scheibe "Only Love" präsentiert uns Jasmin ihre erste selbstproduzierte Scheibe und entführt uns in den12 Songs in ihren Musikkosmos aus punkig-schrägen Gitarrenriffs, watteweichen Jazzbeats, angenehm-subtilen Rockphasen und einem vorantreibenden Folksound. Ihre entrückt-ätherische Stimme weiß auf einigen Stücken zu gefallen, nettes Scheibchen!
Simone Theobald


TITO & TARANTULA
Andalucia
BMG
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Das vierte Album von Tito Larriva und seiner Begleitband Tarantula versucht mal wieder vergeblich, an den Erfolg des guten Erstlingswerks "Tarantism" (1997, mit den Songs aus "From Dusk Till Dawn") anzuschließen. Besondere Höhepunkte auf den 13 Tracks auszumachen, fällt wirklich schwer. Am originellsten ist von der degenerierten Rhythmusstruktur vielleicht noch am ehesten "Bullets From A Gun". Ansonsten dümpelt der langsame Wüstenrock ziemlich lustlos und ohne Biss vor sich her. Hörbarer ist da schon die 5gängige Akustik-Session, die in kleiner Viererbesetzung im spanischen Malaga aufgenommen wurde und der limitierten Digipack-Version als Bonus-CD beiliegt. Daher gibt's auch noch knappe 3 Sterne.
Duklas Frisch


ANDREAS TÜRCK
Wishful Thinking
Polydor/Universal
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PRO7-Erfolgsmoderator und Mädchenschwarm Andreas Türck versucht sich nach wenig erfolgreichen Singles nun an einem richtigen Longplayer. Und Türckiboy gibt sich wirklich Mühe:  Leicht countrylike, akustisch und mit wehender Gitarre präsentiert sich Schnarchebärchen als rauhbeiniger Sänger. Zumindest auf den ersten beiden Tracks der CD ("Don't Say" und "Wishful Thinking"). Dann geht's in Richtung Europop, funkiger Dancefloor ("Can You Feel Me"), Weichspül-Discopop ("Shining Star") usw.. Also ein wüstes Durcheinander... zwar perfekt produziert, aber austauschbar, sowohl, was den Gesang als auch was die Musik betrifft. Würde mich nicht wundern, wenn Andreas Türck uns nächstes Jahr beim Grand Prix vertritt... Das Format dazu hat er!
Rainer Guérich


EMIEL VAN DIJK
Across The Borders
Acoustic Music/Zomba
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Der holländische Gitarrist Emiel van Dijk zählt zu den hoffnungsvollen Talenten der Gitarrenszene.  Vom Können des Steelstring- und Nylonstring-Spezialisten kann man sich auf seiner Solo-CD "Across The Borders" überzeugen. Der Titel ist Programm und so zeigt Emiel gleich Genre-übergreifend, was in ihm steckt. Fast mühelos wechselt er zwischen brasilianischen Grooves, kubanischen Stimmungen und jazzigen Momenten. Für zusätzliche Auflockerung sorgt Onno Witte, der die durchwegs gelungene Aufnahme in 5 Stücken perkussiv auflockert.
Bernd Lorcher


CÉCILE VERNY QUARTET
Kekeli
Double Moon/Sunny Moon
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Mit "Kekeli" legt das Quartett um Sängerin Cécile Verny eine sehr schöne Vocal-Jazz-Aufnahme mit durchwegs eigenen Kompositionen vor. Cécile singt in englischer und französischer Sprache und lässt sich bei ihrem Streifzug durch die Welt des Chansons, Bossa Novas und der freien Jazzimprovisation auch zu reinrassigem Scattgesang hinreißen. Das hält die Platte, die auch eine Hommage an den französischen Künstler Serge Gainsbourg ("A Gainsbourg") beinhaltet, jederzeit spannend und abwechslungsreich. Bewegter Improvisations-Vocal-Jazz mit erstaunlichem Groove-Gefühl und beseelter Wärme.
Rainer Guérich


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