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MAI 2002
Index | Home | inMusic - da ist Musik drin!


@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

Afrotronic Tribe 2 | Armenonville | Bananafishbones | Bronski Beat & Communards | Popa Chubby | Cinematic Orchestra | Sheryl Crow | Deep Dive Corp. | Davide De Marinis | Dirx | Estopa | Giant Sant | Herman-Düne | Indian Massala Mix 2 | Informatik | Paul Joses | Joy & The Boy | Michael Katon | Salif Keita | Steve Klink | Lady Godiva | Maximal in The Mix Vol. 7 | Peter Mergener | Donnie Munro | Peter Murphy | Neo Phlegma | The Psychedelic Furs | Recloose | Theresa | Mick Thomas & The Sure Thing | Tower Of Power | John Trudell | Junior Wells | Michael Weston King | Nils Wülker | X-Ecutioners | X-Press 2 | Yvonne |

AFROTRONIC TRIBE 2
V.A.
Audiopharm/SPV
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Never change a winning team! Unter diesem Motto steht auch die zweite Ausgabe der Afrotronic-Serie, deren Vorgänger bei Presse und in der Szene durchweg gefeiert wurde. Was den umtriebigen Clubber erwartet, sind erneut zwei munter gemixte Silberscheiben, die zwischen NuJazz, House, Funk und Soul so gut wie alles zu bieten haben, was momentan auf den Floors angesagt ist. Während Scheibe Nr.1 eher den tanzwütigen Plateausohlen-Träger ansprechen dürfte, zeigt uns Nr. 2, wo es sich auf dem Plüschsofa am besten Kuscheln lässt. Aber egal, ob floor-orientierter Stroboskop-Sound oder Listening-Pearls zum Relaxen, immer stehen afro-geschwängerte Grooves&Vibes vom Schwarzen Kontinent auf dem Spielplan.
Simone Theobald


ARMENONVILLE
Flor De Tango
Minor Music/in-akustik
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Armenonville ist ein bemerkenswertes Quartett um den argentinischen Sänger und Gitarristen Eduardo Notrica, das sich auf dieser CD dem rhythmischen und tanzorientierten Tango verschrieben hat. Genauer gesagt dem "Guarda Veja", jenem Tango, der von 1910 - 1940 in Buenos Aires gespielt wurde. Entsprechend dieser Epoche ist auch das CD-Booklet im Stil der 20er Jahre gehalten. Musikalisch umgesetzt werden die Interpretationen von Armenonville in einem sehr luftigen Klangbild, mit Kontrabass, prägnanter Gitarre , typischem Bandoneon-Sound und dem emotionalen Gesang Eduardos, der stimmlich nicht nur melancholisch, sondern zuweilen auch richtig beschwingt zu Werke geht. Eine CD, die in Tanzschulen begeistert abgefeiert werden dürfte, aber auch zuhause kann man mit seiner Liebsten ja das Tanzbein schwingen...
Jörg Eifel


BANANAFISHBONES
In A Town Called Seven
Polydor
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Kein leichtes Album, das uns die Bananafishbones hier vorsetzen. Eingespielt wurden die Songs von "In A Town Called Seven" größtenteils im Übungsraum, um sie - wie es Sänger und Bassist Sebastian Horn erklärt - "schmutziger" klingen zu lassen. Tatsächlich finden sich auf den einzelnen Stücken auch etliche kantige Riffs, die mal  im Alternative, mal im Psychobilly, HipHop oder Country agieren. Die Stillosigkeit der Fishbones wird paradoxerweise immer wieder zum Stilmittel erhoben, was den Hördurchlauf auch nicht einfacher macht. Textlich geht es abwechselnd mit zuckersüßem und dann wieder übertriebenem Depri-Gesang um moderne Märchenadaptionen, die Psyche von Triebtätern und sonstige Grundsatzfragen. Für mich recht verwirrend, vielleicht hört ihr selbst mal rein...
Yasmin Schmidt


BRONSKI BEAT & COMMUNARDS
The Very Best Of Jimmy Somerville
WSM
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Mit seinen Bands Bronski Beat und Communards feierte Jimmy Somerville in den 80iger Jahren seine größten Erfolge. Erfolge, die er als Solokünstler ab 1989 in dieser Form nicht wiederholen konnte. Nichtsdestotrotz gibt es nun eine 17-gängige Hitkopplung, die  wohl für den Somerville-Neueinsteiger (falls es denn so was gibt) gedacht ist. Neben Hits wie "Smalltown Boy" und "Why?" ist auch "I Feel Love/Johnny Remember Me", die Bronski Beat-Kooperation mit Marc Almond, auf der CD vertreten.
Duklas Frisch


POPA CHUBBY
The Good, The Bad And The Chubby
Dixiefrog/Fenn Music
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"Hätt' ich nicht angefangen, Musik zu machen, wäre ich wahrscheinlich schon tot, in irgend einem Bandenkrieg oder bei einem Crackdeal kaltgemacht", erklärte Popa Chubby aka Ted Horowitz unlängst in einem Interview. Nachdem ich seine brandneue Rille gehört habe, bin ich nur verdammt froh, dass das "liebevolle Monster" den Blues für sich entdeckt hat. Nach dem fulminaten Vorgänger "Flashed Back", auf dem er zusammen mit seiner Frau seine liebsten und wichtigsten Songs gecovert und entstaubt hatte, legt Popa jetzt ein neues Studioalbum vor und zeigt uns seine ganz persönliche Art von harten Bluesrock. Dabei gelingt es dem gebürtigen New Yorker doch tatsächlich Elemente aus Rap und Funk, wie etwa scratching und toasting, in seine Songs zu integrieren. Und auch die Klezmer-Klarinette in "I'll Be There For You" macht keine schlechte Figur.
Frank Zöllner


CINEMATIC ORCHESTRA
Everyday
Ninja Tune/Zomba
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Ein sehr interessantes Scheibchen hat Jason Swinscoe mit seinem Cinematic Orchestra für Ninja Tune eingespielt. Irgendwo zwischen Klassik, Soul, Jazz, Dance und Avantgarde agieren die emotionalen Songs, die durch den Gesang von Gästen wie Fontella Bass (der alten Souldame) und Roots Manuva noch ein weiteres Klangaroma erhalten. Eine Platte, in die man sich ganz fallen lassen kann und die das geistige Auge des Hörers beflügelt bzw. die Sinne anregt.
Fabian Hauck


SHERYL CROW
C'Mon C'Mon
Polydor
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Seit ihren Hits wie "All I Wann Do" oder "Everyday Is A Winning Road" hat die gute Sheryl Crow über 13 Millionen Scheiben verkauft und ist damit unaufhaltsam in die Riege der Superstars aufgestiegen. Bekanntlich ist die Luft da oben sehr dünn und alle Welt schaut mit Argusaugen auf die neueste Veröffentlichung und bewertet alles nach dem letzten Erfolg. Aber die vor kurzem 40 Jahre jung gewordene Singer/Songwriterin hat es wieder einmal geschafft, und legt mit "C'Mon C'Mon" ein rundum gelungenes Album vor. Kein Wunder, hatte Sheryl doch mit Kollegen wie Lenny Kravitz, Don Henley, Stevie Nicks, Keith Richards, Emmilou Harris und Liz Phair die amerikanische Rock&Pop-Elite im Studio vereint. Ergebnis ist eine Scheibe, die vor allem durch ihre Leichtigkeit und Unverkrampftheit beeindruckt, auch wenn viele gerade diesen Gute-Laune-Pop wie in "Soak Up The Sun" (übrigens die erste Singleauskopplung) kritisieren werden. Mir gefällt die "neue" Mrs. Crow, die nicht nur das unbeschwerte Pop-Girlie spielt, sondern mit ihrer Akustikklampfe alte Songwriter-Tugenden offenbart.
Frank Zöllner


DEEP DIVE CORP.
Beware Of Fake Gurus
Jubilee Rec./Sony
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Die beiden Soundtüftler von Deep Dive Corp ziehen einen auf ihrer neuen CD mit einer Mixtur aus Ethno-orientierten Klangwelten, Dance-Mucke und ambienten Klangsphären in ihren Bann. Dabei schippern die Elektro-Waver im Fahrwasser deepgepitchter Hard-Vibes ebenso sicher wie in entrückten Sphärenwelten, souligen Vocalparts und dubhousigen Soundsplittern. Zur Hilfe eilen ihnen dabei die beiden Vokalistinnen Inaya Day und Ines Omenzetter sowie die Elektro-Legende Helmut Hattler, der bei dem Song "Delhi News" ein weiteres Mal sein kreatives Ausnahmepotential unter Beweis stellt.
Siggi Mayen


DAVIDE DE MARINIS
Passo Dopo Passo
Staccato Rec./Alive
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Der aus Mailand stammende Sänger, Songwriter und Gitarrist Davide De Marinis holt zum zweiten Streich aus. Mit "Passo Dopo Passo" beweist der Italiener wie schon auf dem Vorgänger "Quelle Che Ho", dass er ein gutes Gespür für Melodien hat, die ins Ohr gehen, aber nichts mit üblicher Italo-Schnulze zu tun haben. Davide ist ein ernstzunehmender Künstler, der seine Alltagsgeschichten mit stilistischer Finesse zu vertonen weiß. Man höre hierzu nur das auf einem tänzelnden Beat wogende "Come Un Razzo" oder das mit Bläsern und funky Gitarrenhooks in Szene gesetzte "La Pancha". Ein facettenreiches Album, an dem nicht nur Freunde des Italo-Pop Gefallen finden werden.
Fabian Hauck


DIRX
Tar
Spinner Ace/Alive
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Hier werden Experimentierlust und elektronische Spielereien großgeschrieben. Die Rede ist von der Debütarbeit des exaltierten Elektronikers Dirk Herweg aka Dirx, der nicht nur mit einer Unmenge bunt durcheinandergewürfelter Soundideen und sphärischer Effekte ans Werk geht, sondern dazu auch gleich eine Handvoll angesagter Szenemusiker ins Kunsthaus Rhenania im Kölner Hafen eingeladen hat. Hier entwickelt der Synthie-Experte und Soundtüftler zusammen mit Musikern wie den Trommlern Jaki Liebezeit und Stefan Krachten, Reiner Linke (perc.), Wolfgang Schubert (sax) und Elektro Punker Carla Subito eine elektronische Exkursion zwischen Avantgarde, Pop und ausgeflipptem Mainstream. Ein futuristischer Trip an die Grenzen der elektronischen Musik.
Yasmin Schmidt


ESTOPA
Destrangis
Ariola/BMG
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In ihrer spanischen Heimat sind Estopa um die beiden Brüder David und José Muñoz Kult. Doch auch in Deutschland findet man an der schlagkräftigen Mischung aus katalanischem Rumba und modernem Rock so langsam seine Freude. Sicherlich wird nicht jeder die spanischen Texte, die von den Problemen der Katalanen handeln, verstehen, aber die Musik übt schon einen sehr großen Reiz auf den Hörer aus. Musik für Körper, Geist und Seele!
Ute Bahn


GIANT SAND
Cover Magazine
Thrill Jockey
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Er ist der ungekrönte König des "Alternative Country" und hat als solcher in den letzten 20 Jahren Musikgeschichte geschrieben. Die Rede ist von Howe Gelb, der mal mit OP8, ABBC oder wie hier mit Giant Sand die Klaviatur der Stile in seinem unnachahmlichen düster-morbiden Country-Flair überzieht. Für seine neueste Giant Sand-Einspielung, natürlich wieder zusammen mit Joey Burns und John Convertino, wagt sich der Ausnahmemusiker an die Interpretationen von Coverversionen von Leuten wie Black Sabbath, PJ Harvey, Johnny Cash und Nick Cave. Eine buntgemischte Truppe, genau richtig für den exaltierten Howe, der noch nie irgendwelche Genrebegrenzungen akzeptierte. Puristisch, unothodox und kantig!
Frank Zöllner


HERMAN-DÜNE
Switzerland Heritage
Normal Records
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Der New Musical Express bezeichnete ihr Debüt "Turn Off The Light" als "kriminell unterschätzten Edelstein" und mit ihrem auch in den USA veröffentlichten Nachfolger "They Go To The Woods" legten die in Paris lebenden Schweden endgültig den Grundstein für ihren Kultstatus. Jetzt steht ihr 3. Release "Switzerland Heritage" in den Startlöchern und zeigt die Brüder David-Ivar (vocals, guitar) und André Herman-Düne (vocals, guitar, fiddle) zusammen mit Néman an den Drums wieder als ausgewiesene Puristen in Sachen Blues, Folk und Rock. Dabei ist "Switzerland Heritage" weitaus weniger spartanisch als die Vorgänger, atmet aber immer noch einen eckigen, ungeschliffenen, direkten und handgemachten Folk-& Blues-Sound, der mit so wenig Akkorden wie möglich auskommt. Doch darin liegt die eigentliche Schönheit dieser CD.
Fabian Hauck


INDIAN MASALA MIX
Vol.2
Eccochamber
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Auch die zweite Mix-Arbeit der beiden "Allrounder" Hans Kulisch und Stanislaus Vana erlaubt wieder tiefe Einblicke in die musikalische Welt des indischen Subkontinents. Wie bereits auf dem von der Kritik hochgelobten Vorgänger geht es auch diesmal um die Verbindung typisch indischer Klangstrukturen mit groovigen Dance-Rhythmen, die  zu einem groovig-abgehangenen Patchwork-Teppich geflochten werden. So ist die Compi nicht nur erneut eine musikalische Völkerverständigung indisch-europäischer Soundlandschaften, sondern auch ein durchaus floor-kompatibles Teil, das seine Qualtitäten unter den Stroboskopen ebenso zur Geltung bringt wie beim entspannten Chillout.
Siggi Mayen


INFORMATIK
Nymphomatik
Metropolis/EFA
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Die EBM/Industrial-Soundtüftler Da5id Din und Matt Crofoot aka Informatik haben sich mit Tyler Newmann musikalische Unterstützung an die Fader geholt und präsentieren mit "Nymphomatik" ihren ersten gemeinsamen Release. Im Durchschnitt warten die 11 brandneuen Synthie-Songs mit gut 130 BPM auf und sind somit bestens als Hintergrundbeschallung für alle angesagten Floors geeignet. Neben den obligaten Breakbeats, den subsonischen Bässen und den abgehangenen Vibes legen Informatik in erster Linie Wert auf fesselnde Vocalparts. Überaus anregend mit einer Menge hypnotischer Hooks.
Frank Zöllner


PAUL JOSES
Gold In A Muddy River
Ozella Music/in-akustik
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Fans der akustischen Folkmusik kommen bei Paul Joses voll auf ihre Kosten. Die neue CD des seit vielen Jahren in Deutschland lebenden Schotten besticht durch ihre lebensfrohen und doch besinnlichen Folkweisen. Joses hat diesmal einen interessanten kulturellen Mix versucht und "Gold In A Muddy River" mit Musikern der deutschen und schottischen Folkszene eingespielt. Namen wie Ian Melrose und Dagobert Böhm sollen hier stellvertretend genannt werden, deren erstklassiges Gitarrenspiel die Songs kongenial unterstützt. Die 13 Songs sind wie eine Liebeserklärung an die grünen Ebenen, die klaren Seen und das karge Hochland.
Ute Bahn


JOY & THE BOY
Paradise
Go Jazz/Area
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Mit dem Multiinstrumentalisten Leo Sidran und der Sängerin Joy Dragland hat sich ein ideales Duo gefunden. Die Beiden haben auf ihrem Debüt "Paradise" eine ansprechende Mischung aus Sophisticated Pop, Soul und Easy Listening eingefangen. Besonders die samtweiche Stimme von Joy haucht den verträumten Sounds auf der CD ein ganz besonderes Eigenleben ein. Die Aufnahme besticht durch ihre gefühlvollen Arrangements und ihre vorzügliche Klangqualität. Als Reinhörtipps empfehlen sich das gelungene Remake des Marvin Gaye-Klassikers "Let's Get On It" und das smoothe Titelstück "Paradise". Eine CD, in die man sich schnell verliebt...
Simone Theobald


MICHAEL KATON
Bad Machine
Provogue/Zomba
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"The Boogie Man From Hell" ist zurück und legt mit "Bad Machine" ein Roadhouse-Boogie-Album vor, das nichts anbrennen lässt. Michael Katon, der Mann aus Michigan, ist seit Jahren als Boogie-Man unterwegs, und als solcher mischt er seinen erdigen Blues immer wieder mit straighten Rockelementen und entlockt seiner Fender dabei jede Menge harter Riffs. Mit der jetzt vorliegenden Rille stellt Michael nicht nur sein achtes Album vor, sondern hat in den11 brandneuen deutlich an Härte zugelegt. Da treffen erdige Bluesstampfer immer öfter auf den aggressiven Rhythmus-Style des Rock und verpassen dir einen deftigen Tritt in den Hintern. Mal relaxed-abgehangen oder heavy und speedig, mal bluesdurchtränkt oder derb-rockig. Michael Katon ist ein virtuoser Flinkefinger, dem bluesiges Picking ebenso locker von der Hand geht wie heiße Gitarrenlicks!
Frank Zöllner


SALIF KEITA
Moffou
Universal Music
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Salif Keita, geboren in dem Dorf Djoliba im Herzen Malis, kann auf eine fast 34jährige Karriere zurückblicken, in der er nicht nur versucht hat, die traditionelle afrikanische Musik in alle Welt zu tragen, sondern auch mit vielen international bekannten Musikern zusammen auf der Bühne gestanden hat. Und obwohl oder gerade weil Salif als Albino zur Welt gekommen ist und in den ersten Jahren seines Lebens verleugnet, versteckt und isoliert wurde, ist er heute ein Kosmopolit, Pan-Afrikaner, Antirassist und Pazifist. Alles für ihn ungemein wichtige Anliegen, die sich auch in seiner Musik widerspiegeln. "Moffou" ist in der alten Mandingo-Tradition verwurzelt und von den Rhythmen und Klängen des Schwarzen Kontinents inspiriert. Seine Lieder sind voller Emotionen, unbändiger Energie, Farbenpracht und Hoffnung.
Ute Bahn


STEVE KLINK
Places To Come From, Places To Go
Minor Music/in-akustik
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Nachdem sich Pianist Steve Klink im vergangenen Jahr auf "Feels Like Home" an bemerkenswerte Interpretationen von Randy Newman heranwagte, hat er sich für seine neueste Aufnahme nun den Songfundus der amerikanischen Songwriterin Joni Mitchell zur Brust genommen. Herausgekommen sind sehr reizvolle Nummern, deren musikalisches Spektrum von Blues über Funk bis hin zu Swingin' Jazz reicht. Die 15 Stücke wurden von Mr. Klink in den sehr frei arrangierten "Celebration"-Teil und den 5-gängigen "Meditation"-Abschnitt unterteilt. Bei Letzterem entfernt sich Steve Klink nicht so weit von den Originalen, was daran liegt, dass er u.a. auf die Mithilfe von Folksängerin Barbara Boyle und der Slowenin Mia Znidaric zurückgreift. Eine CD, die unterstreicht, welche Möglichkeiten in den Kompositionen von J oni Mitchell stecken.
Bernd Locher


LADY GODIVA
Red Letter Day
Langstrumpf Rec./Alive
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Der Folk-Crossover der Siebener-Bande Lady Godiva verbreitet einfach gute Laune. Die Musiker aus dem Sauerland haben zum Glück  nicht nur eine Vorliebe für Irish Folk, sondern lieben es auch, in ihre hochtanzbaren Songs Elemente aus Ska, Punk, Polka und sogar Country zu integrieren. Eine wunderbare Kostprobe ihres Könnens geben Lady Godiva auf ihrer country-punkigen Neubearbeitung von "The Unknown Stuntman" , jenem legendären Titelsong aus der TV-Serie "Ein Colt für alle Fälle". Dazu gibt's eine Menge gelungener Eigenkompositionen, diverse Traditional-Bearbeitungen und noch ein Remake von Bob Dylans "The Death Is Not The End".
Ute Bahn


MAXIMAL IN THE MIX-VOL.7
by Tillmann Uhrmacher & DJ Energy
UCMG Proton/Intergroove
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Wohl niemand hat in den letzten Jahren mehr für die Trance-Ecke und deren Derivate getan als Tillmann Uhrmacher, der als DJ und Radiomoderator die harten& schnellen Rhythmen nicht nur einer eingefleischten Community ans Herz legen will. Hier setzt auch die Maximal In The Mix-Serie an, die mit der vorliegenden Ausgabe bereits in die 7. Runde geht. Wie immer wird dem geneigten Hörer unter Mithilfe eines illustren Gastes die angesagtesten Szene-Hits in einem raffinierten Mix serviert. Diesmal hat sich Tillmann den wohl profiliertesten Plattendreher der Schweiz, DJ Energy; ins Studio geholt, um die Tracks von Soulfighter, Paul van Dyk und Kamasutra auf Hochglanz zu polieren. Natürlich legen die Fader nicht nur höchstpersönlich Hand an, sondern liefern auf den beiden Silberscheiben auch eigene Kreationen.
Siggi Mayen


PETER MERGENER
Cruisin'
Prudence/Zomba
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Ein Elektronik-Pionier auf Zeitreise! So oder so ähnlich könnte die Unterschrift der vorliegenden CD des ehemaligen Software-Mitglieds lauten, denn Peter Mergener nimmt uns mit auf einen musikalischen Trip quer durch seine Schaffensphasen der letzten zehn Jahre. "Immer wieder sammelten sich bei mir Titel an, die in die aktuellen Produktionen nicht hineinpassten", so der Soundtüftler. "Deshalb habe ich sie mit dem Hintergedanken archiviert, irgendwann eine eigenständige Produktion daraus zu machen." "Cruisin'" ist aber weit mehr als eine "Resteverwertung", ein in sich geschlossener, elektronischer Soundteppich mit einer Menge Eigenleben.
Bernd Lorcher


DONNIE MUNRO
Across The City And The World
Hypertension
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Donnie Munro, der ehemalige Sänger der schottischen Folkrock-Band RUNRIG, bastelt weiter fleißig an seiner Solokarriere. Mit "Across The City And The World" legt er nun ein neues Album mit 10 Songs vor, das neben der charismatischen Stimme Donnies  und der entspannten Atmosphäre auch einige Überraschungen bietet. So ist der Opener "Sweetness On The Wind" richtig country-like eingefangen worden.
Bernd Lorcher


PETER MURPHY
Dust
Metropolis/EFA
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Mal gespannt, wer bei dem Namen Peter Murphy ins Schwelgen gerät und dabei, vielleicht wehmütig, an alte Bauhaus-Zeiten zurückdenkt. Schließlich gehörte der begnadete Keyboarder, Sänger und Komponist viele Jahre zu den Pionieren des Art-Rock und hat dabei nicht wenige Bands beeinflusst. Seit längerem ist Peter Murphy bereits als Solist unterwegs und legt nun mit "Dust" seinen 10. Longplayer vor. Wie zu erwarten sind die neuen Songs keine Alltagsware, was bereits Track-Zeiten von bis zu 9min auf den ersten Blick attestieren. Der Klangmeister entführt uns in seinen persönlichen Kosmos aus synthetischen Soundwelten, Ethno-Flair und elektronischen Versatzstücken. Man braucht  schon etwas Zeit, um sich den Strukturen von Peter Murphy zu nähern, aber ab einem gewissen Augenblick ziehen sie einen in ihren Bann!
Fabian Hauck


NEO PHLEGMA
Low Slide Doberman
CD über
www.neophlegma.de
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Bestimmt haben die meisten von uns in ihrer Jugend auch einmal Mutters Töpfe & Pfannen aus dem Schrank geholt und mit Kochlöffel und Schneebesen versucht, Musik zu machen. Das Ergebnis war fast immer ein baldiger Rauswurf, um der Krachorgie ein Ende zu bereiten. Die beiden Soundtüftler Eric Hübner und Dirk Mohr gehen auf "Low Slide Doberman" einen ganz ähnlichen Weg und konzipieren ihren Sound samt und sonders aus im Hauhalts vorkommenden Materialien. Diese "Rohklangewinnung" fließt durch jede Menge Sampling-Machines, wird mit Vocoder-Stimmen aufbereitet und in einen ganzheitlichen Synthi-Sound gepackt. Irgendwo zwischen Klangorgie, Krach-Kunst und Avantgarde.
Frank Zöllner


THE PSYCHEDELIC FURS
*The Psychdelic Furs
*Talk, Talk, Talk
*Forever Now
*Beautiful Chaos: Greatest Hits
Alle CDs: Columbia/Sony
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Bei Columbia/Sony hat man sich erfreulicherweise an die Wiederveröffentlichung von den ersten 3 Alben der britischen Kult-Post-Punk-Formation The Psychedelic Furs gemacht. Es ist schon erstaunlich, welchen einzigartigen Sound die Band um die beiden Butler Brüder Richard und Tim seinerzeit schuf. Lohnend sind auch die Bonustracks, die es neben neuen Liner Notes auf dem selbstbetitelten Debüt "The Psychedelic Furs" (1980, 4 Bonusse inkl. "Mack The Knife"), dem Nachfolger "Talk, Talk, Talk" (1981, 3 Bonusse) und "Forever Now" (1982, 6 Bonusse) gibt. Interessant sind vor allem die Demoversionen, die man bei Sony anlässlich des Re-Release ausgegraben hat. Wer die Hits der Psychedelic Furs in komprimierter Live-Form hören möchte, wird mit dem "Beautiful Chaos: Greatest Hits"-Mitschnitt aus dem House Of Blues in L.A. bestens bedient.
Bernd Oppau


RECLOOSE
Cardiology
Studio K7
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Der 26jährige Matt Chicoine aka Recloose gehört nicht nur zu den gefragtesten Remixern der Szene, sondern gleichzeitig auch zu den Abgedrehtesten. Wer bei ihm eine Arbeit in Auftrag gibt, muss unter Umständen damit rechnen, dass er diese nicht mehr wiedererkennt. Trotz allem hat der Mann aus Michigan bereits für Leute wie Les Gammas, Herbert, Cosmic Village und Dan Curtin gearbeitet. Auf "Cardiology" nimmt uns Matt mit in seinen sehr persönlichen Klangkosmos, der sich aus so unterschiedlichen Soundströmungen wie Detroit-Tek, Miami-Bass, House, Funk, jazzigen Intermezzi und Philly-Sound zusammensetzt. Und es sind gerade diese musikalischen "Gegensätze", die immer wieder fast homogene Soundgebilde entstehen lassen, die mal heißspornig-hitzig, verführerisch-rhythmisch oder schräg-abgedreht aus den Membranen tropfen.
Frank Zöllner


THERESA.
Spring Summer 2002
ROI/Public Propaganda
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In Sachen angesagter Szene-Klamotten sind die Münchner-Inshops von Theresa die wohl beste Adresse. Nun gibt es mit dieser CD zum ersten Mal auch eine auf die Mode abgestimmte Compi mit den neuesten Clubhits. Verantwortlich für die richtige Zusammenstellung zeichnet kein Geringerer als DJ Helge "TAFKAD" Hinrichs, der vor allem durch seine "Muschihaus-Compis" von sich Reden machte. Für die vorliegende Rille hat sich der Fader u.a. Arbeiten von 2 Men Ahead, Waldeck, Satin Souls und George Levin zur Brust genommen und diese zu einem homogenen und relaxt fließenden Klangteppich verarbeitet. Das Teil funktioniert 100pro auf jeder Modenschau und beim entspannten Shoppen, hat aber durchaus auch Floor-Qualitäten vorzuweisen.
Siggi Mayen


MICK THOMAS & THE SURE THING
Dust On My Shoes
Twah!
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Nach dem Split seiner langjährigen Band Wedding Parties Anything im Jahre 1999, hat sich Aussie Mick Thomas (voc., guit.) ausgiebig Gedanken über den weiteren Fortgang seiner Karriere gemacht. Ergebnis ist jetzt "Dust On My Shoes", ein ausgereiftes und durchkonzipiertes Meisterwerk. Unterstützt wird Mick dabei von seiner bestens aufgelegten Sidecrew THE SURE THING, die seinen rau-kernigen Gesang instrumental kongenial begleiten. Entsprechend dem Albumtitel, der aus einem Reiseatlas stammt, nimmt Mick den Hörer auf eine Reise mit. Seine Songs handeln von den persönlichen Erlebnissen, die Mick in den vergangenen Jahren gemacht hat: von Kleinstadtidylle, den Höhen und Tiefen des Lebens und anderen Befindlichkeiten, die man so im Laufe seines Lebens sammelt. Musikalisch im leisen bis lauten Sound so gekonnt umgesetzt, dass man diese Scheibe eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit hören kann. Erfreulicherweise wurden der europäischen CD-Version noch 4 Livetitel und der Videoclip von "The Lonely Goth" draufgepackt. Letzterer ist neben "No Picnic" übrigens einer der gelungensten Songs der Platte.
Bernd Lorcher


TOWER OF POWER
Soul With A Capital "S"-Best Of
Epic/Sony
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Seit 3 Jahrzehnten sind Tower Of Power der Garant für einen souligen Bläser-Funk-Jazz, den man zu jeder Tages- und Nachtzeit hören kann. Wer die Alben des 10köpfigen Ensembles noch nicht kennt, sollte vielleicht über den Kauf dieser Best Of nachdenken, ein Kauf, der auch für eingefleischte Fans interessant sein dürfte. Immerhin gibt es neben Hits wie "Attitude Dance", "Souled Out" und "Diggin‚ On James Brown" auch den bisher unveröffentlichten Jazz-Funk Happen "I Love That Girl So Much". Diese Best Of ist die reinste Groove-Granate!
Bernd Lorcher


JOHN TRUDELL
Bonedays
Ulftone/edel contraire
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John Trudell, der Santee Sioux-Dichter, legt mit "Bonedays" wieder mal ein außergewöhnliches Album vor. 13 Tracks hat er mit seiner bewährten Band "Bad Dog" eingespielt, die ihm seinem großen Wunsch, ein Kunstwerk zwischen Musik und Lyrik zu schaffen, so nah wie noch nie bringen. Geprägt von den wärmenden Spoken Words von Mr. Trudell taucht der Hörer auf "Bonedays" in einen nie überladen wirkenden Klangkosmos ein, auf dem sich indianische Chants, bluesige Gitarre und Country-Elemente zu einem Hoffnung gebenden Lebenselixier verbinden. Herausragender Titel des Albums ist zweifellos das Titelstück "Bonedays", eine Art Soul-Indian-Blues. Ein Meisterwerk!
Duklas Frisch


JUNIOR WELLS
Live Around The World: The Best Of
Legacy/Sony
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Ein schöner Live-Querschnitt des Chicagoer Bluesveterans aus den Jahren 1996/97, den man für diese Kopplung zusammengestellt hat. Auf den 11 Tracks zeigt Junior Wells, was er stimmlich und mit Mundharmonika vor einem begeistertem Publikum zu leisten im Stande ist. Besonders gelungen sind der groovige Funk-Uptempo-Stürmer "Broke & Hungry" und der mit unglaublich viel Gefühl intonierte Klassiker "Little Red Rooster". Keine Frage, Junior Wells zählt zum Besten, was die Bluesszene zu bieten hat.
Bernd Lorcher


MICHAEL WESTON KING
Live... In Dinky Town
Twah!
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Mit dieser CD veröffentlicht Singer/Songwriter Michael Weston King (bekannt auch als Kopf der Countryrocker GOOD SONS) eine wunderschöne Sammlung seiner Live-Performances zwischen 1997-2001. Nur mit seiner Akustikgitarre und seiner spröden Stimme bewaffnet, offenbaren Kompositionen wie "Mathilda" und "Lay Me Down/Waiting Round To Die" das ganze emotionale Spektrum, das Weston King auf der Kleinbühne zu erzeugen vermag. Hier fühlt er sich zu Hause, und im hautnahen Kontakt zum Publikum läuft der Haudegen zu wirklich großer Form auf...
Bernd Lorcher


NILS WÜLKER
High Spirits
Sony Classical
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Wer weiß, ob nicht alles anders gekommen wäre, hätte Nils Wülker 1993 nicht die Neubearbeitung der alten Herbie Hancock Nummer "Cantaloupe Island" durch die Gruppe US3 gehört. Damals gerade 16 und mit seinem klassischen Trompetenstudium beschäftigt, gab es fortan für Nils nur noch den Jazz und seine "Helden". Heute ist der junge Mann 24 und gilt in Fachkreisen gemeinhin als der Nachwuchsjazzer Deutschlands. Eine Auszeichnung, die er auf "High Spirits" als Ausnahme-Trompeter und erstklassiger Komponist unter Beweis stellt. Seine Debütarbeit  strahlt ein Flair zwischen traditionellen Jazz-Linien und stimmiger Baratmosphäre aus.
Frank Zöllner


X-ECUTIONERS
Built From Scratch
Loud Records/Sony
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Gestartet 1988 unter dem Bandnamen X-Men gehören die X-Ecutioners zu den kreativsten HipHop/Scratching-Bands des Big Apple. Auf ihrem neuesten Release "Built From Scratch" geht es Rob Swift, Roca Raida, Mista Sinista (der im Oktober 2001 die Band verließ) und Tatal Eclipse um die Tradition des Turntablism und Scratchings, ohne deren Einfluss der heutige HipHop-Style eine andere Musik wäre. Dabei haben sich die Streeter diesmal auf die Pioniere der 80er Jahre wie z.B. Tom Tom Club, Mike Shinoda, Linkin Park und DJ Premier konzentriert. So enthält "Built From Scratch" nicht nur beeindruckende New-Releases solcher Klassiker wie "Play That Beat Mr. DJ" und "Genius Of Love", sondern zeigt mit coolen Eigenkompositionen auch in die Zukunft des HipHop!
Frank Zöllner


X-PRESS 2
Muzikizum
Skint Recordings/Epic
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Hinter X-PRESS 2 verbergen sich die Ballistic Brothers aka Ashley Beedle, DJ Rocky und Diesel. Die Drei aus der englischen Hauptstadt haben ihr Logo von 1993 reaktiviert, weil sie sich diesmal wieder voll dem House in seiner ganzen Farbenpracht gewidmet haben. "Muzikizum" ist feinster hypnotischer Dancestoff, organisch und energetisch. Höhepunkt des Albums ist die Zusammenarbeit der 3 DJs mit Talking Heads-Sänger David Byrne. Eine Scheibe, bei der man getrost die Repeat-Taste betätigen darf.
Siggi Mayen


YVONNE
Lost In The City Nights
Ka2 Music/Sony
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Nach der ehemaligen Miss Schweden Yvonne Ryding hat sich das Sextett aus Eskilstuna benannt.  So schön wie Mrs. Ryding ist auch die Musik, die die Schweden auf ihrem Erstlingswerk vorlegen. Mit Underground-Charme, diversen Electronics und der charismatischen Stimme von Sänger Henric De La Cour ausgestattet, klingen Yvonne wie eine positivere Mischung  aus The Cure und Primal Screen. Besonders hörenswert ist das ohrgängige Titelstück, das durch die weibliche Stimme von Karin Dreijer verfeinert wird. Geheimtipp!
Tim Beldow


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