inMusic | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail

NOV./DEZ. 2002
Index | Home | inMusic - da ist Musik drin!


@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

Aziza A | Agua Loca | Barrique | Jeff Buckley | Cake & Milk | Chillout-Album 5 | Curly | Deep Techno | Destination: Out | Drum’n’Bass Connection 4 | Feeder | Sigi Finkel & African Heart | Roddy Frame | Hubert von Goisern | Herbie Hancock | Horse Stories | Hôtel Costes 5 | INXS | Jazzamor | JJ 72 | Willy Ketzer Trio | The Kinski Files | Tom Liwa | Masha | Doug McLeod | Mr. Scruff | Carrie Newcomer | NoJazz | Oysterband | Ellis Paul | Norrin Radd | Kenny Rankin | Sigur Rós | So Classic | Solitary Experiments | Stereo MCs | Sweet Electro | Weather Report | World Music Café 2 |

AGUA LOCA
Poco Loco
Blue Flame/Zomba
@@@@

Diese CD hätte eigentlich auch gut in die Sommerzeit gepasst, denn das Latinflair, das Agua Loca auf "Poco Loco" verbreiten, macht Sonnenlaune. Chef der neunköpfigen Formation ist Gitarrist Peter Schick, der den Beinamen "Deutschlands bester Santana" trägt. Tatsächlich haben seine prägnanten Gitarrenlinien, die zwischen aller Rock-Fusion, Flamenco, Salsa und Socca immer wieder aufblitzen, schon eine deutliche Verwandtschaft zu Herrn Santana. Wie auch mein spezieller Anspieltipp "Black Magic Woman", der in der Version von Carlos Santana in den frühen Siebzigern Weltruhm erreichte. "Poco Loco" ist eine CD, in die alle Santana- und Latin-orientierten Freunde unbedingt hineinhören sollten.
Bernd Lorcher


AZIZA A
Kendi Dünyam
Blue Flame/Zomba
@@@@@


Auf ihrer CD "Kendi Dünyam" zeigt AZIZA A, dass sich HipHop durchaus mit orientalischen Sounds und Clubbeats verbinden lässt.Schon mit ihrem ersten Album "Es ist Zeit" (1997) versuchte die in Berlin lebende Deutsch-Türkin die Musikkultur ihrer Heimat mit neuen Klängen anzureichern. Aziza A, die nebenbei auch Moderatorin beim Radio SFB ist und beim ZDF das Magazin "Dr. Mag Love" moderiert hat, ist diesen Weg auf "Kendi Dünyam" konsequent weitergegangen. Ihre Texte in türkischer Sprache greifen gekonnt Themen aus dem Alltag auf und werden mit einer gehörigen Portion Sozialkritik gewürzt. Dabei liegen Azizas Stärken in der raschen Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme, die sowohl den Sprechgesang als auch das soulige Timbre perfekt beherrscht. Musikalisch in Szene gesetzt von einer oftmals organisch fließenden Stilmixtur aus Soul, Jazz, Orient, Drum'n'Bass und Pop. "Ich liebe es ganz einfach, neue Klänge in die Musik meiner türkischen Heimat zu integrieren", so Aziza.  Selbst auf internationalen Festivals ist die Künstlerin mit der multikulturellen Aura ein gern gesehener Gast. "Kendi Dünyam" bringt uns türkisches Flair in einer leicht konsumierbaren Form in die gute Wohnstube.
Ute Bahn


BARRIQUE
V.A.
Funky Juice/PP Sales
@@@@

Vorliegender Dreher ist die erste Zusammenarbeit zwischen Funky Juice Records und dem Barrique S.R.L. Café, einem der angesagtesten Szene-Plätze Italiens, nur wenige Autominuten von der Weltmetropole Rom entfernt. Hier trifft sich die Dance- & Club-Community, um nach einer durchtanzten Nacht die müden Füße "hochzulegen" und bei gepflegter Chillout-Kost den neuen Tag zu begrüßen. Mit Acts wie Fantastic Plastic Machine, Upanishad, Black Bombay und Panaphonic gibt die Silberscheibe nicht nur einen repräsentativen Querschnitt durch die neuesten Clubhits, sondern verbindet auch Ethno-Klänge mit Jazz-Elementen à la Chet Baker oder Filmmusiken von Ennio Morricone. Relaxed, groovy und absolut hip!
Frank Zöllner


JEFF BUCKLEY
The Grace EPs-Box Set
Columbia/Sony
@@@@@@

Die besten Musiker verlassen leider oft viel zu früh diese Welt. So auch Jeff Buckley, dem bis zu seinem Tode im Jahre 1997 nur eine sehr kurzweilige Karriere beschert war. Als Singer/Songwriter war er jedoch nicht weniger begabt als sein Vater Tim Buckley. Das beweist diese sehr edel aufgemachte 5 CD-Box mehr als deutlich. Unter den 5 EPs sind insbesondere die Dutch Promo "So Real" und die Japan EP "Last Goodbye" eine echte Entdeckung. 12 der 19 Tracks wurden übrigens in diesen Versionen noch nie veröffentlicht. Für den Buckley-Fan ein Muss!
Duklas Frisch


 

CAKE&MILK
Summers Of Love In Paris
Discograph/PP Sales
@@@@

Die beiden verantwortlichen Producer The Deem Teem aka Dimitri Plays und Tim Paris behaupten in ihren Liner Notes, dass es sich bei der vorliegenden CD um keine der üblichen Compis handele, sondern vielmehr um ein Gesamtkunstwerk, das sich mit einem wunderschönen Sommernachmittag in Paris beschäftige. O.k., kein Problem. Lassen wir den Beiden ihren Glauben und hören uns in der Zwischenzeit mal die dargebotene Musik an. Als erstes fällt auf, dass sich durch alle Tracks ein nicht zu überhörendes Chillout-Potential zieht. Desweiteren arbeiten Acts wie Optimo, World Of Apples und Jori Hulkkonen mit einer süchtig machenden Mixtur aus House- & Ambient-Klängen, der man sich nur schwer entziehen kann. Dee Nasty und Hadja Kouyate steuern ihre persönlichen Interpretationen von HipHop- & Ethno-Flair bei und versetzen uns damit kurzerhand ins arabische Viertel von Paris. Ein breites Spektrum also, das in seinen besten Momenten vielleicht doch an so etwas wie ein Gesamtkunstwerk erinnert.
Frank Zöllner


THE CHILLOUT-ALBUM
Vol.5
WSM
@@

Es ist nicht zu glauben, aber WEA schicken mit dem vorliegenden Doppelsilberling bereits Vol.5 ihrer Chillout-Serie ins Rennen. Was Nachtschwärmer und Szenegänger vor Jahren ins Leben riefen, nämlich das entspannte Relaxen und Abhängen (auch Chillout genannt) nach einer durchtanzten Nacht, hat sich zum Mainstream-Marketing-Act entwickelt, bei dem jeder dabei sein will. Und genau aus diesem Grund entstehen dann solche absolut unnötigen Sampler wie der mir hier vorliegende, der auf Teufel komm raus eine coole Chillout-Atmosphäre schaffen will und dabei Akteure wie Craig Amstrong, Lisa Ekdahl und Nana Mouskouri bemüht. Man muss schon ziemlich verzweifelt sein, wenn man seine sauer verdienten Euros in dieses Sammelsurium investiert!
Siggi Mayen


CURLY
Natural
Paroli Rec/Sony
@@@@@

Bei der ersten "Popstars"-Staffel kam Curly, die ihren Namen aufgrund ihrer Lockenpracht trägt, bis in die Runde der letzten 11 Finalistinnen. Aus dem Engagement bei den "No Angels" wurde zum Glück nichts, denn sonst wäre uns eine talentierte Solosängerin verloren gegangen. Ihr Erstling trägt den Namen "Natural" nicht von ungefähr, denn auf den 12 Songs (plus Hiddentrack) wurde produktionstechnisch alles unternommen, um der facettenreichen Stimme  von Curly alle Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Die musikalische Ausrichtung ist natürlich Pop, wenngleich es auch schon mal in soulige ("How It Is") und funkige Gefilde ("Boys Go Mad") geht. Man darf gespannt sein, wie sich diese Künstlerin noch weiterentwickelt, großes Potential ist jedenfalls da.
Rainer Guérich


DEEP TECHNO
SO CLASSIC
SWEET ELECTRO
alle CDs: Different Rec./PIAS
@@@@

Drei Sampler des französischen House-Labels Different Recordings, das sich in der Vergangenheit vor allem durch den vielbeachteten "Superdiscount"-Sampler einen Namen gemacht hat. Die 3 CDs agieren zwischen Chicago-House und Deep House ("Deep Techno"), entspannten Elektroniksounds ("Sweet Electro") und relaxtem TripHop ("So Classic"). Wer genügend Geld hat, sollte sich alle 3 CDs zulegen, falls nicht, würde ich der "Deep Techno"-CD den Vorzug geben.
Siggi Mayen


 

DESTINATION:OUT
Don't Forget Your Passport
Eccochamber/Intergroove
@@@@

Alan Brown aka Cukipapa, seines Zeichens Weltenbummler, Kosmopolit, Journalist und zu guter Letzt natürlich DJ&Remixer bringt uns mit der vorliegenden Doppel-Rille "Destination:Out"  sein Lebensmotto nahe: "Heute hier, morgen dort!" So oder doch so ähnlich könnte man das umtriebige Leben von Alan Brown auf den Punkt bringen. Egal, wo er gerade auf dem Erdball herumläuft, er hält nach neuen Trends in Sachen NuJazz, Dub, TripHop, Groove und Dance Ausschau. Klar, dass seine Doppel-CD einer musikalischen Weltreise gleicht. Acts wie Stereotyp, Deejedies, Plej, Jong Tan und G-Litter dürften nur eingeweihten Szene-Gängern etwas sagen. Trotzdem hat Alan Brown deren Tracks zu einem erfrischenden Groove-Cocktail zusammen gemixt, der bereits nach dem ersten Schluck süchtig macht. PS: Für Vinylfans kommt das Teil auch als aufwendige Triple-Box auf den Markt!
Frank Zöllner


DRUM'N'BASS-CONNECTION
Vol. 4
Coolmusic/edel
@@@@@

Nach musikalischen Abstechern in Städte wie New York, Paris und Berlin steht nun die österreichische Hauptstadt Wien im Mittelpunkt der vorliegenden Drum'n'Bass-Sammlung. Wieder einmal haben sich die bereits bekannten Streiter wie etwa Liquid City (liefern hier meinen absoluten Lieblingstrack ab), Raizer, Fly und Substrat zusammengefunden, um den interessierten Fans fast 50min lang durch die Multi-Kulti-Stadt an der schönen blauen Donau zu führen. Dass dabei jede Menge jazzige Grooves, deepe Bass-Attacken und BPM zwischen 90 und 170 zum Einsatz kommen, versteht sich fast von selbst. Wer danach zusätzlich seine visuellen Nerven stimulieren möchte, kann dies mit dem obligaten CD-ROM Part mit einer exklusiven D'n'B-Tour mit allen Sehenswürdigkeiten Wiens ausgiebig erledigen.
Siggi Mayen


FEEDER
Comfort in Sound
Echo/Roadrunner
@@@@

Die Brit-Popper von Feeder sind zurück und wollen mit "Comfort In Sound" an den Erfolg ihres letztjährigen Albums "Echo-Park" anknüpfen. Und das, obwohl sich ihr Sound seit der letztjährigen Scheibe grundlegend geändert hat. Feeder sind ernster geworden, was sicher auch mit dem Freitod des langjährigen Bandmitglieds Jon zusammenhängt. Mastermind Grant Nicholas ist eine solide Songsammlung gelungen, die zwischen heimeliger Akustik-Ballade, rockiger Kost und natürlich auch bekannten Britpop-Rhythmen schwingt. Emotional mit Tiefgang, ja fast poetisch muten einen die Songs an, die die schönen Augenblicke des Lebens mit bittersüßen Zwischentönen verbinden, ohne dabei in Weltschmerz abzugleiten.
Yasmin Schmidt


 

SIGI FINKEL & AFRICAN HEART
Spirits Of Rhythm
Blue Flame/Zomba
@@@@

Der österreichische Saxophonist Sigi Finkel und seine African Heart spielen beileibe keinen gewöhnlichen World Jazz. Finkel hat seine Kompositionen "Spirits Of Rhythm" auf den althergebrachten Trommelrhythmen der Stämme Westafrikas aufgebaut und diese mit Bläserlinien,  Gesängen, Posaune, Keyboards, Bass und afrikanischen Instrumenten ergänzt. Heraus gekommen ist dabei  eine ebenso mystische wie lebendige Stilfusion, die durch die Saxophonlinien Finkels zuweilen an Manu Dibango erinnert. Als Gast ist übrigens auch Defunkt-Posaunist Joseph Bowie mit von der Partie.
Rainer Guérich


RODDY FRAME
Surf
Cooking Vinyl/Indigo
@@@@

Zusammen mit seiner Band Aztec Camera war Roddy Frame so etwas wie der Vordenker eines reinen Gitarrensongs ohne überladene Studiotechnik. Alben wie "High Land Hard Rain" "Knife" und "Love" haben eine ganze Musikgattung geprägt und große Gefühle in simple Akkordmuster gepackt. Seit einiger Zeit ist der Singer/Songwriter nun als Solist unterwegs. "Surf" ist nun nach "The North Star" seine zweite Soloarbeit und setzt musikalisch da an, wo der Vorgänger geendet hat. Nämlich mit einer verzaubernden Sammlung erstklassiger Folk- & Pop-Songs, die mit ihrer puristischen Art eigentlich wieder an alte Aztec Camera-Tage erinnern.
Yasmin Schmidt


HUBERT VON GOISERN
Iwasig
Lawine/Virgin
@@@@

Als im vergangenen Jahr Hubert von Goisern endlich wieder seine 7 Sachen gepackt und die Wanderschuhe angezogen hatte, um auf Tournee zu gehen, waren gut sieben Jahre ins Land gegangen, die der "Alpenrocker" als kreative Auszeit genommen hatte. Eine Tournee und das braundneue Programm "Grenzenlos" führte Hubert Anfang 2002 bis nach Ägypten und Kap Verde, wo er mit Worldmusic-Stars wie Mohamed Mounir und Simentera zusammen spielte. Auf "Iwasig" vermischt Hubert traditionelle Volksmusik mit afrikanischen Klängen, Jazz, Blues, Rock und vielem mehr. Die Musik zu beschreiben ist nicht leicht. Die Musik von Hubert von Goisern verlangt, dass man sich mit ihr und mit den Texten auseinandersetzt.
Frank Zöllner


HERBIE HANCOCK
The Columbia Years 72-86
Columbia/Sony
@@@@

Ziemlich funky und Fusion-geprägt klang Herbie Hancock in den späten Siebziger Jahren. Wahrscheinlich hatte der Tastenmann und Keyboarder damals seine beste Zeit. Dieser Verdacht liegt nahe, wenn man sich die 4CD-Werk-Retrospektive der Jahre 1972-1986 zu Gemüte führt. Darauf zu finden sind echte Hochkaräter ("Eye Of The Hurricane", "Watermelon Man"), aber auch Tracks aus seiner wohl populärsten Disco-Phase Mitte der 80er Jahre (u.a. "Rock It").
Bernd Lorcher


 

HORSE STORIES
Travelling Mercies
Loose Records
@@@@

Vorliegende CD ist eine Scheibe für die jetzt ins Haus stehende kalte Jahreszeit, wo man verträumt am warmen Kaminfeuer auf dem Boden liegt und eine gute Flasche Rotwein genießt. Will sagen, "Travelling Mercies" ist eine Scheibe zum Nachdenken, für den introvertierten Hörer, dem eine puristische Instrumentierung aus Gitarre, Mundharmonika, dezenten Drumeinlagen und versponnenen Folk-Vocals genügt. Und genau dies zelebriert der in Down Under geborene und in LA lebende Toby Burke mit seinen "Horse Stories" auf dieser Einspielung. Einfache und filigrane Songs, zwischen Pop & Folk angesiedelt, sind die Hauptbestandteile von "Travelling Mercies". Nichts Spektakuläres oder Lautes, hier geht es um die leisen Töne und den Song an sich. Beine hochlegen und genießen!
Frank Zöllner


HÔTEL COSTES
Vol.5
Pschent/PP Sales
@@@@

Die "Hôtes Costes"-Compi-Serie von dem französischen Producer&Remixer Stéphane Pompougnac ist im monatlichen Veröffentlichungs-Dschungel schon etwas ganz Besonderes. Dem Turntabler & Clubber ist es nicht nur gelungen, eine ganz besondere musikalische Atmosphäre einzufangen, er orientiert sich dabei auch an klangfrischem und total angesagtem Material. Vielschichtige Downbeats wechseln mit coolen House-Samples und tieffrequenter Beat-Forschung. Ein überaus kurzweiliger Floor-Cocktail.
Siggi Mayen


 

INXS
Definitive INXS
Island/Mercury
@@@@

Nach dem tragischen Tod von Sänger Michael Hutchence 1997 prognostizierten nicht wenige das Aus für eine der erfolgreichsten und innovativsten Bands der 80er und 90er Jahre. Nicht zuletzt das 80er-Jahre-Revival ließ den Sound der australischen Band über Nacht wie Phönix aus der Asche auferstehen und katapultierte die Jungs wieder in die Charts. Jetzt steht das 25jährige Bühnenjubiläum ins Haus, das mit der Veröffentlichung einer Silberscheibe mit allen großen Hits gefeiert wird. Im Falle von INXS braucht man da natürlich eine Doppel-Rille um alle relevanten Tracks unterzubringen. So hält der vorliegende Dreher mit Songs wie "Just Keep Walking", "Suicide Blonde" und "What You Need" die Charterfolge der Band parat. Natürlich darf sich der eingefleischte INXS-Fan auch auf einige bisher unveröffentlichte Songs sowie drei seltene Live-Mitschnitte freuen. Eine runde Sache also, die Laune macht!
Tim Beldow


JAZZAMOR
Lazy Sunday Afternoon
Blue Flame/Zomba
@@@@@@

Eine meiner Lieblings-CDs diesen Monat. Ungeheuer entspannt, smooth, loungig, Bossa Nova-geprägt und naiven Charme versprühend. Sängerin Betina Mischke und ihr kongenialer musikalischer Partner Roland Grosch haben sich überlegt, wie das wohl klingen würde, wenn man den Latin-Charme der 60er Jahre und den  Spirit einer Astrud Gilberto in die Neuzeit transportieren würde. Herausgekommen ist ein Album mit durchwegs eigenen Kompositionen, die aber trotz Einsatz moderner Computertechnik diesen Brückenschlag schaffen. Ausfälle gibt es auf der Platte keinen einzigen, wobei ich an dieser Stelle insbesondere das Stück "Childhood Dreams" hervorheben möchte. Ein echtes Juwel mit einem wiederkehrenden Trumpet-Hook und instrumentalen Finessen, über die sich die naive Stimme Betinas legt. Wunderbar! Wer über eine gute Hifi-Anlage verfügt, hat mit dieser CD und ihrer ungemein guten Räumlichkeit zudem ein echt audiophiles Kleinod. Würde mich nicht wundern, wenn die einschlägige Fachpresse (Audio, Stereoplay u.a.) dieses Scheibchen zur perfekten Aufnahme küren würde...
Rainer Guérich


JJ 72
I to Sky
Sony
@@@

Das Dubliner Trio legt sein zweites Album "I To Sky" vor, das an den Erstling anknüpft. Die Geigen wurden zugunsten einer etwas stärkeren Rockkomponente glücklicherweise etwas zurückgenommen, so dass es zwischen allen melancholisch-verträumten Melodien auch mal etwas Abwechslung gibt. Dennoch ganz brauchbar...
Duklas Frisch

 

WILLY KETZER TRIO
Comes Love
In+Out Records/in-akustik
@@@@@

Jazz für jedermann! Das ist das Motto von Drummer Willy Ketzer, der mit seiner Bigband seit Jahren die Beliebtheits-Skala des deutschen Jazz anführt. Für seine neueste Einspielung greift Willy nicht nur auf das bewährte Trio-Ensemble Drums, Piano und Bass zurück, sondern hat sich auch der Mitarbeit der in Hamburg lebenden Jazz- & Soul-Sängerin Cynthia Utterbach versichert. Und diese führt in Klassikern wie "S'Wonderful" "Come Sunday" und "Love Me Or Leave Me" stimmlich nicht nur zielsicher durchs Repertoire, sondern verneigt sich auch gleichzeitig vor legendären Damen des Jazz wie Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan oder Nina Simone.
Bernd Lorcher


 

THE KINSKI FILES
V.A.
Ariola/BMG
@@@@

Unseren jüngeren Lesern wird der Name Klaus Kinski wohl eher als ewiger Bösewicht in den alten Edgar Wallace-Schinken bei Kabel 1 ein Begriff sein. Dass Kinski nebenher auch einer der ungewöhnlichsten deutschen Nachkriegs-Schauspieler war, (man denke nur an seine großen Werke mit Werner Herzog) und als Freidenker, Querulant und unangepasster Zeitgenosse vielen Leuten gewaltig gegen die Hutschnur ging, ist wahrscheinlich nur seiner immer noch recht großen Fangemeinde bekannt. Die vorliegende CD ist insofern extrem ungewöhnlich (und hätte somit Kinski 100pro gefallen), da hier bekannte Szene-Künstler wie Thomas D., Schiller, Boytronic und Oliver Lieb ihre House- & Dance-orientierten Rhythmen mit den Sprech-Sequenzen Kinskis verbinden. Entnommen wurden die Passagen der legendären "Jesus Christus der Erlöser-Tour" von 1971. Dass diese Mixtur durchaus massentauglich ist, beweist Oliver Liebs "Jesus ist da" bereits seit gut 4 Wochen in den oberen Regionen der Dance Alternative Charts.
Frank Zöllner


TOM LIWA
Two Originals Of Tom Liwa
Normal Records/Indigo
@@@@

Da gibt Tom Liwa seinen Fans mal wieder eine Aufgabe auf! Gleich 2 brandneue Scheiben, aufgemacht wie die Retrospektive auf vergangene Werke, und dann noch so grundverschieden wie Feuer und Wasser! Insgesamt 32 Songs hält die Doppel-CD parat, aufgeteilt in die beiden Zyklen "Ich reite ein Pferd auf dem sonst nur Frauen reiten" und "Nostalgia No Existe", die von ihrem Inhalt betrachtet über Liebe, Politik und Religion zwar nicht soweit von einander entfernt sind, was die Interpretation angeht, allerdings diametral auseinander streben. Während uns Tom im ersten Teil seiner Anthologie wie immer in eine Welt der leisen Töne, Poesie und Magie entführt, will er uns in "Nostalgia No Existe" unbedingt die harte Punk-Mucke näherbringen und lässt die Rockgitarren kreisen. Ein Umstand, der für Tom so ungewöhnlich ist, dass er viele Fans im ersten Moment erschrecken dürfte. Aber keine Angst, Tom versteht "Nostalgia No Existe" als einmaligen Ausflug in die Gefilde härterer Gangart und gibt auch in Zukunft den leisen Tönen den Vorzug. Trotzdem ist auch dieser Liwa eine Entdeckung wert.
Fabian Hauck


MASHA
24 Hours A Night
Red Rock/Sony
@@@@@

Ein sehr abwechslungsreiches Debüt legt die junge Masha mit "24 Hours A Night" vor. Besonders markant ist ihr kraftvoller Gesang, der im Verlaufe der 12 Songs eine erstaunliche Gefühlspalette offenbart. Die einzelnen Nummern sind musikalisch im weiten Feld des Rock-Pop angesiedelt, erlauben wie auf "Jealousy" aber auch den Einsatz der modernen Klangerzeugung. Die Songs wirken zu keiner Zeit überladen und geben der sehr agilen und tough wirkenden Masha ein weites Betätigungsfeld. Unbedingt anhören solltet ihr auch die Single "Over You Now", eine wunderschöne Uptempo-Ballade.
Duklas Frisch


DOUG MCLEOD
A Little Sin
Black & Tan Records
@@@@

Doug McLeod ist ein Blueser alter Prägung. Er gehört zu den wenigen Künstlern, die es verstehen, nur mit der Akustikklampfe bewaffnet, Geschichten zu erzählen, die einen bis tief ins Herz bewegen. Der in Los Angeles lebende Singer/Songwriter ist seit Jahren "on the Road", um den Menschen seine Geschichten nahe zu bringen. Es ist dieser ehrliche und ursprüngliche Roots-Blues, der den Funken überspringen lässt und McLeods' Lebensgefühl in nur ein paar Akkorden widerspiegelt. Auch seine aktuelle Studioarbeit "A Little Sin" ist eine solche Sammlung alltäglicher Geschichten, die eigentlich jedem von uns zustoßen könnten. McLeod transportiert seine Message von Gleichberechtigung und dem gegenseitigen Respekt über alle Ländergrenzen hinweg und bedient sich dabei einer Blues-Mixtur zwischen rootsigem Mississippi-Rhythmus und elektrisierendem L.A.-Style.
Frank Zöllner


MR. SCRUFF
Trouser Jazz
Ninja Tune/Zomba
@@@@@@

MR. SCRUFF ist vielleicht dem einen oder anderen noch bekannt aus seiner Zeit beim Bristoler Cup of Tea-Label. Seither hat ANDY CARTHY seine Tracks zwischen Dub, TripHop, Drum'n'Bass und NuJazz auf allen möglichen Labels veröffentlicht. Nun ist er für sein neues Album beim ruhmreichen Ninja Tune-Label (haben eigentlich nur gute Sachen im Programm) gelandet und hat für "Trouser Jazz" auch gleich das Artwork des Covers selbst gezeichnet. "Trouser Jazz" ist ein entspanntes, ja vorzügliches Scheibchen geworden, das gekonnt seine Fühler in die unendlichen Weiten des Drum'n'Bass ausstreckt, aber auch vor sonnengetränkten Latin-Sounds und HipHop-Elementen nicht Halt macht. Klar ist natürlich auch, dass die einzelnen Tracks einen wohligen Jazz- Charme versprühen. Wer auf Bands wie Funki Porcini und Cinematic Orchestra steht, sollte sich dieses Teil unbedingt schleunigst zulegen!
Duklas Frisch


CARRIE NEWCOMER
The Gathering of Spirits
Philo/in-akustik
@@@@@

Folksängerin Carrie Newcomer wird gerne mit Mary Chapin Carpenter verglichen. Das stimmt allerdings nicht ganz, da sie in ihre lyrischen Songs gerne auch Stilelemente aus Jazz, Blues und Rock packt. Ihre 11 neuen Songs sind mitten aus dem Leben gegriffen und begeistern durch die exquisite musikalische Umsetzung. Wer auf gute Singer/Songwriter-Kunst steht, liegt bei Carrie goldrichtig!
Duklas Frisch


 

NOJAZZ
NoJazz
Warner Jazz
@@@

Die fünf Jungs von NoJazz kommen aus Frankreich. Spätestens bei Erklingen der ersten Akkorde ihres zweiten Songs wird klar: NoJazz wollen Party, und das um jeden Preis. Deshalb haben die Fünf gleich ihr selbstbetiteltes Debüt so mit schnellen Beats, jeder Menge Hornsections und jazzigen Rhyhtmen vollgepackt, dass man den Eindruck hat, jeden Moment fliegt der CD-Player auseinander. Manche Tracks gehen voll ab (wie etwas "Medina") und ziehen einen unwillkürlich zum Abtanzen unter die Stroboskope. Andere sind einfach nur peinlich (etwa das Buena Vista-Cover "Candela"). Die Mischung stimmt nicht ganz. Manchmal ist weniger einfach mehr!
Frank Zöllner


OYSTERBAND
Rise Above
Pläne/BMG
@@@@

Seit gut 25 Jahren tragen die Herren Jones, Prosser, Chopper, Partis und Telfer ihre eigenen Interpretationen keltisch geprägter Folksongs rund um die Erde und zeigen dabei nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen. Bestes Beispiel hierfür ist ihr brandneues Album "Rise Above". Die Oysterband demonstriert einmal mehr ihr enormes Potential. Mit viel Leidenschaft für die Sache und Herzblut gelingt der Brückenschlag zwischen modernem Pop-Rock mit den traditionellen Melodien ihrer Heimat.
Ute Bahn


 

ELLIS PAUL
The Speed of Trees
Philo/in-akustik
@@@@

Ellis Paul ist ein großer Verehrer von Woody Guthrie, was sich nicht zuletzt durch ein Tattoo auf seinem Arm ausdrückt. Natürlich wandelt er auch musikalisch in den Fußstapfen seines großen Vorbilds, was sich auf seinem aktuellen Album "The Speed Of Trees" unschwer erkennen lässt. Mit Gitarre, Mundharmonika und seinem unverkennbaren Gesang weckt er mit "Gods Promise" sogar eine alte Guthrie-Nummer zum Leben. Eine vollkommen ehrliche CD im Spannungsbogen zwischen Folk, Country und Blues.
Duklas Frisch


NORRIN RADD
Monsters and Angels
Calico Records
@@@@@

Norrin Radd agiert auf seiner aktuellen CD musikalisch in der besten Tradition amerikanischer Songwriter wie Steve Earle oder Tom Petty. Sein unverkennbares Trademark ist die ungeschönte Selbstverständlichkeit, mit der er seine Geschichten über menschliche Abgründe und Beziehungen vorträgt. "Monsters And Angels" ist eine der wenigen CDs, die einen vom ersten bis zum letzten Ton gefangennehmen. Nur zu gerne lauscht man den kraftvollen und von einer melancholischen Stimmung durchtränkten Songs.
Bernd Lorcher


 

KENNY RANKIN
A Song For You
Verve/Universal
@@@@

Eingeweihte der zeitgenössischen Jazz- & Pop-Szene identifizieren den Namen Kenny Rankin als außergewöhnlichen Songwriter und besonderen Crooner mit einer Tenorstimme, der die Herzen zum Schmelzen bringt. Obwohl Kenny bereits seit einigen Jahrzehnten im Geschäft ist, war ihm in unseren Breiten eher ein "Schattendasein" beschert. Ein Umstand, der sich mit der Veröffentlichung seiner Debüt-Arbeit für Verve schlagartig ändern könnte. Zusammen mit erstklassigen Musikern wie Roy Hargrove (trumpet), Chris Potter (saxophone) und Russell Mallone (guitar) hat Kenny ein überaus gefühlvolles und ungemein geschmeidiges Singer-Jazz-Album eingespielt. Dabei arbeitet der Crooner mal mit bekannten Jazz-Standards ("Round Midnight"), blättert im "Great American Songbook" oder bemüht einen alten Song der Beatles, wie I've Just Seen A Face".
Ute Bahn


SIGUR RÓS
()
Fatcat records/PIAS
@@@@@

Die Isländer Sigur Rós haben ihr viertes Album schlicht mit "()" betitelt. Eigentlich ziemlich schlau, denn ihre epische, getragene und entrückte Musik voll geschliffener Schönheit ist wirklich eine Ausnahmeerscheinung. Die Aufnahmen entstanden in einer zum Tonstudio umgebauten Schwimmhalle. Der ideale Entstehungsort für die geheimnisvollen Melodien, die aus den Lautsprechern kommen. Das CD-Booklet ist übrigens in Transparentpapier gehalten und kommt völlig ohne Texte aus. Dem Credo der Band zufolge sollen die Hörer ihre eigenen Interpretationen aufschreiben, die dann auf der Website (www.sigur-ros.co.uk) veröffentlicht werden...
Fabian Hauck


SOLITARY EXPERIMENTS
Final Assault-The Remix War
Maschinenwelt Records/SPV
@@@@

Wer als eingefleischter Elektro-Fan bereits die beiden Vorgänger-Alben Final Approach" und "Paradox" besitzt, hat sich auf diese Remix-Scheibe bestimmt gefreut. Mal abgesehen von einer Neuinterpretation der Single "Dein Fleisch" (von Solitary Experiments selbst neu in Szene gesetzt), enthält die Silberscheibe ausschließlich Songs der beiden oben erwähnten Scheiben. Szene-Künstler wie God Module, Sleepwalk und Fiction 8 haben die Tracks durch jede Menge Vocoder und Soundmaschinen gejagt, um in den gut 64 Minuten echte Clubstimmung zu erzeugen.
Fabian Hauck


 

STEREO MCs
Remixed By Stereo MCs
Universal
@@@@

Rob Birch und Nick Hallam bieten auf diesem Silberling eine Kostprobe ihrer Remix-Qualitäten, gewissermaßen in geballter Form. Besonders interessant sind das bisher nur auf Promo-Maxi erhältliche "Makes Me Wanna Die" (Tricky) und der unveröffentlichte RZA-Track "My Lovin Is Digi". Mein absoluter Favorit ist "Silently Bad Minded" von Pressure Drop, das unter den Goldhänden der Stereo MCs ein richtig schnelles Tempo bekommt.
Fabian Hauck


 

WEATHER REPORT
Live & Unreleased
Columbia/Sony
@@@@@

Weather Report zählten in den 70er Jahren zweifellos zu den Protagonisten des Fusion-Jazzes. Deshalb finde ich es ganz schön, dass mit der Doppel-CD "Live & Unreleased" nun Wayne Shorter & Co. nochmal auf ganz besondere Weise gedacht wird. Zu finden sind darauf durch die Bank hochklassige Tourmitschnitte aus den USA und Europa, welche die Genialität der Band 17 Jahre nach dem Split noch einmal aufzeigt. Das Wiederhören von Bandklassikern wie "Black Market" und "Night Passage" hat mir großen Spaß gemacht.
Bernd Lorcher


WORLD MUSIC CAFÉ
Vol.2
Blue Flame/Zomba
@@@@

Die "World Music Café"-Reihe geht in die zweite Runde. DJ Red Buddha zeigt auf der Doppel-CD, wie abwechslungsreich Weltmusik sein kann. CD1 ("Ethno Lounge") legt großen Wert auf perkussive Stimmung und farbenprächtige Melodien, die von Künstlern wie Yulduz, Setona, Musafir &Transglobal Underground u.v.a. vorgetragen werden. Auf CD2 ("Ethno Club") melden sich dann DJs mit kulturellem Blickwinkel wie DJ Cheb i Sabbath, Dissidenten/DJ Badmarsh, Genetic druGs, Mo'Horizons und OHM-G mit gepflegtem Clubbing zu Wort. Ein Besuch im "World Music Café" zeigt, dass im World-Crossover momentan enorm viel los ist.
Duklas Frisch


 inMusic | Bei Fußenkreuz 11 | D-66806 Ensdorf | Germany | Phone: ++49 6831-5095-30 | Fax: ++49 6831-5095-32 | eMail
© 2002 inMusic - alle Rechte vorbehalten!