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FEB./MÄRZ 2003
Index | Home | inMusic - da ist Musik drin!


@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

Joao Afonso | The Afro Pharma Experience | Laurel Aitken | Rainer Baumann Band | Bombay Spirit | Sam Brown&Valle Venia | The Convent | Curve | DE/Vision | Ezio | Fly | Groove Armada | Hattler | Hecho En Cuba | Jerobeam | Jean-Félix Lalanne | Mad Zoo | The Mission | Moloko | Moodorama | David Poe | Pop ist Sheriff 2 | Baden Powell | Patrick Pulsinger | Rotoskop | RPWL. | SOS Planet Earth | Spookey Ruben | Standort D | Stereo Deluxe One | The Stimulators | Sun Radio Ibiza | Super Preachers | Swinger Club | Teenage Fanclub | Hank Williams | Karl Zéro |

JOAO AFONSO
Zanzibar
Mercury/Universal
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Der portugiesische Singer/Songwriter & Poet legt mit "Zanzibar" seine dritte Soloarbeit vor und lässt in den 14 Songs mal wieder die Seele baumeln. Seine neueste Arbeit ist stärker als die Vorgänger von seinen afrikanischen Wurzeln geprägt. Joao erzählt in seinen Liedern vom entbehrungsreichen Leben in den ehemaligen, portugiesischen Kolonien, findet aber auch den Weg in die Neuzeit und zu den aktuellen Problemen. Natürlich hält "Zanzibar"  auch die schönen Seiten des Lebens parat, und so geht es Joao um Freundschaft, Liebe und den wichtigsten Aspekt seiner Arbeit: die Freiheit des Individuums!
Ute Bahn



THE AFRO PHARMA EXPERIENCE
V.A.
African Dance Records/Nova Media
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Diese CD spannt mit ihren clubbigen Sounds, Dubs, Breakbeats, Goa und Trance den Bogen nach Westafrika, genauer gesagt zu den namhaftesten Heilern des Schwarzen Kontinents. Die Originalsamplings gehen auf die Videomitschnitte des Schweizers Jürg von Ins zurück, der sich über eine Phase von 10 Jahren mit den verschiedenen christlichen und Voodoo-Heilritualen in Ghana, Senegal und Benin befasste. DJ Genetic Drugs veröffentlichte bereits vor 2 Jahren eine Sampling-CD mit gesammeltem Originalmaterial dieser Forschungsreise, die allen möglichen DJs, Künstlern und Projekten zur freien Klanggestaltung zur Verfügung gestellt wurde. Aus 100 Tracks wurden für diese CD die  so entstandenen besten 18 Stücke ausgewählt. Künstler wie die Indian Tea Company, ComaCandy, Rootsman, Future Funk, Zion Train, Hypnotix, Ornah-Mental und natürlich Genetic Drugs haben eine einzigartige Fusion entworfen, die auf den "Original African Emotions" basiert und mit einer Menge dubbiger Beats und clubbiger Parts auf ein neues Level gehievt wurde. Eine CD, die so gesehen vielleicht sogar über heilende Kräfte verfügt - mal ausprobieren!
Rainer Guérich


LAUREL AITKEN
Rudi Got Married
Grover/SPV
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Mit der vorliegenden Scheibe "Rudi Got Married" ehrt Grover-Records das Lebenswerk von Laurel Aitken bereits mit dem fünften Output. Aitken, der in den 80ern die Renaissance des Ska nicht nur auf den englischen Inseln einläutete, ist auch 20 Jahre später wieder in aller Munde. Im Frühjahr und Sommer diesen Jahres geht er zusammen mit den "Pressure Tenants" auf eine ausgedehnte Tour, die den Ska-MC hoffentlich auch in deutsche Gefilde führen wird. Bis es soweit ist, legen wir"Rudi Got Married" auf und erfreuen uns an den 18 Fun-Songs, die mit Klassikern wie "Skinhead", "Sahara" und "Mad About You" die "alten" Zeiten wieder aufleben lassen.
Fabian Hauck



RAINER BAUMANN BAND
Meet Me In The Bottom
Sireena Records/Fenn Music
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Eine musikalische Zeitreise gibt es diesen Monat mit Sireena-Records in die Hochzeit des "German Blues". Rainer Baumann, damals gefeierter Session&Bluesmusiker, dessen Ruhm längst über Hamburger-Szene-Kneipen auch international anerkannt war, gibt sich auf "Meet Me in The Bottom" aus dem Jahr 1980 außerordentlich spielfreudig und groovend. Damals standen in erster Linie erstklassig interpretierte Bluesklassiker wie etwa "Crosscut Saw", Messin' With The Kids" und "Hoochie Coochie Man" auf dem Spielplan, aber auch die Eigenkomposition "To Jeff", ein Tribut an Jeff Beck. Eine Scheibe, die auch 23 Jahre nach ihrem Erscheinen immer noch begeistern kann...
Frank Zöllner



BOMBAY SPIRIT
V.A.
ZYX Music
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Eintauchen in das Flair einer Multi-Kulti-Metropole wie Kalkutta oder New Delhi, sich mitreißen lassen von exotischen Klängen, dem wilden Treiben eines orientalischen Bazars und dem Duft von Weihrauch und Sandelholz einer hinduistisch-moslemisch geprägten Kultur. Das und noch viel mehr offeriert uns der vorliegende Club- & Dance-Sampler "Bombay Spirit", der unter der Federführung des englisch-indischen Projekts "Terracotta" entstanden ist. Die 14 Tracks featuren Acts wie Ethnic Colours, Savage Spirits, Flam und Wax Poetic, nonstop gemixt zu einem über einstündigen Dance-Marathon, der aber auch bestens zum relaxten Chillout funktioniert.
Frank Zöllner



SAM BROWN & VALLE VENIA
Fragile
Valle Venia/edel contraire
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Ein ganz besonderes Projekt hat das kleine, aber feine Label Valle Venia zusammen mit der britischen Sängerin Sam Brown ins Leben gerufen. "Fragile" verbindet unter einem höchst melodischen Aspekt Sam's sinnliche Stimme mit unterschiedlichen Klangkonstellationen. Cello, Klavier, Cembalo, Loops, Geigen und Percussions loten auf den einzelnen Songs das gesamte Emotionsspektrum ihrer Stimme aus, und das ist eine ganze Menge. Angefangen von dem sich zur flammenden Emphasis steigernden Sprechgesang in "Yellow Fields" über die elfengleichen Vocals im Titelstück "Fragile" bis zum beschwörenden "Time To Leave", für mich übrigens das beste Stück des Albums. Mit "Fragile" haben die Macher von "Valle Venia" ein Album aufgenommen, das durch seinen emotional-besinnlichen Charme eine Vielzahl von Hörern ansprechen sollte. Zudem eine CD ohne jegliches Verfallsdatum, wovon es nicht allzu viele gibt...
Rainer Guérich



THE CONVENT
About King And Queens And Stolen Bicycles...
Silverbird/Nova Media
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Genauso verworren, will sagen undurchsichtig, doppeldeutig und doch eingängig wie der Titel der CD ist auch die Musik von The Convent. Eine Mixtur aus Pop-Balladen, Folk-Bekenntnissen und Darkwave. In insgesamt elf Fallstudien vertonen die fünf Musiker ihre rätselhaften Träume zu einer rockig-greifbaren Prosa, die in ihren besten Momenten mit federnden Gitarrenlicks, melodischen Delikatessen und präzise ausgearbeiteten Puristik-Arrangements aufwarten kann. Wenn da nicht immer das morbide Düster-Flair wäre, das mich an einem verregneten und nebligen Herbsttag glatt in den Suizid treiben könnte...
Frank Zöllner



CURVE
Gift
Universal
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Anfang der ‚90er war Curve der gefeierte Newcomer im englischen Underground. Alben wie "Doppelganger" oder "Cuckoo" platzierten sich in den einschlägigen Independant-Charts. Danach wurde es ruhig um Frontsängerin Toni Halliday und Gitarrist Dean Garcia. Auch eine kurzzeitige Trennung stand auf dem Programm, nur um sich '97 mit der erstklassigen EP "Chinese Burn" zurückzumelden. Jetzt steht ihr 4. Dreher "Gift" am Start und wird nicht von wenigen Fans wie ein "Geschenk" angenommen. Curve setzen immer noch auf ihren bekannten Mix aus packenden Beats, allerlei Elektro-Frickeleien und die düster-morbiden Vocals von Toni am Mikrophon. Dazwischen haben sich, fast unbemerkt, treibende Club- & Dance-Elemente eingeschlichen, die den Tracks den zeitgemäßen Touch verleihen.
Fabian Hauck
 


DE/VISION
Devolution
Drakkar/BMG
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15 Jahre liegen zwischen der Bandgründung und dem aktuellen Output "Devolution". Eine lange Zeit, in der De/Vision die internationale Elektro-Szene entscheidend mitgeprägt haben. Die größte Veränderung für die Band bedeutete dabei sicherlich der Weggang von Markus, der seine musikalischen Ambitionen nicht mehr bei De/Vision verwirklichen konnte. Fortan musizieren Steffen&Thomas in trauter Zweisamkeit. Auch auf "Devolution", einer Scheibe im typischen De/Vision-Sound, unterfüttert mit gängigen Pop-Strukturen und phantasievollen Elektro-Elementen. Die Fans werden es ihnen danken!
Simone Theobald



EZIO
The Making Of Mr. Spoons
Eagle/edel
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Atmosphärische Akustikgitarren, rockiges Feeling, Balladen und fantastische Vocalarbeit. So kann man kurz die 4. Arbeit von Ezio Lunedie und Mark "Booga" Fowell charakterisieren, die in den elf Songs wieder mal reichlich gefälliges Chartfutter liefern. Ihr Mischung aus eingängigen Melodiebögen, sparsamer Instrumentierung und Rock&Pop-Rhythmen machen "The Making Of Mr. Spoons" zu einem Alltime-Player, der sich sofort in den Gehörgängen einnistet. Zur richtigen Zeit das Tempo anziehen, etwas Bluesfeeling, Countryflair und Folkelemente einstreuen - das beherrschen Ezio perfekt...
Fabian Hauck



FLY
Ambient City Lounge
Future Beats/edel
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Willkommen in der "Ambient City Lounge"! Bestellen Sie einen Longdrink, lehnen Sie sich zurück und genießen Sie den relaxten Sound ambienter Grooves und cooler Beats. Fly, "The Master Of The Electronic Chill World" hat aufgelegt und Coolness bekommt eine ganz neue Bedeutung. Hier stellt der bekannte Remixer&Turntabler seine Debütarbeit vor. Aber bereits einschlägige Compis wie etwa "Liquid Sky", "Visions" und "Ambient Cities Part I&II" hat er mit seinem unterkühlt-relaxten Sound verfeinert. Fly agiert hier also als "Solist" und bietet neben seinen "Klassikern" der Lounge- & Club-Szene auch jede Menge neues Material, u.a. mit "Nosferatu" einen genialen RMX des bekannten FJS-Floorfillers!
Siggi Mayen


GROOVE ARMADA
Lovebox
Jive Electro/Zomba
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Wer sich beim Anhören der brandneuen Groove Armada an Floorfiller wie "At The River", "Superstylin'" und ihr Album "Goodbye Country, Hello Nightclub" erinnert, wird seinen Ohren nicht trauen. Die beiden Szene-DJ's Tom Findlay und Andy Cato legen auf "Lovebox" ein völlig neues Konzept vor, lassen dabei typische Dancehall-Ingredienzien weit hinter sich und frönen in vollen Zügen einem Soul- & Funk-Sound der Extraklasse. Dabei arbeiten die Turntabler verstärkt mit "richtigen" Stimmen wie etwa Neneh Cherry, Ret Rat, MC M.A.D. und Richie Havens. Eingefleischten Groove Armanda-Fans sei allerdings gesagt, dass die Jungs keineswegs vergessen haben, wie man einen unwiderstehlichen Floorfiller komponiert, nachzuhören im treibenden Ragga-Beat-Stürmer "The Final Shakedown"!
Siggi Mayen



HATTLER
Mallberry Moon
Bassball Rec./edel
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Ob zusammen mit Kraan, Tab Two oder als "Solist" bei Hattler, immer klingt die Musik des Tausendsassas Helmut Hattler geheimnisvoll-avantgardistisch und so gar nicht in den täglichen Mainstream passend. Mit "Mallberry Moon" legt Hattler nach dem hochgelobten "No Eats Yes" den obligaten Nachfolger vor und bietet dem geneigten Hörer eine umtriebige Mischung aus Soul, Funk, Jazz, Dancefloor und elektronischen Spielereien. Mit dabei sind wieder die beiden Sängerinnen Sandie Wollasch und Nkechi Mbakwe, die neben alten Musikerfreunden wie Ex-Kraan-Veteran Jan Fride und Ingo Bischof sowie Gitarrist Torsten De Winkel für technische Brillanz und jede Menge Soul-&Funk-Appeal sorgen. Wie immer setzt Hattler dabei Maßstäbe, an denen sich die Konkurrenz orientieren muss.
Frank Zöllner



HECHO EN CUBA
V.A.
Ministry Of Sound/Universal
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Liebhabern kubanisch geprägter Musik brauch' ich hier natürich nichts über den"Buena Vista Social Club" und seine Mitglieder wie etwa Compay Segundo, Ibrahim Ferrer oder Ruben Gonzalez zu erzählen. Und auch nichts über die von Ry Cooder produzierte CD, die sich bis heute mehr als 6millionenmal verkauft hat. Nun haben die legendären Musiker des berühmtesten kubanischen Clubs wieder eine brandneue Scheibe eingespielt. "Hecho En Cuba" heißt das Teil und lässt uns für gut 60min den Alltag vergessen. Wir tauchen mit Liedern wie "Te Apartes De Mi", "Nuestra Ruca" und "Pobre Corazon" ein in das südamerikanische Flair nächtlicher Straßenzüge, verrauchter Samba- & Salsa-Clubs und einer ungetrübten Lebensfreude. Eine Scheibe, die man einfach lieben muss!
Frank Zöllner



JEROBEAM
What's The Deal?!
Polydor/Universal
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Mastermind der brandneuen Funk- & Soul-Combo Jerobeam ist der Wahl-Hamburger Lennart A. Salomon, der in der Szene mit seinem Elektro-Trio "Sono" bereits von sich reden machte. Von Elektro-Flair ist auf seiner neuen Einspielung allerdings wenig zu hören, dagegen gibt's jede Menge groovig-schmutzigen Funk mit reichlich Blues- & Soul-Infiltraten. Dazu mixt der umtriebige Kosmopolit reichlich verrückte Gimmicks, bemüht Rap-Elemente ebenso wie psychedelische Gitarrenfahrten, Folk-Reminiszenzen und exaltiertes Scratching.
Frank Zöllner



JEAN-FÉLIX LALANNE
Yohnamour
Acoustic Music/Zomba
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Liebhabern akustischer Gitarrenmusik wird der Name Jean-Félix Lalanne nicht unbekannt sein, schließlich gehört der Mann seit vielen Jahren zur ersten Garde der französischen Musikszene. Sein Ruf als erstklassiger Gitarrist, Komponist und Arrangeur ist auch im übrigen Europa in der Szene ein Begriff. Auf fast spielerische Art gelingt ihm auf seinen Alben immer wieder der Spagat zwischen gefälligen Folk&Pop-Melodien und jazziger Dramaturgie, und zwar so, dass auch Nicht-Jazzer von seinen Songs begeistert sind. Mit "Yohnamour" stellt der Saitenvirtuose seine aktuelle Arbeit vor und legt damit ein akustisches Ausnahmewerk vor, das ganz der Kunstfertigkeit des Gitarrenspiels gewidmet ist. Mit gleitender Eleganz gelingt es Jean-Félix eine harmonische Grundstimmung zu entwerfen, von der aus er seine Exkursionen in Klassik, Jazz, Pop und Blues unternimmt.
Ute Bahn



MAD ZOO
Technozide-Bad Innosense
Sambaloco/Universal
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Vor einigen Jahren noch als "exotische Spielerei" belächelt, ist die brasilianische Dance- & Clubszene heute nicht mehr aus der internationalen Musiklandschaft wegzudenken. Szene-DJ's wie DJ Marky und DJ Patife seien hier einmal stellvertretend für alle ihre Kollegen genannt, die uns in den letzten Jahren mit relaxt-groovendem Floorfutter versorgt haben. Jetzt reiht sich mit Mad Zoo ein weiterer "Plattenleger" aus den Randgebieten der Millionen-Metropole Sao Paulo in die internationale Riege ein und stellt mit der vorliegenden Rille seine Debütarbeit vor. Dabei setzt der 37jährige Remixer&DJ nicht so sehr auf schnelle und hart treibende Dance-Breaks, sondern kombiniert in seine sehr souligen Melodien den Charme lateinamerikanischer Rhythmen und charismatischer Frauenvocals. So sind die 13 Songs mit Stimmen von Patricia Marx, Nanni und Rosy Aragao auch mehr zum entspannten Chillout und Couchfishing geeignet als damit die Floors unsicher zu machen.
Siggi Mayen



THE MISSION
Aural Delight
XIII BIS Records/edel
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Sänger Wayne Hussey und Gitarrist Craig Adams (beide ex-Sisters of Mercy) waren mal wieder im Studio, um ihre Alpträume, Sehnsüchte und Neurosen zu vertonen. Als zweiteiliges Konzeptalbum geplant, startete Teil eins mit der Scheibe "AurA" bereits 2001 und verkaufte sich über 3millionenmal. Jetzt liegt mit "Aural Delight" die musikalische Fortsetzung vor und entführt den Hörer erneut in einen suggestiven Soundkosmos aus pychedelischem Rock, New Wave-Pop, hitverdächtigen Songs und eingängiger Gitarrenarbeit. The Mission sind auch mehr als 16 Jahre nach ihrer Gründung eine Band, die immer noch für eine Überraschung gut ist und den Finger am Puls des Rock hat!
Fabian Hauck
 


MOLOKO
Statues
Echo/Roadrunner
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Roisin Murphy und Mark Brydon, den meisten besser bekannt als das Club-Duo Moloko, waren mal wieder im Studio. Wie zu erwarten haben Mark und Frontfrau Roisin nicht nur einen Aspiranten auf eine Chartplatzierung im Gepäck. Es ist immer wieder erstaunlich, wie kongenial sich die Beiden ergänzen und das auch noch, nachdem ihre private Partnerschaft in die Brüche ging. Selbstverständlich zeichnet die Stilvielfalt alle Songs auf "Statues" aus, wobei den Begriffen Pop, Elektro und Clubsound ganz neue Gesichtspunkte abgewonnen werden können.
Simone Theobald


MOODORAMA
Listen
Audiopharm/SPV
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Bereits das dritte Album legen die NuJazz und Breakbeat-Spezialisten Moodorama vor. "Listen" ist ein gut gewählter CD-Titel, denn es gibt im Sound-Konglomerat von Moodorama eine Menge Feinheiten zu entdecken. Dabei gehören "natürliche Instrumente" wie Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug ebenso ins Repertoire wie Sequencer, Synthis, Fender Rhodes und wunderschöne Harmonien. Zurücklehnen, entschweben und genießen!
Simone Theobald
 


DAVID POE
The Late Album
Ulftone/edel
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Über das neue David Poe Album wird die Kritik wieder einhellig jubeln, denn das Zweitwerk des in New York lebenden Singer/ Songwriters knüpft nahtlos an das vielbeachtete Debüt an. Atmosphäre wird auf den neuerlichen 12 Songskizzen groß geschrieben, die sich wie der CD-Titel schon andeutet, insbesondere für die späten Stunden des Tages eignet. Keine Effekthascherei, große Stimme und ehrliches Gefühl - schön, dass es solche CDs noch gibt.
Bernd Lorcher



POP IST SHERIFF 2
Various Artists
Hazelwood/Soulfood
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Wer über einen Flimmerkasten verfügt und nachts durch die TV-Satellitenkanäle zappt, wird mit Sicherheit auch schon mal  bei der "Late Lounge" von HR 3 hängengeblieben sein. Dieses subversise Minimal-Alternativ-Fernsehen ist ebenso originell wie die CD-Tipps, die dort mitunter gegeben werden. Die Late Lounge-Redaktion verfügt einfach über einen guten Musikgeschmack, der auch bei der Auswahl der Tracks des zweiten Teils der "Pop ist Sheriff"-Reihe behilflich war. Vorgestellt werden ausschließlich kreative Bands und Künstler aus deutschen Landen, die über den flachen Mainstream-Plattenteller hinwegschauen und zeigen, dass es hierzulande durchaus jede Menge Potential gibt.  Erwähnt seien an dieser Stelle insbesondere Notwist ("One With The Freaks"), Montana Chromeboy ("Off The Ground"), Mardi Gras.BB ("Hop Sing Song") und Bazooka Cain ("Frühling im Herbst"). Gut, dass es den Pop-Sheriff gibt!
Rainer Guérich



BADEN POWELL
Lembranças
O Universo Musical De
Trama+ Emarcy/Universal
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Gleich zwei CDs erscheinen diesen Monat von dem im September 2000 verstorbenen brasilianischen Gitarristen Baden Powell. Bei "Lembranças" handelt es sich um Powells letzte Studioaufnahmen, die kurz vor seinem Tode eingespielt wurden. Beeindruckend ist das große Feingefühl, mit dem der Künstler trotz seiner fortgeschrittenen Krankheit (Diabetes) Kompositionen von Ary Barroso ("Inquietaçao" & "Maria" und Noel Rosa ("Pastorinhas") interpretiert. Begleitet wurde er bei den einzelnen Takes u.a. von dem Perkussionisten Fred Prince und Flötist Teco Cardoso. Interessant ist auch die Doppel-CD "O Universo Musical De", die den jungen Baden Powell während seiner Barclay Years (1964-1972) und auf verschiedenen Festivalauftritten während dieser Zeit präsentiert. Besonders beeindruckend bei diesen frühen Aufnahmen ist die Impulsivität, mit denen der Brasilianer zu Werke ging.
Ute Bahn



PATRICK PULSINGER PRESENTS
Easy To Assemble...
Form&Function/Zomba
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Der Wiener Musiker Patrick Pulsinger ist ein wahres Multitalent, das seine musikalische Bestimmung nicht irgendwo zwischen Elektro, Avantgarde und modernem Dance&Club-Sound sieht, sondern als Remixer, DJ&Labelchef bereits für zahlreiche Projekte gearbeitet hat (u.a. Lamb, Antipop, David Holmes). Sein neuestes Projekt, das er mit zehn bekannten Wiener Jazzmusikern eingespielt hat, heißt "Easy To Assemble. Hard To Take Apart" und ist ein aufregend und stilistisch sehr freizügiges Jazz-Statement. Den geneigten Hörer erwartet eine futuristische Melange aus avantgardistischen Jazz-Intermezzi im Verbund mit elektronischen Versatzstücken, groovigen Downbeats und einer überaus spannungsgeladenen Gruppenchemie. Pulsinger fusioniert traditionelle Jazzlines mit ultramodernen Rhythmen, polyrhythmischen Clustern und ungewöhnlichen Soundkollagen. Eine echte Herausforderung!
Fabian Hauck
 


ROTOSKOP
Revolution:Lost
Nois-O-Lution/Indigo
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Rotoskop ist eigentlich ein Ein-Mann-Projekt und kommt aus Essen. Er ist ein Elektroniker und DJ, der für dieses Album eine besondere Idee hatte: Er schickte seine Tracks befreundeten Künstlern wie Philip Boa, Rub, Foetus u.a. mit der Bitte, entsprechende Overdubs beizusteuern. Heraus kam ein vielschichtiges Album, das so gesehen die unterschiedlichsten Persönlichkeiten reflektiert. Organisch, düster, experimentell und avantgardistisch. Ein abgefahrener, hörenswerter Soundtrip!
Bernd Lorcher


RPWL.
Stock
Tempus Fugit/SPV
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Jeder ernstzunehmende "Proggie", der auch nur ansatzweise die Musik von Pink Floyd und Genesis mag, sollte inzwischen  Bekanntschaft mit den Freisinger Artrockern RPWL. um den charismatischen Sänger Yogi Lang gemacht haben. Falls nicht, unbedingt die beiden ersten Alben "God Has Failed" (2000) und "Trying To Kiss The Sun" (2002) besorgen! Unbedingt, da vertrage ich keinen Widerspruch!   Allerdings kommt noch eine weitere Ausgabe hinzu, die sich trotz Digipack-Doppelausgabe mit Bonus-DVD im 5.1. Surround-Mix im finanziellen Rahmen hält. "Stock" ist streng genommen kein reguläres Album, bietet aber nichtsdestotrotz durchwegs unveröffentlichtes Material, das sich während der Sessions zu den ersten beiden Platten angesammelt hatte (Interview in diesem Heft!) plus den speziell für diese CD eingespielten Syd Barrett-Song "Opel". Unbedingt das über 10minütige "Gentle Art Of Swimming" (genial!) und das wonnig-warme "Sun In The Sky" anchecken. Höchstwertung, wieder mal!
Rainer Guérich


SOS Planet Earth
V.A.
XIII BIS Records/edel
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Auf dieser Compi ist die Balance zwischen musikalischer Message, politischem Statement und künstlerischer Auswahl wirklich bestens gelungen. Ein Umstand, der mir erwähnenswert scheint, denn nicht wenige Charity-CD's gehen hier weniger feinfühlig vor. Doch bei "SOS Planet Earth" hat man als Käufer das gute Gefühl etwas getan zu haben für Gleichberechtigung und Völkerverständigung und dabei noch einen musikalischen "Leckerbissen" gekauft zu haben. Hier ist wirklich die Crème der internationalen Worldmusiker vertreten. Namen wie Johnny Clegg, Youssou N'Dour, Peter Gabriel und Toure Kunda sorgen dafür, dass einem die Zeit nie langweilig wird!
Ute Bahn
 


SPOOKEY RUBEN
Breakfast
Hi-Hat/Zomba
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Endlich wissen wir, wie der Tag weitergeht, denn Spookey Ruben legt mit "Breakfast" seine 2. musikalische Einteilung des Tages in 12 Tracks vor. Bereits mit dem Vorgänger "Bed" führte uns Spookey durch die ersten 12 Stunden des Tages, vom Aufstehen bis zum Mittagessen. Jetzt geht's weiter über den Nachmittag bis zu den Stunden des Abends und die Nacht. Die Melodien sind wie immer erfrischend unkompliziert und machen vom ersten Track an gute Laune. Spookey mixt uns einen Soundcocktail der zwischen Pop, New Wave, Elektro und Rock so ziemlich alles parat hält. Einmal davon gekostet, will man die CD bis zu Ende anhören. Locker, flockig, leicht!
Simone Theobald



STANDORT D
Various Artists
EMI
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Wer von seinen Kollegen auf der Arbeit "gezwungen" wird, acht Stunden am Tag irgendwelche Radiosender zu hören, könnte durchaus auf die Idee kommen, die deutsche Musikszene würde, wenn überhaupt, nur noch am Rande existieren. Doch dies wäre nie verkehrter als heute, denn selten zuvor (mal abgesehen zur Zeit der NDW) waren die musikalischen Ergüsse aus deutschen Landen so vielschichtig, abwechslungsreich und vielseitig. Wer's nicht so recht glauben will, dem sei die vorliegende Compi wärmstens empfohlen. Namen wie Herbert Grönemeyer, Xavier Naidoo, Deichkind, Ben, Fanta Vier, die Toten Hosen und Nena stehen hier stellvertretend für eine Musiklandschaft, die neben klassischen Popsongs längst Gebiete wie Rap, HipHop, Dance, Rock oder Punk erobert hat!
Frank Zöllner



STEREO DELUXE ONE
Various Artists
Stereo Deluxe
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In der süddeutschen Stadt Nürnberg finden wir ein Label, das zu den feinsten Adressen der Club- & Dance-Szene gehört. Die Rede ist von "Stereo Deluxe", das von Oliver Rösch vor gut sieben Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Dabei stand von Anfang an eine besondere Firmenpolitik auf dem Plan, bei dem nur handverlesene Szene-Künstler und trendige Tracks ihren Weg auf die 12''Vinyl-Scheiben fanden. Mit der vorliegenden CD macht Stereo Deluxe eine Ausnahme und veröffentlicht erstmals einen Label-Querschnitt auf einem Silberling. Hierfür wurden Namen wie Mo'Horizons, Razoof, Soul'n'Soda, Robbyn Rhodes und Emo bemüht, die einen groovenden Alltime-Mix zwischen Dub, Downbeats, Funky-Lines und jazzigen Tunes abliefern. Bestes Dance&Chillout-Futter!
Siggi Mayen
 


THE STIMULATORS
Pirate Music
United Sounds
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Die Combo um den Gitarristen Peter Schneider legt das langerwartete 3. Album vor und konzentriert sich in den 10 Songs samt und sonders auf die große Familie der Latin-Musikszene. Verstärkt durch den kubanischen Sänger Ernesto Artiles serviert uns das Sextett einen erfrischenden und groovenden Stilcocktail, der von Anfang an in die Beine geht. Hier treffen Salsa, Samba und Rumba-Elemente auf moderne Poprhythmen und vereinen sich zu einem federnden Sommerfeten-Knaller. Dabei huldigt man der kubanisch-amerikanischen Jazz-Community der 50er ebenso wie der Geschichte des Reggae, mischt HipHop-Elemente mit dubbigen Grooves und karibische Folklore mit rockigem Streetsound. Eine Scheibe, bei der wirklich niemand ruhig sitzen bleiben kann.
Ute Bahn


SUN RADIO IBIZA
Are You Ready?
Blue Flame/Zomba
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Auf der sonnigen Baleareninsel Ibiza gibt es seit einem Jahr den Sender "Sun Radio Ibiza". Grund genug für das rührige Label Blue Flame Records in Zusammenarbeit mit den Machern des Rundfunksenders diese Kompilation zusammenzustellen. Und da Radiosendungen auch auf Ibiza keinen betimmten Stilströmungen unterworfen sind, ist die musikalische Auswahl weit gefasst. Von Dancemusic über Chilloutbis hin zu Rock reicht das Repertoire. Besonders hörenswert sind Ohm-G ("Bright Light"), Deep Dive Corp. ("Gran Curazon") und Agua Loca "Vámonos (Radio Pop Mix).
Bernd Lorcher



SUPER PREACHERS
Stereophonic Sometimes
Hazelwood/Soulfood
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Bis zum Hören dieser CD wusste ich gar nicht, dass es in Paris so abgedrehte Soundtüftler wie die SUPER PREACHERS gibt. Die drei Jungs haben Humor und beherrschen die Möglichkeiten, die man zur stereophonen, raumübergreifenden Beschallung braucht, aus dem Eff-Eff. Gemäß ihres klangwandlerischen Pilgerdaseins präsentieren sich die drei Franzosen am liebsten als Karikaturen  ihrer selbst (siehe Titelstory), was ihren Soundvisionen wohl auch am nächsten kommt. Nun denn, Reverend Stish, Father Buzz und der Bishop haben mit ihren 14 Songs auf dieser CD im wunderschönen Digipack zweifellos ein Stück Lounge-Musikgeschichte geschrieben. Die Glooby Sound-Alchemisten verarbeiten in ihren Songs mit Vorliebe funkige Hammonds, raue Sounds, hippe Beats, Surfmelancholik und Ping Pong-Klangeffekte mit doppelt gezwirbelter Rhythmusstruktur. Fast ist der Redakteur geneigt, sie als die  französischen Residents zu bezeichnen. Eine Langspielrille, wohl durchdacht, völlig unfrankophil und zum mehrmaligen Hörgenuss mit stereophonem Verstärker bestens geeignet!
Rainer Guérich



SWINGER CLUB
Monsters Of Jazz
Supermusic/Alive
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Zugegeben: Es kommt einem nicht allzu leicht über die Lippen, dass man ein Anhänger des Swinger Clubs ist. Ich möchte mich daher an dieser Stelle auch outen: Ich stehe auf dieses Kölner Trio, das mit  Korg-Orgel, Stylophon, Schlagzeug, Kontrabass und Harmoniegesang sich humor- und stilvoll den "Monsterhits" angenommen hat, um diese zu wahren "Monsters Of Jazz" mutieren zu lassen. Schon mal gehört, wie "We Will Rock You" (Queen) von einem züngelnden Orgelsound in hippelige Höhen getragen wird, zwischenzeitlich in den Disco-Stayin' Alive-Rhythmus der Bee Gees übergeht, um dann nochmal das Queen-Lied zu preisen? Doch auch vor dem Dr.Motte/West-bam-Thema "Techno" scheut der Swinger Club nicht zurück, wobei mich die Orgel gar an die legendären ELP erinnert. Weitere Highlights sind die bemerkenswerten Swing-Orgel-Jazz Interpretationen von Prodigys "Firestarter" und AC/DC's "Highway To Hell" mit wunderbarem Kontrabass-Intro. Also meine Damen und Herren, mit Schnauzbart und ohne, treten Sie ein in den Swinger Club! Hier wäre falsche Scheu fehl am Platze, und vergessen Sie ihre Swingsohlen nicht!
Rainer Guérich


TEENAGE FANCLUB
Four Thousand Seven Hundred And ...
Epic/Sony
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Gleich eins vorweg! Dies ist laut Presse-Info keine Best-Of-Scheibe. Die Fans sollen die Scheibe vielmehr als musikalische Retrospektive der letzten 12 Jahre sehen und durch das Anhören der verschiedenen Songs den Werdegang und die Weiterentwicklung der Band entdecken. Immerhin 21 Tracks mit fast 80min Laufzeit haben die Jungs zusammengekurbelt und dabei auf Scheiben wie "Catholic Education", "Thirteen" und "Northern Britain" zurückgegriffen. Es sind zwar nicht alle großen Hits auf der Scheibe vertreten, aber sicherlich einige ihrer schönsten und besinnlichsten. Wer noch nicht alle Teenage Fanclub-Scheiben sein eigen nennt, sollte zugreifen!
Yasmin Schmidt



HANK WILLIAMS
Das Leben einer Country-Legende
Tacheles/Roof Music
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Bei dieser aufwendig gestalteten Hörbuch-4-CD-Box können alle Country-Fans bedenkenlos zugreifen. Dominic Raacke, der bekannte Berliner Tatort-Kommissar und bekennender Country--Fan, ließ sich zur Realisation seiner ersten Hörbuch-CD nicht lange bitten. Auf den ersten 3 CDs liest er Auszüge aus der von Colin Escott geschriebenen Williams Biographie, ergänzt um historisches Tonmaterial (u.a. Hank Williams Sr., Radiotrailer, Beerdigungsrede) und diversen weiteren Ton-Statements (u.a. von Chet Atkins, Kris Kristofferson). Auf der 4-ten CD kommt schließlich auch der Musikfan nicht zu kurz. Hier gibt's zahlreiche Aufnahmen von Hank Williams zu hören, aber auch begnadete Interpretationen von Johnny Cash, 16 Horsepower, Residents u.v.a. Tolles Teil!
Bernd Lorcher



KARL ZÉRO
Songs for Cabriolets
Parasol/edel contraire
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Wer kann sich noch an die alten Louis de Funès-Filme als "Sergeant von St. Tropez" erinnern? Irgendwie musste ich beim ersten Reinhören in diese CD genau an diese Streifen denken, als der durchgedrehte Louis mal mit seinem Cabrio den Berg runterrast oder wie wild hinter den FKK'lern herrennt. Und dabei lief immer so eine Musik irgendwo zwischen französischem Chanson, ChaCha, und 60er Jahre Easy Listening-Trash. Und genau diese verrückte Mischung hält auch die Debütscheibe des französischen TV-Komikers Karl Zéro parat, der uns hier seine ganz eigenen Interpretationen recht bekannter Songs aus den 50er und 60er Jahren präsentiert. Dabei verzichtet Mr. Zéro auf  Vocoder-Verfremdungen . Die Tracks bleiben weitestgehend original und versprühen gerade dadurch ihren besonderen Charme.
Simone Theobald


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