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APRIL/MAI 2003
Index | Home | inMusic - da ist Musik drin!


@@@@@@ überragend
@@@@@ sehr gut
@@@@ gut
@@@ durchschnittlich
@@ mäßig
@ schlecht

Bernard Allison | Bob Sinclair | Bros Rock Crew | Paul Camilleri | Cassagrande: Lounge | Cassagrande: Lounge II | Cassagrande: Club | Cassagrande: Ethnica | Cassagrande: Spanish Chill Ambient | Cat Sun Flower | Chillout Café | DAF | Darkest Side Of Hypnotic Goa I-V | Dementi | Paul Dimmer Band | Iris Disse & Don Yachak De Duran | Electric Family | Erdmöbel | Howe Gelb | Green Tea | Gus Gus | Isgaard | Jazzanova | Jorane | Sonya Kandels | Djamel Laroussi | Mambo Kurt | Mariza | The Men They Couldn’t Hang | Mey, Wader, Wecker | Mole 50 | Muggs | N.Y. Lounge 2 | Christoph Oeding Trio | One Bar Town | Kelly Pardekooper | Ritual | Ron Sexsmith | Shilf | Ashley Slater | Maria Solheim | Sonar Kollektiv | Spaceport Orkestra Of Benares | Tele: EP + Tausend und ein Verdacht | Tiga | Tri Continental | Peter Weniger | Matt Wilson Quartet | Hawksley Workman | Steve Wynn |

BERNARD ALLISON
Kentucky Fried Blues
Ruf Records/In-Akustik
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Ein Livemitschnitt vom W.C. Handy Festival in Kentucky aus dem Jahre 1999. Leider ist die Soundqualität nicht die beste, aber dafür  überzeugt Bernard Allison auf der ganzen Linie. Zusammen mit seiner bläserstarken Band gibt es Bluesrock satt. Wobei natürlich Ehrerbietungen an seinen leider viel zu früh verstorbenen Vater Luther und Johnny Winter nicht fehlen dürfen.
Bernd Lorcher


BOB SINCLAIR
III
Yellow Productions
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Bob Sinclair aka Christophe le Friant, der seine ersten DJ-Versuche Ende der '80er Jahre im bekannten "Chez Roger" in Paris absolvierte, gehört zu Frankreichs Vorzeige DJ's&Remixern. Es gibt wohl keinen Turntabler, der es schafft, soviel Sex-Appeal in seine groovenden Housebeats zu packen. Seine vorliegende Scheibe ist eine Art Best-of-Compi, die Bob's Arbeit als Producer und DJ in den letzten Jahren widerspiegelt und mit beatigem Flächenspaß aufwartet. Seine Melodien leben von einer Mischung aus eingängigem Housesound, '80er Jahre-Disco-Rhythmen und jeder Menge Sex!
Frank Zöllner



BROS ROCK CREW
Metro Superstar
MZEE/EFA
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Es sieht fast so aus, als ob die Zukunft des Elektro-HipHop-Funk aus dem kleinen schweizer Dörfchen Langenthal kommt, denn da wohnen die beiden Brüder Pasquale und Serge Lanz. Die beiden Soundtüftler brennen ein 19teiliges Feuerwerk zwischen 70er Jahre Funk, Psychedelic-Rock, Drum'N'Bass, jazzigen Club-Tools und jeder Menge Rock-Appeal ab. Die Brüder verstehen es, wechselnde Spannungs-Szenarien aufzubauen.
Fabian Hauck



PAUL CAMILLERI
In The Middle Of The Night
Pepper Cake/ZYX
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Mr. Camilleri, seines Zeichens im Libanon geborener, mit britischem Pass in der Schweiz beheimateter Musiker, legt seine 2. Arbeit vor und fröhnt, nach eigenen Angaben, einem gitarrenorientiertem Mix aus Bluesanleihen, Rock, Pop und Folk. Dabei setzt der junge Musiker auf eingängige Melodien, die mir an vielen Stellen einfach zu gelackt und weichgespült aus den Membranen kommen. Da fehlt der Biss und die Herausforderung.
Frank Zöllner



CASSAGRANDE CLUB
Presents By Ralphi Rosario
Cassagrande-Blue Flame/Zomba
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Eine Doppel-House-Club-CD, die von dem spanischen DJ Ralphi Rosario präsentiert wird. Die 23 Tracks sorgen mit ihren pumpenden Beats und peitschenden Grooves für beste Party-Nonstop-Unterhaltung. Unbedingt anhören solltet ihr die Kooperation von Ralphi Rosario & Linda Clifford ("I Hear The Music") und den monströs-okkulten Beater der Funk Bandits ("Crazy Love"). Mit diesem Stoff wird auf Ibiza abgefeiert!
Duklas Frisch



CASSAGRANDE ETHNICA
Cassagrande Ethnica
Cassagrande-Blue Flame/Zomba
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Diese Doppel-CD-Box ist nicht nur von der optischen Gestaltung (aufwendiges Lenticular-Frontcover, bei dem sich das Auge beim Kippen schließt) besonders hervorzuheben, auch musikalisch bieten die beiden CDs hochwertigen World Beat und Ethno-Pop, ganz im Buddha Bar Style.  So kann sich der Hörer auf einen 31-gängigen Streifzug durch die verschiedenen Kulturen der Welt begeben. Die Reise führt von Bangkok nach Marrakesch, von Bukarest nach Neuseeland, von Delhi nach Dublin, von Barcelona nach Nairobi...
Rainer Guérich



CASSAGRANDE LOUNGE
The Best Relaxin' And Chillin' Music
Cassagrande-Blue Flame/Zomba
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Freunde relaxter Chillin' und Lounge-Music werden sich insbesondere nach dieser 24-gängigen Doppel-Kompilation die Finger lecken. Der edel aufgemachte Digipack-Doppeldecker verwöhnt die Herzen all jener, die abseits nervigen Zappelns nach smoothen und deepen Clubgrooves suchen. Ein Blick ins Line-Up unterstreicht den hohen Anspruch, denn wir begegnen wohlklingenden Namen wie Groove Armada, Thievery Corporation, Ian Simmonds, LTJ Bukem, Hacienda, Mo Horizons, Beanfield u.v.a. Hier wird geklotzt und nicht gekleckert.
Rainer Guérich



CASSAGRANDE LOUNGE II
Best Chill-Art Music Collection
Cassagrande-Blue Flame/Zomba
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Der Untertitel der zweiten Lounge-Compi aus dem Hause Cassagrande ist eigentlich gar nicht schlecht gewählt, da dieser Soundfloor durchaus auch jeder Kunstausstellung oder Matinée gut zu Gesicht stehen würde. Jazzig, latin-flavored, orchestral, mit dem gewissen Temperament und kokettem Club-Charme  ausgestattet, begeistern uns die Tracks von Makoto ("Take My Soul Baby"), Trüby Trio ("A Go Go"), Mr. Hermano ("Jugando Con Fuego") und der Aromabar ("Little Brother"). Da bleiben wir doch gerne noch etwas länger und verweilen bei den Highlights von Diskus No. 2: Les Gammas' "Outra Vida" und Goldfrapp's "Lovely Head".
Rainer Guérich



CASSAGRANDE PRESENTS
Spanish Chill Ambient
Cassagrande-Blue Flame/Zomba
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Auf diesen beiden CDs hat die Elite der spanischen DJs und Produzenten 28(!) Chillout/Ambient-Highlights vereint, die von dem kulturellen Flair der iberischen Halbinsel durchströmt werden. Cesar del Rio, Pedro del Moral, Uranus, DJ Oliver, Plazasonora u.v.a. lassen den Hörer mit wunderschönen Ambientparts und mystischen Gesängen, die des öfteren von spanischen Gitarren durchtränkt werden, von stimmungsvollen Sonnenuntergängen und bevorstehenden Urlaubsfreuden träumen.
Rainer Guérich



CAT SUN FLOWER
European Cuts
redwinetunes/PIAS-Zomba
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Mit ihrer brandneuen Scheibe "European Cuts" gehen Cat Sun Flower ihren Weg der entspannten und melancholischen Pop-Songs konsequent weiter und präsentieren in den 13 Tracks eine Mischung aus eleganter Lässigkeit, harmonischer Melodieverliebtheit und handwerklich sauberer Instrumentierung. Dabei arbeitet das Sextett (unterstützt durch illustre Studiogäste) an einem musikalischen Spagat zwischen modernen Poprhythmen, ursprünglichen Folk-Reminiszenzen und durchdachten Spielereien. So entsteht mit Hilfe der vielschichtigen Stimme von Frontfrau Heidi Triska ein ins Ohr gehender Sound, der seinen vollen Groove und seine gereifte Entspanntheit oft erst nach mehrmaligem Hören offenbart. Vorspeise, Dessert und Espresso!
Frank Zöllner



CHILLOUT CAFÉ
Best Of Irma
Metropol-Blue Flame/Zomba
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In einem "Chillout Café" kann man  sowohl relaxen als auch gepflegt abhotten. Dementsprechend ist diese Doppel-CD von IRMA Global Village auch in eine "Dia" (Tag) und "Noche" (Nacht) CD unterteilt. Die erste CD strahlt mit Künstlern wie Don Carlos, Bossa Nostra feat. Bruna Loppez und Be Noir gemütliches, mediterranes Flair aus, während auf Diskus No. 2 Acts wie Alan Sqa ("Gente Boa") und Jestofunk ("Special Love") das Tanzbein stimulieren. Mit diesen beiden CDs liegt man stimmungsmäßig also zu jeder Tages- und Nachtzeit immer richtig.
Duklas Frisch



DAF
15 Neue DAF-Lieder
Superstar/Universal
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Es ist fast wie ein Wink des Himmels, dass DAF gerade jetzt ihre brandneue Scheibe vorstellen, in einer Zeit in der die oft beschworene Deutsch-Amerinkanische-Freundschaft sozusagen auf dem Nullpunkt angekommen ist. Jedenfalls bleiben Robert Görl und Gabi Delgado-Lopez ihrem kompromisslosen Elektro-Pop treu, wenngleich auch neue Trends und moderne Einflüsse aufgesogen werden. Für Fans dieses Genres ein Muss!
Simone Theobald



DARKEST SIDE OF HYPNOTIC WORLD OF GOA
Psych. Tracks From Vol.I-V
Coolmusic/edel
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Goa meets Darksound und es wird finster auf den Flooren! Vorliegende Compi featured die besten, sprich dunkelsten Tracks von insgesamt fünf Psychedelic-Goa-Scheiben aus dem Hause Coolmusic und lässt dabei die Flächen ganz schön vibieren. Acts wie Solar Zombie, Cool, Psycho Monks und Floating Point garantieren einen ultraharten und speedigen Trance-Goa-Sound, der die Hüften kreisen lässt und dabei dunkle Schockwellen mit den Stroboskopblitzen auf die Reise schickt. Wer das Ganze auch noch visuell erleben will, dem sei die zeitgleich erschienene 120 minütige DVD ans Herz gelegt.
Siggi Mayen



DEMENTI
Zweigefühl
RE:POP/SMIS Sony
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Leidenschaftliche, provokative Texte, intensive Electronics, Samples, harte Rockgitarren - Das ist das "Zweigefühl", das DEMENTI auf diesem Album in alle Richtungen ausloten. Schon der Opener "Meine Welt" ist ein mitreißender Dark-Smasher mit aussagestarken Refrains und deutlicher Direktheit. "Kind der Nacht" ist geschmeidige Düsterheit, getragen von kraftvollen Gitarrenriffs, zerbrochenen Samples und der hymnischen Depristimme von Sänger Nico Amarell. "Zweigefühl" bietet eine Vielzahl von Höhepunkten, beleuchtet alle möglichen Empfindungszustände und zeigt, dass trotz allen Schattens Licht am Ende des Tunnels ist. Ein intensiver Neopren-Dark-Pop-Rock, nicht nur für die KInder der Nacht! Dementis zwecklos!
Rainer Guérich



PAUL DIMMER BAND
Im kleinen Kreis
Tapete Records/Indigo
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Um etwaigen Missverständnissen gleich vorzubeugen: Bei der Paul Dimmer Band handelt es sich jetzt nicht um die Gruppe eines Songwriters/Sängers gleichen Namens. Vielmehr haben wir es hier mit einem Trio aus Frankfurt/M zu tun, das in seinen Stücken völlig unspektakulär die verschiedensten Stimmungen auf Seiten des Hörers erzeugt. Wenn man sich amerikanische Bands wie Sparklehorse und Low mit deutschsprachigem Gesang vorstellt, kann man sich ansatzweise vorstellen, was einen bei dieser CD erwartet. Spartanische Gitarrenakkorden, Bass, Rhodes und der leicht elegische Gesang geben den Songs eine wunderbar hallizugene Wirkung, von der man sich nur zu gerne treiben lässst. Auf dem Titel "Jeder Versuch" ist übrigens auch Niels Frevert als Gast zu hören.
Bernd Lorcher


IRIS DISSE&DON YACHAK DE DURAN
Ayahuaca Noche De Ritual
Schneeball/Indigo
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Iris Disse, bekannt aus Kino und Theater, als Dramaturgin, Regisseurin und Bühnenbildnerin, hat sich in den letzten Jahren sehr intensiv mit elektronischer Avantgarde-Musik beschäftigt. Für ihre neueste Arbeit hat sich die junge Weltenbummlerin weit in entlegene Gebiete des Amazonasbeckens gewagt und dort zusammen mit dem einheimischen Schamanen Don Yachak De Duran eine spirituelle Reise an die Grenzen des Bewusstseins angetreten. Behiflich war den Beiden dabei ein aus 20 Kräutern gebrauter Sud, "Ayahuaca" genannt, der dort bereits seit Urzeiten für Heilzwecke, Initationen und spirituelle Reisen angewandt wird.
Frank Zöllner



ELECTRIC FAMILY
Ice Cream Phoenix
Hypertension/Soulfood
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Was als musikalische Essenz dabei herauskommt, wenn man Musiker aus Bereichen wie Rock, Punk, Jazz, Country, Krautrock, Folk, Ethno, Gothik bis Trance und Ambient zusammen in ein Studio holt und mal "drauflosmusizieren" lässt, kann man auf "Ice Cream Phoenix" nachhören. Es gibt kein vergleichbares Projekt, in dem sich so viele, so unterschiedliche Musiker zusammengefunden haben. So fanden sich Mitglieder ehemaliger Bands wie Embryo, Amon Düül II oder Grobschnitt im Lineup zusammen mit dem Nashville-Veteranen Hermann Lammers-Meyer und Ulla Meinecke um ein psychedelisches, folk-infiziertes, transzendentelles Akusik-Rock-Album der Extraklasse auf den Weg zu bringen!
Frank Zöllner

 

ERDMÖBEL
Altes Gasthaus Love
Tapete Records/Indigo
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Erdmöbel zählen wohl mit zu den interessantesten Gruppen, die es in der deutschsprachigen Musikszene derzeit gibt. Die Band, die ihre Songs aus diversen Fundstücken und der guten Auffassungs/Beobachtungsgabe ihres Sängers Markus kreiert, ist stilistisch schwer zu fassen, was für ihre Vielseitigkeit spricht. Fesselnd sind auf jeden Fall die Texte mit ihren unterschwelligen Pointen, den fesselnden Liebesgeschichten über Glück im Unglück (u.a. "Mit dem falschen Schatz in Venedig") oder scheinbar nur banalen Themen ("Busfahrt"). Interessant sind auch die musikalischen Basics, die die Experimentierfreude und die Schaffenskreativität der Band unterstreichen und mitunter ausgefallenen Instrumente wie Gesangsautomaten und Echoposaunen offenbaren. So gesehen ist "Altes Gasthaus Love" eine Platte, mit der man viele schöne und aufwühlende Stunden verbringen kann. Und jedes Streicholz auf dem Cover steht für eine ganz spezielle Stimmung...
Rainer Guérich



HOWE GELB
The Listener
Thrill Jockey/NTT
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Howe Gelb, Urvater des Alternative Country und seit gut 20 Jahren im Geschäft, hat seine neueste Einspielung in Dänemark unter Dach und Fach gebracht. Dabei hat er nicht nur die komplette dänische Band "Under Bye" engagiert, sondern auch gleichzeitig sein stimmigstes Album seit langer Zeit eingespielt. An einigen Stellen könnte man meinen, ein "Calexico"-Album dreht sich im Player, und das nicht nur, weil Joey Burns und John Convertino mit von der Partie sind. Irgendwie wirkt das Ganze total entspannt und in sich schlüssig. Howie bearbeitet das Klavier und den Synthesizer und entlockt seiner Kehle nebenbei einige dunkel-kratzige Töne. Dazu musiziert die Dänen-Combo und versetzt uns in die Wüste Arizonas, irgendwo zwischen Van Zandt und Neil Young.
Frank Zöllner



GREEN TEA
Flavored Atmosphere
Blue Flame/Zomba
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Nicht nur in Ostasien wird Grüner Tee oft und gerne getrunken, auch hierzulande findet man mindestens so viele Tee- wie Kaffeetrinker. Und jetzt gibt es auch eine ganz spezielle GREEN TEA CD, deren aromatisierter Klang wohltut . Grüner Tee übt eine anregende Wirkung auf Körper, Geist und Seele aus. Das hat das inMusic-Redaktionsteam vor gut einem Jahr am eigenen Leibe erfahren, als der intern sehr beliebte SAECO-Kaffeeautomat mit einem echten SamoWar ergänzt wurde. Die alte Tee-Weisheit, dass beim Grünen Tee erst der zweite und dritte Aufguss richtig gut schmecken, kann beim Hören der "Green Tea"-CD durchaus bestätigt werden. Tatsächlich ist es so, dass die Auswahl der modernen und auch asiatischen Klänge, die von Dido, Genetic Drugs, Blue Beat, Bazille Noir, Pochill u.a. beigesteuert werden, mit jedem erneuten Hördurchlauf an Flavour gewinnen. Die Sounds, die man grob unter dem Sammelbegriff "Electronic Lounge" unterordnen könnte, sorgen auf Seiten des Hörers für ein Gefühl aus Harmonie und Entspanntsein. Eine Wirkung, die nach dem Genuss von gutem, Grünen Tee auch erreicht werden kann. Wer sein inneres Gleichgewicht sucht, wird bei dieser CD mit Sicherheit glücklich...
Ute Bahn



GUS GUS
Attention
Underwater Records/Zomba
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Das wurde aber auch Zeit, das das bisher nur als sündhaft teurer Import erhältliche vierte Album unserer isländischen Helden auch regulär in deutschen Landen erhältlich ist. Wie man es bei Gus Gus gewohnt ist, ist bei den einzelnen Tracks Vielseitigkeit und Freestyle angesagt. Tracks wie "Unnecessary", Desire" und "I.E.E." pendeln locker und cool zwischen dynamischen Basslines, geschmeidiger Atmo und Acid-House. Dazu noch eine Menge Elektro und fette Gitarren und fertig ist das wohlschmeckende Gus Gus, von dem man sich gerne noch eine Portion extra bestellt!
Simone Theobald
 


ISGAARD
Golden Key
edel
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Wer ein Faible für versponnen-ätherische Frauenvocals mit einem Touch Mystik&Gothic-Flair hat, wird bei der brandneuen Arbeit von Isgaard die Ohren stellen. Die zierliche Sängerin mit dem flachsblonden, langen Haaren kommt aus dem hohen Norden der Republik, genauer gesagt aus Husedum und kann auf eine abgeschlossene, klassische Musikausbildung zurückblicken. Ein Umstand, der einem sofort nach den ersten Akkorden des Openers bewusst wird. Ihre Zeit auf Opernbühnen hat Isgaard allerdings hinter sich. Heute liegt ihr eine Melange aus filigranen Popsongs und Melodien, die an mittelalterliche Weisen erinnern oder einfach nur empfindsame, in sich ruhende Lieder sind.
Simone Theobald



JAZZANOVA
Remixed
Jazzanova Compost/PP Sales
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Von diesem Doppeldecker hatte ich mir eigentlich mehr erwartet. Künstler wie 4 Hero, Trüby Trio, Ian Pooley, Ursula Rucker und 19 andere remixen die Songs von Jazzanova. Leider klingen einige Bearbeitungen derart lahm, dass mir der Fuß einschläft. Dann doch lieber die Originale!
Siggi Mayen



JORANE
Jorane
Universal
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In ihrer kanadischen Heimat ist die 26jährige Jorane (gesprochen: "Dschorann") bereits ein gefeierter Geheimtipp. So wurde sie dort u.a.  mit dem Juno Award als beste Solokünstlerin ausgezeichnet. Jetzt kommt die ungewöhnlich intensive Musik von Jorane mit einer Art Best of Album ihrer beiden Scheiben "Vent Fou" und "16mm" auch in die deutschen CD-Regale. Jorane, die mit einer sehr puristischen Instrumentierung aus Gitarre, Klavier und dem Cello (ihrem Lieblingsinstrument) arbeitet, führt den Hörer in eine faszinierende Traumwelt aus dunklen Celloklängen, die mit ihrer ausdrucksstarken Stimme aufgehellt wird. Sie arbeitet mal mit verspielten Popelementen, mal mit warmen Folkphasen oder avantgardistischen Stilen, die von der emotionalen Tiefe ihrer facettenreichen Stimme profitieren. Unterm Strich kein einfaches Album, mit dem man sich schon eine Zeitlang auseinandersetzen muss.
Frank Zöllner



SONJA KANDELS
God Of Laughter
Minor Music/inakustik
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Sonja Kandels ist so etwas wie eine Kosmopolitin per Geburt! Kaum auf der Welt, ging's auch schon dank ihres Vaters, der Entwicklungshelfer war, quer durch den afrikanischen Kontinent. Dort entwickelte sich auch ihre Liebe zu einer ursprünglichen und traditionellen Musik, die man heute gerne mit dem Wort Ethno oder Worldmusic umschreibt. Mit "God Of Laughter" geht jetzt ihr Debütalbum an den Start und begeistert aus dem Stand mit unkomplizierten Arrangements, herrlichen Melodien und jeder Menge guter Laune. Es ist die Mischung aus traditioneller afrikanischer Folklore, Rhythmen und Melodien, die Sonja mit jazziger Dramaturgie, Soul und Pop zu einer emotional überkochenden Scheibe aufbereitet.
Ute Bahn



DJAMEL LAROUSSI
Etoile Filante
Indigo
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Djamel Laroussi, als Wanderer zwischen Orient und Okzident bekannt,, legt mit "Etoile Filante" seine brandneue Arbeit vor und lässt den Hörer teilnehmen an einer musikalischen Reise zwischen marokkanischem Bazar, Beduinen-Hochzeit und Pariser Nachtleben. Zugegeben eine etwas ungewöhnliche Mixtur, die allerdings durchaus ihre "Positive Vibrations" verbreitet. Djamel gelingt es, das Beste aus den jeweiligen Musikströmungen zu filtern und zu einem pulsierenden und ungemein dynamischen Sound zu destillieren.Ein Sound, der den afrikanischen mit dem europäischen Kontinent verbindet und gleichzeitig zum Abtanzen einlädt.
Ute Bahn



MAMBO KURT
Ekstase - The Return Of Alleinunterhalter Vol. 4
Supermodern / Indigo
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Mambo Kurt ist Kult. Eine Aussage, die ebenso treffend wie verräterisch ist, denn der "Heimorgel-Gott" hat Probleme, eine CD zu füllen. Nicht musikalisch, sondern vom Unterhaltungswert, denn die Welt wartet seit jeher auf "die einzig wahren Versionen" von Songs wie "I Just Called To Say I Love You", "Zu Spät" oder "Hells Bells". Wie ein Witz vom Weitererzählen nicht besser wird, so trifft dies auch auf diese CD zu. Einige Male gehört, verschwindet sie im Regal und bleibt dann dort.
Christian Kissel



MARIZA
Fado Curvo
World Connection/edel contraire
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Gleich mit ihrer Debütarbeit "Fado Em Mim" hat es die junge portugiesische Sängerin geschafft, in der Oberliga der Ethno-Gemeinde mitzumischen. Der Fado ist die wohl traditionsreichste Form des portugisieschen Liedguts, das alle Aspekte des menschlichen Gefühlsspektrums auslotet und dabei ständig zwischen Romantik, Dramatik, Aufregung und Sehnsucht hin und her pendelt. Genau diese Ingredienzien enthält auch die 2. Arbeit von Mariza, die sich nicht so sehr in der Tradition von Amalia Rodriguez sieht, sondern eher als Repräsentantin einer neuen, unkomplizierten und offeneren Form des Genres. Diese 12 Songs sind nicht nur für Fado-Fans ein Erlebnis.
Frank Zöllner



THE MEN THEY COULDN'T HANG
The Cherry Red Jukebox
Twah!/SMIS
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Man kann's nicht glauben: Die britischen Country-Punk-Heroen, die vor mehr als  20 Jahren von Elvis Costello während eines Straßenauftritts in einer Hammersmith U-Bahnstation entdeckt wurden, melden sich mit einem neuen Album zurück! Die Mischung aus Rock, Blues, Punk und einer fetten Prise Country zündet natürlich nach wie vor. THE MEN THEY COULDN'T HANG erzählen völlig unspektakulär und treffsicher ihre kleinen Geschichten aus dem Hier und Jetzt, die vom Hafen in Southhampton ("Rivertown"), einem dem Suff verfallenen Boxer ("The Hill") und dem Londoner Sozial-Kolorit ("Sunrise") handeln. Natürlich darf in "Singing Elvis" auch eine Huldigung an die magische Kraft der Jukebox und des Rock'n'Rolls nicht fehlen. Für Country-Punk'n'Rock's ein absolutes Muss!
Duklas Frisch



MEY, WADER, WECKER
Das Konzert
Pläne
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Ein mehr als würdiges Geburtstagsgeschenk ist diese Live-Doppel-CD, die anlässlich des 60. Wiegenfestes von Hannes Wader in dessen Heimatstadt Bielefeld aufgezeichnet wurde. Die 3 großen Liedermacher spielen einige ihrer größten Erfolge, und man merkt jedem den Spaß der (wohl einmaligen) Sache an. Höhepunkte sind dabei die von Wecker vorgetragenen und aktuellen Stücke "Im Namen des Wahnsinns", "Willy 4" und "Amerika". Bei Mey sind es "51'er Kapitän" und "Diplomatenjagd" und vom Geburtstagskind ist "Vaters Land" sowie "Erste Liebe" zu nennen. Aber auch gemeinsam vorgetragene Lieder wie "Sage Nein" oder "Bella Ciao" sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Das selbst bei so alten Konzerthasen nicht immer alles glatt läuft, merkt man dann bei "Recontre/Begegnung", das leider 2mal neu angefangen werden musste. Das ist echt live und bei dieser Klasse ist die Höchstnote einfach Pflicht.
Christian Kissel



MOLE 50
V.A.
UCMG/edel
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Sechs Jahre Mole-Records und die 50. Veröffentlichung gibt es zu feiern!. Und wie ginge so etwas besser als mit einer eleganten Geburtstags-Compi aus der deutschen Trend-Schmiede! Wie immer ist die Mischung aus relaxten Downbeats, groovigem Listening-Sound, flächigen Vibes und jeder Menge angenehmer Vocals perfekt und lädt zum Verweilen ein. Altbekannte Label-Größen wie Lemongrass und Homegrown legen neben Newcomern wie Naomi und Audio Lotion exklusives Material vor. Ein interessanter Ausblick auf die Veröffentlichungen in nächster Zukunft!
Siggi Mayen



MUGGS
Dust
Anti/SPV
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Muggs kommt aus L.A. und hat sich in der Vergangenheit seine Brötchen als Producer&Beatmaker von Underground-HipHop-Bands wie Cypress Hill verdient. Mit der vorliegenden Scheibe agiert der Turntabler erstmals vor dem Mikro und legt überraschenderweise ein getragenes Rock-Statement in der Tradition der alten Pink Floyd Aufnahmen vor. Dies verwundert um so weniger, wenn man weiß, dass Muggs schon seit Jahren ein ausgewiesener Fan der englischen Experimental-Rocker ist. Doch Muggs gelingt es durchaus, eine eigenständige Soundlinie zu konzipieren und ein interessantes und spannendes Album aus dem Stein zu schlagen.Kein schneller Hauruck-Rock, sondern lange fast atmosphärische Phasen mit prima Vocals, viel Fantasie, Akustik-Gitarre und elektronischen Spielereien.
Fabian Hauck



N.Y. LOUNGE 2
One Night On Broadway
Black Flame/Zomba
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Die N.Y. Lounge geht in die zweite Runde. Fotograf Horst Hamann steuerte stimmungsvolle Bilder rund um den Broadway bei, DJ Red Buddha sorgte für die entsprechende Songauswahl.
Horst Hamann fotografiert und lebt in New York seit 23 Jahren. Nirgendwo auf der Welt fand er in einer Stadt überwältigendere Stimmungen und Eindrücke als in New York. Das war und ist so, natürlich auch nach dem 11. September 2001. Knapp ein Jahr später nach diesem einschneidenden Datum machte sich Hamann mit seiner Leica auf, um für ein spezielles Buch und die CD "N.Y. Lounge 2 - One Night On Broadway" das Leben des "Great White Way" zu fotografieren. Eine gelungene Auswahl dieser stimmungsvollen Bilder findet sich  im Booklet vorliegender CD (siehe auch www.horsthamann.com). Für die Auswahl des adäquaten N.Y. Lounge-Sounds zeichnete einmal mehr DJ Red Buddha verantwortlich, der zusätzlich auch noch einige Originalstimmen von einigen New Yorkern auf der CD integrierte, die vom 11. September 2001 stammen. Besonders hervorzuheben sind von den musikalischen Beiträgen Soleil Niklasson, die Sängerin von HERMOSA, die aus Los Angeles stammt und in "Angel Of Mercy" ihre Gefühle zum Ausdruck bringt, die das Attentat von New York in ihr auslöste. Weitere Highlights sind der Opener "Loungin'" des eingefleischten New Yorkers Guru Jazzmatazz und Working Week's "Inner City Blues".
Bernd Lorcher


CHRISTOPH OEDING TRIO
Northwest
Mons Records/Sunny Moon
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Mit "Northwest" setzt der deutsche Gitarrist Christoph Oeding Akzente in Sachen puristischer Minimalinstrumentierung. Zusammen mit dem Bassisten Jimmi Roger Pederson und dem Drummer John Marshall ist dem Schleswig-Holsteiner ein jazziger Kreativschub zwischen düster-kargen Momenten, unterhaltsamer Tradition und groovender Modern-Art gelungen, der auch in den sparsamsten Akkordmustern nie langweilig wirkt. Im Gegenteil, das Trio schafft es immer wieder, den Hörer zu überraschen.
Bernd Lorcher



ONE BAR TOWN
Say Me A Rosary
Twah!/SMIS
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Gegenüber ihrem Erstling "Power Of Principles" haben die deutsch-dänischen Rockabillys ONE BAR TOWN den Country-Anteil deutlich zurückgeschraubt. "Say Me A Rosary" rockt noch deutlicher als das Debüt nach vorne, atmet manchmal gar punkiges Flair. An dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt war der sonst nur in einschlägigen Rock/Metal-Kreisen tätig werdende dänische Produzent Tue Madsen, der durch diesen Job endlich einmal seine Liebe zum Roots Rock/Americana bekennen konnte. Der Balanceakt ist gelungen. One Bar Town geben ihren Pferden die Sporen, traben natürlich aber auch im gemächlichen Galopp. Schließlich hat das Leben ja bekanntlich eine Menge Abwechslung zu bieten, nachzuhören im wunderbar melancholischen Titelstück "Say Me A Rosary", der wogenden Uptemponummer "23rd Of October" und dem punkig ungestümen "Line Dance Punk Rock Lesbian".
Rainer Guérich



KELLY PARDEKOOPER
House Of Mud
Trocadero/Indigo
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Kelly Pardekooper ist auf dem Gebiet des Country/Raw Blues eine echte Entdeckung. Der 35jährige, der in Iowa aufgewachsen ist, legt mit "House Of Mud" ein authentisches, überzeugendes und mit erdigen Country-Elementen durchtränktes Album vor. Nebenbei verfügt er auch noch über eine unglaublich tough-vibrierende Stimme. Aber hört euch doch mal selbst den hochkarätigen Opener "House Of Mud" im staubtrockenen, langsam dahinflirrenden Sound an. Kommt irre, super Scheibe!
Bernd Lorcher



RITUAL
Think Like A Mountain
Tempus Fugit/SPV
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Ritual kommen aus Schweden und dürften vor allem bei Freunden eines folkorientierten Progrocks gefallen finden. Die Band um Sänger und Gitarrist Patrik Lundström hat aber auch ein Faible für lyrische und opulente Momente , ja selbst skandinavische Melancholie findet Eingang in den Ritual-Klangkontext. Unbedingt anhören solltet ihr euch das knackige "Explosive Paste" und das   akustisch gehaltende "Once The Tree Would Bloom", das von Flöten und perkussiven Instrumenten schillernd durchtränkt ist. Das stilistische Spektrum ist schon sehr offen gehalten, ausufernde Tracks wie "Infinite Justice" eingeschlossen!
Duklas Frisch



RON SEXSMITH
Cobblestone Runway
V2 Records/Zomba
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Ron Sexsmith kommt aus Toronto/Kanada, ist ein überaus talentierter Singer/Songwriter und stellt mit der vorliegenden Scheibe bereits seine sechste Arbeit vor. Künstler von Rod Stewart bis Curtis Stigers haben schon seine Songs gecovert und auch "Cobblestone Runway" hält einige Ohrwürmer parat. "Ich bin glücklich darüber, dass dieses Mal alle Songs gute Grooves haben und sich ein deutlicher Rhythmus durch das Album zieht", erzählt Ron. "Zu einigen Songs könnte man fast tanzen - und das ist wirklich neu für mich!" Stimmt Ron, selten hat man den oft melancholischen Barden so aufgeräumt und gut gelaunt erlebt. Diese Lebensfreude zieht sich durch das gesamte Album, auch wenn Ron immer wieder kritische oder nachdenkliche Songs einstreut, wie etwa in "God Loves Everyone", einer musikalischen Aufarbeitung der Ermordung des homosexuellen Studenten Matthew Shepard.
Simone Theobald



SHILF
Me
Ulftone/edel contraire
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Die Schweizer-Band Shilf ist seit 1999 vom Trio zum Sextett gewachsen. Seit den Tagen ihrer ersten Vinyl-Single "My Clean Sky" haben sie sich einem Sound verschrieben, der unter Rezensenten gerne als "Americana" oder "Modern American Songwriting" eingeordnet wird. Als typische Vertreter dieser Gattung wären etwa Wilco, Giant Sand oder Lambchop zu nennen, aber auch Dylan und Van Zandt arbeiteten bereits mit diesem schleppend-langsamen Country&Folk-Sound. "Me" lädt den Hörer in den 11 Songs auf eine Reise ein, bei der man von endlosen Weiten, staubigen Highways, flirrender Hitze und einem nicht enden wollenden Horizont träumt. Und das alles aus der kleinen Schweiz, Respekt!
Fabian Hauck
 


ASHLEY SLATER
Big Lounge
Plush/PP Sales-Indigo
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Der seit seiner Jugend in Schottland lebende Amerikaner Ashley Slater ist kein junger Heißsporn, der hier sein Debütalbum vorstellt, sondern ein gereifter und lebenserfahrener 40er (wie der Rezensent!), der weiß, was er tut und wo seine musikalischen Vorlieben liegen. Und deshalb ist es auf "Big Lounge" auch so schwierig, die obligate Genreschublade zu finden, in die man die elf Tracks schnell mal einordnen könnte! Was für ein Glück, denn Ashley Slater hat hier ein Popalbum zusammengekurbelt, das in seiner Stilvielfalt kaum zu überbieten ist und ständig zwischen jazzigen Momenten, 70er Jahre Soul, Las Vegas-Feeling, echten Crooner-Qualitäten und modernem Lounge-Sound hin und her pendelt. Besonders angetan hat es mir dabei das coole Sinatra-Cover "Something Stupid", hier einmal nicht glatt nachgebügelt, sondern mit Ecken, Kanten und jeder Menge Groove!
Frank Zöllner
 


MARIA SOLHEIM
Behind Closed Doors
Strange Ways/Indigo
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Die noch blutjunge Norwegerin hat beste Chancen, musikalischer Exportschlager ihres kleinen Landes zu werden, denn mit "Behind Closed Doors" legt Maria Solheim ein Album vor, bei dem es eigentlich nichts zu kritisieren gibt. War der Vorgänger "Barefoot" noch geprägt von einer düsteren, fast ausweglosen Melancholie, so sind ihre neuen Songs erfrischend unkompliziert, offen und vor allem lebensbejahend geworden. Nicht dass Mrs. Solheim auf "Behind Closed Doors" auch hin und wieder in nachdenkliche Melancholie verfiele, aber dominiert wird die Scheibe von einer ausgefeilten Pop&Rock-Melange fernab jeder Effekthascherei. Perfektes Songwriting, eine fantastisch ausbalancierte Stimme, puristische Instrumentierung und Arrangements, wie man sie leider viel zu selten hört...
Frank Zöllner
 


SONAR KOLLEKTIV
V.A.
Sonar Kollektiv/ZOMBA
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Frühjahrsputz im Hause "Sonar Kollektiv", so könnte man die vorliegende zweite Compi in der Geschichte des Sub-Label-Künstler-DJ-Kollektiv kurz unterschreiben. Denn die Verantwortlichen haben sich entschlossen, ihr doch an manchen Stellen etwas unübersichtliches Label-Kollektiv zu straffen und sich fortan noch intensiver dem Künstleraufbau zu widmen und alle Veröffentlichungen nur noch über ein Label abzuwickeln. Ein eindrucksvoller Querschnitt durch das aktuelle Labelprogramm zwischen Soul, Jazz, Funk, Reggae und Nu-Beat plus rarem Material.
Frank Zöllner



SPACEPORT ORKESTRA OF BENARES
The Ganesh Beat Club Sessions
Popup/PIAS Zomba
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Hinter dem Spaceport Orkestra Of Benares stecken Andreas Kraus und Tobias Ott. Die Beiden haben auf dieser CD eine ziemlich einzigartige Stilfusion kreiert, bei der Tabla-Sound und indische Musikkultur mit Drumcomputern und fetten Breakbeats kombiniert werden. Der so entstandene Soundfloor klingt nicht nur wie aus Tausendundeiner Nacht, sondern zieht auch ganz amtlich die Club-Crowd magisch an. Selbstversuche können mit "Namaste" und "Krishna Lounge" gestartet werden.
Duklas Frisch



TELE
EP
Tausend und ein Verdacht
beide CDs: Tapete Rec./Indigo
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Tele sind eine beachtenswerte Gruppe, die eigenen Angaben zufolge "irreelle Popmusik mit deutschen Texten" machen. Das klingt zwar ziemlich kompliziert, funktioniert auf ihrer aktuellen 5-gängigen EP aber vollkommen einfach, da absolut nichts gekünstelt wirkt. Sänger Francesco Wilking gibt den einzelnen Songs mit seinem sprödem bis souligem Stimmtimbre ein Eigenleben, das die Band mit groovigen ("Viertel nach viertel vor"), aber auch hitverdächtigen Rhythmen ("Now Now Now") kongenial unterstreicht. Wer mehr von Tele hören möchte, sollte sich unbedingt auch die 2000er Debüt-CD "Tausend und ein Verdacht" zulegen, die lange Zeit vergriffen war und nun über Tapete Records in einer neu abgemischten Version erhältlich ist. Darauf findet sich mit "Euridice" eine rein italienische gesungene Nummer, das sehr interessante Instrumental "Kil Random" und  das langsam auf einem Funkgroove dahin walkende Titelstück. Sehr hörenswert!
Duklas Frisch


TIGA
DJ Kicks
K7 Records
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Weiter geht die bereits legendäre DJ-Kicks-Serie aus dem Hause K7  mit Szene-DJ Tiga, der zusammen mit Zyntherius und der Coverbearbeitung des Corey Hart-Hits "Sunglasses At Night" das 80er Jahre Revival tatkräftig unterstützte. Für "DJ Kicks" hat der passionierte Turntabler, Remixer und DJ tief in die Trickkiste gegriffen und auf über 70min einige seiner besten Szene-Remixe auf den Silberdreher gebannt. Mit dabei sind u.a. 2Raumwohnung, Soft Cell, Traffic Signs, Offpop, Le Tifre bis hin zu einer selbstgesungenen Interpretation von Felix da Housecat's "Madame Hollywood". Alles zusammengedreht zu einem Endless-Mix, bestens geeignet zum gepflegten Abtanzen unter den Stroboskopen, aber auch mit enormem Chillout-Faktor.
Siggi Mayen



TRI CONTINENTAL
Let's Play
Tradition & Moderne/Indigo
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Mit "Let's Play" legt die Multi-Kulti-Combo um Madagaskar Slim, Bill Bourne und Lester Quitzau bereits ihre 3. Arbeit vor und bietet ihren Fans einen weitgespannten Melodieteppich, der zwischen den drei Fixpunkten Afrika, Nordamerika und England eigentlich für fast alle Strömungen offen ist. So sind die Drei diesmal auch eine musikalische Zusammenarbeit mit dem indischen Perkussionisten Ramesh Shotham eingegangen, der eine ganz neue Klangfarbe in die Kompositionen von Tri Continental einbringt. Ansonsten dominiert bei den ausgewogenen Songs das bekannte musikalische Koordinatensystem aus afrikanischen Rhythmus-Lines, englischer Blues-Note und der Leichtigkeit amerikanischer Songwriter-Qualitäten.
Frank Zöllner



PETER WENIGER
Legal Paradizer
Skip Records/edel contraire
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Für dises Aufnahme hat sich der renommierte Jazz-Saxophonist mit Wolfgang Haffner (Drums) und Decebal Badila (Bass) zwei hochkarätige und international gefragte Musiker ins Studio geholt. Ergebnis ist ein locker gestricktes Konzept aus funkigen Grooves, fein verästeltem Puristik-Jazz und swingenden Alltime-Rhythmen. "Legal Paradizer" wird hierbei zum Paradebeispiel einer absolut frischen und relaxten Jazz-Scheibe, die auch nicht so sattelfeste Fans des Genres nicht verschreckt. Hier stehen Groove und Rhythmus im Vordergrund, Fingerschnippen ist obligatorisch und mit schmissigen Funkpassagen wird Jazz zum unterhaltsamen Zeitvertreib.
Frank Zöllner



MATT WILSON QUARTET
Humidity
Palmetto/Sunny Moon
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Matt Wilson ist nicht nur einer der experimentierfreudigsten Jazz-Drummer, sondern auch einer der fleißigsten. Bis heute ist er als Gastmusiker auf über 100 Alben vertreten. Auf "Humidity", seinem 5-ten Output für Palmetto Records, wird er verstärkt von Jeff Lederer (Tenor&Sopran-Sax), Andrew D'Angelo (Alto Sax) und Yosuke Inoue (Bass). Man hat das Gefühl, die Vier spielen schon seit Jahren zusammen, so aufeinander abgestimmt und zielsicher funktioniert die Ensemblearbeit. Musikalisch erwartet den Hörer ein wahres Feuerwerk aus Modern Jazz mit sehr viel Raum für Dynamik und Eigeninitiative der agierenden Musiker, Avantgarde-Ausbrüche und gelegentliche Ausflüge in traditionelle Bereiche eingeschlossen!
Bernd Lorcher



HAWKSLEY WORKMAN
The Delicious Wolves
B-Track/Zomba
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Eine etwas ungewöhnliche Karriere vom Top-Tänzer einer Stepptanz-Schule zum Sänger, der seine Songs samt und sonders auch noch selber schreibt, produziert und performt, hat der Ausnahmekünstler Hawksley Workman bereits hinter sich. Auf der vorliegenden 2. Scheibe "The Delicious Wolves" präsentiert uns Hawksley gleich 12 ausgefallene Rock/Pop-Songs, die melodiebewusst und quietsch-vergnügt aus den Membranen kommen. Dabei agiert Hawksley mal mit Akustik-Klampfe, mal mit abgeklärter Eleganz und New Wave-Charakter oder heißen Rockausbrüchen. Mr. Workman hat ein breites Repertoire auf der Pfanne.
Frank Zöllner
 


STEVE WYNN
Static Transmission
Blue Rose
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Auf seinem neuen Album hat es Steve Wynn zusammen mit seiner Band (den Miracles) wieder mal geschafft und eine coole Mixtur aus rockigem Statement, Desert-Blues, American-Feeling und gefälligen Popsongs aus dem Ärmel gezaubert. Ohne Selbstverliebtheit und unnötigen Schnickschnack lassen Steve und Co. die Gitarrensaiten sprechen, schaffen relaxte Momente des Eingroovens, depressiv-poetische Stimmungen, hart-rockende Leidenschaften und manische Free-Blues-Einlagen. Eine gelungene Transmission!
Frank Zöllner
 



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