HI HO SILVER
Ein Stück Popkultur

HI HO SILVER machen naiven Pop, ziemlich schräg und abgefahren, mit einer charmanten Sängerin, diversen Samplings und Computersounds. Für den stimmlichen Part auf ihrer Debüt-CD “Hallo Hello” ist die Hamburger Tenfold Loadstar-Sängerin Caro Garske zuständig, die die kompositorischen Spielbälle des Gespanns Kai Voepel und Friedemann Mischke gekonnt fängt und zu unschuldig verzückten Understatements in deutscher Sprache verarbeitet.

“Etwa 60-70 % des Materials auf ‘Hallo Hello’ habe ich mit Friedemann in endlos langen Experimentiersessions in Braunschweig zusammengebastelt”, erzählt mir Kai Voepel, der mittlerweile in Berlin seine Zelte aufgeschlagen hat. Natürlich hatte Caro Garske, die Kai schon seit frühester Jugend kennt, und die mit ihrer anderen Band Tenfold Loadstar schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, klare Mitsprache- bzw. Veto-Rechte. “Vor anderthalb Jahren hatten wir die Demos dann soweit fertig, dass wir sie verschicken konnten und schließlich bei dem Frankfurter Label Hazelwood Records einen Vertrag bekamen.” Anschließend ging’s in die Frankfurter Hazelwood-Studios, um dem Erstling den letzten Feinschliff zu verpassen. “Wir haben im Studio praktisch nur die Gitarren und den Gesang neu aufgenommen. Die Beatgeschichten und die Grundstruktur der einzelnen Lieder waren zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie fertig.”

Ohrenfällig sind am komplexen Sound von Hi Ho Silver die vielen Soundzutaten, die sich mit dem Gesang von Caro mosaikartig zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen. “Wir lieben diffizile Soundkulissen und rauschige Bestandteile in unserer Musik. Aus diesem Grunde haben wir auch noch ein hörbares Plattenknacksen auf der CD unterlegt. Außerdem haben wir etliche Sachen auf der Platte, wo Friedemann und ich verschiedene Melodien, die wir irgendwann mal gespielt haben, neu gesampelt haben. Das heißt, wir haben unsere alten Tapes dadurch in einen neuen musikalischen Kontext gestellt und uns damit praktisch selbst neu ediert. Wir haben uns also aus einem riesigen Kreativ- und Ideenpool bedient. (lacht) Es kann aber sein, dass das ungeübte Ohr gar nicht mal alles erfasst, was wir da in unserem Sound verbraten haben. Wir haben ‘ne Menge aufgenommen und sehr viel um die Frage herumexperimentiert, welche Geräusche man überhaupt erzeugen kann.” Stellt sich natürlich die Frage, welche Wirkung man dadurch beim Hörer erzeugen möchte. Ein Wechselbad der Gefühle? “Ich finde es einfach wichtig, dass der Hörer auf einer CD Vielschichtigkeit geboten bekommt. Das ist genau das, was der Popmusik heutzutage am meisten fehlt. Aus diesem Grunde bezeichne ich unsere Musik auch als Popmusik, obwohl das sicherlich nicht jeder so sieht. Die Lieder auf unserer Platte sind so gestrickt, dass sie sich auch nach mehrmaligem Hören nicht abnutzen. Unser Ziel war es, mit ‘Hallo Hello’ der Pop-Kultur auch ein Stück Dauerhaftigkeit zu geben. Musik mit Ecken und Kanten, an der man auch nach vielen Jahren noch seine helle Freude hat...”

Rainer Guérich
CD: Hallo Hello (hazelwood/EFA)

 

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